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UEFA General Secretary and FIFA president candidate Gianni Infantino speaks during a press conference at the UEFA Headquarters in Nyon, Switzerland, Friday, January 22, 2016. The UEFA Executive Committee endorses unanimously Gianni Infantino for the FIFA presidency. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Gianni Infantino: Beerbt er Sepp Blatter als FIFA-Präsident?
Bild: KEYSTONE

Gianni Infantino, Kandidat fürs FIFA-Präsidium, hört sich an wie Blatter: «Ich kann nicht zuschauen, wie alles zerstört wird»

Gianni Infantino will am 26. Februar Sepp Blatter beerben und FIFA-Präsident werden. Der Walliser stellt sich im «Sportpanorama» – witzelt fröhlich, ist siegessicher und hört sich an wie sein Walliser Vorgänger.

31.01.16, 22:44 01.02.16, 11:35


Gut möglich, dass auch nach Sepp Blatter ein Schweizer die FIFA präsidiert: UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino will das Amt. Und der 45-jährige Familienvater gibt sich im «SRF» so positiv, dass Moderator Jann Billeter am Ende sagt: «So siegessicher hat sich hier schon lange keiner mehr gegeben.» Infantino lacht und zuckt leicht mit den Schultern. 

Kurz davor hatte er auf die Frage, wie viele Stimmen er auf sicher habe, wie aus der Pistole geschossen geantwortet: «105. Das reicht genau. 209 gibt's total.» Einen Moment will man es dem Mann fast glauben, dann lacht er: «Nein, ich spasse. Man muss im Fussball nicht immer alles so ernst nehmen.» Er ergänzt aber auch: «Wenn ich allen glaube, die mir sagen, dass sie mit mir sind, dann kann ich positiv sein.» Zumindest die Verbände aus Süd- und Zentralamerika haben dem Walliser mit italienischen Wurzeln die Unterstützung öffentlich zugesagt. Er glaube aber sicher nicht allen, die ihm Stimmen versprechen, hakt Billeter nach: «Aber den meisten.» Wieder lacht Infantino. Er scheint den Auftritt zu geniessen.

Wer wird Sepp Blatters Nachfolger als FIFA-Präsident?

Auch Sepp Blatter genoss die Auftritte auf grosser Bühne. Und wenn man die Augen schliesst, das Walliserdeutsch hört und untenstehende Sätze raussprudeln, dann könnte man meinen, der suspendierte Blatter sitze da:

«Das ist die Magie des Fussballs: Jeder kann mitspielen.»

«Fussball ist eine Lebensschule. Man lernt gewinnen und verlieren.»

«Das ist der richtige Zeitpunkt für mich. In so einem schwierigen Moment für den Fussball und die FIFA kann man nicht im Sessel zurücklehnen und zuschauen, wie alles zerstört wird. Da muss man versuchen etwas zu bewegen, weil der Fussball so etwas magisches und faszinierendes ist.»

«Man muss Reformen machen, das ist eine Selbstverständlichkeit.»

«Wenn man den Fussball schützt und die Wettbewerber schützt, dann kommt das Geld auch. Das ist eine Konsequenz davon. Aber wir müssen uns ja nicht dafür schämen, dass wir mit dem Fussball Geld verdienen. Wir müssen das einfach korrekt machen und in die Fussball-Entwicklung investieren.»

«Der Fussball muss bei der FIFA wieder ins Zentrum rücken.»

«Auf der ganzen Welt leben und atmen viele Leute Fussball – unter schwierigen Bedingungen. Es gibt Verbände, die haben einen Platz im ganzen Land. Ist der Rasenmäher kaputt, haben die ein Problem. Da wollen wir helfen.»

«Man muss gut sein und keine Berührungsängste haben.»

So plaudert der in Brig aufgewachsene Kandidat fröhlich. Der «Piccolino», wie er früher als jüngstes Kind der Familie genannt wurde, will ganz nach oben. In der UEFA arbeitete er sich «von ganz unten» nach oben. Das FIFA-Präsidentenamt sei kein Thema gewesen – bis vor gut drei Monaten Paltini aufgrund der Suspendierung aus dem Rennen genommen wurde. «Die UEFA fand, dass sie einen Kandidaten brauche. Mein Name fiel als einziger. Ich hatte eine bis zwei Sekunden überlegt und zugesagt», erinnert sich Infantino.  

Der gelernte Jurist will im Falle einer Wahl «auf jeden Fall» seinen Lohn darlegen. Und er verspricht Taten statt Worte: «Ich bin kein Politiker. Ich bin ein Macher. Wenn ich gewählt werde, dann heisst es: Jacke ausziehen, Ärmel hochkremplen und arbeiten.» Hört sich gut an. Wie zuvor schon bei Blatter.

Alle FIFA-Präsidenten seit Gründung des Weltverbands 1904

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • alingher 01.02.2016 08:39
    Highlight Nach seinem Einstieg ins Gespräch mit "Schweizerdeutsch verstehe ich nicht, ich spreche Walliserdeutsch" und seinem Statement "Wir Walliser sind ja joviale Leute" habe ich weggezappt und hoffe, den Mann nie mehr sehen zu müssen...
    Ich wette in jedem zweiten späteren Satz kam der Begriff "Wallis" vor. Unerträglich und von keinem anderen Kantonsbewohner so denkbar...
    5 10 Melden
    • Kitten 01.02.2016 09:24
      Highlight Ging mir genau gleich, nach diesem Einstiegssatz war er mir ein erstes Mal unsympathisch. Ich schaute das Gespräch aber zu Ende. Selten ein so abgehacktes und langweiliges Interview gesehen. Da zählt er 10 Sekunden lang Länder auf, in denen er die letzte Zeit war und ich fragte mich, wen er hier versucht zu beeindrucken. Billeter versuchte ihn aus der Reserve zu locken, doch die Fragen prallten einfach an Floskeln ab.
      Wenn ich den Rest der Kandidaten so sehe, spielt es aber keine Rolle wer da gewählt wird. Ein Fifa Präsident muss wohl ein narzisstischer Selbstdarsteller sein.
      5 7 Melden
  • dracului 01.02.2016 07:14
    Highlight Er tönt vor allem wie ein weiterer Verwalter und Konservator. Er hat mit keinem Wort angedeutet, was er anders machen will und wie er den Verein endgültig von der Korruption befreien will.
    7 2 Melden
  • ksayu45 01.02.2016 00:03
    Highlight ich bin skeptisch. eigentlich ganz sympathisch aber all diese floskeln haben mich auch stark an blatter erinnert. leider.
    23 2 Melden
    • LubiM 01.02.2016 05:31
      Highlight Vor der Wahl kann man ja auch nicht gross Polarisieren, sonst hat man schon stimmen weg.
      Aber ist ja klar, dass für Leihen die beiden gleich tönen; Sind ja beides Oberwalliser :)
      4 7 Melden
    • ksayu45 01.02.2016 08:02
      Highlight leihen? :D also bei dieser wahl sollte man eher polarisieren und ein völlig neues bild vermitteln als den eindruck zu machen, man sei gleich wie der alte präsident. das will ja niemand von uns "normalen" bürgern. aber alle diese exekutiv mitglieder wären wahrscheinlich nicht mal unglücklich wenn die korruption so weitergeht
      3 1 Melden

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