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epa06530623 North Korean cheeleaders watch the Women's Slalom at the Yongpyong Alpine Centre during the PyeongChang 2018 Olympic Games, South Korea, 16 February 2018.  EPA/DANIEL KOPATSCH

Kam auf ihre Kosten: Die «Armee der Schönen» im Zielraum der Skirennen. Bild: EPA

So feiert Kims Regime die grandiosen Erfolge von Nordkoreas Ski-Team

Ein gewisser Marcel Hirscher soll der überragende Skifahrer der Olympischen Spiele sein. So zumindest die West-Propaganda. Nur die Fans in Nordkorea werden nicht hinters Licht geführt.



«Keine anderen Athleten sind so ausdauernd wie unsere!» Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA ist nach dem Olympia-Riesenslalom der Männer am Sonntag voll des Lobes. Verständlich: Denn Kang Song-Il und Choe Myong-Gwang schafften es als einzige Teilnehmer, die beiden Läufe in mehr als drei Minuten zu bewältigen. «Ein Triumph, der unserem Volk einmal mehr vor Augen führt, mit welch mangelnder Sorgfalt die bedauernswerten Ausländer durch das Leben hetzen», lässt der stolze Trainer Kim Tom-Ba ausrichten.

epa06538187 Song Il Kang of North Korea reacts after the Men's Giant Slalom first run at the Yongpyong Alpine Centre during the PyeongChang 2018 Olympic Games, South Korea, 18 February 2018.  EPA/VASSIL DONEV

Ballt zufrieden die Siegerfaust: Kang Song-Il, 74. des Olympia-Riesenslaloms. Bild: EPA

«Ich verstehe nicht, wie man die hervorragenden Platzierungen 74 und 75 bei genau so vielen Klassierten als Schmach darstellen kann», ärgert er sich über die westliche Berichterstattung. Spontan versammelten sich in der Hauptstadt Pjöngjang Zehntausende begeisterte Ski-Fans, um mit Feuerwerk und einer grossen Militärparade die Erfolge zu feiern.

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Kurz entschlossen wird das Glanzresultat der Skifahrer mit einer Parade gefeiert. Video: YouTube/RogueStatesMedia

Ehrung mit dem Jan-Ka-Orden

Für ihre Leistungen werden Kang und Choe bei ihrer Rückkehr nach Nordkorea mit dem Jan-Ka-Orden geehrt, einer Auszeichnung für herausragende Leistungen auf dem Gebiet winterlicher Aktivitäten. «Es ist uns unverständlich, wie die vom Westen gesteuerten Kräfte des Internationalen Olympischen Komitees Gold und Silber an andere Athleten vergaben», ärgert sich der Direktor des nordkoreanischen Skiverbands, Lee Cu-Che.

epa06538201 Myong Gwang Choe of North Korea in action during the Men's Giant Slalom first run at the Yongpyong Alpine Centre during the PyeongChang 2018 Olympic Games, South Korea, 18 February 2018.  EPA/GUILLAUME HORCAJUELO

Angriffig unterwegs zum letzten ersten Platz: Choe Myong-Gwang. Bild: EPA

Geehrt wird bei ihrer Rückkehr auch Kim Ryon-Hyang. «Keine andere Teilnehmerin des olympischen Slaloms legte mehr Wert darauf, das wertvolle Material zu schonen», lobt Kim Cu-Che. Dass sie wegen ihrer weiten Wege um die Kippstangen beinahe eine Minute auf die Olympiasiegerin Frida Hansdotter verlor, wird im Norden der koreanischen Halbinsel als westliche Propaganda abgetan. Ebenso sei die Tatsache, dass die Läuferin 25 Sekunden auf die Zweitletzte verloren habe, aus der Luft gegriffen.

epa06526598 Ryon-Hyang Kim of North Korea in action during the first run of the Women's Giant Slalom race at the Yongpyong Alpine Centre during the PyeongChang 2018 Olympic Games, South Korea, 15 February 2018.  EPA/DANIEL KOPATSCH

Einer Rakete gleich rast Kim Ryon-Hyang dynamisch in Richtung Ziel. Bild: EPA

Nordkoreanisches Know-How für alle

«Umfangreiche Abklärungen haben ergeben, dass bei ihr irrtümlicherweise die Zeit beim Abspielen der Zeitlupe gemessen wurde», sagt ihr Trainer Zur Bri-Gen. Man werde aber keinen Protest gegen die Wertung des Rennens einzulegen, da man ohnehin schon so siegreich sei an diesen Olympischen Spielen und aus Generosität auch den anderen Teilnehmern den Erfolg gönne.

Kim Ryon Hyang of North Korea, right, takes a chair lift to participate in free skiing on the giant slalom course at the Yongpyong Alpine Center at the 2018 Winter Olympics in Pyeongchang, South Korea, Sunday, Feb. 11, 2018. (AP Photo/Michael Probst)

Slalom-Ass Kim Ryon-Hyang (rechts) mit Coach Zur Bri-Gen. Bild: AP

Die Regierung in Pjöngjang kündigte ausserdem an, dass es seine erfolgreichen Ski-Trainer künftig auch anderen Nationen zur Verfügung stellen würden. «Das ist eine noble Geste unseres grosszügigen lieben Führers Kim Jong-Un», heisst es in der Meldung der Nachrichtenagentur. «Es ist einmal mehr das Bestreben unserer Nation, andere an ihrem Wohlstand teilhaben zu lassen.» Bereits hätten traditionsreiche Ski-Länder wie Angola, Tahiti und die Salomonen-Inseln ihr Interesse angemeldet.

Auftrag des Diktators – Olympia-Tage der Armee der Schönen

Reiseziel Nordkorea: Eine Fahrt ins Ungewisse

Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lolos 20.02.2018 09:55
    Highlight Highlight North Korea best Korea
    Benutzer Bild
  • paterpenn 19.02.2018 23:18
    Highlight Highlight Irgendwie zum schmunzeln, irgendwie ..naja
  • Luca Brasi 19.02.2018 22:28
    Highlight Highlight Gamsahamnida, Genosse Meile. Möge Ihr ruhmreicher Artikel die verhasste von US-Imperialisten gesteuerte Propaganda zerstören und die Erfolge, die nur unter der Juche-Ideologie des geliebten Ewigen Vorsitzenden Kim Il Sung gedeihen konnte, in vollem Glanze erstrahlen!

    Achtung: Kommentar enthält Ironie.
  • ChiliForever 19.02.2018 17:49
    Highlight Highlight Satire schön und gut - man sollte allerdings nicht ignorieren, daß dem einen oder anderen Athleten ob seines Abschneidens in Nordkorea möglicherweise das Arbeitslager oder ähnliches Ungemach droht.
    Da sollte man dann mit Häme vorsichtig sein, denn die bedauernswerten nordkoreanischen Athleten sind dann am Ende doch nur Opfer.
  • humpalumpa 19.02.2018 15:26
    Highlight Highlight "Coach Zur Bri-Gen" Made my day :-D
  • Sprudli 19.02.2018 15:23
    Highlight Highlight haha JANKA-Order und Lee CUCHE :-D
    habe es erst beim zweiten Durchlesen geschnallt:-)
  • Fischefan 19.02.2018 15:00
    Highlight Highlight Ich lache mich schlapp: «Umfangreiche Abklärungen haben ergeben, dass bei ihr irrtümlicherweise die Zeit beim Abspielen der Zeitlupe gemessen wurde», sagt ihr Trainer Zur Bri-Gen. Man werde aber keinen Protest gegen die Wertung des Rennens einzulegen, da man ohnehin schon so siegreich sei an diesen Olympischen Spielen und aus Generosität auch den anderen Teilnehmern den Erfolg gönne.
  • mxpwr 19.02.2018 14:45
    Highlight Highlight Satire funktioniert irgendwie nicht, wenn die Realität schon satirisch anmutet...
  • irgendwie so: 19.02.2018 14:37
    Highlight Highlight Lieber Herr Meile
    Sie sollten sich unbedingt mit der Post (Abteilung Postauto) zusammentun, um unserem Land zu erklären, weshalb der Beschiss unumgänglich, die Boni gerechtfertigt und im besten Fall nur ein nichtsahnender Chauffeur entlassen werden muss um ein Exempel zu statuieren. Irgendwie so - Sie kriegen die Kurve!
    Hab mich gut amüsiert!
  • abishot 19.02.2018 13:53
    Highlight Highlight Habe den Fake-News Hinweis erst beim 2. mal lesen gesehen ^^ beim ersten mal dachte ich nur WTF habe ich da gelesen
    • Heimwerkerkönig 19.02.2018 14:12
      Highlight Highlight Coach Zur Bri-Gen 🤣
    • Loco Floco 19.02.2018 14:21
      Highlight Highlight Hab den Hinweis auch nicht gesehen und erst bei Coach Zur Bri-Gen hinterfragt. Aber das traurige ist ja, dass der Artikel genau so gut Wahr sein könnte. Wir wissen ja, dass die Nordkoreanische Regierung immer wieder solche Geschichten liefert.

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