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Biels Marco Maurer, links, und Interimstrainer Martin Steinegger freuen sich ueber den 2-1 Sieg, waehrend dem Eishockey National League Spiel zwischen dem EHC Biel und dem EV Zug, am Freitag, 1. Dezember 2017, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Biels Marco Maurer und Interimstrainer Martin Steinegger freuen sich über den 2:1-Sieg gegen Zug. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Martin Steinegger ist für Biel zu wichtig, um Trainer zu sein

Biels Sportchef Martin Steinegger (45) feiert mit drei Siegen in Serie ein grandioses Trainer-Debüt. Aber er kann und darf nicht der nächste Kevin Schläpfer (48) werden.



Seine Geschichte eignet sich gut für einen schönen, guten Hockey-Hollywood-Film. Der Vater Eismeister in Biel, dann beim EHC Biel die grosse Not und der Bub wechselt 1995 in die grosse Stadt hinüber nach Bern. Dort wird er ein Titan, Captain, zweimal Meister und Nationalverteidiger.

Zum Abschluss einer formidablen Karriere kommt er 2008 heim nach Biel und hilft vier Jahre auf dem Eis beim Aufbau eines NLA-Tems. Nach seinem Rücktritt nach über 1000 Spielen wird er 2012 in seiner Heimat Sportchef und nun hat er soeben als «Nottrainer» zum dritten Mal hintereinander gewonnen: in Langnau (2:1. n. P.), in Kloten (3:2) und nun gegen Zug (2:1).

Auf den ersten Blick ist die Versuchung gross, Martin Steinegger dauerhaft vom Sportchef zum Trainer zu befördern. Martin Steinegger, vom Sportchef zum Trainer, zum nächsten Kevin Schläpfer, zum nächsten Bieler «Hockey-Gott». Wäre er ein Kanadier und hiesse Martin Stonehill – er würde bereits als Wundertrainer gefeiert.

Die Uhr würde ticken

Martin Steinegger hat in den letzten Tagen das getan, was grosse Trainer in dieser Situation tun: beruhigen, Vertrauen zurückgeben, das Spiel vereinfachen, die Ordnung in der eigenen Zone wiederherstellen, dafür sorgen, dass die Schüsse geblockt werden und dass der Torhüter unterstützt wird.

Biels Goalie Jonas Hiller, links, kaempft um den Puck gegen Zugs David McIntyre, hinten, waehrend dem Eishockey National League Spiel zwischen dem EHC Biel und dem EV Zug, am Freitag, 1. Dezember 2017, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Wenn Hillers Fangquote 95 Prozent oder besser ist, gewinnt Biel immer. Bild: KEYSTONE

Nun war Jonas Hiller erstmals in dieser Saison konstant drei Partien hintereinander ein grosser Goalie: Nacheinander hat er gegen Langnau, Kloten und Zug mehr als 95 Prozent der Schüsse abgewehrt. Wenn seine Fangquote 95 Prozent oder besser ist, gewinnt Biel immer.

Logisch also die Forderung: Martin Steinegger for Headcoach! Nein. Es wäre eine Torheit, ihn dauerhaft zum Trainer zu machen. Weil er so verheizt würde. Die Frage wäre dann nicht mehr ob, sondern nur noch wann er als gescheiterter Trainer seine Autorität eingebüsst hätte. Am Tag, an dem er vom Not- zum Cheftrainer befördert würde, begänne die Uhr zu ticken und Biel würde ihn verlieren.

Es spricht alles dagegen

Aber das Hockeyunternehmen Biel braucht Martin Steinegger. Er ist im besten Wortsinne eine Respektsperson. Für die Spieler, die Trainer und im gesamten Umfeld des Klubs. Eine Respektsperson durch seine Historie im Klub und Authentizität im Auftreten. Aber auch eine Respektsperson durch fachliche Kompetenz und Erfahrung. Er redet wahr und klar und sucht keine Ausreden.

Kevin Schläpfer wurde nach seiner Beförderung vom Sportchef zum Trainer in Biel ein «Hockeygott». Es spricht doch nichts dagegen, dass auch Martin Steinegger als Trainer ein «Hockeygott» werden kann.

ARCHIVBILD ZUM NEUEN KLOTEN-TRAINER KEVIN SCHLAEPFER --- Biels Trainer Kevin Schlaepfer freut sich ueber den Treffer zum 3:2 im Eishockey Spiel der National League A zwischen dem EHC Biel und den ZSC Lions, am Dienstag, 15. September 2015, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/ Peter Schneider)

Kevin Schläpfer – damals bei Biel der «Hockeygott». Bild: KEYSTONE

Doch, es spricht alles dagegen. Kevin Schläpfer hat dem Hockeyunternehmen Biel nach dem Wiederaufstieg ein Gesicht gegeben. Aber er war nie eine in sich ruhende Respektsperson mit der Autorität eines Martin Steinegger. Er war mehr Schauspieler als Regisseur, mehr ein Mann der täglichen Emotionen als ein Stratege mit dem sicheren Gespür für die Entwicklungen über den Tag hinaus.

Mehr Testpilot als Ingenieur. Immer ein wenig wie auf einer Abenteuerreise und wie noch nicht am Ziel seiner Bestimmung angekommen. Er hätte ohne Biel nicht das werden können, was er geworden ist. Biel verdankt ihm viel – und er verdankt Biel ebenso viel.

Gesucht wird keine Übergangslösung

Martin Steinegger konnte als Spieler und kann als Sportchef in jedem Hockey-Club eine charismatische Führungspersönlichkeit sein. Er war beim grossen SCB eine Respektsperson, Titan und Captain. In einem Hockey-Unternehmen, in dem Kevin Schläpfer nie eine Chance auf einen Job als Spieler, Trainer oder Sportchef hatte und haben wird.

Biels interimistischer Headcoach Martin Steinegger gibt den Spielern Anweisungen, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SCL Tigers und dem EHC Biel, am Samstag, 25. November 2017, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Für ein paar Spiele das Sportchef-Büro zu verlassen, ist kein Problem. Bild: KEYSTONE

Die Bieler suchen einen neuen Cheftrainer und Martin Steinegger sagt, es sei die Absicht, dem neuen Mann einen Vertrag mindestens bis zum Ende der nächsten Saison zu geben. Denn nur so sei die notwendige Autorität gegeben. Bei einem Vertrag bloss für diese Saison sei die Gefahr erheblich, dass der neue Chef nur als Übergangslösung wahrgenommen werde.

Martin Steinegger wird dem neuen Cheftrainer den Rücken freihalten. Er wird erkennen, wenn eines Tages die Zeit gekommen ist, auch ihn zu wechseln. So wie er gespürt hat, wann es Zeit war, Kevin Schläpfer des Amtes zu entheben. Er ist dazu in der Lage, in turbulenten Zeiten das Sportchef-Büro zu verlassen und die Mannschaft zu stabilisieren und ein paar Spiele lang zu coachen, bis die Krise ausgestanden ist. Das hat er soeben bewiesen.

Aber Martin Steinegger ist für Biel zu wichtig, um bloss Trainer zu sein. Er ist in Biel am Ort seiner Bestimmung angekommen und Biel braucht ihn dringend als Sportchef. Biel wird nie ein Problem haben, den nächsten Trainer zu finden. Aber Biel hätte ein grosses Problem, den nächsten Martin Steinegger zu finden.

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mukeleven 02.12.2017 18:23
    Highlight Highlight klaus macht sich immer mehr. das macht spass und ist frei von polemik oder head-hunting wünschen.
    weiter so - cool.
  • Ordo Malleus 02.12.2017 14:59
    Highlight Highlight Danke für diesen tollen Bericht. Stoney war mein Idol beim SCB. Die #8 unters Dach!
  • Sportsmen 02.12.2017 13:50
    Highlight Highlight Ein toller Bericht über die Bieler Legende Martin Steinegger, der erfolgreichste und wichtigste Mitarbeiter beim EHC Biel! In der NHL würde man sagen er ist ein Franchise Spieler und macht genau einen so guten Job wie zeitgleich Lou Lamirello bei den Toronto Maple Leafs! Weiter so Stoney und wir dürfen bald wieder einen Pokal in die Höhe stemmen!!
  • Forsberg 02.12.2017 13:18
    Highlight Highlight Endlich wieder mal ein vernünftiger und fachlich guter Bericht - ohne Polemik und Schauermärchen! Macht Lust auf mehr ... Was Stoney über vielen anderen hebt ist seine Bescheidenheit, Offenheit und Gradlinigkeit! Er tut was er sagt und sagt was er tut! Sein Weg ist noch lange nicht beendet sondern gerade erst gestartet!
  • andre63 02.12.2017 09:56
    Highlight Highlight heute noch tikkanen zum weinen bringen, dann war das eine seeehr gute woche für den ehcb 😊
  • N. Y. P. D. 02.12.2017 09:28
    Highlight Highlight Klaus, es läuft gut in Biel.

    Jetzt lassen wir es einfach mal laufen. Es ist jetzt nicht die Zeit zu analysieren, ob Steinegger Trainer bleiben soll.

    Der Goalie bei 95%, die Vorderleute konzentriert und die Stürmer treffen. Geile Zeit also.

    Chlöisu, geniess den Lauf und warte mit Deinen Analysen, bis die Bieler 2x verloren haben.

    Aber Du kannst morgen einen Bericht schreiben, wieso die Berner verloren haben..

    Bin seit den 80ern Biel-Fan. Dupont, Poulin und Anken sind für mich noch heute Begriffe.
  • Tikkanen 02.12.2017 09:21
    Highlight Highlight ...ja, der Stoney ist eine Herausragende Persönlichkeit im🇨🇭Hockey. Am besten gefiel er mir damals in seinem zweiten Meisterjahr🤔Während den Playoffs bildete er zeitweise ein Back-Paar mit dem während der Saison von den Broadway Blueshirts geholten Lefebvre, die zwei rumpelten alles nieder, die Gegner prallten an ihnen ab wie einst an der Berner Stadtmauer👍🏻Ach, die guten alten Zeiten🤗Keine seriellen Meistertite wie heutzutage, aber wenn der🏆nach Hause kam, dann wurde er durch Willen und Kraft errungen. Wahrhaft die Epoche der Big Bad Bears🐻😎🍻
    • Dynamischer-Muzzi 02.12.2017 16:19
      Highlight Highlight Was ist denn das für ein komischer Tag heute? 🤔
      Zuerst bin ich mit dem Artikel von KZ vollkommen einig und nun stimme ich Deinem Kommentar fast zu 100% zu, Tikkiboy. Es kommt noch soweit, dass ich heute Abend vor dem Match nen Bärenzipfu und es Schümli mit Dir geniessen werde. Mmmmmm, das gänge dann wahrscheinlich doch zu weit 😂😂🍺🍺
      Erst mal das Spiel abwarten, vielleicht bin ich ja hinterher in Stimmung 😋😋
  • Rumbel the Sumbel 02.12.2017 09:18
    Highlight Highlight Stoney lets Rock. Guter Bericht. Kleine Anmerkung. Mit einer Fangquote von 95% würde glaublich jede andere Mannschaft punkten!
  • Dynamischer-Muzzi 02.12.2017 09:15
    Highlight Highlight Da ist der Tag, der Tag an dem ich komplett mit KZ einig bin😱😱
    Ein sehr guter Bericht über einen sehr guten Mann. Man darf echt gespannt sein, wen er denn als neuen Trainer aus dem Hut zaubert. Heute Abend kehrt er erstmals als Trainer dorthin zurück, wo er als Spieler grosse Erfolge feierte. Bin mehr als gespannt, ob er die Mannschaft so einstellen kann, das es für alle ein spannendes und gutes Spiel wird. Hiller hat er jedenfalls geholfen, mit der Entlassung vom Mike. Das einfache Spiel und somit mehr Sicherheit sind zurück im Bieler Team.
  • CheGue 02.12.2017 08:36
    Highlight Highlight Super Bericht über den Stoney, Chlöisu!!!👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👍🏻👍🏻

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