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Arsenal's Granit Xhaka celebrates after scoring his side's first goal of the game during the English Premier League soccer match between Crystal Palace and Arsenal at Selhurst Park, London, Sunday, Oct. 28, 2018. (AP Photo/Frank Augstein)

Granit Xhaka muss bei Arsenal in ungewohnter Position auflaufen. Bild: AP/AP

Und plötzlich ist er Linksverteidiger – so denkt Granit Xhaka über seine neue Rolle

Er fühlt sich in der Premier League wohler denn je: Granit Xhaka rollt das Feld mit Arsenal auf. Er schiesst Traumtore und überrascht vor dem Gipfel vom Samstag gegen Liverpool als Linksverteidiger.



Am taktischen Repertoire von Granit Xhaka zweifelt kein Experte ernsthaft. Dem Arsenal-Professional kommt zupass, überaus vielseitig veranlagt zu sein. Er hat früh gelernt, auf höchster Stufe flexibel zu sein. Im Juni 2011 beispielsweise debütierte er im Wembley als 18-Jähriger im offensiven Zentrum der SFV-Auswahl.

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Granit Xhaka mit einem Traumtor gegen Crystal Palace. Video: streamja

Während seines Engagements bei Borussia Mönchengladbach etablierte er sich als Taktgeber im defensiven Mittelfeld – Ottmar Hitzfeld hingegen forcierte Xhaka in der Nationalmannschaft weiterhin als Nummer 10. Inzwischen ist die Rolle im Klub und im Dress der Schweiz die gleiche: Xhaka strukturiert das Spiel, kanalisiert die Bälle, ist permanent anspielbar.

«Hinten links spielte ich bis vor kurzem noch nie.»

Granit Xhaka

Die Kontinuität auf hohem Niveau gehört zu seinen Merkmalen. Und dass ihn wenig aus der Fassung bringt, demonstrierte Xhaka bereits mehrfach. Er hält Druck und Kritik aus, kurzfristige Umprogrammierungen lösen bei ihm keine Panik aus – im Gegenteil, er wächst an der Herausforderung.

Unai Emery muss gespürt und erkannt haben, wie viel er dem unerschütterlichen Basler zumuten darf: Wie sonst wäre der spanische Coach auf die Idee gekommen, seinen renommiertesten Mittelfeldstrategen zweimal in Folge als Linksverteidiger aufzustellen? Für die beiden zuletzt angeschlagenen Defensivspezialisten Nacho Monreal und Sead Kolasinac wären mutmasslich auch noch andere Varianten infrage gekommen.

«Die Aufgabe war für mich sehr anspruchsvoll.»

Granit Xhaka

«Zehner war ich schon, Innenverteidiger ebenfalls, und auf den offensiven Aussenbahnen setzten mich die Trainer auch ab und zu ein», sagt Xhaka zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA, «aber links hinten spielte ich noch nie.» Emery habe ihm letzte Woche vor der Europa-League-Partie gegen Sporting Lissabon (1:0) eröffnet, in der Abwehrkette unbedingt auf einen Linksfuss setzen zu wollen.

Im Duell mit Crystal Palace (2:2) wiederholte der Trainer der Gunners seine unübliche Massnahme. «Die Aufgabe war für mich sehr anspruchsvoll», meldet Xhaka aus London. Er löste die Challenge bis auf eine Szene gut. In der Schlussphase touchierte er im eigenen Strafraum Wilfried Zaha. Haften bleibt aber primär sein Freistosskunstwerk beim 1:1. «Mein Auftritt war gut.»

Sollten die nominellen Aussenverteidiger-Kandidaten – zuletzt verletzte sich auch der im Normalfall gesetzte Rechtsaussen Hector Bellerin – weiterhin ausfallen, stünde in den Augen Xhakas ein Altmeister bereit: Stephan Lichtsteiner, der langjährige Champion von Juventus Turin und Captain der Schweizer Nationalmannschaft. «Steph kommt immer besser in Fahrt. Seine Mentalität ist beeindruckend, er beackert die Linie wie ein 20-Jähriger.»

Xhaka hält enorm viel vom siebenfachen Serie-A-Meister: «Er kann uns noch viel bringen.» Die breite Abstützung in personeller Hinsicht tut den Gunners gut. Nicht nur Lichtsteiner macht Tempo – die Londoner haben auf ihren komplizierten Saisonstart mit sieben Siegen in Serie und einem Remis reagiert.

«In taktischer Hinsicht ist Unai Emery überragend.»

Granit Xhaka

Die Spitze ist in Sichtweite. Titelhalter Manchester City und der punktgleiche FC Liverpool haben nur vier Punkte mehr aufzuweisen. In der Top-Affiche des Wochenendes bietet sich Arsenal gegen Liverpool die Chance zum grossen Comeback. «Wir lagen in dieser Saison schon neun Zähler zurück. Wenn wir die Reds am Samstag schlagen, wird die Euphorie riesig sein», kündigte Xhaka vor dem Meeting mit Xherdan Shaqiris Elf an.

Für seinen Nationalteamkollegen hat Xhaka ein paar nette Worte übrig: «Er macht seine Sache gut.» Dezidierter in die Tiefe geht der Arsenal-Stammspieler im Zusammenhang mit Unai Emery, der im Sommer die französische Ikone Arsène Wenger abgelöst hat. «In taktischer Hinsicht ist er überragend», setzt Xhaka zur Lobeshymne an. Er sei durchaus mit Lucien Favre vergleichbar, «aber Emery ist am Spieltag emotionaler».

Nach ein paar Wochen der gegenseitigen Anpassung sei der dreifache Europa-League-Sieger angekommen. Zum neuen Chef an der Linie hat Xhaka innert Kürze eine Basis aufgebaut. Der temporäre Positionswechsel empfindet der 70-fache Internationale nicht als Last, sondern als «grösstmöglichen Vertrauensbeweis. Er änderte nicht das System, sondern sagte zu mir: Granit, du kannst das.» (abu/sda)

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Video: watson/Angelina Graf

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Herr Ole 02.11.2018 14:19
    Highlight Highlight Hätte ihn persönlich als zu langsam für diese Position eingeschätzt, aber vielleicht täuscht das. Oder er hat seit seiner Zeit in Basel ein paar Sprinttrainings eingelegt :D

    Stimme ihm auf jeden Fall zu, dass es auf diesem Niveau ein grosser Vertrauensbeweis des Trainers ist, einen Spieler einfach mal so auf einer neuen Position einzusetzen.
  • Ratchet 02.11.2018 13:13
    Highlight Highlight Man könnte auch sagen, Guendouzi und Torreira haben Xhaka auf die Seite verdrängt. Immerhin besser als auf die Bank, aber mit sein Tempo und defensiv Verhalten ist das wohl keine langfristige Option.
    In der Nati brauchen wir ihn jedenfalls im Mittelfeld.
    • Frances Ryder 02.11.2018 15:35
      Highlight Highlight Schau doch erstmal ein paar Arsenal spiele bevor deinen Senf unbedingt dazu geben musst. Gendouzi ist ganz klar hinter Xhaka und Torreira in der Rangordnung.
  • zellweger_fussballgott 02.11.2018 09:50
    Highlight Highlight Xhaka ist kein Linksverteidiger und wird nie einer sein. Dafür ist er zu langsam und gerade gegen schnelle und technisch starke Flügel (Zaha, Salah, Hazard) zu ungestüm. Sicherlich hat er die Spielintelligenz dazu die Position zu wechseln, aber der Qualitätsverlust ist gross.
    • Valon Gut-Behrami 02.11.2018 09:59
      Highlight Highlight Deswegen bist du eben Trainer von Arsenal. Oder etwa doch nicht?
    • Kris 02.11.2018 10:11
      Highlight Highlight Das mag rein für die Position alles stimmen.
      Emery weiss aber, dass er mit Xhaka auch eine gesunde Portion Leadership auf dem Platz hat, um Torreira und Guendouzi, welche ebenfalls hervorragend performen, zu führen und zu unterstützen.
    • greeZH 02.11.2018 10:18
      Highlight Highlight Gute Trainer können einen Spieler auch mal neu erfinden.
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