Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07095974 Switzerland's Haris Seferovic, (C), celebrate his goal during the UEFA Nations League soccer match between Iceland and Switzerland at the Laugardalsvoellur stadium in Reykjavik, Iceland, 15 October 2018.  EPA/ENNIO LEANZA

Vieles passt in der Nati, aber längst nicht alles ist perfekt. Bild: EPA/KEYSTONE

Petkovic und der Fall Lichtsteiner – wo steht der Captain in der «neuen» Nati?

In der Schweizer Nationalmannschaft läuft derzeit vieles ziemlich rund. Man hat mit Belgien mitgehalten und Island geschlagen. Doch trotz eigentlich erfolgreichen Experimenten plagen Vladimir Petkovic einige Sorgen.

etienne wuillemin, reykjavik / Aargauer Zeitung



Als die Nacht über Reykjavík hereinbrach, musste Vladimir Petkovic noch eine letzte kleine Hürde nehmen. «Was für ein Spiel haben Sie denn gesehen?», fragte ein isländischer Journalist verwundert, nachdem er höflich nachgefragt hatte, ob er richtig verstanden habe, dass Petkovic zu keinem Zeitpunkt den Ausgleich der Isländer befürchtet habe. «Das ist meine Art, immer ruhig zu bleiben», erklärte Petkovic entschuldigend. Denn es war keinesfalls so, dass der Nationaltrainer den 2:1- Sieg der Schweiz schöngeredet hätte.

Switzerland's head coach Vladimir Petkovic reacts during the UEFA Nations League soccer match between Iceland and Switzerland at the Laugardalsvoellur stadium in Reykjavik, Iceland, on Monday, October 15, 2018. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Vladimir Petkovic ist mehrheitlich zufrieden mit den Auftritten seiner Mannschaft. Bild: KEYSTONE

Petkovic fordert von seinem Team «mehr Persönlichkeit» in gewissen Momenten, natürlich hätte auch er lieber ein 3:0 als ein 2:1 besprochen. Aber am Ende überwog doch das positive Fazit. Die Schweizer bekamen, was sie wollten: Ihren Final gegen Belgien um den Gruppensieg. Dazu ist bereits sicher, dass sie in der EM-Qualifikation als einer der zehn Gruppenköpfe gesetzt sein werden – und damit den stärksten Teams aus dem Weg gehen.

Von einem Zwischenfazit nach den Länderspielen im September und Oktober wollte Petkovic zwar nicht sprechen. Dennoch gefiel ihm mehrheitlich, was er zu sehen bekam. Vor allem eines: «Wir können unsere Spielidee durchziehen, egal in welcher taktischer Formation wir aufgestellt sind.» Einen kleinen Ausblick in Richtung des Finals gegen Belgien wagte der entspannte und gut aufgelegte Nationaltrainer auch noch.

Einen entwaffnend ehrlichen. «Belgien ist die bessere Mannschaft. Wir müssen versuchen, etwas zu provozieren, den Sieg irgendwie zu stehlen. Manchmal ist ja der Fussball komisch, es gewinnt nicht immer der Bessere.»

Wie weiter mit dem Captain?

Was aber bleibt nach den ersten vier Spielen seit der WM? Petkovic erklärte den Herbst zur Phase des Experimentierens. Gegen Belgien und Island verzichtete er erstmals komplett auf die «alte Garde». Behrami und Gelson Fernandes sind zurückgetreten. Dzemaili, Djourou und Captain Lichtsteiner wurden nicht aufgeboten. Die Frage ist nun, ob das so bleibt, oder ob er den einen oder anderen wieder zurückholt, spätestens wenn im März die EM-Qualifikation beginnt.

Entscheidend wird, ob sich die Arrivierten auch eine Rolle als Notnagel vorstellen könnten. Djourou und Dzemaili würden höchstens dann noch zum Zug kommen, wenn sich andere verletzen. Bei Lichtsteiner hingegen liegt der Fall anders. Derzeit ist er rein sportlich gesehen auf Augenhöhe mit seinen Konkurrenten Mbabu und Lang. Dazu ist es zumindest bedenkenswert, nicht gleich auf einen Schlag auf ein Quintett zu verzichten, dessen Erfahrung für die Mannschaft wertvoll ist.

Umfrage

Wer soll als rechter Verteidiger spielen?

  • Abstimmen

1,529

  • Stephan Lichtsteiner.37%
  • Kevin Mbabu.51%
  • Michael Lang.10%
  • Ein anderer.2%

In Abwesenheit von Lichtsteiner trägt Granit Xhaka die Captain-Binde. Sie tut ihm gut. Er hat seine Präsenz noch einmal steigern können. Es gibt längst keinen Zweifel mehr, Xhaka ist der Mastermind dieser Schweizer Mannschaft. Das Spiel gegen Belgien bezeichnet er schon mal als «vom Gefühl her ein Endrunden-Spiel». Und darum fordert er: «Jeder muss Stolz zeigen und den absoluten Willen, dieses Duell zu gewinnen.»

Die Noten zum Schweizer Sieg gegen Island

Shaqiri und der gute Weg

Unbestritten ist, dass die Schweiz seit der WM variabler geworden ist. Petkovic setzt bisweilen auf eine Dreierkette, das Team weiss etwas damit anzufangen. Die grösste Veränderung gegenüber der WM ist aber, dass Xherdan Shaqiri in der Mitte agiert. Er nutzt den grösseren Aktionsradius, er prägt das Spiel mehr als von der Seite. «Ich denke, das Team kommt zu mehr Chancen, wenn ich auf meiner neuen Position spiele», stellt Shaqiri fest.

epa07095991 Switzerland's Xherdan Shaqiri reacts during the UEFA Nations League soccer match between Iceland and Switzerland at the Laugardalsvoellur stadium in Reykjavik, Iceland, 15 October 2018.  EPA/HANNA ANDRESDOTTIR

Xherdan Shaqiri überzeugt auf der 10er-Position. Bild: EPA/EPA

Positiv wirkt sich insbesondere aus, dass Xhaka und Shaqiri nicht mehr so weit auseinander sind. Als nächster Schritt müssen sie es hinkriegen, den Ball zielstrebiger in die gefährliche Zone zu bringen. Wenn eine Schwäche deutlich sichtbar wurde, dann ist es diese: Auf den letzten 30 Metern vor dem Tor ist die Schweiz zu harmlos. Es ist die entscheidende Zone.

Das ewige Problem

Es wäre also falsch, nun ein allzu euphorisches Bild zu zeichnen. Das gerne vorgetragene Ideal des grossen Konkurrenzkampfes stösst schnell an Grenzen. Die Abhängigkeit von den Führungsspielern ist gross. Xhaka, Shaqiri, aber auch Ricardo Rodriguez sind nicht zu ersetzen. Die Schweizer Achillesferse sind die offensiven Positionen.

Sowohl im Sturm als auch auf den Flügeln fehlt es im Vergleich zur Weltspitze an Qualität. Das mag gegen Länder von der Hubraumklasse Islands zu verschmerzen sein. Nicht aber, wenn der Widerstand grösser wird. Es ist kaum Zufall, dass sich die Schweiz dann schwertut mit dem Toreschiessen. Egal, ob der Gegner nun Belgien, England oder Schweden heisst, die Durchschlagskraft fehlt.

epa07095854 Switzerland's Haris Seferovic in action during the UEFA Nations League soccer match between Iceland and Switzerland at the Laugardalsvoellur stadium in Reykjavik, Iceland, 15 October 2018.  EPA/ENNIO LEANZA

Auch wenn Haris Seferovic wieder getroffen hat: Die Stürmer bleiben das grösste Problem der Nati. Bild: EPA/KEYSTONE

Belgien hat Lukaku, Hazard, De Bruyne oder Batshuayi. Die Schweiz hat Seferovic, Gavranovic, Drmic, Embolo, Zuber, Ajeti, Fernandes, Steffen oder Mehmedi. Die Liste kann noch so lange sein. Es bleibt derzeit kaum mehr als die Hoffnung, dass einige dieser Spieler anstatt zu stagnieren einen heftigen Sprung nach vorne machen. Denn wirkliche Alternativen zeichnen sich in nächster Zeit kaum ab. Es ist dieses Reservoir, auf das die Schweiz an der EM 2020 angewiesen sein wird. Und darum bleibt der Optimismus verhalten.

abspielen

Video: Angelina Graf

Die Rekordspieler der Schweizer Nati

Mehr zur Schweizer Nati

«In der Nati ist keiner so klug wie du» – offener Brief an Valon Behrami

Link zum Artikel

Gelson Fernandes tritt aus der Nati zurück: «Es war mir eine Ehre»

Link zum Artikel

Behrami macht den Neymar und wird Schauspieler – auf diese Filme freuen wir uns

Link zum Artikel

«Vertrauensverhältnis zum Coach ist verschwunden» Das sagt ein Experte zum Behrami-Eklat

Link zum Artikel

Die Nati in der Verjüngungskur – so könnte das Kader bei der EM 2020 aussehen

Link zum Artikel

Sie waren vor 10 Jahren unsere grössten Hoffnungen – das wurde aus ihnen

Link zum Artikel

Petkovic provoziert den Neustart – was der gestrige Tag für die Nati bedeutet

Link zum Artikel

27 zeitlose Klassiker: Die  schönsten Tore der Schweizer Nati

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

11
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • a.k.a.1896 18.10.2018 15:03
    Highlight Highlight lorenzo gonzalez gehört die zukunft im schweizer sturm.. je eher umso besser.. es sei denn er entscheidet sich für spanien.. mark my wörds
  • länzu 18.10.2018 11:59
    Highlight Highlight Diesen Lichtsteiner wird er ja wohl kaum mehr aufbieten. Dessen Zeit ist abgelaufen. Mit Mbabu steht da ein wesentlich besserer spieler zur Verfügung. Zur Not kann man immer noch Lang einsetzten.
  • Jol Bear 17.10.2018 17:41
    Highlight Highlight Scheint so, dass Petkovic die richtige Umbaustrategie gewählt hat, die "Alten" etwas zurückstellen, aber noch nicht ausschliessen, sehen, wie sich die Jüngeren bewähren. Hätte Jogi Löw diese Strategie mit Müller, Hummels, Boateng gewählt, sässe er noch fest im Sattel. Für Lichtsteiner wirds eng, weil bei Arsenal kaum Spielpraxis. Lang war verletzt und kann nicht richtig bewertet werden. Mbabu und Hadergjonaj kommen auch in Frage, auf dieser Position also kein Problem. Sorge bereitet der Mangel an Stürmern, alle in 1:1-Situationen auf internationalem Niveau zu wenig durchsetzungsfähig.
  • sansibar 17.10.2018 12:37
    Highlight Highlight „bedenkenswert“ - gibt es dieses Wort? Tönt wie „bedenklich“ aber hier ist das Gegenteil gemeint. Warum nicht einfach: „ratsam“?
  • Posersalami 17.10.2018 11:26
    Highlight Highlight Mbabu würde ich sofort Lichtsteiner vorziehen. Der Offensive wegen, da kann Mbabu sehr viel mehr als Lichti.

    Im Sturmzentrum würde ich auf Embolo setzen. Der kann im Gegensatz zu allen anderen auch mal einen Ball gegen die Innenverteidiger abschirmen und halten.
  • dave1771 17.10.2018 11:25
    Highlight Highlight Endlich sah man, das wir Behrami nicht mehr brauchen! Von Dzemaili ganz zu schweigen!
    • Curly Turkey 17.10.2018 14:28
      Highlight Highlight Klar, mit Behrami lief es immer besser. Gegen Schweden spielt er auch super, oder? NOT!

      Behrami tat der Nati gut, er hat einige denkwürdige Spiele abgeliefert. Aber auch er ist in vielen wichtigen Spielen abgetaucht. Er ist nicht der Halbgott, zu dem er jetzt gemacht wird.

      Ausserdem ist er 33 und spielt bei einem Team (Udinese), das in Italien seit Jahren stagniert. Es ist genau der richtige Moment, um stattdessen auf Zakaria, Freuler und Sow zu setzen.
  • xlt 17.10.2018 10:40
    Highlight Highlight Ein fitter Embolo wird der Offensive gut tun, egal ob ganz vorne oder auf dem Flügel. Lichtsteiners Zeit läuft sicher langsam ab. Mbabu wird eher früher als spät seine Position einnehmen und Lang bleibt ein guter Backup.
  • Therealmonti 17.10.2018 10:10
    Highlight Highlight Ist Lang wirklich auf Augenhöhe mit Mbabu und Lichtsteiner? Denke, er ist bestenfalls die Nr. 3 als rechter Aussenverteidiger.
    • Raembe 17.10.2018 12:02
      Highlight Highlight Er hat aich bei Basel und in der BuLi einen Stammplatz erkämpft. Mbabu muss erst noch beweisen das er sich im Ausland auch durchsetzen kann.
    • Curly Turkey 17.10.2018 14:48
      Highlight Highlight Sehr interessant, dass nie jemand Florent Hadergjonaj erwähnt. Er ist Stammspieler in der Premier League, aber den sehen wir halt nicht so oft am TV wie Mbabu oder Lang.

      Mein Duo rechts wäre Hadergjonaj/Mbabu. Die beiden in zwei/drei Länderspielwochen abwechselnd einsetzen und dann den nehmen, der besser gespielt hat.

So übel hat's Basel-Trainer Koller bei seinem Mountainbike-Sturz erwischt

Der FC Basel steht nach einem 4:1-Sieg in Pully in der 2. Runde des Schweizer Cups. Trainer Marcel Koller fehlte im Waadtland – er war tags zuvor mit dem Mountainbike schwer gestürzt. Glasscherben hätten ihn bei einem Tempo von etwa 40 km/h zu Sturz gebracht, erläuterte Koller nun im «Blick». Diese hätten seinen Reifen beschädigt.

Der 58-Jährige brach sich am Freitagabend ein Schlüsselbein, eine Schulter wurde ausgekugelt, Bänder zerstört und an der linke Körperhälfte hat er Schürfwunden. …

Artikel lesen
Link zum Artikel