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FILE - In this Dec. 2, 2010 file picture FIFA President Joseph S. Blatter announces that Qatar will be hosting the 2022 Soccer World Cup, during the FIFA  2018 and 2022 World Cup Bid Announcement in Zurich, Switzerland. A FIFA task force on Tuesday, Feb. 24, 2015 recommended playing the 2022 World Cup in November-December to avoid the summer heat in Qatar. The plan must be approved by the FIFA executive committee, chaired by Blatter, at a March 19-20, 2015 meeting in Zurich. (AP Photo/Keystone/Walter Bieri, File)

2010: Sepp Blatter verkündet, dass Katar die WM 2022 ausrichten wird. Bild: AP/KEYSTONE

Eine Million für eine Stimme – Zeuge berichtet unter Eid von gekaufter WM 2022 in Katar

Es geht um zwielichtige Geldflüsse: In New York müssen sich drei ehemalige hochrangige Fussball-Funktionäre aus Südamerika vor Gericht verantworten. Ein Zeuge sagte aus, für eine WM-Stimme an Katar sei eine Million Dollar bezahlt worden.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Im FIFA-Prozess gegen drei frühere Top-Funktionäre aus Südamerika wegen Betrug, Verschwörung und Geldwäsche hat gleich der erste Zeuge schwerwiegende Anschuldigungen vorgebracht, vor allem die WM-Vergabe an Katar gerät erneut in den Fokus.

Alejandro Burzaco, früherer Chef einer argentinischen Sportmarketingfirma, machte den südamerikanischen Top-Funktionären Nicolas Leoz, Ricardo Teixeira (beide im US-Verfahren ebenfalls angeklagt) und Julio Grondona (2014 verstorben) schwere Vorwürfe. Das Trio soll unter anderem bei Abstimmungen über die Austragung von Weltmeisterschaften in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.

epa06331424 (FILE) - Argentinian businessman Alejandro Burzaco arrives at Brooklyn Federal court in Brooklyn, New York, USA, 18 September 2015 (reissued 15 November 2017). Alejandro Burzaco testified on 14 November 2017 during the FIFA corruption trial in New York, saying that he paid former Argentinian football official Jorge Delhon and another official 500,000 US dollar (423,000 euro) each every year from 2011 to 2014 to secure the broadcasting rights to soccer matches. Jorge Delhon committed suicide in Buenos Aires just hours after being accused of taking bribes, media reports claimed on 15 November 2017.  EPA/ANDREW GOMBERT *** Local Caption *** 52221627

Alejandro Burzaco packt aus. Bild: EPA

Als Leoz es im Dezember 2010 versäumt hatte, für Katar als Austragungsland 2022 zu stimmen, soll er von Teixeira und Grondona bedrängt worden sein. «Sie schüttelten ihn, sie fragten: Was machst du? Stimmst du nicht für Katar?», sagte Burzaco unter Eid vor einem Schwurgericht in New York. Grondona habe später eine Million US-Dollar von Teixeira erhalten, so Burzaco. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, würde der Druck auf den WM-Ausrichter und die FIFA enorm steigen.

Grondona war eines von 22 Mitgliedern des FIFA-Exekutivkomitees, das im Dezember 2010 in Zürich über die WM-Gastgeber 2018 und 2022 abstimmte. Russland und Katar erhielten damals den Zuschlag. Gegen Grondona waren immer wieder Anschuldigungen wegen möglicher Ethik-Vergehen laut geworden. Unter anderem war er in dubiose Geldflüsse aus Südafrika verwickelt.

Alle Stadien der WM 2022 in Katar

Nach Ermittlungen der US-Justiz zur FIFA-Affäre ab Mai 2015 waren mehrere ehemalige Fussball-Funktionäre verhaftet worden, weil sie für die Vergabe von Fernsehrechten Schmiergelder angenommen haben sollen.

Belastet wurde von Burzaco während der Aussage auch der frühere argentinische Funktionär Jorge Delhon, der als Angestellter eines Regierungsprogramms ebenfalls Bestechungsgeld für TV-Rechte angenommen haben soll. Argentinische Medien berichteten, Delhon habe am Dienstag im Anschluss an die Verhandlung in Buenos Aires Suizid begangen.

«Bargeld in Säcken und Umschlägen»

Burzaco gestand zudem, dass sein Unternehmen mehr als ein Jahrzehnt lang Bestechungsgelder für TV-Rechte an die Führungskräfte des südamerikanischen Verbandes Conmebol gezahlt habe. Involviert soll unter anderem auch der US-Medienriese Fox Sports gewesen sein.

Die Gelder seien entweder per Banküberweisung auf ein Schweizer Konto gezahlt oder in Form von Bargeld «in Säcken und Umschlägen» übergeben worden, hiess es. Von der Staatsanwaltschaft vorgelegte Dokumente legen die Existenz einer für das Geld genutzten Firma auf den Turks- und Caicos-Inseln, einem britischen Überseegebiet in der Karibik, nahe. Burzaco erklärte, er habe die drei Angeklagten bestochen. Die früheren Fussballfunktionäre José Maria Marin, Juan Angel Napout und Manuel Burga sollen in diesem gigantischen Bestechungsnetzwerk eine grosse Rolle gespielt haben.

epa06331457 (FILE) - A man enters the Brooklyn federal court in Brooklyn, New York, USA, 16 July 2015 (reissued 15 November 2017). Argentinian businessman Alejandro Burzaco testified on 14 November 2017 during the FIFA corruption trial in New York, saying that he paid former Argentinian football official Jorge Delhon and another official 500,000 US dollar (423,000 euro) each every year from 2011 to 2014 to secure the broadcasting rights to soccer matches. Jorge Delhon committed suicide in Buenos Aires just hours after being accused of taking bribes, media reports claimed on 15 November 2017.  EPA/ANDREW GOMBERT *** Local Caption *** 52057540

Im United States Courthouse soll es den FIFA-Funktionären endgültig an den Kragen gehen. Bild: EPA/EPA

Marin (85) war bis 2015 Präsident des brasilianischen Verbandes, der Paraguayer Napout (59) zwischenzeitlich FIFA-Vize und Burga (60)  bis 2014 Fussballchef in Peru. Partner von Burzacos Firma («Torneos y Competencias») sollen neben Fox unter anderem auch TV Globo (Brasilien), die argentinische Mediengruppe Full Play und MediaPro (Spanien) gewesen sein. Der Fox-Mutterkonzern 21st Century Fox wies die Anschuldigungen umgehend zurück. (pre/chh/jan/sid)

Medienschau nach der WM-Vergabe 2022

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Christian Mueller (1) 16.11.2017 13:27
    Highlight Highlight und warum werden die nur von den USA angeklagt? achso, wir erlassen der FIFA die Steuern, weil es ein gemeinnütziger Verein sei. Wohl weil er eher den Gemeinen nützt.
  • FrancoL 16.11.2017 11:29
    Highlight Highlight Nichts Neues in der Fussballwelt.
    Nichts Neues dass der Geldfluss in die Schweiz wieder ein Thema wird.
    Nichts Neues, dass wir in der Schweiz beim Geldfluss wegschauen mögen.
    Der Fussball wäre mir noch gleich, doch das Image der Schweiz leidet unter den Geldflussvorwürfen und was macht unsere bürgerliche Regierung? Nichts Neues, sie macht nichts!
  • zombie woof 16.11.2017 11:27
    Highlight Highlight Blatter und die ganze korrupte Bande müssten eigentlich als Strafe in Katar auf dem Bau schuften, und zwar zu den gleichen Bedingungen wie Inder, Pakistanis usw. und anschliessend in den Knast von Karachi.
  • N. Y. P. D. 16.11.2017 11:00
    Highlight Highlight Eigenartig. Immer wenn ein Artikel mit dem Konterfei vom Sepp zum Lesen einlädt, kommen folgende Wörter zwingend im Text vor :

    FIFA
    Sepp Blatter
    Korruption
    Funktionär
    Bargeld

    Was ich jedoch nicht wusste, dass Bargeld in «in Säcken» übergeben wird. In guten, alten Mafiafilmen reichten noch Umschläge mit einem kleinen Zustupf. Bei der FIFA sind es also Säcke voll Geld.
    • piedone lo sbirro 16.11.2017 13:28
      Highlight Highlight der vollständigkeits halber:
      Benutzer Bild
  • amore 16.11.2017 10:45
    Highlight Highlight Die Fifa will doch mit dem Fussball Fairness auf der ganzen Welt verbreiten...... Ach so ist das.
    Die Fifa als Spiegelbild unserer globalisierten Gesellschafts- und Wirtschaftsgrundhaltung.
  • giguu 16.11.2017 10:23
    Highlight Highlight Eigentlich sollte man die WM in Qatar aussetzen...
  • Posersalami 16.11.2017 09:57
    Highlight Highlight Wie, die FIFA hat ein Problem mit Korruption?

    Nein! Doch! OHHHHHHHHH!
  • mikel 16.11.2017 09:39
    Highlight Highlight Vielleicht die letzte Hoffnung, dass diese lächerliche WM in Katar nicht durchgeführt wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt...
    • Lord-Alain 16.11.2017 12:18
      Highlight Highlight Aber sie stirbt. (Warscheinlich)
  • piedone lo sbirro 16.11.2017 09:27
    Highlight Highlight alles andere als eine überraschung, oder?

    nicht die erste und wohl auch nicht die letzte gekaufte WM.

Diese Doku über WM-Arbeiter in Katar solltest du als Fussballfan gesehen haben

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