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Poland's Robert Lewandowski, right, controls the ball during the Euro 2016 Group C soccer match between Poland and Northern Ireland at the Allianz Riviera stadium in Nice, France, Sunday, June 12, 2016. (AP Photo/Thanassis Stavrakis)

EM-Neuling Nordirland wehrte sich tapfer gegen die polnische Übermacht. Bild: Thanassis Stavrakis/AP/KEYSTONE

Die EM der engen Spiele – warum es noch keine hohen Siege gab

Es scheint fast so, als wolle sich an dieser EM keine Mannschaft allzu früh in die Favoritenrolle drängen lassen. Zwar zeigten Titelfavoriten wie Frankreich, Deutschland oder England tolle Ansätze, doch auch sie mussten sich am Ende für die ersten Punkte ganz schön abmühen.



Diese EM war bislang ein gefundenes Fressen für Nerd-Tipper. Im internen watson-Tippspiel führt bereits wieder Oliver Wietlisbach. Bei allen Spielen hat er 2:1 für den Favoriten getippt. So ähnlich – damals sagte er immer einen 1:0-Sieg der vermeintlich besseren Mannschaft voraus – hat der Digital-Redaktor schon an der WM 2014 in Brasilien abgeräumt.

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Die Tabellenspitze im watson-Tippspiel: Man beachte die Tipps der Digital-Redaktoren «Olivic» und «schurt3r». bild: watson

Es ist jetzt etwas mehr als die Hälfte der ersten Vorrunden-Tranche absolviert, sieben Spiele, um genau zu sein. Auffallend dabei: Tatsächlich gewann nur einmal eine Mannschaft mit mehr als einem Tor Unterschied: Bei Deutschland gegen die Ukraine erzielte Bastian Schweinsteiger das 2:0 aber auch erst in der Nachspielzeit.

Die Resultate der ersten sieben EM-Spiele:

Lässt man die Last-Minute von Deutschland und Russland (beim 1:1 gegen England) ausser Betracht, hätte es sogar fünf 1:0-Siege gegeben. Doch wie aussergewöhnlich ist das? Zum Vergleich: Bei der WM 2014 in Brasilien endeten die ersten sieben Duelle fünfmal mit mindestens einem Zweitorevorsprung. Bei der EM 2012 war dies zweimal der Fall, bei der EM 2008 viermal. 

Die vielen Minisiege in Frankreich sind – ohne wissenschaftlich zu werden – also schon aussergewöhnlich. Doch warum gibt es heuer zum EM-Start keine hohen Siege? Natürlich gibt es dafür keinen Hauptgrund, aber viele kleine Mini-Ursachen:

1. Startspiel extrem wichtig

Der Druck auf die meisten Teams ist enorm hoch. Im Gegensatz zu einer WM, wo der Anwärterkreis auf den Titel deutlich kleiner ist, rechnet sich an der ersten EM mit 24 Teilnehmern fast die Hälfte der Mannschaften Chancen auf den Titel aus. Ein Fehlstart wäre da in den ausgeglichenen Gruppen besonders fatal und man verteidigt lieber ein 1:0 als den zweiten Treffer zu suchen. Ausserdem sind die Mannschaften auch noch nicht richtig eingespielt.

Germany's Mario Goetze, center, controls the ball during the Euro 2016 Group C soccer match between Germany and Ukraine at the Pierre Mauroy stadium in Villeneuve d’Ascq, near Lille, France, Sunday, June 12, 2016. (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert)

Deutschland wurde von der Ukraine ganz schön gefordert.
Bild: Geert Vanden Wijngaert/AP/KEYSTONE

2. Starke Torhüter

Dass bislang nicht mehr Tore gefallen sind, ist sicher auch ein Verdienst der Torhüter. Yann Sommer, Manuel Neuer, Hugo Lloris, Ertrit Berisha und wie sie alle heissen, zeigten gleich reihenweise fantastische Paraden. 

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Sommers Parade gegen Gashi.
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3. Ausgeglichenheit

Fussballzwerge gibt es an der Spitze des europäischen Fussballs nicht mehr. Bislang ist einzig Nordirland gegen Polen klar abgefallen, ansonsten hätten fast alle Partien auch auf die andere Seite kippen können. Die «Kleinen» haben aufgeholt, taktisch wie bei den Fähigkeiten der einzelnen Spielern. Kantersiege der Favoriten sind deshalb nur noch die Ausnahme, nicht mehr die Regel.

Football Soccer - England v Russia - EURO 2016 - Group B - Stade Vélodrome, Marseille, France - 11/6/16
Russia's Vasili Berezutski (hidden) celebrates with teammates after scoring their first goal as England's Dele Alli looks on dejected
REUTERS/Eddie Keogh
Livepic

Russland sah gegen ein starkes England lange wie der sichere Verlierer aus. Bild: Eddie Keogh/REUTERS

4. Zufall

Hier ein Pfostenschuss, da ein Verstolperer, dort ein etwas zu ungenauer Pass. Wie hoch Siege ausfallen oder eben nicht, ist immer auch etwas dem Zufall überlassen. Am Ende entscheiden Kleinigkeiten, ein dummer Fehler kann zum Gegentreffer führen oder dazu, dass man den Faden verliert. 

epa05360218 German defender Jerome Boateng clears the ball from the line during the UEFA EURO 2016 group C preliminary round match between Germany and Ukraine at Stade Pierre Mauroy in Lille Metropole, France, 12 June 2016.

(RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)  EPA/SHAWN THEW   EDITORIAL USE ONLY

Was, wenn Jérôme Boateng vor seiner Rettungsaktion ausgerutscht wäre?
Bild: SHAWN THEW/EPA/KEYSTONE

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    Alle Leser-Kommentare
  • jMe 13.06.2016 13:15
    Highlight Highlight Die numerische Ausweitung des Teilnehmerfeldes zieht eine natürliche Verwässerung der Qualität nach sich. Platini sei Dank! Dadurch nehmen heuer an der Euro Nationen teil, deren primäres Ziel einem Punktgewinn gleich kommt. Im Idealfall reicht der bekannte Lucky Punch zum knappen Sieg. Diese Spielweise ist aber legitim und macht den Fussball letztendlich auch zu dem, was er ist! Das darf man nicht vergessen.

    Wenn die Big Guns in den Finarunden aufeinandertreffen, könnte sich diese Tendenz aber durchaus ändern. Spätestens dann sind Siege gefordert - und die meisten "Kleinen" ausgeschieden.
  • Mamititti 13.06.2016 10:03
    Highlight Highlight Bei allem Respekt für die Nati: Albanien ist mit ihrem Kader klar ein Fussballzwerg. Oder seit wann ist die Superleague eine Spitzenliga... Die Schweiz mit Spielern verteilt in den besten europäischen Ligen und Albanien eine Superleagueauswahl.
  • Raembe 13.06.2016 06:02
    Highlight Highlight Vergesst den Beton nicht den einige Teams angemischt haben.

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