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Football Soccer - Arsenal v Chelsea - Barclays Premier League - Emirates Stadium - 24/1/16
Arsenal's Mathieu Flamini, Laurent Koscielny and Aaron Ramsey in action with Chelsea's Cesar Azpilicueta, John Terry, Branislav Ivanovic Kurt Zouma and Thibaut Courtois
Reuters / Dylan Martinez
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Die Premier League Teams von Chelsea und Arsenal: Haben sich ihre Spieler dopen lassen?
Bild: Dylan Martinez/REUTERS

Dopingskandal erschüttert England: Britischer Sportarzt soll 150 Top-Sportler gedopt haben



Diese Story schlägt ein wie eine Bombe: Ein britischer Sportarzt behauptet, dass er während Jahren Sportstars gedopt habe. Laut Recherchen der Zeitung «Sunday Times» und dem deutschen TV-Sender WDR sollen darunter auch Fussballer der Premier League sein.

Der Londoner Gynäkologe Mark Bonar soll in den vergangenen sechs Jahren rund 150 Top-Athleten mit Doping-Mitteln versorgt haben. Darunter seien Profis von Arsenal, Chelsea und von Premier-League-Leader Leicester City, aber auch Teilnehmer der Tour de France, Boxer, Tennis- und Cricketspieler.

Im Mutterland des Fussballs dürfte diese Enthüllung eine besonders heftige Erschütterung auslösen. 

In der WDR-Dokumentation berichtete der Arzt einem eingesetzten Lockvogel vor versteckter TV-Kamera über sein umfangreiches, geheimes Doping-Geschäft. «Natürlich sind einige der Behandlungen, die ich mache, im Profisport verboten», sagte Bonar, «aber ich habe das schon mit vielen Sportlern gemacht. Jahrelang. So ziemlich aus jedem Sport

Die Zeitung hat das besagte Undercover-Video Sonntagnacht auf ihrer Facebook-Page veröffentlicht: 

In weiteren Treffen soll der Sportarzt gegenüber den Journalisten dann die Karten auf den Tisch gelegt und vom ganzen Umfang seiner Behandlungen erzählt haben.

Noch kann aber nicht gesagt werden, ob die Behauptungen von Mark Bonar auch tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Bis jetzt wurde noch keiner der genannten Sportstars offiziell positiv auf Doping getestet. 

«Zutiefst besorgt und schockiert»

Die britische Anti-Doping-Behörde (UKAD) sagte, sie sei «zutiefst besorgt und schockiert» über die Berichte. Nicole Sapstead von der UKAD sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, ein Sportler habe die Behörde vor zwei Jahren über die Vorwürfe gegen den Arzt ins Bilde gesetzt. Ein Vorgehen sei allerdings nicht möglich gewesen, weil dieser keiner bestimmten Sportart zugeordnet war.

Gemäss Gesetzgebung kann die UKAD nur Athleten und deren Betreuerstab untersuchen, die selber einer Sportart angehören. Die Behörde habe in Betracht gezogen, den allgemeinen Medizinerrat zu informieren, der Ärzte in Grossbritannien überwacht. Man habe sich aber dagegen entschieden, weil die Beweise nicht ausreichend gewesen seien. Der UKAD-Vorsitzende David Kenworthy gab an, aufgrund der jüngsten Enthüllungen werde ein unabhängiges Gutachten über die Vorgänge erstellt.

Vorwürfe zurückgewiesen

Die drei Premier-League-Clubs wiesen die Doping-Vorwürfe zurück. «Die Anschuldigungen sind falsch und entbehren jeder Grundlage», hiess es in einer Mitteilung von Chelsea. Der Verein habe niemals die Dienste von Bonar in Anspruch genommen und auch keine Kenntnis davon, dass Chelsea-Spieler von ihm behandelt worden seien. Arsenal teilte mit, dass man sich vollständig an die Anti-Doping-Regeln halte.

Dagegen behauptet Bonar, dass er mit englischen und auch Spielern aus dem Ausland zu tun gehabt habe. «Auch mit einem ganz Grossen, dem habe ich EPO, Testosteron und Wachstumshormon gegeben», sagte der Arzt. «Fussballer werden ja sowieso kaum getestet. Und ältere Spieler über 30 müssen was machen, die können mit den jungen Spielern um die 18 sonst gar nicht mithalten.»

Gedopter Sportler als Whistleblower

Der Schweizer Olivier Niggli, designierter Chef der Welt-Antidoping-Agentur (WADA), reagierte auf die ihm vorab gezeigte TV-Doku bestürzt. «Es ist sehr beängstigend für mich zu sehen, wie ein Mediziner ein solches Verhalten an den Tag legt», sagte er.

Pikant ist zudem, dass die britische Anti-Doping-Agentur (UKAD) im Auftrag der WADA nach Aufdeckung des flächendeckenden Dopings in Russland die Planung der Tests russischer Athleten übernommen hat. Denn die UKAD steht nun im Fall Bonar selbst unter Druck.

Laut WDR-Angaben soll sich ein selbst des Dopings überführter Sportler als Whistleblower vor länger Zeit an die britische Agentur gewandt haben und Beweise für die Doping-Umtriebe Bonars vorgelegt haben. Die UKAD habe dem Informanten aber Anfang 2015 mitgeteilt, keine Grundlage für Ermittlungen gegen den Arzt zu sehen. (cma/kub/sda/dpa/reu)

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  • 53%Ja klar, spätestens seit Scharapowas Doping-Geständnis überrascht mich gar nichts mehr. Das ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zarzis 03.04.2016 10:50
    Highlight Highlight Errinere mich an einen Deutschen Hammer werfer.
    Der betrieb seienen Sport lange sauber und mit viel Training. war aber immer so 1-2 Meter hinter der Weltspitze.
    Dadurch kaum Sponsoren, musste bnoch neben Trainig Arbeiten. Aber er kam nicht Vorwärts.
    Dann hat er mit Doping angefangen. Plötzlich war er Weltspitze.
    Die Sponsoren standen Schlange, zusätzlichen Arbeiten war nicht mehr notwendig. Meetings bezahlten um ihn am Start zu haben.
    Das ist das Problem, wir wollen alle möglichst nur die besten sehen, und um dahin zu kommen müssen die meisten Dopen. Für die Athleten lohnt es sich mehrfach.
    7 0 Melden
  • mortiferus 03.04.2016 10:36
    Highlight Highlight In Bezug auf Olympia sollte man das gut untersuchen und allenfalls alle britischen Sportler, zusammen mit den russischen sperren ;)
    9 1 Melden
  • Timmy :D 03.04.2016 09:11
    Highlight Highlight Da ich früher einmal selbst Leistungssport gemacht habe, überraschen mich Dopingmeldungen keineswegs. Ab einem gewissen Trainingseinsatz kommt der Körper ohne Mittel mit der Regeneration gar nicht mehr nach. Mein früherer Trainer sagte mal, dass die Sportler an der Spitze sind, die nebst Talent und Engagement das beste Doping während des Aufbaus hatten und nicht erwischt wurden.
    17 2 Melden
    • smoenybfan 03.04.2016 09:46
      Highlight Highlight Aus meiner Sicht sind Dopingvorwürfe auch ein Mittel zur Erklärung, wieso es einem selber nicht reicht zu einem Federer/Bolt/whoever... Man sucht nach einer Erklärung, wieso die Top - Sportler Leistungen, die man nicht für möglich hält erbringen. Da ist Doping halt eine schnelle, einfache Erklärung.
      Was aber nicht heisst, dass ich Doping ausschliesse oder die Sportszene nicht auch kritisch hinterfrage. Ich halte es aber auch hier mit der Unschuldsvermutung.
      8 6 Melden
    • Timmy :D 04.04.2016 07:58
      Highlight Highlight Ich habe nicht mit dem Finger auf diese Sportler gezeigt und sie des Dopingsmissbrauchs beschuldigt, ich habe lediglich von meinen Erfahrungen mit körperlichen Grenzen und die Überschreitung dieser mit Mittelchen erzählt.
      2 0 Melden
  • smoenybfan 03.04.2016 08:30
    Highlight Highlight *gähn* jetzt mal auf dem Boden bleiben. Aktuell ist das nur wieder ein unbestätigter, ohne Beweise hinterlegter Artikel, der Schlagzeilen bringt. Erinnere da gerne an die 'schockierenden Artikel' vor den AusOpen, die mit reisserischen Behauptungen und Anschuldigungen um sich geworfen haben, bis heute aber jegliche Beweise schuldig geblieben sind.
    10 4 Melden
    • Sportfan 03.04.2016 12:56
      Highlight Highlight Ist ein Sportarzt der sagt, dass er Athleten gedopt hat kein Beweis? Oder was braucht es denn noch?

      Aber es erstaunt mich überhaupt nicht. Schaut mal, was im Britischen Sport rund um London 2012 los war? Team GB war unglaublich. Plötzlich tauchten da Radfahrer auf (Froome, Wiggins) wo es früher max. Bahnfahrer gab. Plötzlich sind die Briten ein Leichtathletik Macht usw. Also wenn die Chinesen 4 Jahre zuvor so abgeräumt hätten, wir hätten alle müde gelächelt und gesagt, typisch China. Bei den Briten - die haben sicher super gearbeitet und viel Geld in den Sport investiert! Ach so ...
      1 0 Melden
  • Baba 03.04.2016 06:29
    Highlight Highlight Es ist gut möglich, dass nicht allen Lesern der Unterschied der (britischen) Tabloid und Broadsheet Printerzeugnisses - die sich ja nicht nur im physischen Format der Zeitung niederschlägt - bewusst ist. Daher erachte ich die Formulierung, 'die als seriös geltende...' als keineswegs grössenwahnsinnig, sondern einfach nur als informativ...
    11 0 Melden
    • Baba 03.04.2016 09:07
      Highlight Highlight Oops - dieser Kommentar war als Antwort zu User cramregans Post gemeint 😊
      5 0 Melden
  • Syptom 03.04.2016 03:31
    Highlight Highlight Generell sollte erstmal nicht alles unter "Generalverdacht" gestellt werden.. aber um meine eigene Aussage nun zu 'hintergehen', gehe ich davon aus das in allen grossen Sportszenen Halblegal bis Illegal gedopt wird. Es geht schlicht und ergreifend um viel zu viel Geld, um eben nicht auf Leistungssteigernde Mittel zu verzichten.
    Gutheissen tu ich das nicht, weil es schlichtweg noch mehr Ehrlichkeit und Vorbildcharakter aus diesen Menschen nimmt.
    16 2 Melden
  • dimi8 03.04.2016 02:52
    Highlight Highlight traurig...
    2 5 Melden

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