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epa05373421 A ground staff removes flares from the pitch during the UEFA EURO 2016 group D preliminary round match between the Czech Republic and Croatia at Stade Geoffroy Guichard in Saint-Etienne, France, 17 June 2016. The match was interrupted, right is Mario Mandzukic of Croatia.

(RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)  EPA/SERGEY DOLZHENKO   EDITORIAL USE ONLY

Mario Mandzukic entsorgt eine Fackel. Bild: SERGEY DOLZHENKO/EPA/KEYSTONE

Kroatische Chaoten wüten im Stadion: «Das sind keine Fans. Das sind Hooligans. Sie ruinieren alles»

Ein Abend zum Vergessen: Kroatien verspielt gegen Tschechien eine 2:0-Führung. Schlimmer sind die Randale einiger Fans. Doch es ging nicht nur um Gewalt. Es ging um Politik – und zwar gegen den eigenen Verband.



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Unfassbare Szenen spielen sich kurz vor Schluss in Saint-Étienne ab.  streamable

Zuerst waren es englische und russische Hooligans, die an der EM in Frankreich für negative Schlagzeilen sorgten, nun sind es kroatische «Fans», die beim Spiel ihrer Nationalelf gegen Tschechien für den nächsten Skandal sorgen.

Die kroatischen Anhänger warfen fünf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit mehrere Feuerwerkskörper auf das Spielfeld und erzwangen so einen Spielunterbruch. Zusätzlich explodierte unmittelbar neben einem Helfer, der die geworfenen Gegenstände einsammelte, eine Knallpetarde.

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Knallpetarde detoniert unmittelbar neben einem Helfer.
YouTube/FootyLive100

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Die kroatischen Fans hantierten bereits vor dem Spiel in der Innenstadt mit Pyrotechnik.
YouTube/FootyLive100

Die Partie konnte schliesslich doch zu Ende gespielt werden und endete 2:2-unentschieden. Trainer Ante Cacic sah nach der Partie schwer getroffen aus, als er hinterher bei der Pressekonferenz Auskunft gab. Er sprach ein bisschen über das Spiel, doch dem grösseren Thema konnte er sich nicht entziehen – und er wollte es auch nicht. Stattdessen schickte er klare Worte in Richtung der Störer. «Ich nenne das eine Art von Terror. Das sind keine Fans. Das sind Hooligans. Sie ruinieren alles», sagte er.

Aktion war gegen den eigenen Verband gerichtet

Gemäss kroatischen Medienberichten hat die «Torcida», eine Gruppe von Ultras des kroatischen Klubs Hajduk Split, die Aktion angekündigt. Wie der «Spiegel» berichtet, sollen auch die «Bad Blue Boys», eine Ultra-Gruppe von Dinamo Zagreb, involviert gewesen sein. Die beiden Gruppen liegen offenbar im Clinch mit den Verbandsbossen Zdravko Mamic und Davor Suker. Wieso die Aktion trotz der Bekanntgabe in dieser Form während einem EM-Spiel durchgeführt werden konnte, soll nun abgeklärt werden.

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Auf Facebook soll die Torcida vor dem Spiel diesen «Einsatzplan» veröffentlicht haben.

Die Störefriede aus dem kroatischen Block hatten nur eines im Sinn. Sie wollen dem Verband schaden und damit Mamic und Suker. Dass sie damit ihre Mannschaft aus dem Tritt warfen, nahmen sie billigend in Kauf. 

Immer wieder haben die Kroaten Ärger mit einem Teil ihres Anhangs. Im November 2014 gab es beim EM-Qualifikationsspiel gegen Italien in Mailand eine ähnliche Aktion wie jetzt in Saint-Étienne. Im Rückspiel in Kroatien war auf dem Spielfeld ein Hakenkreuz zu sehen, das nicht entfernt werden konnte.

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«Niemand wird uns stoppen!» – der Facebook-Eintrag der Bad Blue Boys.

Die UEFA hat Untersuchungen angekündigt, die zuständige Disziplinarkommission wollte zunächst den Spielbericht des englischen Schiedsrichters Mark Clattenburg abwarten. Clattenburg hatte kurz vor Spielende die Partie für gut vier Minuten unterbrochen.

Kroatiens Trainer Ante Cacic stellte nach der Partie klar: «90 Prozent der kroatischen Fans schämen sich auch dafür.» Auch die Spieler seien sehr enttäuscht. Der Spielunterbruch habe die Mannschaft aus dem Konzept gebracht. Er glaubt, dass der späte Ausgleich nur deshalb zu Stande gekommen sei, weil seiner Mannschaft in den Schlussminuten die Konzentration auf das Geschehen auf dem Rasen gefehlt habe. Nicht weniger klar bezog Spielmacher Ivan Rakitic Stellung: «Wenn wir uns auf den Rängen nicht anständig benehmen können, dann haben wir es auf dem Feld vielleicht auch nicht verdient.»

Positiv zu vermerken an dem Vorfall ist, dass die Fernsehbilder nicht zensiert wurden. Der Zuschauer war über die Geschehnisse im Stadion stets im Bilde. (pre/drd/sda/dpa)

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