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Die FIFA ist endlich die Korruption losgeworden – aber nicht so wie du denkst

Die FIFA hat den hauseigenen Ethikkodex angepasst. Neuerdings ist Korruption kein Strafbestand mehr. Und Bestechungen und Spielmanipulationen können nur zeitlich beschränkt untersucht werden.



Der Weltfussballverband FIFA hat es geschafft, die Korruption aus dem Fussballalltag zu verbannen. Allerdings auf seine ganz eigene Art und Weise.

Wenn man die neuste Version des FIFA-Ethikkodex nach dem Wort Korruption durchforstet, findet man … Nichts. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, gilt Korruption in der FIFA nicht mehr als offizielles Vergehen. Es ist die erste Änderung des Kodex', seit 2015 diverse Korruptionsskandale den Verband erschüttert haben. Die entsprechenden Entscheidungen seien in geheimen Meetings gefällt worden.

epa06891798 Russian President Vladimir Putin (R) and FIFA president Gianni Infantino react next to the FIFA World Cup 2018 trophy after the FIFA World Cup 2018 final between France and Croatia in Moscow, Russia, 15 July 2018.

(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup)  EPA/YURI KOCHETKOV   EDITORIAL USE ONLY  EPA-EFE/YURI KOCHETKOV   EDITORIAL USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY

Infantino mit dem WM-Pokal (l.) und Wladimir Putin. Bild: EPA/EPA

Als Gianni Infantino 2016 die Nachfolge von Sepp Blatter als FIFA-Präsident antrat, versprach er beim Verband grossflächig aufzuräumen. Doch in den vergangenen zwei Jahren scheint die Sache noch undurchsichtiger geworden zu sein.  

Kritik? Nein, danke …

So verbietet der überarbeitete Ethikkodex beispielsweise verbandsinterne Kritik an der FIFA. In Abschnitt 22.2 heisst es: 

«Personen, die an diesen Kodex gebunden sind, ist es untersagt, gegenüber der FIFA und/oder anderen Personen, die im Zusammenhang mit FIFA-Veranstaltungen an diesen Kodex gebunden sind, diffamierende öffentliche Erklärungen abzugeben.»

FIFA-Ethikkodex ap

Ein Verstoss gegen diesen Abschnitt kann mit dem kompletten Ausschluss von jeglichen Fussball-bezogenen Aktivitäten während bis zu zwei Jahren bestraft werden. In «schweren Wiederholungsfällen» sind auch bis zu fünf Jahre möglich.

«Das wird jegliche Kritik gegenüber der FIFA im Keim ersticken, was vermutlich genau das ist, was sich der Verband erhofft», sagt Alexandra Wrage, ehemaliges Mitglied der FIFA-Governance-Kommission gegenüber der AP.

Bestechung vertuschbar

Der Ethikkodex des Weltverbands wurde 2004 vom damaligen Präsidenten Sepp Blatter eingeführt. Er sollte ein Mittel sein, um Korruption und Bestechung zu bekämpfen. Mit den jüngsten Anpassungen ist jedoch auch letztere nur noch bedingt strafbar. 

Zwar ist Bestechung immer noch verboten, allerdings sind den Ermittlern nach einer gewissen Zeit die Hände gebunden. Während bislang bei Bestechungsfällen in jedem Fall ermittelt wurde, heisst es im neuen Kodex:

«Bestechung, Veruntreuung und Manipulation von Fussballspielen oder Wettbewerben dürfen nach Ablauf von zehn Jahren nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden.»

FIFA-Ethikkodex ap

Das heisst: Wenn ein FIFA-Mitglied eine Bestechung während zehn Jahren vertuschen kann, kann der Verband danach nicht mehr gegen ihn ermitteln. 

«Die neue FIFA ist eine Demokratie, sie ist keine Diktatur», sagte Infantino den FIFA-Mitgliedern während einer Rede im Jahr 2017. «Es ist eine transparente Organisation ... eine zutiefst ehrliche Organisation.» Über die Änderungen im Ethikkodex wollten die Verantwortlichen im Hauptsitz in Zürich auf Anfrage der AP keine Auskunft geben. Es hiess einzig, dass die Änderungsvorschläge vom Ethikkommitee vorgeschlagen wurden.

FIFA soll unter politische Aufsicht gestellt werden

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Video: srf

Infantino kickt mit Figo, Deco und Co.

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ohniznachtisbett 14.08.2018 11:56
    Highlight Highlight Also im Lead dieses Artikels steht: "Neuerdings ist Korruption kein Strafbestand mehr". Im Artikel darunter steht genau das Gegenteil, einfach mit einem Verjährungsdatum. Clickbait? Fehler? Hä?
    2 30 Melden
    • Adrian Buergler 14.08.2018 12:12
      Highlight Highlight @Ohniznachtisbett: Vorher war Korruption ein Strafbestand im Kodex. In der neuen Version wird Korruption gar nicht mehr erwähnt. Hingegen Bestechung ist immer noch ein Strafbestand.
      31 1 Melden
    • Ohniznachtisbett 14.08.2018 13:22
      Highlight Highlight Und wo liegt der Unterschied zwischen Bestechung und Korruption?
      1 10 Melden
    • Adrian Buergler 14.08.2018 13:33
      Highlight Highlight @Ohniznachtisbett: Korruption ist der grundsätzliche Missbrauch eines Amtes, während Bestechung der Bezug einer unzulässigen Leistung durch eine meist finanzielle Gegenleistung ist.

      Natürlich sind die Begriffe sehr ähnlich.
      22 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • roger.schmid 14.08.2018 11:45
    Highlight Highlight ..
    User Image
    39 1 Melden
    • bytheway 14.08.2018 21:30
      Highlight Highlight ...
      User Image
      7 0 Melden
  • The Origin Gra 14.08.2018 11:34
    Highlight Highlight Merke, die Effizienteste Methode eine Art von Verbrechen zu Bekämpfen ist es, dieses zu Legalisieren.

    Doch doch, der Infantino hat viel von den Diktatoren und Autokraten dieser Welt gelernt, Hut ab.

    Ich werde Nationalrat und legalisiere das Plündern der FIFA-Konten, dann kann ich Millionen abkassieren.
    Wer macht bei dem Coup mit? :D
    52 0 Melden
    • D(r)ummer 14.08.2018 12:17
      Highlight Highlight Die USA machen gerne mit.
      Die hätten den Laden gerne auch als Verein bei sich Zuhause.
      17 1 Melden
  • raphidet 14.08.2018 10:43
    Highlight Highlight Der Titel ist falsch. Es sollte heissen:
    „Die FIFA ist endlich die Korruption losgeworden - und zwar genau so wie du denkst“
    91 0 Melden
  • Beggride 14.08.2018 10:34
    Highlight Highlight Also ich finde, das klingt sehr vertrauenswürdig... 😅😅😅
    44 1 Melden
  • wasps 14.08.2018 10:31
    Highlight Highlight Im Vergleich zu Infantino war Blatter ein Schneewittchen.
    68 0 Melden
  • N. Y. P. D. 14.08.2018 10:19
    Highlight Highlight Bittet doch die offiziellen Stellen der Stadt Zürich um ein Statement, ob sie stolz darauf sind, dass die FIFA ihren Hauptsitz in der Stadt hat.

    Und wenn sie stolz darauf sind, bittet um eine Begründung dessen.

    Und ich wette ein Snickers, dass Ihr kein Statement bekommt.
    83 2 Melden
    • Poltergeist68 14.08.2018 11:21
      Highlight Highlight Da geht glaub mehr, als nur ein Snickers;) Die Wette kannst du nicht verlieren 🤣
      32 0 Melden
  • Petersilly 14.08.2018 10:13
    Highlight Highlight Ich dachte eigentlich das Blatter schon ein ziemliches Schlitzohr ist. Infantino scheint jedoch einige Nummern schlimmer.
    Habe erst jetzt kapiert, dass das E in FIFA für Ethik steht.
    100 0 Melden
  • banda69 14.08.2018 10:05
    Highlight Highlight Die FIFA und die SVP sind Geschwister im Geiste. Beide wollen die Korruption nicht angehen.

    "Die SVP lehnt eine Revision des Schweizer Korruptionsstrafrechts vollständig ab. Da die Schweiz zu jenen Ländern gehöre, die am wenigsten von Korruption betroffen sei, sei eine Korrektur in der Gesetzgebung «grundsätzlich nicht angezeigt»."

    Ja die SVP, die tut was fürs Volk.


    https://www.aargauerzeitung.ch/wirtschaft/wieso-fifa-fdp-und-svp-kein-schaerferes-korruptionsstrafrecht-wollen-127622227

    90 12 Melden
  • chnobli1896 14.08.2018 09:45
    Highlight Highlight Effizient gelöst würde ich mal sagen...
    Infantino ist glaube ich noch schlimmer als Blatter
    202 1 Melden
    • leu84 14.08.2018 11:56
      Highlight Highlight Er ist ja quasi der "Ziehsohn" vom Michel
      7 0 Melden
  • bernd 14.08.2018 09:38
    Highlight Highlight Was soll denn Korruption genau sein? Das ist ein sehr allgemeiner Begriff, der so meines Wissens im Schweizer Recht auch nicht vorkommt. Bestechung, Veruntreuung und Manipulation, alles Arten von Korruption scheinen ja nach wie vor sanktioniert zu werden. Und dass Vergehen verjähren ist jetzt auch keine Erfindung der FIFA.
    10 57 Melden
  • zsalizäme 14.08.2018 09:36
    Highlight Highlight Dass im Zusammenhang mit diesen neuen Regeln überhaupt noch das Wort "Ethik" gebraucht wird, ist ja schon ziemlich ironisch. So wies scheint hat Infantino an der WM im Sommer noch ein paar Tipps von Putin erhalten. ;-)
    213 2 Melden
  • lily.mcbean 14.08.2018 09:34
    Highlight Highlight He nai.
    Beim Lesen habe ich mich dabei erwischt wie ich kopfschüttelnd gelacht habe.

    Die FIFA kann es sich einfach so erlauben vor aller Öffentlichkeit Korruption und Beschiss zu legalisieren. BRAVO, ganz grosses Kino.
    298 4 Melden
    • sägsali 14.08.2018 10:10
      Highlight Highlight Wir sind ja schuld, trotzdem zahlen wir die Summen für die Spiele, lassen uns verarschen...
      28 2 Melden
    • Lord_Mort 14.08.2018 10:12
      Highlight Highlight Das liegt daran, dass die FIFA etwa den Stellenwert hat wie früher der Klerus. Die Politik steht daneben und schaut dabei zu oder macht selbst die hohle Hand.
      Wieso solche "Vereine" und Grossunternehmen weder Steuern zahlen, noch juristisch verfolgt werden, bleibt mir ein Rätsel.
      62 1 Melden
    • Webtom 14.08.2018 10:37
      Highlight Highlight He jo, alles paletti. Korrupt sind nur die anderen. Ob Nestle, Novartis, der Vatikan, die FIFA: Wer genügend Macht hat, kann problemlos "bschisse und liege". Ethik gibt's nur auf dem Kinderspielplatz.
      32 0 Melden
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