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Mainz' Gerrit Holtmann, left, Hamburg's Bakery Jatta, second left, Hamburg's Gotoku Sakaisecond right and Hamburg's Sven Schipplock challenge for the ball during the German Bundesliga soccer match between Hamburger SV and FSV Mainz 05, in Hamburg, Germany, Saturday, March 3, 2018.  (Axel Heimken/dpa via AP)

Der HSV bekräftigt: «Er hat einen gültigen Pass. Der wurde überprüft.» Bild: AP/dpa

Bakery Jatta will nicht Bakary Daffeh sein – trotzdem drohen ihm Haft und Ausschaffung



Der «Fall Bakery Jatta» beschäftigt mittlerweile ganz Deutschland. Gemäss «Sport Bild» gibt es Zweifel an der Identität des 21-jährigen HSV-Spielers aus Gambia. Jatta soll eine Vergangenheit als Bakery Daffeh haben, zweieinhalb Jahre älter sein als bislang angenommen und 2016 unter falschem Namen nach Deutschland geflüchtet sein. Der DFB-Kontrollausschuss sowie das Bezirksamt Hamburg-Mitte haben im Fall Jatta mittlerweile Ermittlungen aufgenommen.

Sollten die Behörden zum Urteil kommen, dass Jatta tatsächlich unter falscher Identität nach Deutschland einreiste und bezüglich seines Alters Falschangaben machte, droht dem Flüchtling aus Gambia demnach ein Gerichtsverfahren, welches im härtesten Fall wohl bis zu fünf Jahre Haft aufgrund von Urkundenfälschung bedeuten würde.

Ausserdem könnten die Behörden laut «Zeit» über ein Rücknahmeverfahren entscheiden, dann könnte Jattas Aufenthaltsrecht in Deutschland zurückgenommen werden. Für seine Anstellung beim HSV erhielt Jatta eine Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre. Diese wurde gemäss dem «Hamburger Abendblatt» erst in diesem Jahr um drei weitere Jahre verlängert.

Entgegen des Berichts der «Sport Bild» hatte Jatta keinen Asylantrag gestellt, wie das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) per Twitter mitteilte. Wohl aber habe er einen Pass vorgelegt, der ihm ein Alter von 17 Jahren bei der Einreise nach Deutschland auswies.

Jaffa will nicht Bakery Daffeh sein

Wie der «Kicker» berichtet, hatte der HSV bereits einen Tag vor der Veröffentlichung ein Gespräch mit Jatta geführt. Der Spieler bekräftigte dabei, nicht der Mann namens Bakary Daffeh zu sein, und hielt an seiner Darstellung fest, als minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen zu sein und zuvor nicht organisiert Fussball gespielt zu haben.

Der HSV reagierte gestern nicht öffentlich, sondern verbreitete lediglich ein Statement von Klubboss Bernd Hoffmann: «Wir haben Bakery Jattas gültigen Reisepass inklusive Aufenthaltsgenehmigung vorliegen. Bakery hat sich seit seiner Ankunft bei uns als tadelloser Sportsmann und als verlässlicher Mitspieler gezeigt. Er hat sich schnell in unsere Mannschaft und in unseren Klub integriert. Wir schätzen ihn als Spieler und als Menschen.»

epa06224772 Hamburg's Bobby Wood (C) and Bakery Jatta (R) react at the end of the German Bundesliga soccer match between Bayer 04 Leverkusen and Hamburger SV in Leverkusen, Germany, 24 September 2017. Hamburg lost the match 0-3.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL EMBARGO CONDITIONS - ATTENTION: Due to the accreditation guidelines, the DFL only permits the publication and utilisation of up to 15 pictures per match on the internet and in online media during the match.

Bakery Jatta trainiert vorerst weiter mit dem HSV. Bild: EPA/EPA

HSV-Trainer Dieter Hecking soll entsprechend weiter auf Jatta setzen. Das allerdings wäre nicht ganz ohne Risiko für den einstigen Bundesliga-Dino: Denn der DFB teilte noch gestern Abend mit, dass der 1. FC Nürnberg Einspruch gegen die Wertung der 0:4-Niederlage vom vergangenen Montag eingelegt hat, weil Jatta für 65 Minuten auf dem Platz stand. (pre)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Papa Swappa 08.08.2019 13:55
    Highlight Highlight Ich kann nachvollziehen, dass ein Mensch, der das Pech hatte, in einem un-idealen Umfeld aufzuwachsen, vielleicht mal das eine oder andere etwas zurechtbiegt, um seine Chancen zu verbessern (und wie man sieht, hat er seine Chance dann auch genutzt) - rechtlich wäre das natürlich unhaltbar, ich hoffe trotzdem, dass es eine Verwechslung ist, auch wenn ich nicht so richtig daran glauben kann.
  • dunou 08.08.2019 11:21
    Highlight Highlight Da bahnt sich ein menschliches Drama an, und Nürnberg fällt nichts besseres ein, als Einspruch gegen eine 0:4(!!!)-Niederlage einzuheben. Unterste Schublade!
    • The Joker 08.08.2019 19:14
      Highlight Highlight Es gibt Gesetze, aus gutem Grund. Diese gelten für alle, im guten, sowie im weniger guten!
    • Th. Dörnbach 08.08.2019 20:26
      Highlight Highlight @joker
      Was aber rein gar nichts mit der 0:4 -Niederlage zu tun hat. Der Einspruch ist nur lächerlich. Darmstadt verzichtet auf einen Protest, genau richtig.
    • Seppo 08.08.2019 23:07
      Highlight Highlight Vor allem erschliesst sich mir der Sinn des Einspruchs nicht so richtig. Bakary Jatta hat eine gültige Spielberechtigung. Ein Einspruch dürfte nur Chancen haben, wenn der Verein wissentlich gegen Regeln verstossen hat.
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