wechselnd bewölkt
DE | FR
24
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Sport
Fake News

Balkan-Machos: Teenie findet keine in der Nati

Die Begegnung mit den Nati-Secondos wird für Lisbeth M. zum Trauma. 
Die Begegnung mit den Nati-Secondos wird für Lisbeth M. zum Trauma. Bild: Valeriano Di Domenico/freshfocus

Schock nach Sieg gegen Estland: 17-Jährige wird auf der Suche nach Kontakt zu Balkan-Machos bitter von der Nati enttäuscht

Die Diskussion um ein angebliches Multikulti-Problem der Nati ist in den vergangenen Tagen wieder aufgeflammt. Jetzt hat eine junge Schweizerin beim 3:0 gegen Estland nur schlechte Erfahrungen mit den Nati-Secondos gemacht. Sie wollte Balkan-Machos kennenlernen und fand nur korrekte Typen.
28.03.2015, 08:5229.07.2016, 09:15
Alex Dutler
Folge mir
Falschmeldung
Satire - (fast) kein Wort ist wahr!

Drei Tore, drei Punkte – die meisten Matchbesucher machen sich nach dem lockeren Sieg der Schweizer Nati gegen Estland hochzufrieden auf den Heimweg. Lisbeth M. gehört nicht dazu. Noch Stunden nach dem Schlusspfiff streunt die 17-jährige Appenzellerin völlig aufgelöst über den verlassenen Parkplatz der Swissporarena.

Swiss supporters cheer during the UEFA EURO 2016 group E qualifying football match Switzerland against Estonia at the Swissporarena in Lucerne, Switzerland, Friday, March 27, 2015. (KEYSTONE/Laurent G ...
Diese Nati-Fans fahren nach dem 3:0 gegen Estland zufrieden heim. Lisbeth M. hat weniger Glück. Bild: KEYSTONE
«Ich fühle mich beschmutzt.»
Lisbeth M.

Was ist passiert? Die junge Frau ist sichtlich traumatisiert. Während Lisbeth M. ihre Leidensgeschichte erzählt, wird sie mehrmals von Weinkrämpfen geschüttelt und muss in eine Schweizer Fahne schnäuzen. «Ich hätte nie gedacht, dass die Nati-Spieler so gemein sind. Ich fühle mich beschmutzt», erklärt sie mit brüchiger Stimme.

Das Scheitern eines durchdachten Plans

Die zierliche Brünette arbeitet als Lehrtochter in einer Käserei und interessiert sich eigentlich gar nicht so sehr für Fussball. Trotzdem hat sie ihr Sparkonto geplündert, um die beschwerliche Anreise aus der Ostschweiz zu finanzieren. In ihren Trip hat sie grosse Hoffnungen gesteckt: «Letztens habe ich im Postauto einen alten ‹Blick› gefunden. Da stand drin, dass es in der Nati viele Balkan-Machos gibt. Wir haben bei uns in Appenzell gar keine Ausländer, also hat mich das natürlich ein bisschen geil gemacht. Deshalb habe ich die Reise auf mich genommen.»

«Mein Traum war es, dass mich Granit Xhaka als Hure bezeichnet und ins Gesicht schlägt.»
lisbeth m.

Noch auf dem Hinweg ist die Welt von Lisbeth M. völlig in Ordnung. Sie freut sich auf die flegelhaften Nati-Secondos und malt sich die anstehende Begegnung in schillernden Farben aus: «Ich habe extra einen Rock angezogen, bei dem man den Tanga sieht und mich total bitchig geschminkt. Mein Traum war es, dass mich Granit Xhaka als Hure bezeichnet und ins Gesicht schlägt.»

Kennst du schon die watson-App?

Über 100'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Doch schon kurz nach der Ankunft im Stadion merkt die hoffnungsfrohe Lisbeth M., dass etwas nicht stimmt: «Bei der Nationalhymne wurde ich stutzig. Obwohl meine Familie seit 27 Generationen aus echten Schweizern besteht, kenne ich nur den ersten Satz mit dem Morgenrot. Dann haben einige der Jugos auf dem Feld da plötzlich mitgesungen. Wie kann so etwas sein?»

27.03.2015; Luzern; Fussball EM Quali - Schweiz - Estland; Blerim Dzemaili (Sui, mitte) vor dem Spiel (Daniela Frutiger/freshfocus)
Unfassbar: Auch die Balkan-Machos stehen bei der Schweizer Nationalhymne und singen teilweise sogar mit.Bild: Daniela Frutiger/freshfocus

Der Abend hält nur Enttäuschungen bereit

«So etwas ist doch einfach widerlich!»
Lisbeth M.

Nach den drei Toren sinkt die Stimmung bei Lisbeth M. in den Keller: «Ich hatte gehofft, dass da jemand den Albaner-Adler macht, oder zumindest die Aufregung nutzt, um Lichtsteiner mal gepflegt die Fresse zu polieren. Stattdessen haben sich die Balkan-Machos wie Pussys aufgeführt und friedlich zusammen mit den echten Schweizern gefeiert. So etwas ist doch einfach widerlich!»

Swiss forward Granit Xhaka, celebrates after the second goal during the UEFA EURO 2016 group E qualifying football match Switzerland against Estonia at the Swissporarena in Lucerne, Switzerland, Frida ...
Herz statt Albaner-Adler. Auch Granit Xhaka enttäuscht Lisbeth M. schwer.Bild: KEYSTONE

Doch auch durch diesen Tiefschlag lässt sich die tapfere Appenzellerin nicht entmutigen. Nach dem Schlusspfiff wirft sie sich am Spielerausgang ins Fan-Getümmel. «Ich musste meine Ellbogen benutzen, denn es hatte ziemlich viele Leute. Doch irgendwann hatte ich einen Platz erobert, an welchem mir die Spieler im Vorbeigehen gut ins Gesicht hätten spucken können», erklärt Lisbeth M. ihre Strategie.

«Ich war schockiert!»
lisbeth m.

Nach einer halben Stunde ist es soweit. Xherdan Shaqiri verlässt als erster das Stadion und steuert direkt auf Lisbeth M. zu. Die Appenzellerin erinnert sich: «Ich war ziemlich aufgeregt. Der ist zwar wirklich verdammt klein, aber das sind ja bekanntlich die Schlimmsten. Ich habe mein Handy gezückt und gehofft, dass er meinen Kopf mit Gewalt gegen seinen Penis drückt. Stattdessen hat er nur lieb in die Kamera gegrinst und mir einen angenehmen Abend gewünscht. Ich war schockiert!»

«Die Nati hat wirklich ein Ausländerproblem!»

Auch das Foto mit Granit Xhaka löscht Lisbeth M. sofort wieder, statt es auf Facebook hochzuladen. Der Grund: «Der hatte schönere Ohrringe als ich. Ausserdem hat er sehr gut gerochen, als er mich liebevoll umarmt hat. Ich könnte echt kotzen.»

Dieses Foto wird sofort wieder gelöscht.
Dieses Foto wird sofort wieder gelöscht.Bild: Urs Lindt/freshfocus

Aus lauter Verzweiflung versucht Lisbeth M. ihr Glück sogar bei Nationaltrainer Vladimir Petkovic: «Der ist zwar steinalt, aber mir gingen langsam die Optionen aus. Ausserdem sagt mein Vater immer, dass alle Jugos Sauhunde sind. Dann müsste der doch auch etwas zu bieten haben. Aber nein, der hat mich nur vollgelabert. Ich habe kein Wort verstanden, aber seine Stimme klang wie die eines verdammten Sozialarbeiters oder so.»

Entmutigt und gedemütigt bricht Lisbeth M. ihre Unternehmung schliesslich ab. Zwar hat Torschütze Fabian Schär ihr im Vorbeigehen noch kurz auf den Hintern geguckt, doch auch dieses Erfolgserlebnis ist kein Trost: «Ach der, das ist doch ein reinrassiger Bünzli-Schweizer. Davon habe ich zuhause genug. Ich wurde heute echt bitter enttäuscht. Trotzdem werde ich auch in Zukunft alles glauben, was im ‹Blick› steht. Die Nati hat wirklich ein Ausländerproblem! Das Verhalten der Balkan-Machos hat heute ganz klar bewiesen, dass die sich einfach nicht integrieren wollen.»

Die 20 besten Nati-Spieler aller Zeiten

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

24 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Beobachter24
28.03.2015 11:13registriert August 2014
Für solche Artikel liebe ich watson!
8221
Melden
Zum Kommentar
avatar
Tortejäger
28.03.2015 09:13registriert Oktober 2014
Danke für diesen Artikel! :D
7620
Melden
Zum Kommentar
avatar
chrigel60
28.03.2015 09:54registriert Februar 2014
die Situation auf den Punkt gebracht. So guet!
7522
Melden
Zum Kommentar
24
YB-Dominanz, Basels Tiefpunkt und FCZ-Absturz – die Halbzeit-Bilanz der Super League
Aufgrund der WM in Katar endete die Hinrunde der Super League etwas später als normal. Nun sind aber 18 Runden absolviert – Zeit für eine Halbzeit-Bilanz.

YB ist nach der verhältnismässig schwachen letzten Saison wieder an der Spitze der Super League. Die Berner haben nur eine Partie verloren und haben bereits 14 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Lugano. Passiert nichts völlig Ungewöhnliches, wird YB spätestens im Mai zum fünften Mal seit der Saison 2017/18 Schweizer Meister. Die einzige Enttäuschung der Saison war das Ausscheiden aus dem Europacup in der letzten Qualifikationsrunde. Wird YB Meister, ist das Verpassen der internationalen Wettbewerbe aber eine einmalige Sache. Als Erstplatzierter ist zumindest die Teilnahme an der Conference League gesichert.

Zur Story