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Bild: EPA
Zum Abschied von Carles Puyol 

Dieser Lockenkopf wird heute nicht mehr dabei sein

Beim entscheidenden Spiel um die Meisterschaft heute Abend zwischen Barcelona und Atlético Madrid steht ein Mann nicht mehr im Kader der Katalanen, der die erfolgreichste Zeit des Fussballklubs entscheidend mitgeprägt hat.
17.05.2014, 08:3517.05.2014, 14:34

«Ich kam als Junge hierher und verlasse Barça mit einer Familie, auf die ich sehr stolz bin», so ein emotionaler Carles Puyol an seiner letzten Pressekonferenz. Wenn man sich das Video unten zu Gemüte führt, hat «Puyi» wahrlich eine Entwicklung durchgemacht.

«Ich kam als Junge hierher und verlasse Barça mit einer Familie, auf die ich sehr stolz bin.»
Carles Puyol 

Abschied nehmen vom Captain

Video: YouTube/FC Barcelona

Schon in seiner Kindheit war Carles Puyol i Saforcada, so sein voller Name, eine treue Seele: In seinem Geburtsort La Pobla de Segur spielte er in der lokalen Mannschaft bis als 17-Jähriger. Dort war der scheue Puyol ein gefürchteter Angreifer. In seinem ersten TV-Auftrtitt sieht man Puyol verlegen lächelnd, als er vom La Pobla-Präsidenten mit dem brasilianischen Stürmerstar Romario verglichen wird. Als der TV-Moderator vom Funktionär wissen will, um welchen Jüngling im Publikum es sich handelt, antwortet er salopp: «Der mit den meisten Haaren.»

«Der Haarigste ... unser Freund Puyol.»
La-Pobla-Präsident.
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Als bereits 17-Jähriger verpflichtete Barcelona Puyol. Im B-Team machte der ehrgeizige, inzwischen zum Abwehrspieler umfunktionierte Puyol mit seinen noch heute weltberühmten Attributen auf sich aufmerksam: Hart im Zweikampf, jedoch immer fair, schenkte Puyol weder dem Gegner noch sich etwas. 

Eine beeindruckende Kopfballstärke – trotz einer für Verteidiger geringen Körpergrösse von 1,78 Meter –  gepaart mit einer natürlichen Gabe als Leaderfigur. Dank seiner aggressiven Art und Weise, wie er in die Duelle ging, bekam Puyol einen passenden Spitznamen verpasst: «El tiburón», was soviel bedeutet wie «der Hai». Puyol dürfte seine Karriere beenden. Auch wenn dies noch nicht ganz klar ist und ursprünglich anders geplant war.

10 Karrierehighlights

  1. 2. Oktober 1999: Sein Profidebüt gegen Valladolid endete mit einem 2:0-Sieg. Trainer und Förderer zu dieser Zeit war der Holländer Louis van Gaal.
  2. 11. November 2001: Sein erstes Tor erzielte er gegen Valladolid, gegen deren Team er auch schon zu seinem Debüt kam. «Puyi», damals noch Rechtsverteidiger, stürmte nach vorne und erzielte nach einem Doppelpass mit Javier Saviola das zweite Tor beim 4:0-Erfolg. 
  3. 14. Mai 2005: Puyol verbrachte fünf Jahre bei Barcelona, ohne einen grossen Titel zu gewinnen. In seinem ersten Jahr als Captain gelang es am 14. Mai gegen Levante dank einem 1:1 den Meistertitel unter Trainer Frank Rijkaard zu sichern. 
  4. 17. Mai 2006: Dank einem 2:1-Sieg über Arsenal London darf Carles Puyol die Champions-League-Trophäe in die Höhe stemmen. 
  5. 29. Juni 2008: Gegen Deutschland siegt «La Furia Roja» dank einem Treffer von Fernando Torres mit 1:0. Puyol hält hinten wie immer dicht.
  6. 2. Mai 2009: Vielleicht das beste Spiel von «el triburón»: Beim für Barcelona-Fans legendären 6:2-Sieg über Erzrivale Real Madrid  im Santiago Bernabéu erzielte Puyol nach einem Rückstand die 2:1-Führung.
  7. 19. Dezember 2009: Das für viele beste Barça-Team aller Zeiten holte sich auch die erste Fifa-Klub-Weltmeisterschaft dank einem 2:1-Sieg über den argentinischen Klub Estudiantes. Wieder durfte Puyol als erster den Pokal in Empfang nehmen.
  8. 11. Juli 2010: Die Spanier holen ihre erste Weltmeisterschaft dank einem Golden Goal von Teamkollege Andres Iniesta. Puyol spielt die Partie durch. Im Halbfinal hatte Puyol mit seinem wuchtigen Kopftor für die Entscheidung gegen Deutschland gesorgt.
  9. 28 May 2011: Nach einer überraschend schnellen Genesung einer Verletzung kam Puyol in der 88. Minute im Champions-League-Finale gegen Manchester United zu einem Kurzeinsatz und konnte zum dritten Mal die Königsklasse gewinnen. Anstatt selber den Pokal hochzustemmen, überliess er Eric Abidal die Ehre, der gerade erst einen Lebertumor überstand.
  10. 15. Mai 2014: Sein Abschied vor der Barça-Familie (Video unten).
Video: YouTube/FC Barcelona
«Ich habe den Traum von so vielen Kindern gelebt und konnte das tun, was ich am liebsten mache: Fussball spielen und trainieren.»
Carles Puyol 
Bild: AP /AP
«Es ist das Ende einer Ära, aber es wird die nächste kommen. Und ich hoffe, diese so sehr zu lieben, wie diese. Vielen dank und visca el Barça!»
Carles Puyolfcbarcelona.com
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