Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Switzerland's Head Coach Vladimir Petkovic during a press conference after an international friendly soccer match in preparation for the upcoming 2018 Fifa World Cup in Russia between Switzerland and Japan at the Cornaredo stadium in Lugano, Switzerland, Friday, June 8, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Petkovic und sein Team scheinen die richtige Harmonie gefunden zu haben. Bild: TI-PRESS

Die Nati fliegt heute nach Russland – Petkovic verabschiedet sich mit grossen Worten

Heute Montag fliegt die Schweizer Nationalmannschaft nach Samara in Russland. Vor seinem womöglich prestigeträchtigsten Auftritt der bald vierjährigen Amtszeit als Coach der Schweizer Nationalmannschaft äussert sich Vladimir Petkovic in einer kleinen Runde zu verschiedenen Schlüsselaspekten des WM-Projekts.



Die Schweizer Balance seit der EM vor zwei Jahren fällt auf. In der Rückwärtsbewegung funktioniert vieles auf höchstem Niveau. Selbst grosse Equipen wie Portugal und Spanien fanden zeitweise kaum ein Mittel, den gut bestückten, früheren Aussenseiter auszuspielen.

«Wir strahlen derzeit sehr viel Positivität aus. Und mein Team besitzt die Gabe, nie auszuruhen. Es kann reagieren und zugleich agieren. Das haben wir mehrfach bewiesen. Es gelingt uns oft, ein Spiel zu steuern und einen Gegner zu kontrollieren. Um das zu schaffen, braucht man Charakter und einen klaren Kopf, um die Nerven nicht zu verlieren.»

So sieht's aus, wenn die Schweizer Nati fliegt

Der Tessiner Coach führt die Mannschaft an die zweite Endrunde. Bringt ihm die EM-Erfahrung etwas? Petkovic arbeitet zwar vorwiegend mit dem gleichen Personal. In den strategischen Abläufen hat er aber Änderungen vorgenommen. Das systembedingte Repertoire ist grösser. Intern wird Petkovics sehr gute Arbeit genauer registriert und honoriert. Sein vorzügliches Coaching schätzen die Spieler.

«Ganz ehrlich, ich kann mich nicht mehr an jedes Detail der letzten EM-Kampagne erinnern. Jedes Turnier hat seine eigene Geschichte und Dynamik, Vergleiche sind schwierig. Ich selber will täglich Fortschritte machen. Und ich versuche, meinen Fokus vollumfänglich auf das Heute und das Morgen auszurichten. Ganz wichtig wird sein, dass es uns erneut gelingt, von der ersten Sekunde an voll präsent zu sein. Grosse Teams rollen bewusst etwas später an – das können wir uns auf keinen Fall leisten. Uns darf kein Prozent Energie fehlen.»

«Brasilien hat sich erholt»

Brasilien hat sich vom epochalen Kollaps gegen Deutschland (1:7) erholt. Zahlreiche Experten trauen den Südamerikanern den sechsten Titelgewinn zu. Und doch: Mit der Seleção verbinden die Schweizer überraschend viele gute Momente. Von acht Duellen haben sie nur drei verloren – in zwei der letzten drei Begegnungen triumphierten sie.

ARCHIV - ZUM KEYSTONE SDA-TEXT UEBER DEN GRUPPENGEGNER DER SCHWEIZ AN DER WM 2018 IN RUSSLAND STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -    FILE - In this Tuesday, Nov. 14, 2017 filer Team Brazil pose prior to the international friendly soccer match between England and Brazil at Wembley stadium in London. (KEYSTONE/AP Photo/Matt Dunham, File)

Der brasilianischen Nati wird in diesem Jahr viel zugetraut. Bild: AP

«Sie haben sich früh für die 23 WM-Teilnehmer entschieden, weil sie lange Diskussionen und jegliche Polemik verhindern wollten. Der Coach hätte aus 132 Spielern oder mehr auswählen können. Ich rechne nicht mehr mit jenem Brasilien, das immer schönen Fussball zeigte, aber teilweise undiszipliniert spielte. Sie haben eine eher europäische Ausrichtung – mehr Sechser, weniger Zehner. Tite hat eine homogene Mannschaft geformt.»

Im Team der Schweiz dreht sich enorm viel um Granit Xhaka. Der Taktgeber von Arsenal London steuert im defensiven Zentrum den Aufbau, beschleunigt oder drosselt das Tempo je nach Konstellation. Vom 25-jährigen Chef-Strategen hängt ab, ob die Mannschaft unter Druck zum nächsten Schritt in der Lage ist. Seine Passqualität und Spielintelligenz sind unverzichtbare Faktoren.

Potenzial zum Weltstar

«Granit kann das alles. Er hat mehrfach bewiesen, dass er diese Rolle spielen kann. Er zieht die Bälle an und ist immer bereit, für die Mitspieler zu arbeiten. Seine Entwicklung in England ist sehr gut. Mir gefiel, dass er auch weniger verwarnt worden ist. Von ihm darf man noch mehr erwarten. Er hat noch Potenzial. Er hat die Chance, ein echter Weltstar zu werden.»

epa06780889 Swiss national soccer team head coach Vladimir Petkovic (R) gives instructions to Granit Xhaka (L) during their team's training session at La Ceramica stadium in Villarreal, Spain, 02 June 2018. The Swiss team will face Spain in their International Friendly soccer match in Villarreal on 03 June 2018.  EPA/LAURENT GILLIERON

Petkovic lobt die Arbeit seines Chef-Strategen: «Er hat die Chance, ein echter Weltstar zu werden.»  Bild: EPA/KEYSTONE

Während seiner bald vierjährigen Ära hat Petkovic auf die beiden Niederlagen zum torlosen Start gegen England (0:2) und Slowenien (0:1) brillant reagiert. In den folgenden 38 Partien pendelte sich seine durchschnittliche Ausbeute oberhalb der Zweipunktemarke ein. Die anfängliche Skepsis der Kommentatoren hat sich verflüchtigt, Petkovic hat sich vorbehaltlos als einer der erfolgreichsten SFV-Selektionäre etabliert. In den letzten 20 Spielen resultierte nur eine Niederlage – auswärts beim EM-Titelhalter Portugal.

«Inzwischen lese ich viel Positives. Ich habe grundsätzlich immer versucht, meine Linie beizubehalten. Die guten Resultate helfen natürlich. Die Jahre zogen schnell vorbei. Zu Beginn drehte sich mehr um die taktische Ausrichtung und meine eigene Kommunikation. Dann geht es irgendwann darum, im richtigen Moment auf der richtigen Seite zu stehen. Man muss das Glück provozieren und manchmal auch ein guter Verkäufer sein – gegenüber den Spielern und auch in der Öffentlichkeit.»

Der wichtigste Personalentscheid

Auf seinen Instinkt hat sich Petkovic nicht nur an den Spieltagen verlassen können. Das richtige Bauchgefühl war auch vor seinem wichtigsten Personalentscheid hilfreich. Im März 2016, wenige Monate vor der EM, setzte der Nationalcoach den langjährigen Captain Gökhan Inler ab. Die hierarchische Neuausrichtung war heikel und mit beträchtlichen Risiken verbunden.

«Das war sehr schwierig. Für den Menschen Gökhan tat es mir leid. Aber ich war überzeugt, dass er nicht mehr zur Entwicklung dieser Mannschaft passte. Und in einer Nebenrolle wollte ich ihn nicht. Einer mit seinen Verdiensten ums Team ist entweder gesetzt oder nicht dabei. Ich habe das Gökhan erklärt, von Mann zu Mann. Korrekt, offen. Darum haben wir trotz seiner Enttäuschung noch immer ein gutes Verhältnis. Eine solche Massnahme kann enorm viel auslösen. Man weiss nie sicher, wie es herauskommt. Aber ich hörte damals auf mein Gefühl und riskierte etwas. Es ging fast immer gut, wenn ich meinen ersten Gedanken umgesetzt habe.» (sda/qae)

Ob die Schwizer Nati auch so euphorisch jubeln wird wie die Washington Capitals?

abspielen

Video: watson/Angelina Graf

Die Rekordspieler der Schweizer Nati

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AJACIED 11.06.2018 13:23
    Highlight Highlight Bitte Herr Petković nehmen Sie die quali nicht dazu den Boden unter den Füssen zu verlieren. Für mich waren einfach zivile chrampf spiele unter den (knappen) sogen gegen „noname“ Mannschaften.

    Eine WM ist eine völlig andere Baustelle .
  • urwe 11.06.2018 13:08
    Highlight Highlight Der gute alte Stein....
    Play Icon
  • kisimirö 11.06.2018 12:42
    Highlight Highlight das der trainer an seinen spieler fest hält auch wenn sie nicht die beste zeit haben finde ich gut, jedoch hoffe ich das nach der wm ein kleiner neuanfang gestartet wird und frische talentierte kräfte ihre chancen bekommen für die start elf! aber bis dahin Hopp Schwiiiiiiiiz
    • ta0qifsa0 11.06.2018 13:30
      Highlight Highlight Altersbedingt wird Petkovic nach der Endrunde zwingend einige Anpassungen in der Startelf vornehmen müssen.

      Lichtsteiner will ja offenbar weitermachen, nichts desto trotz muss auf seiner Position langsam ein Nachfolger aufgebaut werden. Mit Lang, Widmer, Elvedi, Mbabu, Hadergjonaj ist da auch genügend Spielermaterial vorhanden.

      Berahmi muss langsam aber sicher auch ersetzt werden, wohl durch Zakaria, Freuler oder Sow.

      Meines Erachtens muss er langsam aber sicher auch Embolo und Elvedi zu fixen Bestandteilen in der Startformation machen. Wohl auf Kostwen von Seferovic und Schär.
    • Luca Brasi 11.06.2018 16:42
      Highlight Highlight @ta0qifsa0: Wenn Lichtsteiner bei Arsenal Stammspieler werden sollte, dann sollen die anderen hinter ihm erst mal beweisen, dass sie besser sind. Und Embolo sollte lieber aufpassen, dass er bei Schalke eine wichtige Rolle einnimmt, sonst ist er schnell wieder weg vom Fenster, denn Schalke hat die finanziellen Mittel und ist auch dafür bekannt gerne auf Einkaufstour zu gehen. Jung zu sein ist kein Kriterium für die Nationalmannschaft. Qualität und auf hohem Level zu spielen ist hingegen ein Kriterium.
    • ta0qifsa0 12.06.2018 08:44
      Highlight Highlight @Luca Brasi:
      Ich habe nicht behauptet, dass auf der Position von Lichtsteiner bereits einer besser ist und man ihm somit den Stammplatz entziehen sollte (im Gegenteil..). Nach der EM 2020 ist er 36, das heisst dann ist wohl endgültig fertig. Somit tut man gut daran, dass vorhandene Spielermaterial bereits jetzt zu nutzen und sporadisch einzusetzen und eben einen Nachfolger aufzubauen.

      Ja, auch Embolo muss die nächsten Schritte erst noch machen bei Schalke, man verzeihe ihm doch aber die letzten beiden Seuchensaisons und hoffe auf einen Neustart ab dem Sommer wo er zeigt was in ihm steckt..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nelson Muntz 11.06.2018 11:29
    Highlight Highlight Auf gehts Jungs, gute Reise und viel Erfolg. Bis bald auf dem Bundeplatz mit dem Pokal!

Verletzte bei Belgrad-Fanmarsch in Bern ++ Polizei feuert Warnschüsse ab

Gewalt hat am Mittwochabend den Fanmarsch von Serben in Bern überschattet. Vor und nach dem Spiel der BSC Young Boys gegen Roter Stern Belgard kam es in der Innenstadt zu Auseinandersetzungen. Fünf Menschen wurden verletzt. Ein Polizist feuerte mehrere Warnschüsse ab.

Mehrere Hundert Belgrad-Anhänger waren gegen 18 Uhr von der Innenstadt in Richtung Stadion unterwegs. Vor der Lorrainebrücke wurde mindestens eine Personen tätlich angegriffen, wie die Berner Kantonspolizei in der Nacht auf …

Artikel lesen
Link zum Artikel