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Switzerland's Head Coach Vladimir Petkovic during a press conference after an international friendly soccer match in preparation for the upcoming 2018 Fifa World Cup in Russia between Switzerland and Japan at the Cornaredo stadium in Lugano, Switzerland, Friday, June 8, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Petkovic und sein Team scheinen die richtige Harmonie gefunden zu haben. Bild: TI-PRESS

Die Nati fliegt heute nach Russland – Petkovic verabschiedet sich mit grossen Worten

Heute Montag fliegt die Schweizer Nationalmannschaft nach Samara in Russland. Vor seinem womöglich prestigeträchtigsten Auftritt der bald vierjährigen Amtszeit als Coach der Schweizer Nationalmannschaft äussert sich Vladimir Petkovic in einer kleinen Runde zu verschiedenen Schlüsselaspekten des WM-Projekts.

11.06.18, 09:37 11.06.18, 10:10


Die Schweizer Balance seit der EM vor zwei Jahren fällt auf. In der Rückwärtsbewegung funktioniert vieles auf höchstem Niveau. Selbst grosse Equipen wie Portugal und Spanien fanden zeitweise kaum ein Mittel, den gut bestückten, früheren Aussenseiter auszuspielen.

«Wir strahlen derzeit sehr viel Positivität aus. Und mein Team besitzt die Gabe, nie auszuruhen. Es kann reagieren und zugleich agieren. Das haben wir mehrfach bewiesen. Es gelingt uns oft, ein Spiel zu steuern und einen Gegner zu kontrollieren. Um das zu schaffen, braucht man Charakter und einen klaren Kopf, um die Nerven nicht zu verlieren.»

So sieht's aus, wenn die Schweizer Nati fliegt

Der Tessiner Coach führt die Mannschaft an die zweite Endrunde. Bringt ihm die EM-Erfahrung etwas? Petkovic arbeitet zwar vorwiegend mit dem gleichen Personal. In den strategischen Abläufen hat er aber Änderungen vorgenommen. Das systembedingte Repertoire ist grösser. Intern wird Petkovics sehr gute Arbeit genauer registriert und honoriert. Sein vorzügliches Coaching schätzen die Spieler.

«Ganz ehrlich, ich kann mich nicht mehr an jedes Detail der letzten EM-Kampagne erinnern. Jedes Turnier hat seine eigene Geschichte und Dynamik, Vergleiche sind schwierig. Ich selber will täglich Fortschritte machen. Und ich versuche, meinen Fokus vollumfänglich auf das Heute und das Morgen auszurichten. Ganz wichtig wird sein, dass es uns erneut gelingt, von der ersten Sekunde an voll präsent zu sein. Grosse Teams rollen bewusst etwas später an – das können wir uns auf keinen Fall leisten. Uns darf kein Prozent Energie fehlen.»

«Brasilien hat sich erholt»

Brasilien hat sich vom epochalen Kollaps gegen Deutschland (1:7) erholt. Zahlreiche Experten trauen den Südamerikanern den sechsten Titelgewinn zu. Und doch: Mit der Seleção verbinden die Schweizer überraschend viele gute Momente. Von acht Duellen haben sie nur drei verloren – in zwei der letzten drei Begegnungen triumphierten sie.

ARCHIV - ZUM KEYSTONE SDA-TEXT UEBER DEN GRUPPENGEGNER DER SCHWEIZ AN DER WM 2018 IN RUSSLAND STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -    FILE - In this Tuesday, Nov. 14, 2017 filer Team Brazil pose prior to the international friendly soccer match between England and Brazil at Wembley stadium in London. (KEYSTONE/AP Photo/Matt Dunham, File)

Der brasilianischen Nati wird in diesem Jahr viel zugetraut. Bild: AP

«Sie haben sich früh für die 23 WM-Teilnehmer entschieden, weil sie lange Diskussionen und jegliche Polemik verhindern wollten. Der Coach hätte aus 132 Spielern oder mehr auswählen können. Ich rechne nicht mehr mit jenem Brasilien, das immer schönen Fussball zeigte, aber teilweise undiszipliniert spielte. Sie haben eine eher europäische Ausrichtung – mehr Sechser, weniger Zehner. Tite hat eine homogene Mannschaft geformt.»

Im Team der Schweiz dreht sich enorm viel um Granit Xhaka. Der Taktgeber von Arsenal London steuert im defensiven Zentrum den Aufbau, beschleunigt oder drosselt das Tempo je nach Konstellation. Vom 25-jährigen Chef-Strategen hängt ab, ob die Mannschaft unter Druck zum nächsten Schritt in der Lage ist. Seine Passqualität und Spielintelligenz sind unverzichtbare Faktoren.

Potenzial zum Weltstar

«Granit kann das alles. Er hat mehrfach bewiesen, dass er diese Rolle spielen kann. Er zieht die Bälle an und ist immer bereit, für die Mitspieler zu arbeiten. Seine Entwicklung in England ist sehr gut. Mir gefiel, dass er auch weniger verwarnt worden ist. Von ihm darf man noch mehr erwarten. Er hat noch Potenzial. Er hat die Chance, ein echter Weltstar zu werden.»

epa06780889 Swiss national soccer team head coach Vladimir Petkovic (R) gives instructions to Granit Xhaka (L) during their team's training session at La Ceramica stadium in Villarreal, Spain, 02 June 2018. The Swiss team will face Spain in their International Friendly soccer match in Villarreal on 03 June 2018.  EPA/LAURENT GILLIERON

Petkovic lobt die Arbeit seines Chef-Strategen: «Er hat die Chance, ein echter Weltstar zu werden.»  Bild: EPA/KEYSTONE

Während seiner bald vierjährigen Ära hat Petkovic auf die beiden Niederlagen zum torlosen Start gegen England (0:2) und Slowenien (0:1) brillant reagiert. In den folgenden 38 Partien pendelte sich seine durchschnittliche Ausbeute oberhalb der Zweipunktemarke ein. Die anfängliche Skepsis der Kommentatoren hat sich verflüchtigt, Petkovic hat sich vorbehaltlos als einer der erfolgreichsten SFV-Selektionäre etabliert. In den letzten 20 Spielen resultierte nur eine Niederlage – auswärts beim EM-Titelhalter Portugal.

«Inzwischen lese ich viel Positives. Ich habe grundsätzlich immer versucht, meine Linie beizubehalten. Die guten Resultate helfen natürlich. Die Jahre zogen schnell vorbei. Zu Beginn drehte sich mehr um die taktische Ausrichtung und meine eigene Kommunikation. Dann geht es irgendwann darum, im richtigen Moment auf der richtigen Seite zu stehen. Man muss das Glück provozieren und manchmal auch ein guter Verkäufer sein – gegenüber den Spielern und auch in der Öffentlichkeit.»

Der wichtigste Personalentscheid

Auf seinen Instinkt hat sich Petkovic nicht nur an den Spieltagen verlassen können. Das richtige Bauchgefühl war auch vor seinem wichtigsten Personalentscheid hilfreich. Im März 2016, wenige Monate vor der EM, setzte der Nationalcoach den langjährigen Captain Gökhan Inler ab. Die hierarchische Neuausrichtung war heikel und mit beträchtlichen Risiken verbunden.

«Das war sehr schwierig. Für den Menschen Gökhan tat es mir leid. Aber ich war überzeugt, dass er nicht mehr zur Entwicklung dieser Mannschaft passte. Und in einer Nebenrolle wollte ich ihn nicht. Einer mit seinen Verdiensten ums Team ist entweder gesetzt oder nicht dabei. Ich habe das Gökhan erklärt, von Mann zu Mann. Korrekt, offen. Darum haben wir trotz seiner Enttäuschung noch immer ein gutes Verhältnis. Eine solche Massnahme kann enorm viel auslösen. Man weiss nie sicher, wie es herauskommt. Aber ich hörte damals auf mein Gefühl und riskierte etwas. Es ging fast immer gut, wenn ich meinen ersten Gedanken umgesetzt habe.» (sda/qae)

Ob die Schwizer Nati auch so euphorisch jubeln wird wie die Washington Capitals?

Video: watson/Angelina Graf

Die Rekordspieler der Schweizer Nati

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AJACIED 11.06.2018 13:23
    Highlight Bitte Herr Petković nehmen Sie die quali nicht dazu den Boden unter den Füssen zu verlieren. Für mich waren einfach zivile chrampf spiele unter den (knappen) sogen gegen „noname“ Mannschaften.

    Eine WM ist eine völlig andere Baustelle .
    4 17 Melden
  • urwe 11.06.2018 13:08
    Highlight Der gute alte Stein....
    4 1 Melden
  • kisimirö 11.06.2018 12:42
    Highlight das der trainer an seinen spieler fest hält auch wenn sie nicht die beste zeit haben finde ich gut, jedoch hoffe ich das nach der wm ein kleiner neuanfang gestartet wird und frische talentierte kräfte ihre chancen bekommen für die start elf! aber bis dahin Hopp Schwiiiiiiiiz
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    • ta0qifsa0 11.06.2018 13:30
      Highlight Altersbedingt wird Petkovic nach der Endrunde zwingend einige Anpassungen in der Startelf vornehmen müssen.

      Lichtsteiner will ja offenbar weitermachen, nichts desto trotz muss auf seiner Position langsam ein Nachfolger aufgebaut werden. Mit Lang, Widmer, Elvedi, Mbabu, Hadergjonaj ist da auch genügend Spielermaterial vorhanden.

      Berahmi muss langsam aber sicher auch ersetzt werden, wohl durch Zakaria, Freuler oder Sow.

      Meines Erachtens muss er langsam aber sicher auch Embolo und Elvedi zu fixen Bestandteilen in der Startformation machen. Wohl auf Kostwen von Seferovic und Schär.
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    • Luca Brasi 11.06.2018 16:42
      Highlight @ta0qifsa0: Wenn Lichtsteiner bei Arsenal Stammspieler werden sollte, dann sollen die anderen hinter ihm erst mal beweisen, dass sie besser sind. Und Embolo sollte lieber aufpassen, dass er bei Schalke eine wichtige Rolle einnimmt, sonst ist er schnell wieder weg vom Fenster, denn Schalke hat die finanziellen Mittel und ist auch dafür bekannt gerne auf Einkaufstour zu gehen. Jung zu sein ist kein Kriterium für die Nationalmannschaft. Qualität und auf hohem Level zu spielen ist hingegen ein Kriterium.
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    • ta0qifsa0 12.06.2018 08:44
      Highlight @Luca Brasi:
      Ich habe nicht behauptet, dass auf der Position von Lichtsteiner bereits einer besser ist und man ihm somit den Stammplatz entziehen sollte (im Gegenteil..). Nach der EM 2020 ist er 36, das heisst dann ist wohl endgültig fertig. Somit tut man gut daran, dass vorhandene Spielermaterial bereits jetzt zu nutzen und sporadisch einzusetzen und eben einen Nachfolger aufzubauen.

      Ja, auch Embolo muss die nächsten Schritte erst noch machen bei Schalke, man verzeihe ihm doch aber die letzten beiden Seuchensaisons und hoffe auf einen Neustart ab dem Sommer wo er zeigt was in ihm steckt..
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  • Nelson Muntz 11.06.2018 11:29
    Highlight Auf gehts Jungs, gute Reise und viel Erfolg. Bis bald auf dem Bundeplatz mit dem Pokal!
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  • Hashtag 11.06.2018 10:02
    Highlight Es ist sicher festzuhalten, dass sich der Anspruch durch die regelmässige Qualifikation für die Turniere verschoben hat. Für die WM kann ich den Optimismus trotzdem nicht ganz teilen, denn die Gruppe ist einfach auch relativ schwer. Gegen Brasilien wird es wohl nichts zu holen geben, angesichts der Form des Gegners und der Harmlosigkeit unserer Offensive. Serbien wird wohl hier in der Schweiz eher unterschätzt, die haben eine gute Mischung aus Talenten und Erfahrung und sind für mich eher leichter Favorit gegen die Schweiz.
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    • Mia_san_mia 11.06.2018 13:15
      Highlight Du sagst es genau richtig, die Gruppe ist verdammt schwer. Es ist halt alles möglich. Ich hoffe der Start gegen Brasilien wird gut, auch wenn man verlieren sollte.
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    • Luca Brasi 11.06.2018 13:23
      Highlight Brasilien ist wirklich in bestechender Form. Dieses Team ist weitaus stärker als noch vor 4 Jahren. Bei Costa Rica habe ich aber das Gefühl, dass sie nicht mehr ganz so stark sind wie bei der letzten WM, die Quali war eher enttäuschend und die Testspiele auch (ausser das 3:0 gegen Nordirland, das sollte der Schweiz zu denken geben). Mit Navas haben sie aber einen Weltklassekeeper in ihren Reihen. Ob die Schweizer Offensive diesen überwinden kann? Serbien ist eine Wundertüte. Die haben Klasse, aber ob die kurzfristige Änderung im Trainerstab was bringt? Die Schweiz wird es nicht leicht haben.
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    • AJACIED 11.06.2018 13:25
      Highlight Uiui säg das ja nicht zu laut den hier sagt Mann schon die Schweiz wird im 1/8 Final auf Deutschland treffen!!
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Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

Als sich Xherdan Shaqiri nach seinem 2:1 in der 90. Minute gegen Serbien dazu entschied, seine Hände zum Doppeladler zu formen, da wurde er innert Sekunden vom Helden zum Deppen. 

Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

Zum Glück, so muss man fast sagen, haben Shaqiri und Xhaka mit dem Doppeladler für einen kleinen Skandal gesorgt. Sonst, man stelle sich vor, hätten …

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