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Rapperswil's player Martin Ness, right, celebrate with team mate 0-1 goal, during the regular season game of the National League Swiss Championship 2018/19 between HC Lugano and SC Rapperswil-Jona Lakers, at the ice stadium Corner Arena, Switzerland, Saturday, February 23, 2019. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Da jubeln sie noch: die Lakers nach dem 0:1 in Lugano. (Am Ende stand es 3:1.) bild: KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari

Eismeister Zaugg

Wer die Lakers nicht schlägt, ist die Playoffs nicht wert

Der Kampf um die Playoffplätze ist grosses Theater. Ein wenig wie die Fortsetzung von Shakespeare mit anderen Mitteln. Selbst die «Miserablen» werden gerühmt wie nie zuvor.



Die «Miserablen», das sind die Rapperswil Jona-Lakers. Wobei diese Bezeichnung natürlich nur für die Punktausbeute und die Klassierung in der Tabelle gilt. Nicht etwa für die Gesamterscheinung dieses formidablen Hockeyunternehmens.

Seit Runde eins, seit der unglücklichen Startniederlage gegen die SCL Tigers zeichnete sich ab: Es reicht dem Aufsteiger nicht für die Playoffs. Und es grünten noch Blätter in den Bäumen, da war schon klar: Am Ende der Saison warten die Playouts. Die Frage war nur noch, wer der Gegner sein würde. Und auch das war noch vor Weihnachten klar: der HCD.

Halten wir kurz inne und überlegen uns, was wäre, wenn sich alle zusammengerissen und gegen die Lakers, die «Miserablen», keine Punkte abgegeben hätten. Dann sähe die Tabelle schon ein wenig anders aus.

Die richtige Tabelle
1. Bern 95
2. Zug 93
3. Lausanne 77
4. SCL Tigers 74
5. Biel 73
6. Gottéron 71
7. Ambri 70
8. ZSC Lions 69
9. Lugano 69
10. Servette 66
11. Davos 42
12. Lakers 29

Ohne Punkteverluste gegen die Lakers
1. Bern 95
2. Zug 93
3. Lausanne 80
4. Gottéron 77
5. Biel 75
6. SCL Tigers 75
7. Servette 73
8. Ambri 73
9. ZSC Lions 72
10. Lugano 72
11. Davos 43
12. Lakers 0

Vor allem Gottéron und Servette wären in einer viel, viel besseren Position und mit grosser Wahrscheinlichkeit in den Playoffs. Und es ist wohl auch kein Zufall, dass der SC Bern und der EV Zug lange vor der Zeit definitiv für die Playoffs qualifiziert waren: Sie haben als einzige gegen die Lakers keinen einzigen Punkt abgegeben. Wer die Lakers nicht schlägt, ist die Playoffs nicht wert – der böse Spruch hat durchaus seine Berechtigung.

Gottéron hat nach Servette (7) am zweitmeisten Punkte gegen die Lakers liegen lassen (6) und zittert um die Playoff-Teilnahme. Das ist erstaunlich. In Langnau hat Gottéron nämlich soeben in einem grossen Spiel einen grossen Sieg gefeiert. 1:0. Schon das zweite Zu-Null in Langnau nach dem 2:0 am 6. Oktober. Zweimal ohne Gegentor in Langnau – das ist in dieser Saison keinem anderen Team gelungen.

Tigers, Aaron Gagnon, links, verpasst, gegen Fribourgs Goalie, Reto Berra, rechts, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und dem HC Fribourg Gotteron, am Samstag 23. Februar 2019 im Ilfisstadion in Langnau. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

In Hochform: Reto Berra. Bild: KEYSTONE

Dieses 1:0 ist ein Sieg der Disziplin und der Leidenschaft in einem intensiven, hochstehenden Spiel. Auch herausgehext von einem magischen Reto Berra. Wahrscheinlich war es seine beste Partie seit dem 3:0 im WM-Halbfinale von 2013 gegen die USA. Er rettet im Schlussdrittel sogar gegen den allein anstürmenden Harri Pesonen.

Der neutrale Beobachter denkt: Wie um alles in der Welt kann es sein, dass dieses Gottéron gegen die Lakers sage und schreibe sechs Punkte verloren hat? Es ist fast unerklärlich, selbst dann, wenn wir berücksichtigen, dass Eishockey ein unberechenbares Spiel ist, das auf einer rutschigen Unterlage ausgetragen wird.

Am Ende werden die Punkte, die gegen das Schlusslicht abgegeben worden sind, das Drama um die letzten Playoffplätze entscheiden.

Die Frage nach dem «Warum» der Pleiten gegen die Lakers geht nach dem Spiel in Langnau an einen von Gottérons Leitwölfen. Im richtigen Leben (wo die Anstandsregeln des Hockeys sowieso nicht eingehalten werden) müsste er nun so ungefähr sagen, er ärgere sich über dies Punkteverluste, vor allem über die Heimniederlage, noch heute. Es sei unfassbar, wie man die Lakers unterschätzt habe, gegen so eine Mannschaft zu verlieren sei wahrlich die Höchststrafe.

Lob und Preis wie wohl noch nie zuvor

Aber so etwas darf einer im Eishockey aus Respekt vor dem Gegner im Allgemeinen und im Besonderen gerade in diesen Tagen unter gar keinen Umständen sagen. Nicht einmal denken.

Jetzt, wo es um jeden Punkt geht, ist erst auch jedes Wort wichtig und daher grosses Theater gefragt. Also sagt der kanadische Musterprofi, die Lakers seien eine gute Mannschaft, mit einem guten Powerplay und einem guten Torhüter. Lob und Preis für die «Miserablen» wie wohl noch nie zuvor.

Die «Miserablen» mag nun eine gar schmähliche Bezeichnung sein. Aber sie lässt sich statistisch erhärten: Es zeichnet sich ab, dass die Lakers (aktuell 29 Punkte) als zweitschwächstes Schlusslicht seit Einführung der Dreipunkte-Regel in die Geschichte eingehen. Den Minusrekord hält Basel (16 Punkte).

Es ist, wie es ist: Am Ende werden die Punkte, die gegen das Schlusslicht abgegeben worden sind, das Drama um die letzten Playoffplätze entscheiden.

Die Rapperswil-Jona Lakers haben also sehr wohl die Qualifikation entscheidend beeinflusst und in diesem grossen Theater eine wichtige Rolle vorzüglich gespielt. Wir nehmen die Bezeichnung «die Miserablen» zurück.

Hier kannst du auf einem gefrorenen See toben

Video: srf

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Der müde Joe
24.02.2019 09:22registriert October 2016
Ich bereue es gerade den ganzen Artikel gelesen zu haben.😏 Der Scrj ist halt auch nicht aus Pappe! Der Scb hat zwar keine Punkte gg die „Miserablen“ liegen lassen, aber auch nicht gerade grandios gewonnen. Es gibt Gegner die liegen einem und dann gibt es solche gg welche man oft Mühe hat. Am Ende entscheidet die gesamte Punktzahl und nicht die man gg Rappi verloren hat.
Und das die Lakers auch als letzter eine Rolle gespielt haben um die Playoffplätze überrascht nicht, -denn sie gehören zu dieser Liga dazu.🤦🏻‍♂️
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LebeauFortier
24.02.2019 08:29registriert March 2016
Danke für den Artikel, leider macht der aber sehr wenig Sinn.
Einige Mannschaften spielen 6 Mal gegen Rappi, andere nur 4 Mal. Der ZSC hat die ersten vier beispielsweise auch gewonnen und erst in der fünften Begegnung versagt.
Ausserdem ist der Artikel etwas respektlos Rappi gegenüber. Weder Rappi noch Davos waren Kanonenfutter, auch wenn die Tabelle (die offizielle) ziemlich eindeutig aussieht.
Aber für eine sonntagliche Morgenlektüre gebe ich dem Artikel trotzdem 2 von 5 Sternen.
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Leguan
24.02.2019 08:59registriert June 2017
Manchmal ist es gar nicht so einfach sich mental richtig auf einen Match gegen den letzten einzustellen. Wenn da nur ein paar Spieler im Hinterkopf haben, das der gegner ja nicht wirklich gut ist, reicht das schon für eine Niederlage. Gerade wenn ein Team wie Rappi sich nie aufgibt.
Das nachlassen während eines Spiels ist sehr einfach, sich aber zu steigern, wenn man bei Puck einwurf nicht ready war, sehr schwierig.
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Eismeister Zaugg

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