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Switzerland's defender Roman Josi, Switzerland's forward Roman Wick and Switzerland's goaltender Jonas Hiller, from left,  are desapointed after the men's ice hockey qualification play-offs between Switzerland and Latvia at the XXII Winter Olympics 2014 Sochi in Sochi, Russia, on Tuesday, February 18, 2014. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Roman Wick am 18. Februar bei seinem letzten Spiel für die Schweizer Nati. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Roman Wick ist kein Weichei – er ist ein Musterprofi

Roman Wick ist erst 28 und will nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen. Ist er ein vaterlandsloser Geselle und ein Weichei? Nein, er hat Recht. Endlich wagt einer diesen Rückzug.



Die Eishockey-Saison ist zu lang. Wer für die Nationalmannschaft spielt kommt wegen der unsinnigen künstlichen Aufblähung der Saison durch europäische Operetten- Klubwettbewerbe, durch Nationalmannschafts- Testpartien während der Saison, Saisonvorbereitungsspiele, Qualifikation, Playoffs, Cup, WM-Vorbereitung und WM auf rund 100 Spiele. Die Saison ist dann erst in der zweiten Hälfte Mai zu Ende.

Sean Simpson, behind, head coach of Switzerland national ice hockey team and players, from left, Switzerland's forward Andres Ambuehl, Switzerland's forward Damien Brunner, Switzerland's forward Roman Wick and Switzerland's forward Matthias Bieber during the men's ice hockey qualification play-offs between Switzerland and Latvia at the XXII Winter Olympics 2014 Sochi in Sochi, Russia, on Tuesday, February 18, 2014. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Die Spieler der Schweizer Nationalmannschaft kommen gut und gerne zu 100 Einsätzen pro Jahr.  Bild: KEYSTONE

Es gibt Spieler, die halten diese Belastung aus. Aber nicht jeder ist gleich. Priorität hat die Karriere beim Klub. Dort verdient einer sein Geld. Also muss er alles tun, damit er für den Klub sein bestes Hockey spielen kann. Und alles vermeiden, was seine Leistungsfähigkeit schmälern könnte.

Der Körper kommt im Hockey oft zu kurz

Ein Spieler muss auf seinen Körper hören. In diesem Sommer habe ich mich ausführlich mit Sandy Jeannin über dieses Thema unterhalten. Er ist 38 und steht wegen den Folgen von Gehirnerschütterungen vor dem Ende seiner Karriere.

Er sagte unter anderem, dass er der Erholung wahrscheinlich zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. Er hat für die Schweiz 14 internationale Turniere (WM und Olympia) bestritten. Wäre er in einer besseren Situation, wenn er ab 28 auf Nationalmannschaftseinsätze verzichtet hätte um sich mehr Erholung zu gönnen? Zumindest kann diese Frage diskutiert werden.

Wird zu wenig für die Gesundheit getan?

Wenn ein Spieler zum Schluss kommt, dass es für seine Gesundheit besser ist, auf die Einsätze mit der Nationalmannschaft zu verzichten, dann ist dieser Entscheid zu respektieren und nicht zu kritisieren.

Roman Wicks Nationalmannschafts-Rücktritt regt zum Nachdenken an: Wird im Eishockey genug zum Schutz der Gesundheit der Spieler getan? Diese Frage können wir nicht mit Ja beantworten. Nach wie vor gibt es zu viele Gehirnerschütterungen und diese Verletzungen sind auch eine Folge der Regeländerungen («Null Toleranz»), die eine Öffnung des Spiels, eine Erhöhung des Tempos und damit eine massive Vergrösserung der Aufprallenergien bei Zusammenstössen mit sich bringen.

23.08.2014; Zuerich; Eishockey Champions Hockey League - ZSC Lions - Faerjestad BK; Oliver Kylington (FBK) gegen Roman Wick (ZSC) (Valeriano Di Domenico/freshfocus)

Roman Wick spielte diese Saison zusätzlich auch noch die Champions League. Bild: Valeriano Di Domenico/freshfocus

Die Ausweitung der Belastung durch europäische Wettbewerbe, die in dieser Form ausser Spesen nichts bringen, und durch einen Zirkus-Cup (dessen Spiele gegen unterklassige Teams ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial bergen) geht ebenfalls auf Kosten der Spieler.

Roman Wick handelt professionell 

Wer nun argumentiert, in der NHL mit 82 Qualifikationspartien plus Playoffs sei das alles kein Problem, irrt sich. Auch in der wichtigsten Liga der Welt ist die Gesundheit der Spieler (Gehirnerschütterungen) ein ständiges Thema. Und NHL-Profis aus allen Ländern verzichten immer wieder auf eine WM-Teilnahme. 

20.10.2014; Zuerich; Eishockey NLA - ZSC Lions - Kloten Flyers; Roman Wick (L, ZSC) gegen Lukas Stoop (R, Kloten) (Patrick Straub/freshfocus)

Roman Wick will für seinen Arbeitgeber die bestmögliche Leistung erbringen. Bild: Patrick Straub/freshfocus

Eishockeyspieler werden besser bezahlt als «gewöhnliche» Angestellte. Es ist die Entschädigung dafür, dass sie hohe Risiken eingehen, und sie verdienen nur während einer verhältnismässig kurzen Lebensspanne viel Geld. Wenn einer sich dazu entschliesst, diese Zeit optimal zu nutzen, alles zu tun, dass er für seinen Arbeitgeber die bestmögliche Leistung erbringen kann und deshalb auf eine Zusatzbelastung verzichtet, dann handelt er professionell. So gesehen ist Roman Wick ein Musterprofi.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Wayne99 22.10.2014 19:05
    Highlight Highlight Vielleicht kein Weichei, aber ein verwöhnter hochbezahlter Schnösel. Also jetzt schon zu kneifen finde ich gegenüber den Fans ein Frechheit!
    Aber wenn man bedenkt wie er an Olympia und an der WM gespielt hat (zu weich und ohne Durchschlagskraft) ist es eigentlich kein grosser Verlust!!
  • HabbyHab 22.10.2014 13:24
    Highlight Highlight Nur noch was zum Thema NHL:
    Da spielen nicht viele Spieler alle 82 Spiele, und es sind viele während der Saison vorübergehend verletzt (manchmal spielen sie, manchmal nicht). Ausserdem sind da die Trainings an Spieltagen oftmals optional, jegliche Nationalmannschafts-Pausen fallen weg, auch haben die keinen Liga-Cup. Die Spieler werden dazu viel intensiver und professioneller behandelt (bezüglich kleineren Blessuren, Massagen usw).
  • Boniek 22.10.2014 10:49
    Highlight Highlight Ja ja, unsere Eishockeycracks. Bezeichnen sich ja gerne als die harten Kerle, im Gegensatz zu den Fussballsusis. Wenn man während eines insgesamt zweistündigen Spiel dreimal fünf Minuten im Einsatz steht, ist das natürlich auch extrem anstrengend. Da liegen Einsätze mit der Nati keinesfalls mehr drin.
    • HabbyHab 22.10.2014 11:25
      Highlight Highlight a) ein Spiel dauert 60min.
      b) man hat kurze Shifts von 40-60 Sekunden, in denen man alles gibt.
      c) man hat etwa 3 Spiele pro Woche..
    • Boniek 22.10.2014 12:04
      Highlight Highlight Natürlich beträgt die reguläre Spielzeit 60 Minuten. Zwischen Anpfiff und Schlusssirene vergehen trotzdem rund zwei Stunden. Gerade die Tatsache, dass zwischen zwei Spielen manchmal nur ein Tag liebt, bestätigt doch gerade, dass die Belastung bzw. Verausgabung während eines Spiels nicht allzu hoch sein kann.
    • HabbyHab 22.10.2014 13:20
      Highlight Highlight Die Belastung IST hoch. Es ist oft der Fall, dass man einen Leistungsabfall zwischen dem ersten und dem zweiten Spiel bemerkt, was am besten am Ende des zweiten zu sehen ist.
  • Clark Kent 22.10.2014 01:27
    Highlight Highlight ja genau. und klaus zaugg ist kein schlechter boulevard-journalist, sondern ein angesehener top-chronist.
    • mukeleven 22.10.2014 09:26
      Highlight Highlight ... fand ich in letzter zeit gar nicht! ... doch bei diesem essay k.z.'s geb ich dir gerne recht, spannende und richtige gedanken zur situation 'wick'.
    • Clark Kent 22.10.2014 14:27
      Highlight Highlight da hat einer die ironie nicht bemerkt.
  • Mia_san_mia 21.10.2014 23:30
    Highlight Highlight Doch, er ist ein Weichei! Nicht nur wegen der Nationalmannschaft... Dort hat er es eh nie richtig gebracht. Vor allem weil er trotz seinem Riesentalent in der NHL nicht richtig probiert hat und und gleich wieder in die Schweiz zurückgekrochen ist!

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