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epa06240496 Spain's players Gerard Pique (C-L) chats with Jordi Alba (C-R) during the team training session held in Las Rozas, Madrid, Spain, 02 October 2017. Spain will face Albania and Israel at the 2018 FIFA World Cup Russia Qualifiers.  EPA/Chema Moya

Gerard Piqué spaltet die Fans der spanischen Nationalmannschaft. Bild: EPA/EFE

Spanische Auswahl bricht Training ab: «Piqué, du Mistkerl, raus aus der Nati!»

Das war ein kurzer Auftritt der spanischen Nati. Beim ersten – und einzigen – öffentlichen Training wird Gerard Piqué von vielen Fans dermassen ausgepfiffen und beleidigt, dass Nationaltrainer Julen Lopetegui nach 23 Minuten genug hat.



«Es war ein Fehler, das Training öffentlich zu machen», gestand Julen Lopetegui nach der Übungseinheit den Medien. 23 Minuten nur liess er seine Stars zuvor im kleinen Stadion Ciudad del Fútbol de Las Rozas in Madrid die Beine bewegen. Dann brach er das Training ab.

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Gerard Piqué betritt das Feld. Video: streamable

Grund waren die permanenten Pfiffe und Schmähungen gegen Gerard Piqué, der sich für die Unabhängigkeit Kataloniens einsetzt und am Tag zuvor unter Tränen erklärte, dass er seinen Platz in der Nationalmannschaft sofort räumen werde, wenn die Verantwortlichen ihn als Problem sehen.

Piqué erklärt unter Tränen, dass er doch nur an die Demokratie glaube und er die Nati verlasse, wenn jemand Wichtiges glaubt, er sei ein Problem.

Nadal äussert sich

Am Rande des ATP-Turniers in Peking äusserte sich Rafael Nadal zu den Vorfällen in seiner Heimat: «Ich könnte weinen, wenn ich sehe, in was für eine Situation Spanien geraten ist. Das sorgt für ein negatives Bild. Es war ein trauriger Moment für mich.»

Nadal ist auf Mallorca aufgewachsen, wo auch Katalanisch gesprochen wird und verbrachte grosse Teile seines Lebens in der Region Katalonien.

Zumindest für über 1000 Fans, welche das Training besuchten, scheint der Verteidiger ein Problem zu sein. «Piqué, du Mistkerl, raus aus der Nati» sangen die Aficionados im Wechsel mit Pfiffen, Buhrufen, «Raus, raus»-Schlachtrufe, dem Summen der spanischen Hymne oder «Que viva España» und «Yo soy español»-Gesängen.

Nach nicht einmal 30 Minuten beendet Lopetegui das Training. quelle: Twitter

Unterbrochen wurden die Anfeindungen einzig für kurze Anfeuerungen für Isco oder Sergio Ramos. Sicherheitsleute griffen auf der Tribüne ein und sammelten die übelsten der Plakate gegen Piqué ein. Mindestens ein älterer Herr, wurde des Areals verwiesen. Er hat auf ein Blatt gekritzelt: «Piqué, ich will nicht, dass du gehst. Ich will, dass sie dich wegschmeissen. Du bist wie Erbrochenes.»

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Die Sicherheitsleute verweisen den älteren Herrn von der Tribüne. Video: streamable

Piqué selbst goss erneut Öl ins Feuer, weil er noch nach dem Einrücken in die Nati diverse Tweets für die Unabhängigkeit Kataloniens retweetete und zu einem Video, in welchem die spanische Polizei Katalonen angriff schrieb: «Sie haben professionell und angemessen reagiert.» 

Lopetegui erklärte, dass ihn politische Ansichten seiner Spieler nicht interessieren. Er habe mit Piqué aber gesprochen: «Ich wollte wissen, ob er auch mental 100-prozentig bei der Sache ist. Er hat mir dies versichert und gesagt, dass er voll motiviert sei.»

epa06240494 Spain's head coach Julen Lopetegui (C) leads the team training session held in Las Rozas, Madrid, Spain, 02 October 2017. Spain will face Albania and Israel at the 2018 FIFA World Cup Russia Qualifiers.  EPA/Chema Moya

Der Mann mit der Sonnenbrille: Julen Lopetegui lässt sich nicht in die Augen blicken. Bild: EPA/EFE

Spanische Medien wie die «Marca» bezeichneten das Training als «traurigster Tag Spaniens». Ähnliche Szenen wird es bis am Freitag nicht geben. Die Nationalmannschaft arbeitet unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dann steht in Alicante die Partie gegen Albanien an. Mit einem Sieg dürfte das WM-Ticket fix gebucht sein.

Bild

«Unhaltbare Situation», «Unerträglich» und «Gewitter über Piqué» – so titeln spanische Medien heute.

Aus Protest gegen das Vorgehen der Polizei gegen Katalanen: Barça spielte vor leeren Rängen

Wahllokal in Katalonien gewaltsam gestürmt

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Video: srf

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41
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
41Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SemperFi 03.10.2017 21:31
    Highlight Highlight Fussballer und Fussball"fans" halt, was soll man da anderes erwarten...
  • Don Sinner 03.10.2017 21:13
    Highlight Highlight Die spinnen alle sowieso, die Spanier, Katalanen, Fussballer und Fans.
  • WalterWhiteDies 03.10.2017 16:07
    Highlight Highlight Pique ist der grösste Skandal, der die spanische Nationalmannschaft jeh gsehen hat!! Er ist eine Schande für mein Land! Raus mit ihm, wenn er lieber einem anderen Land angehört!! Seine Kariere und sein Reichtum verdankt er alleine Spanien!
    • Beggride 03.10.2017 18:08
      Highlight Highlight Bitte sieh dir genau an, was in Katalonien passiert ist und urteile dann wieder, wenn du weisst, ob du solche Gewalt wirklich unterstützt oder nicht (mir geht es nicht darum dir nahezulegen, dass die Unabhängigkeit etwas gutes ist). Ich finde es danach wichtig, dass auch Fussballer, die es für richtig erachten, das Mund aufmachen dürfen und ihre Meinung frei äussern.
    • chara 03.10.2017 19:00
      Highlight Highlight Zum Glück für Sie haben wir in < meinem Land > genügend Toleranz für solche Haltungen, oder zumindest gelten Sie mit Ihrer Meinung als therapierbar...
    • SemperFi 03.10.2017 22:41
      Highlight Highlight Seinen Reichtum verdankt er ja wohl der Tatsache, dass er ein guter Fussballspieler ist, mit Spanien hat das nur am Rand zu tun.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zarzis 03.10.2017 13:46
    Highlight Highlight Man o Man!
    Sorry, aber für was ist dieser Mist Nationalismus den gut?
    Echt mal die Frage. Diese Geschichte zeigt doch. das das ganze nur Mist ist.
    Geht es auch nur einer Person in Spanien besser nach dem Austritt der Katalonier? NEIN, aber es geht vielen Leuten schlechter! Wäre diese Idee nie Ausgesprochen worden und vorallem nie so Offensive Durchgepaukt. Kein Mensch hätte sich danach gesehnt. Da haben Politiker um der Selbstsucht die Spaltung eines Landes Vorangetrieben! Mit Offenem Ausgang, eventuell werden noch Personen Sterben! Für NICHTS!
    Ich Beschuldige BEIDE Seiten der Eskalation!
    • Electric Elefant 03.10.2017 14:40
      Highlight Highlight Für eine Beschuldigung an BEIDE Seiten, scheinen mir aber deine Schuldzuweisungen ein wenig sehr einseitig an die Katalonier zu gehen...
      Abgesehen davon, dass Du offenbar noch nie mit einem Katalanen geredet hast: "..wäre nie ausgesprochen worden...", "kein Mensch hätte sich danach gesehnt" - wie kommt man auf sowas??? Die Katalonische Frage ist nichts neues.

      Versteh mich nicht falsch - ich denke auch bei einem Austritt von Katalonien aus Spanien verlieren beide Seiten. Aber Deine letzte Aussage stimmt definitiv nicht - in deinem Statement beschuldigst Du nur eine Seite!
    • Zarzis 03.10.2017 15:20
      Highlight Highlight @Electrik Elefant
      Sorry, kam falsch rüber, da zuwenig Platz.
      Das Vorgehen der Spanischen Regierung ist an Diletantismus und Provokation nicht zu Überbieten. Würde man ein Handbuch Schreiben, wie es man nicht macht, das wäre die Vorlage. Dieses Vorgehen hat den Seperatisten viele Symphatien gebracht.
      Nur ich kenne viele Regionen die sich Benachteiligt fühlen. Und die meisten tuen das da Politiker in dieser Bewirtschaftung vorteile sehen. Das Verurteile ich!
      Oder wie es mein Grossvater sagte: Die hätten lieber einen Giftigen Pilz Erfunden, der würde weniger Schaden als diese Idee.
    • Electric Elefant 03.10.2017 17:57
      Highlight Highlight Zarzis: Ok, jetzt kann ich Dir zustimmen. Ich denke auch, dass es vor allem den beiden Hauptprotagonisten Rajoy und Puigdemont eher um persönliche Macht, denn um das Wohl von Spanien bzw. Katalonien geht...
  • Palatino 03.10.2017 10:03
    Highlight Highlight So hat es in Jugoslawien auch angefangen 🙁
    • Der Rückbauer 03.10.2017 11:44
      Highlight Highlight Baskenland? Zuerst grosse Unabhängigkeitsbewegung, durch Madrid gewaltsam niedergeschlagen, nachher Terrororganisation ETA. Iberer tönt so wie heute Europäer. Die Unterjochung durch Madrid verstärkt die Unabgängigkeitsbewegungen. - Eine Confederación Democrática Ibérica? Das lässt das machtbewusste und gewaltbereite Madrid nicht zu.
    • kupus@kombajn 03.10.2017 12:26
      Highlight Highlight @Bob_das-Fahrrad: der einzige Unterschied zu Jugoslawien ist der, dass die Katalonen viel länger und immer wieder mit den übrigen Spaniern im selben Staat/Königreich/wasauchimmer vereint waren.

      Was soll das mit den ursprünglichen Volksgruppen? Die Slawen Jugoslawiens hatten teilweise auch eine gemeinsame Geschichte.

      Auch Spanien ist ein künstlicher Vielvölkerstaat. Zumindest nicht weniger, als es Jugoslawien war.

      Ausserdem war es nicht Tito, der Jugoslawien schuf. Jugoslawien existierte bereits davor. 1918 - 1929 als SHS-Königreich, ab 1929 als Königreich Jugoslawien.
    • Pisti 03.10.2017 13:15
      Highlight Highlight Vielvölkerstaat Jugoslawien? Dort waren fast 90% Slawen. Vereinzelt noch Ilyrer, Magyaren, Romas und Osmanen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Morph 03.10.2017 09:47
    Highlight Highlight Der Hohn ist der, daß die Katalanen in einem Mitgliedsstaat der EU nicht unabhängig sein dürfen. Beide Seiten können doch nur gewinnen. Als Sportler sollte man sich wenn möglich gar nicht zur Politik äußern. Wenn man die massive Polizeigewalt anschaut, fühlt man sich an Franco erinnert. Es ist in solchen Momenten wichtig, dass das verurteilt wird. Auch von Sportlern...
    • Morph 03.10.2017 12:46
      Highlight Highlight Unterdrückung eines Volkes durch Gewalt. Der Unterschied ist der, dass sich die spanische Regierung Dank der Digitalisierung und der EU-Zugehörigkeit Francos Art von Unterdrückung nicht mehr leisten kann...
    • Sandro Lightwood 03.10.2017 13:17
      Highlight Highlight Jeder soll sich zu allem äussern dürfen. Wann und wo er will - solange es nicht strafrechtlich relevant ist.
    • Morph 03.10.2017 15:52
      Highlight Highlight Der Faschismus ist nicht einfach tot in Spanien. Erst recht nicht durch den aufkommenden Faschismus in Europa, welcher alten unterbewussten Überzeugungen neues Leben einhaucht. Aber zurück zum Fussball... Lange Zeit war die Erklärung für Spaniens Erfolglosigkeit im Fussball, dass das Land gespalten sei. Das spanische Nationalteam wird in dieser Verfassung, keine Titel mehr gewinnen können...
  • Grundi72 03.10.2017 09:37
    Highlight Highlight Wer A sagt soll auch B sagen.. Wenn er sich für die Unabhängigkeit einsetzt ok, aber dann macht doch die Spanische Nati irgendwie eben schon keinen Sinn...

    Ich verstehe die spanischen Fans
    • FrancoL 03.10.2017 09:59
      Highlight Highlight Ich bin ja sonst selten Deiner Meinung, aber wenn jemand sich für ein Referendum einsetzt dass die Unabhängigkeit 2 TAGE nach der Abstimmung zum Ziel hat, dann kann Piqué hoffentlich auch auf 2 zählen und binnen zweit Tage aus der Nationalmannschaft treten.

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