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Mark Streits Nummer wird in Tampa unters Hallendach gezogen.
Mark Streits Nummer wird in Tampa unters Hallendach gezogen.
bild: watson

Lightning-Legende Mark Streit wird in Tampa tränenreich verabschiedet

Mark Streit spielt in der Nacht auf morgen mit seinem neuen Klub Pittsburgh Penguins gegen die Tampa Bay Lightning. Ausgerechnet gegen den Klub also, bei dem er nur wenige Minuten unter Vertrag stand. Kann es also sein, dass die Fans ihn trotzdem wie einen der ihren feiern? Ja, mit ein bisschen Fantasie schon.
03.03.2017, 19:22
Falschmeldung
Satire - (fast) kein Wort ist wahr!

Was war das für ein spezieller Abend für Mark Streit! Der langjährige und verdiente Spieler der Tampa Bay Lightning musste im ersten Spiel für seinen neuen Arbeitgeber Pittsburgh Penguins ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub ran. Natürlich wurde der 39-jährige Berner Verteidiger, der den Abgang von seinem Stammverein lange und sorgfältig geplant hat, in der alten Heimat nochmals gebührend gefeiert. Obwohl die «Bolts» auswärts spielten, wurde in der Heimarena in Florida eine gewaltige Sause abgehalten. Per Video wurden die beiden Spielstätten zu einer emotionalen Abschiedsfiesta verbunden.

Das Orignal-Szenario
Mark Streit wurde am Mittwoch – am letzten Tag der NHL Trade Deadline – innerhalb kürzester Zeit zunächst von den Philadelphia Flyers zu den Tampa Bay Lightning und dann von den Tampa Bay Lightning zu den Pittsburgh Penguins transferiert. In der Nacht auf Samstag spielt er mit seinem neuen Klub Pittsburgh tatsächlich gegen Tampa Bay. Also gegen den Klub, bei dem er für ein paar wenige Minuten unter Vertrag stand, aber für den er nie spielte. 

Die Fans organisierten entgegen den nordamerikanischen Gepflogenheiten eine riesige Choreo. Ein blau-weisses Fahnen-Meer und mittendrin ein überlebensgrosser Mark Streit. In Anlehnung an Streits Heimatstadt Bern wurde zu Beginn des Matches sogar der «Berner Marsch» an Stelle der US-Nationalhymne gespielt – mit aus der Schweiz eingeflogenen Trömmelern. 

Der «Berner Marsch».

Zahlreiche Fans reisten gar nach Pittsburgh: Wie die Zu-Hause-Gebliebenen sangen sie für ihren einstigen Liebling immer wieder den eigens für diesen Abend einstudierten Song. Dieser hat es in sich: Zur Melodie des «Gala»-Hits «Freed from Desire» grölten sie fast ununterbrochen «Mark is our Hero, your Offence's intimidated, Mark is our Hero». Darauf muss man erst mal kommen, schliesslich ist das Lied seit Mitte der 90er-Jahre völlig in der Versenkung verschwunden.

Viele Momente verbrachte Streit in diesem Shirt.
Viele Momente verbrachte Streit in diesem Shirt.
bild: watson

Seine ehemaligen Teamkollegen, mit denen Streit in all den Jahren eng verbunden war und auch privat viel unternahm, haben ein Video aufgenommen, in dem jeder Spieler seine ganz persönliche Erinnerung an die Lightning-Legende preisgibt. Herzzerreissend: Captain Steven Stamkos kommen ganz am Schluss gar die Tränen, als er erzählt, wie er und «Streiti» in der Sommerpause in den Everglades jeweils zusammen auf Python-Jagd gingen.

Tränen zum Abschied auch bei Streit

Wie nah Streit der Abschied geht, zeigte er später in Tampa. Kurzfristig wurde der Schweizer per Charterflug nämlich in die Amalie Arena eingeflogen, wo Tausende Fans auf ihn warteten. Im völlig dunklen Stadion stand der NHL-Saurier – nochmals in sein altes Tampa-Trikot gekleidet – allein im Mittelkreis, dann wurde das Scheinwerferlicht auf ihn gerichtet.

Mark Streit sagt seiner Stadt bye-bye.
Mark Streit sagt seiner Stadt bye-bye.
bild: watson

Eigentlich sollte die Klub-Legende jetzt seine finale Rede halten, doch die Emotionen übermannten ihn. Er klammerte sich nur noch an sein Erinnerungsbild, das ihm General Manager Steve Yzerman übergeben hatte, und hauchte mit ziemlich feuchten Augen ins Mikrofon: «Oh, it's great. I love you all.»

Natürlich wird Streits Nummer 23 in Zukunft nicht mehr vergeben. Zum Beweis wurde sie nach der Partie unters Hallendach gezogen und neben die Nummer von Martin St.Louis gehängt, dessen 26 bislang die einzige «retired number» war.

Streit hat sich diese Ehre natürlich verdient. Seine gesamte NHL-Karriere verbrachte der 2004 an Position 262 gedraftete Verteidiger in Tampa und kam auf beeindruckende Statistiken. Niemand ahnte damals, dass der Berner eine solche Laufbahn hinlegen wird und im «Sunshine State» Florida zur Legende werden wird.

Unter tosendem Applaus wurde Streit früh morgens dann endgültig verabschiedet. Seine neuen und alten Teamkollegen standen Spalier und klatschten mit ihm ab – Tampa verliert die Identifikationsfigur einer ganzen Generation.

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