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Sport
Fussball-Nati

Schweizer Nati dank Penalty-Geschenk mit einem Bein an der WM

WM-Barrage, Hinspiele
Nordirland – Schweiz 0:1 (0:0)
Kroatien – Griechenland 4:1 (3:1)
Northern Ireland's midfielder Steven Davis, left, fights for the ball with Switzerland's midfielder Xherdan Shaqiri, right, during the 2018 Fifa World Cup play-offs first leg soccer match Northern Ire ...
Die Szene des Spiels: Shaqiri schiesst Evans an, das harte Verdikt heisst: Penalty!Bild: KEYSTONE

Schweiz siegt dank Penalty-Geschenk: «Hart für Nordirland, aber wir haben das verdient»

Das Schweizer Nationalteam befindet sich nach dem Hinspiel der WM-Playoffs auf gutem Weg zur siebten Endrunden-Teilnahme seit 2004. Das Team von Trainer Vladimir Petkovic gewinnt in Belfast gegen Nordirland dank eines Penalty-Geschenks mit 1:0.
09.11.2017, 23:0809.11.2017, 23:16

» Hier gibt's den Liveticker der Partie zum Nachlesen.

Ein perfekter Volley von Xherdan Shaqiri und eine zumindest ungeschickte Abwehrbewegung von Corry Evans, die Schusstechnik des Premier-League-Professionals und die leicht verzögerte Reaktion des beim englischen Drittligisten beschäftigten Mittelfeldspielers – innerhalb von einer Aktion in der 56. Minuten akzentuierte sich der Qualitätsunterschied der Beteiligten: ein umstrittener Handspenalty, dann der souveräne Vollzug durch Ricardo Rodriguez.

Die Penalty-Szene:

 Shaqiri schiesst Evans an. Nie und nimmer ein Elfmeter ... Video: streamable
Hier nochmals aus anderer Perspektive.Video: streamable

Nordirland-Trainer O'Neill zum Penalty:

«Es ist niederschmetternd, dass der Schiedsrichter so einen Penalty gibt. Aber wir müssen das abhaken und uns aufs Rückspiel vorbereiten.»

Schweiz-Trainer Petkovic zum Penalty:

«Für mich zählt nur, ob der Ball am Arm des Gegenspielers war. Es ist ein harter Entscheid, aber wir haben das verdient.»
quelle: srf

Das Tor:

Rodriguez verwandelt souverän zum 1:0 für die Schweiz.Video: streamable

Ricardo Rodriguez zum Penalty:

«Es war ein schweres Spiel, viele lange Bälle. Es ist nie einfach, einen Penalty zu schiessen, wenn alle pfeifen. Aber ich bin es mir gewöhnt, Penaltys bei hitziger Atmosphäre zu schiessen. Ich habe mich gut gefühlt. Du musst du eiskalt bleiben, und das war ich dann auch. Der Goalie hat früh einen Schritt gemacht, dann habe ich einfach in die andere Ecke geschossen. Ich habe gefühlt, dass ich heute ein Tor schiessen werde. Das wichtigste ist, dass wir gewonnen haben. Nun müssen sie in Basel mehr kommen und aufmachen. Und wir müssen den ‹Sack› zumachen.»
quelle: srf

Die Schweizer waren in jener heiklen Strafraumszene bis zu einem gewissen Mass vom Zufall und Wohlwollen des Schiedsrichters begünstigt, aber zum kursweisenden Vorteil gelangten sie nicht ohne Grund. Sie hatten die zuvor proklamierte Reife demonstriert und verhielten vor dem aufgeputschten Anhang der Briten so ruhig wie geplant. Angriffsflächen fand das Ensemble von Michael O'Neill keine vor, auf Fehlpässe wartete das berauschend laute Publikum vergeblich.

Die tolle Atmosphäre:

Die nordirischen Fans zu Beginn noch in Partylaune.Video: streamable

Mit ihrem abgebrühten Auftritt im Stadion einer Mannschaft, die zuvor in den letzten zwei Qualifikations-Kampagnen einzig gegen Weltmeister Deutschland (1:3) ein Heimspiel verlor, haben sich die Schweizer eine nahezu perfekte Ausgangslage erspielt. Im St.-Jakob-Park bietet sich die grosse Chance zur vierten WM-Teilnahme in Serie. Die Zahlen, Fakten und Eindrücke sprechen für die SFV-Auswahl: Im eigenen Land hat Petkovics Ensemble seit September 2014 nicht mehr verloren.

Vladimir Petkovic zum Spiel:

«Wir spielten ähnlich, wie es Deutschland in Belfast getan hat. Wir liessen die Nordiren nicht in die Zweikämpfe kommen und standen defensiv sehr gut. Wichtig war, dass wir hoch pressten. Damit verhinderten wir, dass die Nordiren ihre bevorzugten langen Bälle spielen konnten. Im Rückspiel erwarte ich einen ähnlichen Gegner. Es geht jetzt darum, konzentriert zu bleiben und sich zu erholen.»
quelle: srf

Zwei, drei Minuten hatten den Nordiren zunächst genügt, ihre Wucht und teilweise brachialen Stil auf den Rasen zu bringen. Sie forcierten den Nahkampf ohne eine Sekunde Verzögerung. Steven Zuber, von Petkovic anstelle der in Leverkusen ausser Form geratenen SFV-Stammkraft Admir Mehmedi nominiert, bekam die ungefilterte Härte der Einheimischen sofort zu spüren.

Northern Ireland's defender Conor McLaughlin, left, fights for the ball with Switzerland's midfielder Steven Zuber, right, during the 2018 Fifa World Cup play-offs first leg soccer match Northern Irel ...
Steven Zuber war einer der besten der Schweizer im Hinspiel gegen Nordirland.Bild: KEYSTONE

Seine Reaktion auf die wilden Körperchargen fiel aus, wie es die Schweizer im Vorfeld angekündigt hatten: Er liess sich die Schmerzen nicht anmerken, die Einschüchterungsversuche perlten am Hoffenheimer Flügelspezialisten ab. Mit seiner Haltung und Bereitschaft stand er nicht alleine. Jeder der Gäste wehrte sich, keiner liess sich nachhaltig aus dem Konzept bringen oder in energieraubende Scharmützel verwickeln.

Granit Xhaka zum Spiel:

«Es war wie erwartet sehr schwierig. Die Nordiren standen sehr tief. Aber wir haben es gut gemacht heute und defensiv liessen wir nichts gefährliches zu. Beim Penalty hatten wir etwas Glück, aber das haben wir uns verdient und das nehmen wir gerne mit. Ein solches Resultat haben wir uns gewünscht. Der erste Schritt ist gemacht, aber es ist erst eine ‹Halbzeit› gespielt. Mit dieser Leidenschaft müssen wir auch das Rückspiel angehen.»
quelle: srf

Schär setzt ein Zeichen

Als doch etwas Hektik aufzukommen drohte, setzte Fabian Schär mit einem Foul knapp am tolerierbaren Limit einen Akzent mit Signalwirkung. Der zentrale Verteidiger bezahlte für seine Grätsche zwar mit einer Verwarnung, gab dem Herausforderer aber zu verstehen, dass sie in der Not gewillt sein würden, Petkovics Devise umzusetzen: «Wir dürfen die Beine nicht zurückziehen.»

Schärs Tackling in der 5. Minute.Video: streamable

Viel mehr als einen energischen Auftakt gestanden die Schweizer dem Achtelfinalisten der letzten EM nicht zu. Stattdessen kontrollierten sie die Partie dank ihrer typischen Veranlagung, den Ball zu einem hohen Prozentsatz in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen. Granit Xhaka steuerte die offensiven Bemühungen und verschaffte sich früh zwei ansprechende Schussgelegenheiten.

Denis Zakaria zum Spiel:

«Es war ein sehr, sehr schwieriges Spiel. Aber wir haben es geschafft zu gewinnen, das macht uns glücklich. Aber kein Spiel ist einfach, das haben wir heute gesehen. Wir müssen für das zweite Spiel bereit sein, das müssen wir konzentriert angehen.»
quelle: srf

Die beste Szene der ersten Hälfte beanspruchte aber Haris Seferovic für sich. Benficas Stürmer scheiterte nach einem gekonnten Zuspiel Shaqiris am perfekt reagierenden Norwich-Keeper Michael McGovern. Das Geschehen spielte sich mehrheitlich in der Platzhälfte McGoverns ab, was die Stabilität der FIFA-Weltnummer 11 verdeutlichte.

Xherdan Shaqiri zum Spiel:

«Kompliment an die Mannschaft, wir haben die Aufgabe sehr gut gemeistert. Wir spielten unser Spiel und liessen wenig zu, vor allem auch kaum Standards, bei denen es hätte gefährlich werden können. Wenn wir im Rückspiel noch einmal so konzentriert auftreten, sind wir mit einem Bein schon durch.»
quelle: srf

Und spätestens nach dem Penaltytor Rodriguez wurde deutlich, weshalb Nordirlands Coach O'Neill immer wieder betont hatte, primär das Spiel ohne Ball gut zu beherrschen. Mit dem Druck, etwas Konstruktives zu schaffen, taten sich die limitierten Einheimischen schwer. Herz und Seele allein reichten nicht aus, um eine Verbandsauswahl vor ernsthafte Probleme zu stellen, die in den letzten 13 Jahren nur eine Endrunde verpasst hat.

Das Telegramm

Nordirland - Schweiz 0:1 (0:0)
Windsor Park, Belfast. - 18'269 Zuschauer. - SR Hategan (ROU).
Tor: 58. Rodriguez (Handspenalty) 0:1.
Nordirland: McGovern; McLaughlin, McAuley, Jonny Evans, Brunt; Norwood; Magennis, Davis, Corry Evans (65. Saville), Dallas (52. Ward); Kyle Lafferty (77. Washington).
Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Akanji, Rodriguez; Zakaria, Xhaka; Shaqiri, Dzemaili (83. Frei), Zuber (87. Mehmedi); Seferovic (77. Embolo).
Bemerkungen: Schweiz ohne Behrami, Djourou und Moubandje (alle verletzt). Schweizer Ersatzspieler: Bürki, Hitz, Lacroix, Elvedi, Lang, Freuler, Edimilson Fernandes, Gelson Fernandes, Gavranovic. Verwarnungen: 5. Schär (Foul). 57. Corry Evans (Hands/im Rückspiel gesperrt). (pre/sda)

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So würden die Nati-Stars in anderen Ländern heissen:

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Jol Bear
09.11.2017 23:22registriert Februar 2014
Bei aller Sympathie für die Nordiren, ihre Leistungsbereitschaft, Wille und Zweikampfstärke, spielerisch sind sie doch sehr limitiert, schaffen kaum Überraschungsmomente. Ausser bei Standardsituationen ist keine Gefahr zu erwarten. Die Schweizer werden die WM-Qualifikation, vorausgesetzt sie werden nicht überheblich, zu hause problemlos ins Trockene bringen.
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Ohniznachtisbett
09.11.2017 23:47registriert August 2016
Der Penalty war erfunden. Ja. Aber wir haben es uns verdient. Die klar bessere Mannschaft heute war die CH. Bayern, Real oder sonst wer hat sich auch noch nie entschuldigt. Die Jungs haben den Sieg verdient.
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sansibar
09.11.2017 23:07registriert März 2014
Sieg verdient, Penalty geschenkt. So ist der Sport - Hopp Schwiiz!
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