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Brazilian international midfielder Oscar arrives at the Shanghai Pudong International Airport, after agreeing to join China super league football club Shanghai SIPG from Chelsea in Shanghai, China, January 2, 2017.  REUTERS/Aly Song     TPX IMAGES OF THE DAY

Oscar wurde in China wie ein Staatsheld empfangen. Bild: ALY SONG/REUTERS

Kehrtwende im Transfer-Irrsinn: China will «Geld verbrennen» im Fussball stoppen

Die Fussballklubs Chinas zahlen exorbitante Ablösesummen für ausländische Profis. Im Jahr 2016 wurde der Transferrekord fünfmal gebrochen. Nun will die oberste Sportbehörde den Kaufrausch stoppen.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Klubs der chinesischen Super League haben in den vergangenen Wochen und Monaten aufsehenerregende Summen für neue Spieler ausgegeben. Damit soll nach Plänen der obersten Sportbehörde Chinas Schluss sein. Die Vereine würden «Geld verbrennen» und die Entwicklung eigener Talente vernachlässigen, sagte ein Sprecher der Generalverwaltung des Sports, die dem Staatsrat direkt untergeordnet ist.

Die Auswüchse mancher Klubs seien ein «gravierendes Phänomen», so der Sprecher. Zu den Problemen gehörten demnach unter anderem riesige Transfersummen und zu hohe Gehälter für ausländische Spieler sowie der Fokus auf kurzfristige Erfolge während die langfristige Entwicklung ignoriert werde.

Football Soccer - China v Syria - 2018 World Cup Qualifying Asia Zone - Round 3 Group A - Xi'an, China - 6/10/16    Fans cheer ahead of match between China and Syria.The Chinese characters read,

China soll Fussball-Weltmacht werden, aber zu welchem Preis? Bild: CHINA STRINGER NETWORK/REUTERS

Deshalb werde die Behörde die Untersuchung und Überwachung der Finanzen der Klubs verstärken, deren Ausgaben für Spieler stufenweise regulieren und damit positive finanzielle Verhältnisse gewährleisten. Ausserdem werde eine Obergrenze für Transferausgaben festgelegt, um unangemessene Investitionen zu verhindern. Die Generalverwaltung des Sports will auch Bonuszahlungen für Vertragsabschlüsse (der sogenannte Signing Bonus) und Geheimverträge bekämpfen und droht bereits mit empfindlichen Strafen.

Staatschef will China zur Fussballnation machen

Vor knapp zwei Wochen hatte der chinesische Fussballverband CFA bereits angekündigt, die bisherige 4+1-Regel für Legionäre in eine 3+1-Regel zu ändern. Bislang war es jedem Klub erlaubt, maximal vier ausländische Spieler und einen Legionär aus dem asiatischen Fussballverband im Kader zu haben.

Alleine im vergangenen Jahr haben die Klubs den chinesischen Transferrekord fünfmal gebrochen. Aktuell ist der Brasilianer Oscar der teuerste Spieler, der jemals nach China wechselte. Er schloss sich im Dezember für mindestens 60 Millionen Euro – manche Quellen berichten von 71.5 Millionen Euro – Shanghai SIPG an. Zuvor hatte er für den FC Chelsea gespielt.

Die teuersten Transfer in dieser Saison:

Bild

Hier sind nur die Ablösesummen ersichtlich, nicht die horrenden Löhne. bild: transfermarkt

Kurz darauf wechselte auch der argentinische Stürmerstar Carlos Tévez vom Hauptstadtklub Boca Juniors aus Buenos Aires zu Shanghai Shenhua. Details des Deals wurden zwar nicht bekannt. Argentinische Medien hatten aber im Vorfeld berichtet, dass Tévez angeblich in zwei Jahren umgerechnet etwas mehr als 80 Millionen Euro verdienen soll. Sein Landsmann Ezequiel Lavezzi erhält 56.7 Millionen Euro für einen Zweijahresvertrag bei Hebei China Fortune. Netto.

Auch namhafte Trainer sind in der Volksrepublik tätig. So etwa Brasiliens Weltmeistercoach von 2002, Luiz Felipe Scolari (Guangzhou Evergrande), der Chilene Manuel Pellegrini (Hebei China Fortune) oder der Portugiese André Villas-Boas (Shanghai SIPG). Auch Felix Magath ist seit vergangenem Sommer Trainer in China (Shandong Luneng).

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Der Boom des chinesischen Fussballs hängt eng mit Staatschef Xi Jinping zusammen, der ein grosser Fan der Sportart ist und der China zu einer Fussballnation machen will. Dabei hat er zwei grosse Ziele: Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land, und dass China den WM-Titel holt. Die Nationalmannschaft ist allerdings weit von der Weltspitze entfernt. Derzeit liegt sie in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 82. Für eine WM qualifizierte sich das Team, das derzeit von Star-Trainer Marcello Lippi betreut wird, zuletzt 2002. Damals schied man mit null Punkten und 0:9 Toren aus.

Das sind die 32 teuersten Fussball-Transfers der Welt

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lord_ICO 06.01.2017 11:20
    Highlight Highlight Falls China, diesen Transfer und Salary Cap durchzieht und wirklich hart durchgreift, dann kann die UEFA noch einiges davon lernen. Finde schon die 3+1 Regel würde den UEFA Wettbewerben gut stehen, dann würden Legionärstruppen wie Arsenal, Real, ManCity usw. einiges ändern müssen.
    • CASSIO 06.01.2017 16:05
      Highlight Highlight Lord_ICO: Google mal Bosman-Urteil.
  • mrgoku 06.01.2017 11:15
    Highlight Highlight Grundsätzlich ja schlecht dass soviel Geld bezahlt wird. Bei einem Spieler der auf dem absteigenden Ast seiner Karriere ist kann ich durchaus verstehen so ein Angebot anzunehmen. Würde ich auch machen. Bei einem jungen Spieler wie Oscar und Co. verstehe ich das aber absolut nicht. Der hat bei Chelsea sicherlich schon genug verdient dass er sich keine Sorgen um die Zukunft machen muss. Er war aber in Europa aktiv, wo der Fussball das Mass aller Dinge ist und wo er wichtige Pokale gewinnen kann... in China hat er nichts ausser Smog.
    • Hoppla! 06.01.2017 13:22
      Highlight Highlight China nichts ausser Smog?

      Da wird China (immerhin > 10% der Weltbevölkerung) aber sehr ernst genommen.
    • mrgoku 06.01.2017 13:37
      Highlight Highlight Für einen Fussballprofi hat es dort definitiv nichts was ihm nützen würde... geht hier um Fussball nicht um was anderes
  • Karl Müller 06.01.2017 11:11
    Highlight Highlight Bei diesen Transfer-News drängt sich mir aber noch eine andere Frage auf: Wann wurde Kim Jong Un als Kameramann zu einem chinesischen TV-Sender transferiert (siehe hinten rechts) und wieviel Ablöse kriegte die Volksrepublik Korea dafür?
    • exeswiss 06.01.2017 16:21
      Highlight Highlight wtf jetzt wo du es sagts schaderts mir den rücken runter. "like a ghost story"
  • Luca Brasi 06.01.2017 10:17
    Highlight Highlight Wieso wird eigentlich immer geschrieben, dass es ein Ziel von Staatspräsident Xi sei den Weltmeistertitel zu holen? Ich kann mich nur erinnern, dass er von "Wünschen" für den chinesischen Fußball gesprochen hat. Ich glaube nicht, dass der WM-Titel in den nächsten 15 Jahren ernsthaft ein Thema ist, wenn man sieht, dass die Volksrepublik China wahrscheinlich schon jetzt in der WM-Quali der AFC zu Russland 2018 scheitern wird. Zunächst müsste man sich erst einmal regelmäßig für die WM qualifizieren und vom Spielrhythmus der Europäer ist man weit weit entfernt.

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