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Auftritt der drei Neuen: Hollenstein, von Arx und Fischer.<br data-editable="remove">
Auftritt der drei Neuen: Hollenstein, von Arx und Fischer.
Bild: freshfocus/watson

Der Natitrainer und seine Assistenten über Agenten, Bier, Snus und Telefon-Coaching

Gestern hatte der neue Nationaltrainer Patrick Fischer bereits die erste Sitzung mit seinen beiden Assistenten Felix Hollenstein und Reto von Arx. Es ging unter anderem um das Aufgebot für die Länderspiele in Arosa und die Aufgabenteilung an der Bande. Unter der Hand ist uns das Gesprächsprotokoll zugespielt worden. Ein Auszug.
04.12.2015, 14:2304.12.2015, 17:06
Falschmeldung
Satire - (fast) kein Wort ist wahr!

Patrick Fischer: So Jungs, ke Seich jetzt, es muss hinhauen.

Felix Hollenstein: Ja, wir müssen in Arosa einen tipptoppen Eindruck machen.

Reto von Arx: Nume nid geschprängt. I wott jetz zersch äs Bier.

Den Meisterpokal nennt von Arx scherzhaft seinen «Lieblings-Humpen».<br data-editable="remove">
Den Meisterpokal nennt von Arx scherzhaft seinen «Lieblings-Humpen».
Bild: KEYSTONE

Fischer: Nüt isch! Chasch de das Bier nächär nä. Und noch etwas: Wir sind jetzt mehr denn je Vorbilder. Kein Snus in Arosa!

Von Arx: Hesch ghört Fige: Ke Snus. Nume Bier.

Hollenstein: Ha, ha, ha.

Fischer: So fertig glaueret. Ich bin zum Start für eine ganz spezielle Motivationsveranstaltung vor den Spielen in Arosa. Etwas, was jedem Spieler so richtig einfährt!

Hollenstein: Ja? Also dafür übernehme ich keine Verantwortung. Das haben wir in Kloten auch nie gemacht. Eine Mannschaftssitzung reicht.

Fischer: Komm, Fige, sei nicht so konservativ. Wir bringen jetzt frischen Wind rein.

Von Arx: Was cheibs wosch de mache?

Fischer: Feuerlaufen! Barfuss über glühende Kohlen laufen. Das habe ich in vor Jahren einmal in Südamerika bei den Indianern gemacht. Ist ein Supererlebnis und schweisst zusammen.

Hollenstein: Also für so etwas übernehme ich keine Verantwortung.

Von Arx: So ein Chabis. I wott äs Bier.

Hollensteins Vorschlag, den Spielern für den Feuerlauf Roman Wägers Sombrero zu geben, kam bei Fischer schlecht an.<br data-editable="remove">
Hollensteins Vorschlag, den Spielern für den Feuerlauf Roman Wägers Sombrero zu geben, kam bei Fischer schlecht an.
Bild: KEYSTONE

Fischer: Reto, du musst dich konstruktiv in die Diskussion einbringen. Also, machen wir das mit dem Feuerlaufen? Bist du dafür oder dagegen?

Von Arx: Ich hätte da einen anderen Vorschlag. Es gibt doch auch diese Motivations-Übungen mit Tieren. Mit Pferden. Ich glaube, wir haben das mal mit dem Ralph Krueger gemacht. Wenn ich mich nicht täusche, funktioniert das auch mit Hunden. Fige, könnten wir nicht etwas ganz Besonderes mit deinen Schäferhunden machen?

Hollenstein: Jetzt hör aber auf! Das nimmst du zurück. Ich verbitte mir solche dummen Sprüche! Das ist eine unerhörte Respektlosigkeit. Ich bin Präsident des Schweizerischen Schäferhunde-Zuchtverbandes!

Von Arx: Easy, easy, Fige, isch doch nume Gschpass gsy.

Fischer: Gopferteli, hört sofort mit dem Unsinn auf! Ihr seid richtige Kindsköpfe! Also machen wir das mit dem Feuerlaufen?

Hollenstein: Ich weiss nicht so recht. Wir sollten vielleicht zuerst den Raffainer (Raeto Raffainer, die Red.) fragen.

Fischer (Mitte) zu von Arx: «Züch das Liibli abe, me gseht dä Ranze!»<br data-editable="remove">
Fischer (Mitte) zu von Arx: «Züch das Liibli abe, me gseht dä Ranze!»
Bild: freshfocus

Von Arx: Höret uf mit dene Verbandsgigle! Den fragen wir ganz sicher nicht. Der soll schauen, dass wir immer ein Bier haben.

Fischer: Gopferteli Reto, ä chli meh Reschpäkt! Das ist der Nationalmannschafts-Direktor! Stell dir vor, was los ist, wenn die Schurnis erfahren, wie du über unseren Chef redest.

Von Arx: Direktor? Ach was, dann bin ich SP-Bundesrat. Dä isch nüt, dä cha nüt u dä bringt nüt. Was hat denn der als Spieler geleistet? Den sollen wir für irgendetwas fragen? Er soll Bier holen.

Fischer: Fertig jetzt Giele! Um Gottes willen keine solchen Sprüche mehr, gell Reto. Also ich organisiere das mit dem Feuerlaufen.

Hollenstein: Aber auf deine Verantwortung.

Von Arx: Mach, was du willst. Ich werde in dieser Zeit ein Bier nehmen.

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Fischer: Ja, ich übernehme die Verantwortung. Noch etwas: Was machen wir, wenn einer für Arosa absagt?

Hollenstein: Das ist nicht unser Problem. Das muss der Raffainer händeln.

Raffainer ist für von Arx prädestiniert als Bier-Organisator.<br data-editable="remove">
Raffainer ist für von Arx prädestiniert als Bier-Organisator.
Bild: KEYSTONE

Fischer: Nein, Reto sollte das machen. Er hat in solchen Sachen Erfahrung.

Von Arx: Willst du mich blöd anzünden? Du weisst genau, dass ich ab 2002 gute Gründe hatte, nie mehr für die Nati zu spielen.

Fischer: Eben. Es sieht nach aussen bei den Medien doch gut aus, wenn gerade du Absagen verkündest.

Hollenstein: Also dafür übernehme ich keine Verantwortung. Sieht das nicht ein bisschen nach Zirkus aus?

Fischer: Nein, nach moderner Kommunikation.

Von Arx: Dumms Züg isch das. I wott äs Bier.

Von Arx kneift die Augen zu und stellt sich vor, wie schön feucht es in der HCD-Garderobe jeweils war.<br data-editable="remove">
Von Arx kneift die Augen zu und stellt sich vor, wie schön feucht es in der HCD-Garderobe jeweils war.
Bild: KEYSTONE

Fischer: Also gut, ich übernehme auch das. Aber ich habe in dieser Sache noch einen Vorschlag für dich.

Von Arx: So?

Fischer: Wenn du den Wick (Roman Wick, die Red.) dazu überredest, wieder in der Nati zu spielen, zahle ich dir bis Saisonende das Bier.

Von Arx: Ich? Sicher nicht. Das soll der Fige machen. Der war ja mal sein Trainer. Und dein Vorschlag könnte dich teuer zu stehen kommen. Typisch für einen, der in Lugano war, wo das Geld keine Rolle spielt.

Hollenstein: Also gut, ich werde den Wick fragen. Ich habe aber auch noch etwas.

Fischer: Ja?

Hollenstein: Ich möchte nicht, dass Klotener für Arosa aufgeboten werden.

Von Arx: Was? Was soll das? Geits no?

Hollenstein: Ich kann solche Aufgebote nicht verantworten. Stell dir vor, jetzt, da der Denis (Denis Hollenstein, die Red.) ausfällt, verletzt sich noch einer bei einem Nationalmannschafts-Einsatz. Dann kann ich mich im Dorf nicht mehr zeigen.

Fischer: Das interessiert mich nicht. Wenn wir einen von Kloten wollen, dann bieten wir ihn auf.

Hollenstein: Aber ich übernehme dafür keine Verantwortung.

Fischer: Schon gut, ich nehme auch das noch auf mich. Ich schlage sowieso vor, dass wir das Aufgebot nicht selber machen.

Von Arx: Was? Wer soll das denn machen? Komm mir ja nicht mit dem Raffainer!

Fischer: Nein, nein. Wir lassen das Aufgebot vom Gix (Spieleragent Dani Giger, die Red.) machen.

Hollenstein: Also dafür übernehme ich keine Verantwortung!

Fischer: Beruhige dich. Musst du auch nicht.

Von Arx: Aber warum ausgerechnet der Gix?

Fischer: Du weisst doch, der ist mein Agent und er hat mir den Job als Nationaltrainer gemischelt und erst noch ein tolles Salär herausgepokert. Jetzt schulde ich ihm einen Gefallen. Er steht grad mit ein paar seiner Spieler in wichtigen Vertragsverhandlungen und da hilft natürlich ein überraschendes Nati-Aufgebot.

Hollenstein: Da bin ich dagegen. Das kommt mir vor wie bei der FIFA.

Nebulös, wie die Nati-Aufgebote zustande kommen.<br data-editable="remove">
Nebulös, wie die Nati-Aufgebote zustande kommen.
Bild: AP/KEYSTONE

Fischer: Ach was, das merkt doch keiner.

Hollenstein: Also gut. Aber ich lehne jede Verantwortung ab. Und der Reto und ich haben gegen jedes Aufgebot vom Gix ein Vetorecht.

Fischer: Okay, sollt ihr haben. Und jetzt noch die Aufgabenverteilung. Wer macht am Spiel was?

Hollenstein: Ich übernehme keine Verantwortung an der Bande. Du machst den Headcoach.

Fischer: Ja, ja, natürlich. Aber was machst du?

Hollenstein: Ich kümmere mich um die Schiedsrichter. Die muss man während des Spiels schon ein wenig sanft beeinflussen. Das haben wir in Kloten jeweils recht gut hinbekommen.

Fischer: Gut, aber nicht zu auffällig. Und was machst du, Reto?

Von Arx: Ich organisiere den Arno (HCD-Trainer Arno Del Curto, die Red.).

Fischer: Was?! Den Arno? Spinnst du?!

Von Arx: Doch, doch. Wir müssen ja einen Coach haben.

Fischer: Der Coach bin ich!

Von Arx: Nun mal langsam, Fischi. Wenn du so coachst wie in Lugano, dann steigen wir an der WM in Moskau ab.

Fischer: Hast du das gehört, Fige? Muss ich mir das sagen lassen?

Hollenstein: Sei nicht so empfindlich. Ist doch nur Spass.

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Die Karriere von Arno Del Curto
quelle: keystone / arno balzarini
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Von Arx: Fischi, weisst du, wie dem Arno deine Beförderung zum Nationaltrainer vorkommt?

Fischer: Da bin ich aber gespannt.

Von Arx: So wie wenn einer weiss, wie man beim Bankomat 200 Fränkli abheben kann und dann alle glauben, er sei ein internationaler Finanzexperte und zum Verwaltungsratspräsidenten der UBS befördert wird.

Fischer: So nicht! Das nimmst du zurück!

Von Arx: Jo, jo, schon guet. Isch doch nume ä Geschpass gsy.

Hollenstein: Also für Retos Sprüche übernehme ich keine Verantwortung.

Von Arx: Also, soll ich den Arno organisieren?

Fischer: Wie denn das? Was soll das?

Hollenstein: Das nimmt mich auch Wunder.

Von Arx: Ich sorge dafür, dass er das Spiel am Fernsehen schaut oder ins Stadion nach Arosa herüberkommt und das Natel griffbereit hat. Du kannst ihn dann während des Spiels jederzeit anrufen und er sagt dir, was du tun musst.

Hollenstein: Dafür übernehme ich aber keine Verantwortung!

Fischer: So, Reto, genug ist genug. Jetzt ist fertig lustig. Ab sofort nimmst du dich zusammen und bringst nur noch konstruktive Vorschläge. Kapiert?

Von Arx: Jo. I wott äs Bier.

Von Arx verrät: «Eigentlich trinke ich ja Rivella blau. Aber Bierflaschen sehen einfach männlicher aus.»<br data-editable="remove">
Von Arx verrät: «Eigentlich trinke ich ja Rivella blau. Aber Bierflaschen sehen einfach männlicher aus.»
Bild: KEYSTONE

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