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Dass Goalie Mathyssen-Whyman am Boden liegt, kümmert Torschützin Carpenter (21) nicht. bild: fox sports

Frag mal dein Gewissen, ob du in so einer Situation aufs Tor schiessen würdest



Kontroverse Szene beim Spiel zwischen den Western Sydney Wanderers und Canberra in der australischen W-League. Jada Mathyssen-Whyman, die Torhüterin des Heimteams, bleibt ausserhalb des Strafraums verletzt am Boden liegen. Der Ball ist weit vom Tor entfernt, es wäre den Gegnerinnen ein Leichtes, ihn ins Seitenaus zu spielen und so die Pflege der angeschlagenen Keeperin zu ermöglichen.

Doch die Frauen von Canberra United entscheiden sich anders. Sie spielen weiter und die australische Nationalspielerin Ellie Carpenter bringt die Gäste 1:0 in Führung.

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Der umstrittene Treffer. Video: streamable

«Ein Tor ist ein Tor»

Am Ende trennen sich die Teams 2:2, doch das Führungstor gibt zu reden. Sicher: Die Regeln besagen, dass solange gespielt wird, bis der Schiedsrichter die Partie unterbricht. Aber der Anstand und die ungeschriebenen Regeln sagen: In so einer Szene, vor allem wenn der Ball auf Höhe der Mittellinie ist, wird nicht aufs Tor geschossen.

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Torschützin Carpenter bedauerte es nach dem Spiel nicht, geschossen zu haben. «Ich sah ein Tackling und ich sah ein leeres Tor. Also habe ich es versucht und ich habe getroffen. Ein Tor ist ein Tor», sagte die 18-Jährige zu Fox Sports. Als der Reporter nachhakt, ob sie immerhin ein bisschen ein schlechtes Gewissen habe, antwortete sie: «Nein, nicht wirklich.»

Es geht auch anders

Canberras Trainer Heather Garriock störte sich ebenfalls nicht am Führungstreffer ihres Teams. «Ich denke überhaupt nicht, dass das ein umstrittenes Tor ist, so ist der Sport», sagte sie zum «Sydney Morning Herald».

Wie man sich in so einer Situation auch verhalten kann, zeigte einst ausgerechnet Paolo Di Canio. Das italienische Raubein stoppte einst in aussichtsreicher Position, als der gegnerische Goalie verletzt am Boden lag. Dafür erhielt Di Canio von der FIFA einen Fairplay-Preis – eine Auszeichnung, die Ellie Carpenter definitiv nicht erhalten wird.

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Di Canios faire Geste. Video: YouTube/Luca Rossi

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Video: srf

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • John Geilo 08.12.2018 10:06
    Highlight Highlight Wahrscheinlich hat die Torhüterin nur simuliert, also absolut richtig dass die Gegnerin das Tor macht. Wo kämen wir da hin, wenn jeder Rücksicht nehmen würde.
  • Drank&Drugs 08.12.2018 00:55
    Highlight Highlight Die hat sich aber auch übel verschätzt... wenn man als Keeper so raus kommt, muss der Ball in den gegnerischen 16er oder raus...
  • fluru 07.12.2018 20:31
    Highlight Highlight Tor zählt. Aber rote Karte für unsportlichkeit sollte sein.
  • My Senf 07.12.2018 19:03
    Highlight Highlight Wenn ein Hund vorbei käme schon 😂 😂

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  • loquito 07.12.2018 18:29
    Highlight Highlight Egal ob korrekt oder nicht, Di Canio 100% cooler als die unbekannte weiss e aus Australien
  • MGPC 07.12.2018 17:18
    Highlight Highlight Ich staune über die Kaltblütigkeit mancher Schreiber hier. War selber lange Torhüter und für mich galt ganz klar: Wenn ein Gegenspieler bei mir im 16er am Boden lag und verletzt war, spielte ich nicht weiter, auch wenn der Schiri nicht unterbricht oder ein Konter daraus entstehen konnte. Zumal die Schützin an der Mittellienie stand und nicht direkt vor dem Tor. Dann wäre es was anderes.
  • LVeecy 07.12.2018 17:03
    Highlight Highlight Verstehe die Aufregung in diesem Fall nicht, auch der Vergleich hinkt, die Torhüterin war außerhalb des 16er's. Wenn jeder Torhüter/in heutzutage auch Feldspieler sein will, gelten auch für diese gleichen Regeln.
    • Lamino 420 07.12.2018 17:38
      Highlight Highlight Das Tor kommt durch eine Verletzung der Torhüterin zustande. Das ist nicht Sport. Nur unfair.
    • LVeecy 07.12.2018 19:03
      Highlight Highlight Aber die Verletzung entstand nicht durch ein Foul, wenn Sergio Ramos ausrutscht und sich dabei verletzt, wird das Spiel ebenfalls nicht sofort unterbrochen! Und genau so ist das wenn der Torhüter ausserhalb des 16er's in ein Tackling geht...
  • Therealmonti 07.12.2018 16:56
    Highlight Highlight Die möchte ich nicht als meine Freundin.
  • Chris_2000 07.12.2018 16:27
    Highlight Highlight Ich dachte der Männerfussball sei so tierisch ernst und der Frauenfussball so herrlich erfrischend und ehrlich....ist anscheinend auch nicht immer so
    • Citation Needed 07.12.2018 19:23
      Highlight Highlight Nichts ist 'immer' so, aber meistens schon! :-)
    • Alnothur 08.12.2018 14:28
      Highlight Highlight Frauen sind auch nur Menschen, auch wenn das manche nicht sehen wollen.
  • Lauwärmer 07.12.2018 16:27
    Highlight Highlight Wieso aber aufhören zu spielen wenn der Schiri noch nicht gepfiffen hat und die Spielerin angeblich den Ball nicht ins Aus zu schiessen scheint?! Man könnte prophylaktisch wenigstens zum Tor zurück und auf der Linie stehen bleiben.
  • ralck 07.12.2018 16:27
    Highlight Highlight Für mich fehlt im Artikel, dass die Keeperin gar nicht ausgewechselt wurde. So wie sie nämlich ihr Gesicht in den Rasen drückt, muss sie sich ja die Achillessehne verrissen haben…
    Wäre sie tatsächlich verletzt gewesen, fände ich es grob unsportlich. Da sie aber anscheinend weiterspielen konnte, kriegte sie nur das, was ich jeder/m wünsche, die/der sich auf den Rasen legt.
    Benutzer Bild
    • Chris_2000 07.12.2018 16:32
      Highlight Highlight ist so der klassische Kommentar von einem Nichtfussballer. Ein Schlag kann aufs Schienbein kann am Anfang extrem weh tun und nach kurzer Behandlung geht es dann wieder.
      Die Situation war ja komplett ungefährlich und die Torhüterin hätte genug Zeit gehabt zurückzulaufen.
      Es war einfach so, dass es für sie sehr schmerzhaft war und sie deshalb zu Boden ging und die andere Spielerin dies komplett unfair ausgenützt hat
    • Citation Needed 07.12.2018 19:19
      Highlight Highlight Schon mal ein Knie in den Oberschenkelmuskel bekommen, in vollem Lauf? Oder Kniescheibe auf Kniescheibe? Da bleibste schon kurz liegen. Zudem: hätte sie aufstehen können, dann wär sie ihre Kiste bestimmt hüten gegangen. Die erste Aktion war ja geglückt (ergo, sie klärte), dann kriegte sie, immernoch vollgas, einen Schlag ab. Kann wehtun. Sind Deiner Meinung nach alle SpielerInnen, die sich wegen Schmerzen ein 1-2 Min hinlegen müssen, unsportlich, wenn sie danach nicht ausgewechselt werden? Wenn ja, dann hast Du nie Fussball gespielt, oder nie richtig.
  • Doeme 07.12.2018 16:05
    Highlight Highlight Der Unterschied zwischen den beiden Fällen ist jedoch, dass sich die Torhüterin ausserhalb des Strafraums verletzt. Bei solch einem Tackling muss sie meiner Meinung nach mit einem Zusammenprall rechnen, da die Spielerin in dieser Situation nicht auf ein Tackling gefasst sein muss. Wenn sie dann verletzt liegen bleibt, gehört das zum Risiko, das sie mit diesem offensiven Eingreifen in Kauf genommen hat.
    Ich verstehe Carpenter also...
  • zellweger_fussballgott 07.12.2018 15:29
    Highlight Highlight Der Schiedsrichter müsste, gemäss dem Regelwerk, so viel es mir ist, das Spiel eh (zwingend) unterbrechen, wenn der Torhüter verletzt am Boden liegt.
    Fussballschiedsrichter mögen mich korrigieren, wenn ich falsch liege.
    • Ziasper 07.12.2018 16:18
      Highlight Highlight wo kämen wie denn da hin? Stell dir vor, der Torhüter kommt aus dem Tor und wird umspielt und legt sich dann einfach "verletzt" auf den Boden, damit der Schiedsrichter abpfeifft.
    • Züzi31 07.12.2018 16:22
      Highlight Highlight Sorry, ich weiss, gehört nicht zwingend hierhin, aber Di Canio nur als Raubein zu bezeichnen ist geradezu lachhaft.
    • zellweger_fussballgott 07.12.2018 17:05
      Highlight Highlight @Favez Vielen Dank. Bei einem Torhüter wird dann wahrscheinlich einfach schneller unterbrochen, da er sich mit grosser Sicherheit schwerer verletzt hat respektive die meisten Fairplay machen...
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