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Shkelzen Gashi, Taulant Xhaka, Naser Aliji, Arlind Ajeti, Amir Abrashi, Berat Djimsiti und Ermir Lenjani feiern die EM-Quali. bild: Facebook/shkelzengashi

Albaniens steiler Aufstieg: Mit italienischem Lehrmeister und Schweizer Know-how zum grossen Coup?

Überhörbar dürfte das erste EM-Gastspiel Albaniens nicht verlaufen. Der Verband FSHF wird den Höhenflug der albanischen Adler bis zur letzten Sekunde auskosten.

02.06.16, 14:34 02.06.16, 14:56


Die sportliche Entwicklung Albaniens ist frappant. 2013 gehörte die Auswahl aus dem Balkanland mit seinen 2,8 Millionen Einwohnern knapp zu den Top 100 des FIFA-Rankings. In der letzten WM-Qualifikations-Kampagne unterlag der Aussenseiter der Schweiz zweimal; ein Fehltritt seitens der SFV-Equipe wäre von den Analysten vor kurzem noch als mittlere Blamage eingeschätzt worden.

Gashi hat Spass mit Xhaka

Tirana galt im besten Fall als tückischer Hinterhof mit teilweise prekären Begleiterscheinungen. Vor der Herausforderung auf dem Rasen hatten sich die Gäste in der Regel nicht gefürchtet. Durch die verstärkte Zuwanderung motivierter Secondos aus anderen Verbänden veränderte sich das Image grundlegend, der Qualitätsschub ist unübersehbar.

Steiler Aufstieg unter De Biasi

Inzwischen ist das internationale Rating der Südosteuropäer ein ganz anderes. Mit verblüffenden Erfolgen gegen die High Society der Fussball-Branche liessen sie mehrfach aufhorchen. Die beiden 1:0-Siege gegen Frankreich und Portugal dokumentierten die beträchtlichen Fortschritte. Dank einer für ihre Verhältnisse fast perfekten EM-Kampagne überraschte Albanien abermals.

Für Insider kommt der Aufschwung nicht ohne Ankündigung, sondern basiert auf einem soliden Fundament. Hinter der ersten Endrunden-Teilnahme der Verbandsgeschichte steckt ein Konzept. Gianni De Biasi, seit 2011 und damit so lange wie keiner in den letzten drei Dekaden im Amt, hat das Team sorgfältig aufgebaut.

Trainer Gianni De Biasi hat grossen Anteil am Aufschwung der Albaner.
Bild: Thomas Haumer/freshfocus

Der Konkurrenz ist das systematische Vorrücken ins vordere Mittelfeld Europas nicht entgangen. «Die Albaner sind deutlich besser als vor ein paar Jahren», beurteilt der EM-Kontrahent Blerim Dzemaili den albanischen Aufstieg. «Zudem ist De Biasi ein guter Trainer», lobt er seinen Ex-Chef von Torino.

Amir Abrashi, während Jahren im Schweizer Junioren-System verwurzelt, nun aber in den kommenden EM-Wochen der energische Antreiber im albanischen Mittelfeld, schwärmt vom «Projekt, das wir in den letzten drei Jahren zusammen und aus Überzeugung aufgebaut haben». Der Freiburger Bundesliga-Aufsteiger spricht von einem «enormen Zusammenhalt».

11 Spieler in der Schweiz ausgebildet

Einen ähnlichen Weg wie Abrashi haben viele Albaner hinter sich. Elf Spieler aus dem 23-Mann-Kader wurden im Schweizer Klub-Fussball ausgebildet. Abrashi, Arlind Ajeti, Frédéric Veseli, Migjen Basha, Shkelzen Gashi und Taulant Xhaka kommen zusammen auf 46 Einsätze mit der U21-Equipe des SFV – Veseli hat die Schweizer U17 2009 als Captain zum WM-Titelgewinn geführt.

Trotz ihrer erheblichen Super-League-Einflüsse betonen die Shqiponjat, die Adler, mit jedem Flügelschlag ihre Verbundenheit zur Heimat der Eltern. «Alle haben albanische Wurzeln, das schweisst zusammen, das verbindet», sagt beispielsweise Abrashi über die Ballkünstler-Diaspora.

U17-Weltmeister Veseli posiert mit dem Helm des Skanderbeg

In der Kabine gibt es keine offizielle Amtssprache. Die einen verständigen sich auf deutsch, andere sprechen perfekt italienisch. Englisch wird ebenfalls gesprochen, albanisch natürlich auch. In der nonverbalen Kommunikation tritt der EM-Debütant indes geeint auf: Passion ohne Ende, pure Kampfbereitschaft.

Gelingt es, die Emotionen im richtigen Moment auf ein sinnvolles Mass zu beschränken, ist mit dem Neuling unter Umständen zu rechnen. Die Erwartungshaltung ist in Relation zur Euphorie gering, der Stolz auf den Auftritt im grellen Rampenlicht überwiegt alles – und trotzdem: Die spielerische Reichweite der taktisch gut geschulten Akteure ist nicht zu unterschätzen. (pre/sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jol Bear 02.06.2016 21:42
    Highlight Alle sind talentiert und bestens ausgebildet. Zudem werden sie 100% motiviert sein, weil sie endlich mal dabei sind. Auch wenn die Schweizer Nati "auf dem Papier" etwas stärker einzuschätzen ist, ist allein aufgrund der Motivation alles offen. Das kann an der Euro Spiele wie Liverpool gegen Dortmund in der EL geben: das eine Team will den Sieg um jeden Preis, als spielten sie ums letzte Hemd. Ich meine, die Albaner in der Liverpool-Rolle, nicht nur gegen die Schweiz.
    1 0 Melden
  • Valindra Valindragam 02.06.2016 15:52
    Highlight Ein Döner und einmal voll tanken, ich lach mich tot! Und der Taulant mach einen auf "scheisse bin ich cool"!! Danke für den Lacher des Tages!!!
    26 10 Melden
  • wonderwhy 02.06.2016 15:11
    Highlight Ich freu mich für die Jungs!
    27 28 Melden
  • Nosgar 02.06.2016 14:49
    Highlight Was geschieht eigentlich mit dieser Nationalmannschaft, sollten Spieler neu für den Kosovo antreten dürfen?
    21 3 Melden
    • Scenario 02.06.2016 15:10
      Highlight Ich glaube da wird keiner wechseln, haben auch viele bereits so gesagt.

      es gibt jedoch einige, die früher für Albanien gespielt haben, aber mittlerweile nicht mehr im Aufgebot bei Albanien sind und nun für den Kosovo spielen.

      Ich schätze, dass der Kosovo eher die jungen Spieler abziehen wird und weniger diejenigen, die bereits in einer A-Nationalmannschaft spielen.
      26 3 Melden
    • Abel Emini 02.06.2016 16:17
      Highlight Die Mehrheit wird bei Albanien bleiben ebenso werden viele Junge eher für Albanien spielen statt für den Kosovo. Nach meiner Meinung nach sollten wir EINE Nationalmannschaft haben.
      15 5 Melden
    • Scenario 02.06.2016 19:14
      Highlight @Abel Emini: Ich bin deiner Meinung, jedoch ist dies Wunschdenken. Eine gemeinsame Liga scheiterte auch schon an den ersten Hürden der UEFA, wobei eine gemeinsame Liga beiden Ligen sehr gut getan hätte.
      1 2 Melden

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Als Erinnerung bleiben ihnen die Schmerzen – und uns dieses ikonische Bild:

Dabei hätte alles so anders kommen können, wären die beiden nur in anderen Situationen aufeinander getroffen. (Wobei: So richtig angenehm wäre auch das für den Brasilianer nicht geworden.)

Wir haben da mal was gebastelt: 

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