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28.02.2014; Biel; Eishockey NLA - EHC Biel - SC Bern;
Ryan Gardner (Bern) Daniel Grillfors (Bern) und Martin Pluess (Bern) nach dem Spiel (Sandro Stutz/freshfocus)

Bild: Sandro Stutz

Strichkampf in der NLA

Eismeister Zaugg

Meister Bern hat die Hosen voll und kann den Titel trotzdem verteidigen

Der SC Bern hat in Biel nicht viel anders gespielt wie in den tiefen Herbstdepressionen unter dem gefeuerten Meistertrainer Antti Törmänen. Viel zu passiv. Viel zu defensiv. Steht trotzdem bald ein neuer, ein böser, ein charismatischer SCB auf dem Eis?



Biel hat 2:1 gewonnen. Der siegreiche Trainer Kevin Schläpfer sorgt im Kabinengang für ein grosses Schauspiel. Ein Berner Chronist fragt, ob der SCB unter dem neuen Trainer, dem NHL-General Guy Boucher, anders gespielt habe. «Ja, natürlich», sagt Schläpfer. Man habe aber das neue SCB-System gründlich analysiert und eine Lösung gefunden.

Dann zeigt er mit grosser Geste an der Kabinentüre wie einfach es war, den grossen, berühmten NHL-General «auszucoachen». Als ob er über einen Junioren-Trainer spräche, der noch nicht ganz begriffen hat, wie das grosse Hockey funktioniert, so erklärt jetzt Schläpfer, wie die forecheckenden Berner Stürmer zu weit vorne und die restlichen Spieler zu weit hinten postiert gewesen seien.

Der Bieler Headcoach Kevin Schlaepfer waehrend einem Timeout beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem EHC Biel-Bienne am Sonntag, 12. Januar 2014, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Kevin Schläpfer coachte seine Spieler gegen den SC Bern zum Sieg. Bild: KEYSTONE

So sei es einfach gewesen, die Angriffe auszulösen. Ein Schweizer Trainer, der einen NHL-General sozusagen zum gewöhnlichen Banden-Gefreiten degradiert. Wenn das kein Zeichen für die Fortschritte unserer Hockeykultur sind.

Der neue Besen kehrt genau gleich

Eine Handschrift des neuen SCB-Trainers ist nach wie vor nicht zu erkennen. Kein Wunder. Schliesslich schreibt Guy Boucher mit den gleichen Griffeln und auf der gleichen Unterlage wie seine Vorgänger Antti Törmänen (gefeuert) und Lars Leuenberger (jetzt wieder Assistent).

Gegen die kläglichen Lakers hatten die Berner am Dienstag noch vorwärts gespielt und 6:0 gewonnen. Gegen Biel fiel ihnen das Herz schon wieder in die Hosen. Oder um es salopp zu sagen: Beim Meister haben alle die Hosen voll. Der Manager, der Trainer und erst recht die Spieler.

Deshalb gelang es nicht einmal gegen den Zweitletzten der Tabelle, ein 0:1 über die Zeit zu managen. Deshalb verlor ein mutloser SCB so kläglich eine so wichtige Partie.

Berns Headcoach Guy Boucher, Mitte links, und Assistent Gary Sheehan, Mitte rechts, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EHC Biel-Bienne und dem SC Bern am Freitag, 28. Februar 2014, in der Eishalle in Biel. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Mut- hoffnungs- und ahnungslos. Dem SCB fiel in Biel schon wieder das Herz in die Hose. Bild: KEYSTONE

Es war ein dramatisches, unterhaltsames Spiel und bis ins Schlussdrittel hinein lief alles für den SCB: Die Bieler versiebten ihre Chancen und schienen einmal mehr mit grossem Eishockey unterzugehen.

Dass es im Schlussdrittel gelang, aus einem 0:1 ein 2:1 zu machen, hatte drei Ursachen. Erstens hielt Lukas Meili sein Team im Spiel. Zweitens verloren die Bieler nie den Mut und dominierten ihre Gegenspieler in fast allen Zweikämpfen. Drittens versuchten die Stadtberner – wie schon ausgeführt - ihren knappen Vorsprung über die Zeit zu retten und wurden dabei immer passiver.

Nur dank Leuenberger ist der Meister noch im Rennen

Damit ist bereits klar: Der grosse NHL-General Guy Boucher kann die Startbilanz seines Vorhängers Lars Leuenberger nicht mehr erreichen: Unter Leuenberger hatte der SCB nach der Entlassung von Meistertrainer Antti Törmänen acht der neun ersten Partien gewonnen. Nur dank Lars Leuenbergers Tüchtigkeit hat der SCB überhaupt weiterhin sehr gute Chancen, doch noch in die Playoffs zu kommen.

Nach wie vor können es die Berner in den ausstehenden zwei Partien (Fribourg/h und ZSC/a) aus eigener Kraft schaffen. Weil Lausanne in Zug verlor (0:1) und weiterhin zwei Punkte Rückstand hat, genügt dem SCB am Schluss Punktgleichheit mit dem Aufsteiger.

Lausanne spielt noch in Ambri und in Fribourg. Oder noch anders: Wenn der SCB gegen Fribourg nach 60 Minuten gewinnt und Lausanne in Ambri einen Punkt verliert, dann ist der SCB bereits vor der letzten Runde in den Playoffs.

Alles bleibt möglich

Die Frage, die letztlich die Meisterschaft entscheiden könnte: Wenn es den Bernern mit so kleinem Eishockey wie zuletzt gegen die Lakers und Biel gelingt, den grossen Schritt in die Playoffs zu tun – wird dann in den Playoffs gegen Qualifikationssieger ZSC Lions ein neuer, ein grosser, ein böser, ein charismatischer SCB auf dem Eis stehen?

Die Mannschaft des SCB praesentiert den Fans den Pokal des Schweizer Meisters, nachdem sie das 7. Eishockey Playoff Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem Geneve-Servette HC gewinnen konnte, am Samstag, 24. April 2010, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Nicht undenkbar. Der SC Bern könnte seinen Titel immer noch verteidigen. Bild: KEYSTONE

Auszuschliessen ist das nicht. Zwar haben beim SCB alle die «Hosen voll» – aber die Titelverteidigung ist eben nach wie vor möglich.

Auch wenn jetzt noch alles dafür spricht, dass der SC Bern als Titelverteidiger die Arena nach den Viertelfinals frühzeitig durch den Hinterausgang verlassen muss – für den SCB gilt so wie für alle anderen auch: «It‘s not over until the fat lady sings.»

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