Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
LONDON, ENGLAND - MAY 03:  Gary Cahill of Chelsea (24) celebrates winning the Premier League title with team mates after the Barclays Premier League match between Chelsea and Crystal Palace at Stamford Bridge on May 3, 2015 in London, England. Chelsea became champions with a 1-0 victory.  (Photo by Mike Hewitt/Getty Images)

Kann Chelsea erstmals den Titel verteidigen? Bild: Getty Images Europe

20 Jahre nach Blackburns Sensation – bleibt in der Premier League alles beim Alten oder überrascht ein Underdog?    

Nur einmal seit Gründung der Premier League vor 23 Jahren kam der Meister nicht aus London oder Manchester. Die Chance, dass sich dies in der Saison 2015/16 ändern wird, ist ziemlich klein. Morgen Samstag geht's in England los.



Es war die Premier-League-Sensation überhaupt: 1995 hiess das beste Team der obersten englischen Spielklasse Blackburn Rovers, der Meistertrainer Kenny Dalglish. Beide sind mittlerweile von der Bildfläche verschwunden: Blackburn ist seit 2012 wieder zweitklassig (9. Rang in der Championship), Dalglish Vorstandsmitglied in Liverpool. 

Play Icon

Eine Sensation – Blackburn gewinnt 1995 die Premier League. YouTube/Matthew Bragg

Schafft Chelsea die Titelverteidigung?

Was blieb, ist der Fakt, dass Blackburn nach wie vor der einzige Klub ausserhalb der Fussball-Metropolen Englands ist, der die Phalanx der Top 4 durchbrochen hat. Obwohl Liverpool vor einem Jahr nah dran war, konnten auch die Reds nichts daran ändern. Sämtliche Titel gingen an Manchester United (13), Chelsea (4), Arsenal (3) oder Manchester City (2). Eine Titelverteidigung ist seit Manchester United 2009 aber keiner Mannschaft mehr gelungen. 

MANCHESTER, ENGLAND - MAY 16:  Manchester United celebrate winning the Barclays Premier League trophy after the Barclays Premier League match between Manchester United and Arsenal at Old Trafford on May 16, 2009 in Manchester, England.  (Photo by Alex Livesey/Getty Images)

2009 gewannen die Red Devils zum dritten Mal infolge die Premier League.  Bild: Getty Images Europe

Als grosser Gejagter nimmt Chelsea dieses Unterfangen in Angriff. Der Sommer verlief weitgehend ruhig, José Mourinho nahm nach dem dritten Meistertitel in seiner zweiten Amtszeit als Trainer der «Blues» (nach 2005 und 2006) nur Retouchen vor. 

Er gab den alternden tschechischen Goalie Petr Cech an Stadtrivale Arsenal ab und holte an dessen Stelle den bosnischen Nationalkeeper Asmir Begovic, dazu ersetzte er Didier Drogba durch Radamel Falcao. 

epa04870062 Arsenal's goalkeeper Petr Cech greets supporters during  their English FA Community Shield soccer match between Chelsea and Arsenal in Wembley stadium in London, Britain, 02 August 2015.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA DataCo terms and conditions apply. http://www.epa.eu/files/Terms%20and%20Conditions/DataCo_Terms_and_Conditions.pdf

Ungewohntes Bild: Nach 11 Jahren Chelsea trägt Cech nun das Trikot der Gunners.  Bild: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA/KEYSTONE

Chelsea's Defizite in der Abwehr

Im Gegensatz zur Konkurrenz bleibt Chelsea das Problem erspart, sich zuerst einspielen zu müssen. Die Stammformation dürfte die gleiche sein wie in der letzten Saison, mit dem überragenden Dribbler Eden Hazard und Skorer Diego Costa – trotz latenter Oberschenkelprobleme schoss der schwer zu verteidigende Brasilianer in 24 Spielen 20 Tore – als zentrale Elemente. 

Als Schwäche sehen Experten und auch der Trainer die quantitativ dünn besetzte Abwehr. «Wir können nicht mit fünf Verteidigern in eine Saison starten», monierte Mourinho. «Das reicht definitiv nicht.» 

Football - Arsenal v Everton - Barclays Asia Trophy Final - National Stadium, Singapore - 18/7/15
Everton's John Stones down injured
Action Images via Reuters / Jeremy Lee
Livepic
EDITORIAL USE ONLY.

43 Millionen verlangt Everton für ihn: John Stone.  Bild: Jeremy Lee/REUTERS

Alle Abwerbungsversuche für John Stone sind bislang gescheitert, weil Everton den 21-jährigen Engländer nicht im letzten Monat des Transferfensters noch abgeben will. Bei einem entsprechenden Angebot könnte sich das aber noch ändern. Everton verlangt gemäss Medienberichten rund 43 Millionen Euro für den Internationalen. Kommt der Deal zustande, würde er es bei aktuellem Stand in die Top 4 schaffen. 

Der teuerste Premier League-Transfer

Einst sagte Franz Beckenbauer: «10 Millionen Euro sind heute kein Geld mehr – dafür kaufen die Engländer den Platzwart», damit dürfte er wohl recht gehabt haben.

An den sündhaft teuren Spielerwechseln dieses Sommers war unter anderem Liverpool beteiligt. Nach dem frühen Out in der Champions League (in der Gruppe mit Basel) und der fünften Klassierung ausserhalb der Top 5 seit 2009 erhielt Brendan Rodgers die vermutlich letzte Chance, dem Team durch Zuzüge mehr Stabilität zu verleihen. 

Play Icon

Hat sich bei Liverpool bereit eingelebt – Benteke mit seinem ersten Tor für die Reds.  YouTube/You'll Never Walk Alone

«10 Millionen Euro sind heute kein Geld mehr – dafür kaufen die Engländer den Platzwart.»

Franz Beckenbauer

Für die Offensive, die 2014/15 nur 52 Tore erzielte, wurden mit dem Belgier Christian Benteke und dem Brasilianer Roberto Firmino zwei sprichwörtliche Hochkaräter geholt. Allein für dieses Duo gab Liverpool fast 87 Millionen Euro aus. Ein erheblicher Teil davon wurde durch den Verkauf von Raheem Sterling zu Manchester City, dem mit 62,5 Millionen Euro teuersten Transfer aller Zeiten innerhalb der Premier League, refinanziert.

Van Gaal unter Druck

Auch Manchester Uniteds Trainer Louis van Gaal erhielt von den Klubbesitzern einen Freipass, das Team weiter nach seinen Wünschen zusammenzustellen. 205 Millionen Euro durfte der Holländer im letzten Sommer ausgeben, rund 110 Millionen (für Morgan Schneiderlin, Memphis Depay, Bastian Schweinsteiger und Matteo Darmian) waren es in dieser Zwischensaison. 

«Er hatte nun ein ganzes Jahr und eine Sommerpause lang Zeit, den Spielern seine Ideen und seine Philosophie einzuimpfen», sagte der frühere United-Verteidiger Rio Ferdinand. «Er steht unter Druck, die Liga zu gewinnen oder mindestens Zweiter zu werden.» 

Manchester United's manager Louis van Gaal (L) laughs as he and player Bastian Schweinsteiger speak to the media as the team introduces three new signings: Schweinsteiger, Morgan Schneiderlin and Matteo Darmian, at a news conference in Bellevue, Washington July 15, 2015.  REUTERS/Jason Redmond

Wollen zusammen den Titel anstreben: Louis van Gaal und Schweinsteiger.  Bild: JASON REDMOND/REUTERS

Eine dritte titellose Saison – zuvor waren auch David Moyes und dessen interimistischer Nachfolger Ryan Giggs gescheitert – kann sich der Rekordmeister nicht mehr erlauben. Ebenso wenig eigentlich auch den Weggang von Angel Di Maria nach nur einer (wenig überzeugenden) Saison zu Paris St-Germain. «Nur wenige Trainer der Welt würden den Verkauf eines Spielers für 20 Millionen Pfund unter dem Kaufpreis unbeschadet überstehen», stichelte TV-Experte Alan Shearer.

Höchste Priorität hat für Van Gaal nach dem Fehlstart des letzten Jahres – als die Meisterschaft aus Sicht der United nach nur 13 Punkten aus zehn Spielen bereits gelaufen war  – die Startphase der Saison. Dazu gehören heuer auch die Champions-League-Playoffs. 

Zu den «Big Spenders» gehörten der entthronte Lokalrivale Manchester City, der sich neben Sterling unter anderem mit dem englischen Internationalen Fabian Delph verstärkt hat, sowie Newcastle und Tottenham, die den eigenen Ansprüchen hinterher hinkten. 

Football - AS Roma v Manchester City - International Champions Cup Pre Season Friendly Tournament - MCG, Melbourne, Australia - 21/7/15
Manchester City's Raheem Sterling in action
Action Images via Reuters / Jason O'Brien
Livepic

Spielt nun im Dress der Citizens – Raheem Sterling.  Bild: Jason O'Brien/REUTERS

Aufsteiger profitieren vom TV-Vertrag

Dank dem lukrativsten TV-Vertrag im Klubfussball haben die Vereine der Premier League finanziell unerreichte Möglichkeiten. Zwischen 2016 und 2019 werden auch dank den Rechten im Ausland über neun Milliarden Euro verteilt.

Vom ungebremsten Boom profitieren auch die Aufsteiger. Bournemouth, 2008 wegen Insolvenz in die vierte Liga relegiert, darf im zweitkleinsten Stadion der Premier-League-Historie (Fassungsvermögen rund 12'000 Zuschauer) erstmals überhaupt gegen die Grossen spielen.

Football - Charlton Athletic v AFC Bournemouth - Sky Bet Football League Championship - The Valley - 2/5/15
Bournemouth celebrate winning the Sky Bet Football League Championship after the game
Action Images via Reuters / John Marsh
Livepic
EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or

Bournemouth darf nach dem Aufstieg zum ersten Mal in der höchsten englischen Liga spielen. Bild: John Marsh/REUTERS

Als Lohn für den Promotion hat der AFC rund 42 Millionen Euro kassiert. Bei einem sofortigen Wiederabstieg würde Bournemouth, verteilt auf vier Jahre und quasi als «Rettungspaket», weitere 100 Millionen erhalten. Dem Team aus dem Badeort an der Südküste wird es eher als den anderen Aufsteigern Watford und Norwich zugetraut, die Klasse zu halten.

12.06.2015; London; Fussball international - Testpiel -  AFC Wimbledon - Watford; Almen Abdi (Watford) (Catherine Ivill/AMA/freshfocus)

Schafft Almen Abdi mit Watford dieses Jahr den Ligaerhalt? Bild: Catherine Ivill/freshfocus

Bei Watford stehen mit Almen Abdi und neuerdings Valon Behrami zwei Schweizer in wichtigen Funktionen unter Vertrag. Auch Aston Villa könnte wieder in den Abstiegskampf verwickelt sein. Ob der von Verletzungen geplagte Philippe Senderos die Saison mit dem Team aus Birmingham absolvieren wird, darf bezweifelt werden. Aston Villa sucht für den Genfer, der seit letztem Sommer nur in acht Ligapartien im Einsatz stand, offenbar ziemlich aktiv nach einem Abnehmer. (si/ndö)

Die Spitznamen der Premier-League-Teams und ihr Ursprung

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Frankfurt-Spieler da Costa hat gerade das beste Platz-Interview des Jahres gegeben

Eintracht Frankfurt ist nach leichten Startschwierigkeiten gerade so richtig im Schuss. Die Mannschaft von YB-Meistercoach Adi Hütter hat seit acht Spielen nicht verloren, ausser einem Unentschieden jedes Spiel gewonnen.

So auch gestern in der Europa League. Die Eintracht hat sich mit dem 3:2-Sieg gegen Apollon Limassol souverän und verlustpunktlos für die K.-o.-Phase qualifiziert. 

Besser geht also nicht. Könnte man denken. Denn einer toppt das Ganze noch: Frankfurts Aussenverteidiger Danny …

Artikel lesen
Link to Article