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Der neue Besitzer des EHC Kloten Hans-Ulrich Lehmann spricht an der Medienkonferenz, aufgenommen am Montag, 2. Mai 2016, in Glattfelden. Der Zuercher Unternehmer Hans-Ulrich Lehmann hat sich mit den bisherigen Eigentuemern des Traditionsklubs, der nordamerikanischen Gruppe

Anschnallen Kloten: Hans-Ulrich Lehmann ist Christian Constantins Bruder im Geiste. Bild: KEYSTONE

«Christian Constantin on Ice»: Lehmann streut noch Juckpulver, wenn sich andere längst kratzen

Der Einstieg von Hans-Ulrich Lehmann (57) in Kloten bereichert die Unterhaltungskultur. Jetzt hat endlich auch das Hockey einen Christian Constantin (59).



Das Glatttal ist nicht das Wallis. Klar. Und doch gibt es ab sofort eine Gemeinsamkeit. Die wichtigsten Sportunternehmen der Region – hier der EHC Kloten, dort der FC Sion – werden von sehr ähnlichen Persönlichkeiten geführt.

Was Hans-Ulrich Lehmann und Christian Constantin zu Brüdern im Geiste macht: Sie sind herrlich undiplomatisch und sportpolitisch unkorrekt. Das unselige «Duckmäusertum» der Branche fehlt. Diese Rücksichtnahme auf Befindlichkeiten, die sich darin zeigt, dass gegen die Konkurrenz oder die Vorgänger oder gegen die Verbandsobrigkeit keine aufmüpfigen Reden geführt werden.

Der neue Besitzer des EHC Kloten Hans-Ulrich Lehmann an der Medienkonferenz, aufgenommen am Montag, 2. Mai 2016, in Glattfelden. Der Zuercher Unternehmer Hans-Ulrich Lehmann hat sich mit den bisherigen Eigentuemern des Traditionsklubs, der nordamerikanischen Gruppe

Hans-Ulrich Lehmann: «Duckmäusertum» ist nicht sein Ding.
Bild: KEYSTONE

Hans-Ulrich Lehmann ist zwar emotional «seinem» Kloten nicht so stark verbunden wie Christian Constantin dem FC Sion. Denn anders als Constantin hat Lehmann bei Kloten keine Geschichte. Aber er hat bei seinen ersten Medienauftritten bereits gezeigt, dass er sehr schnell Zusammenhänge erkennt (was ja im Sportbusiness nicht soooo schwierig ist) und sich nicht scheut, dort Juckpulver hinzustreuen wo sich die anderen schon kratzen.

Tacheles reden wie der grosse Zampano aus dem Wallis

Der neue grosse Meister in Kloten wird mit den Spielern und den Trainern ähnlich unzimperlich umspringen wie Christian Constantin. Und er wird, wenn es denn so weit kommt, in Auseinandersetzungen mit der Verbandsobrigkeit Tacheles reden wie der grosse Zampano aus dem Wallis.

Der Pragmatiker Hans-Ulrich Lehmann ist zwar kein so charismatischer Selbstdarsteller wie Christian Constantin, der sich in seinem Selbstverständnis als Fussball-Napoléon sieht. Aber er wird zweifelsfrei bald einmal Gefallen an Auftritten auf der Medienbühne finden – und im Grossraum Zürich stehen viele solche Bühnen.

ZUR MELDUNG, DASS DER UNTERNEHMER HANS-ULRICH LEHMANN DER NEUE BESITZER DES EHC KLOTEN IST, UND DIE VERTRAEGE MIT HEADCOACH SEAN SIMPSON UND SEINEM ASSISTENZCOACH COLIN MULLER PER SOFORT AUFGELOEST WERDEN, STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG 2. MAI 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Die enttaeuschten Spieler der Kloten Flyers auf dem Weg in die Garderobe nach der Niederlage im Penaltyschiessen nach dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den Kloten Flyers und dem EHC Biel-Bienne am Freitag, 13. Februar 2015, in der Kolping Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Kloten war zuletzt nur noch langweilig. Die Hoffnung besteht, dass dies sich ändert.
Bild: KEYSTONE

Eishockey und Fussball sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Nicht nur, weil in unterschiedlichen Schuhen gespielt wird. Und doch kann Hans-Ulrich Lehmann von Christian Constantin per sofort einen Brauch übernehmen: die alljährliche grosse Sauerkraut-Gala.

Kommt die Sauerkraut-Gala nach Kloten?

Laut und schrill, Sauerkraut und Spektakel. Das ist die Gala des FC Sion. Christian Constantin ist auch schon als Napoléon verkleidet zu Trommelwirbel auf einem Schimmel in den Saal geritten. Diese Sauerkraut-Gala ist DAS gesellschaftliche Ereignis und dabei sind schon Polit-Grössen wie Oskar Freysinger, Christophe Darbellay oder die Alt-Bundesräte Pascal Couchepin und Adolf Ogi aufgetreten.

Christian Constantin, president du FC Sion deguise en l'empereur Napoleon arrive a cheval lors de la soiree du repas de Gala du FC Sion, ce samedi 7 fevrier 2015 au Cerm a Martigny. 7015 personnes ont manges la choucroute lors de ce gala. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Christian Constantin bei der eigenen grossen Gala als Napoléon. Bild: KEYSTONE

Die Gala ist eine Show, ein Spass, aber es geht wie immer im Leben und im Sport-Business auch ums Geld (was ja Hans-Ulrich Lehmann sehr wohl bewusst ist). Mehr als 400 Betriebe und Unternehmen unterstützten den Anlass. Am Ende des Abends werden jeweils fast 7000 Tombola-Lose verkauft – für 50 Franken das Stück. Der Reingewinn der Gala beläuft sich Jahr für Jahr auf mehr als eine Million Franken.

Wird aus dem langweiligen Klub bald wieder eine nationale Unterhaltungsnummer?

Also: so eine Gala ist auch im Glatttal für den neuen EHC Kloten machbar. Unserem Hockey fehlt sowieso eine solche Gala. Vielleicht ist Zürcher Geschnetzeltes eher geeignet als Sauerkraut – aber ansonsten kann der Anlass kopiert werden. Als SVP-Mitglied hat ja Hans-Ulrich Lehmann auch Verbindungen um feurige Festredner aufzubieten. Roger Köppel ist sowieso bekennender Kloten-Fan und sass einst sogar im Verwaltungsrat der EHC Kloten AG.

Der neue Besitzer des EHC Kloten Hans-Ulrich Lehmann spricht an der Medienkonferenz, aufgenommen am Montag, 2. Mai 2016, in Glattfelden. Der Zuercher Unternehmer Hans-Ulrich Lehmann hat sich mit den bisherigen Eigentuemern des Traditionsklubs, der nordamerikanischen Gruppe

Grosse Bühnen dürften Hans-Ulrich Lehmann gefallen.
Bild: KEYSTONE

Der EHC Kloten bald einmal wie der FC Sion? Der langweiligste Klub der letzten Jahre, der nur noch durch Existenznot ein bisschen Interesse ausserhalb des Zürcher Unterlandes zu wecken vermochte, wieder mit nationalem Unterhaltungswert? Und das erst noch mit einem vom Hockey unabhängigen Besitzer, der nicht die Löhne hochtreibt, sondern als Kapitalist im Sinne von Johannes Calvin und Huldrych Zwingli eine Leistungskultur mit Ausstrahlung auf die gesamte Hockeyszene pflegt?

Zumindest gibt es berechtigte Hoffnung, dass wir in Kloten auf so ein Szenario hoffen dürfen. Vorerst noch bei sportlicher Bescheidenheit. Aber an die haben sich die Klotener ja inzwischen schon gewöhnt.

Übrigens, es ist schon bald wieder WM: Die besten Bilder der Eishockey-WM 2015

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    Alle Leser-Kommentare
  • hoele 04.05.2016 22:28
    Highlight Highlight Warum überrascht es mich nicht, dass mein Komentar von heute Morgen nicht veröffentlicht wurde? Aber es ist wohl einfacher auszuteilen als einzustecken...
  • The Firefighter 03.05.2016 20:51
    Highlight Highlight Constantin weiss gerade knapp, was alle anderen falsch machen. Lösungen? Fehlanzeige. Für mich ein No-go. Lehmann scheint von Eishockey so viel Ahnung zu haben wie Constantin vom Fussball (also gar nichts) und hoffe für Kloten, dass er es besser macht.
    • maxi 03.05.2016 21:47
      Highlight Highlight Cc mangelt es keinesfalls an fussballsachverstand!
    • Hayek1902 03.05.2016 22:12
      Highlight Highlight deshalb holt ja CC immer wieder so gute Talente, die er teuer weiterverkaufen kann. In Sion ist btw der Trainer, der in der Super League am längsten im Amt ist. CC versteht ziemlich viel von Fussball, ich vermute mal mehr als Sie, er war ja auch früher Torwart.
    • exeswiss 04.05.2016 01:12
      Highlight Highlight @hayek1902 auch ein blindes huhn findet mal ein korn... wieviele trainer musste er entlassen, um diesen zu finden?!
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