Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Aufstieg des Bösen» – Fans von Energie Cottbus feiern im Ku-Klux-Klan-Outfit

Es gab Freibier, ein Fest auf dem Rasen und eine ganze Stadt im Freudentaumel. Energie Cottbus ist zurück in der 3. Liga – doch auch diesmal hat die Party einen braunen Beigeschmack.

28.05.18, 15:12 28.05.18, 20:10


Nach dem 0:0 gegen SC Weiche Flensburg posierten einige maskierte Fans auf dem Marktplatz der Lausitzstadt im Ku-Klux-Klan-Outfit. Dazu hielten sie eine Banner hoch. Darauf prangte das Ku-Klux-Klan-Symbol: das brennende Feuerkreuz. Daneben stand: «Aufstieg des Bösen». Ein Film über Adolf Hitler hat den gleichen Titel. 

Was ist der Ku-Klux-Klan?

Der KKK ist ein rassistischer und gewalttätiger, vor allem in den Südstaaten der USA aktiver Geheimbund. Ziel des Klans war nach der Gründung am 24. Dezember 1865 vor allem die Unterdrückung der Schwarzen. Ein Erkennungszeichen von ihnen sind weisse Kapuzengewänder.

In Deutschland ist der KKK seit den 1920er-Jahren mit Unterbrechungen aktiv. 2016 gab die Bundesregierung bekannt, dass der Ku-Klux-Klan vier aktive Gruppen in Deutschland habe und Ermittlungsbehörden nach Auskunft der Regierung seit 2001 bei 68 Straftaten Bezüge zum Klan gesehen habe. So soll auch Beate Zschäpe, Hauptangeklagte im NSU-Prozess, an mindestens zwei Klan-Zusammenkünften teilgenommen haben. (Süddeutsche Zeitung)

Nun ermittelt die Polizei

Die Polizei hatte von der Aktion erst im Nachhinein erfahren. Daraufhin sei Anzeige erstattet worden, hiess es von einer Sprecherin des Polizeipräsidiums Süd am Montag laut der Agentur DPA. Demnach werde intensiv wegen Verstosses gegen das Versammlungsverbot ermittelt. Unklar war zunächst, wer das Foto aufgenommen hat, da nur eine Aufnahme im Internet verbreitet wurde. 

Laut Informationen von watson wurde das Foto dem freien Journalisten Sören Kohlhuber von einer seiner anonymen Quellen zugespielt. Kohlhuber zu watson: «Weitere Angaben zu Urheber usw. kann ich leider nicht machen.»

Die Fans von Energie sind Wiederholungstäter

Wenn Energie Cottbus in den Medien landet, dann leider nur selten, weil sie guten Fussball spielen. Vielmehr wird über die rechtsextremen Eskapaden einiger ihrer Fans gesprochen.

Im vergangenem Jahr wurden etwa deutschlandweit über die Hitlergrüsse und rechten Parolen einiger Cottbus-Fans beim Spiel gegen den SV Babelsberg berichtet. Unter anderem skandierten einige Anhänger: «Arbeit macht frei, Babelsberg 03» oder «Zecken, Zigeuner und Juden».

Das Neonazi-Problem ist seit Jahren tief in der Fan-Szene von Energie verankert. Das erläuterte unter anderem Rechtsextremismusexperte und Fan-Forscher Robert Claus, der die Verzahnung von Kampfsport-, Polit- und Hooligan-Strukturen in seinem Buch «Hooligans: Eine Welt zwischen Fussball, Gewalt und Politik» aufbröselte. Einige Gruppen bilden sich aus Neonazis, Hooligans und Kampfsportlern und haben Verbindungen in die rechte Szene und ins Rockermilieu. (Übersteiger/Vice Sports)

Nach Erkenntnissen der Brandenburger Sicherheitsbehörden gelten mehr als 200 Fans von Energie als gewaltbereit. Aus einer Antwort der Landesregierung im März geht hervor, dass 155 Energie-Anhänger der Fan-Kategorie B zugerechnet («gewaltbereite/geneigte Fans») werden und 60 in die Kategorie C («gewaltsuchende Fans») fallen. (MAZ)

Zuletzt wurde ein Banner mit der Aufschrift «Schon immer die Mehrheit! Energiefans gegen Nazis!» im eigenen Block entfernt. Das hatte die Gruppe «FC Energie Cottbus – Fans gegen Nazis» per Facebook mitgeteilt. Die Gruppierung hatte laut eigener Aussage die Seite im Oktober gegründet, weil sie nicht mehr akzeptiere, als Energiefans pauschal stigmatisiert zu werden. «Gleichzeitig leugnen wir nicht, dass unser Verein offenbar noch zu viele Nazis anzieht», heisst es in einem Post.

Energie hat sich noch nicht geäussert

Der Verein versucht ebenfalls gegen das schlechte Image anzukämpfen. Schon 2013 erklärte der Klub für die Gruppe Inferno Cottbus ein «Erscheinungs- und Auftrittsverbot» wegen wiederholter antisemitischer Zeichen – wie etwa eines «Juden»-Banners mit Dynamo-Emblem im Spiel gegen Dynamo Dresden. (Spiegel) Auf seiner Website erklärt der Klub, dass es keinen Platz für Nazis gebe. «Wir sind kein Nazi-Verein», sagte Energie-Sprecher Stefan Scharfenberg im April zum Tagesspiegel. «Wir sind Opfer von Menschen, die unseren Klub politisch missbrauchen.»

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte sich vergangene Woche in der Sportschau in einer Wutrede über das Nazi-Image seines Klubs geärgert. Er klagte, dass die Energie-Fans immer in eine Schublade gesteckt werden und die Medien über eine «braune Sauce» schreiben würden. In der Pressekonferenz nach dem Aufstiegsspiel fiel er dann selbst mit antiziganistischem Gegröle auf, als er nach einer Sektdusche nur sang: «Spieler, ihr Zigeuner!»

Hier das ganze Video:

Video: YouTube/Niederlausitz Aktuell

Der Verein versucht trotzdem alles, um sein Problem abzulegen: Im September will Energie Cottbus laut MAZ einen Masterplan gegen Gewalt, Rassismus und Randale vorstellen. Das hatten einige Fans beim Klub angeregt – weil sie sich von den rechtsextremen Fans eingeschüchtert fühlten.

(bn/watson.de)

Alves toppt alle – die grössten Titel-Hamsterer im Fusball

Das könnte dich auch interessieren:

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

Die 7 schlimmsten Momente, die du an einer Prüfung erleben kannst

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Norilsk – no fun. Das ist Russlands härteste Stadt

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Diese Nachricht lässt jede Playstation 4 sofort abstürzen – so schützt du dich

30 Millionen Facebook-Profile gehackt. User-Daten weg. So merkst du, ob du betroffen bist

Diese Inder löschen Pornos und Gräuel-Bilder aus dem Netz – und leiden dabei Höllenqualen

Warum Tabubrecher triumphieren und was die Schweiz damit zu tun hat

Swisscom erhöht Abopreise um 191%: So reagieren die Kunden auf den erzwungenen Abowechsel

Mit diesen 10 Tricks und Tipps holst du das Beste aus Spotify raus

Wir haben die Kantonsgrenzen neu gezogen – so sieht die Schweiz jetzt aus

Diese 7 Frauen hätten einen Nobelpreis verdient – nur eine könnte ihn noch bekommen

GoT-Star Natalie Dormer meint: «MeToo war absolut notwendig!»

Alpentourismus kämpft mit Gigantismus um Gäste: Kann das gut gehen?

Der Staat soll Stillpausen für berufstätige Mütter bezahlen

Wie AfD-Weidel mit falschen Schweizer Asylzahlen Hetze gegen Ausländer macht

Diese Tweets zeigen dir, was mit Menschen passiert, wenn sie zu lange keinen Sex haben 😂

Sorry, Bundesrat Berset, aber es ist Freitag und wir hatten nichts Besseres zu tun ...

«Einmal Betrüger, immer Betrüger» – 7 Leute erzählen von ihrem Beziehungsende

11 Schritte für mehr Nachhaltigkeit in deinem Alltag

präsentiert von

Du denkst, du kennst die Kommaregeln? Ha!

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

10
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Wald Gänger 29.05.2018 00:29
    Highlight Oh Gott!!!!! In einer Null-Kurve hat es Null-Fans!!!! Die sagen und machen böse Sachen!!!!!

    Jedes Mal, wenn die so total gesellschaftsgefährdende Dinge sagen, malen, stammeln oder in Krampfanfällen pantominisieren, muss sich irgendwo ein junges Mädchen auf einem holländischen Dachboden verstecken!
    Wirklich!

    Bis vielleicht mal jemand rausfindet, dass man eine Kurve einfach mit Gummischrot räumen kann und das Gejammer danach eh keinen Menschen interessiert.
    1 14 Melden
  • Echo der Zeit 28.05.2018 20:34
    Highlight Ist doch nichts Neues - die Faschokultur wird in denn Kurven Hochgehalten ob in Italien, Ger, England oder sonst wo, gibt ausnahmen aber wenige. So sind Kurven - hab an einem Kloten Spiel (Playout), Junge Klotener gesehen ausserhalb des Stadions den Hitler Gruss üben, mit Selfie Show. Das Hartgesottene bereits in Ku-Klux-Klan Klamotten auftauchen überrascht nicht mehr.
    3 2 Melden
  • Pana 28.05.2018 17:12
    Highlight Meine Fresse! Da schau ich mir lieber ne Pressekonferenz von Christian Streich an.
    20 1 Melden
  • Carlitos Fauxpas 28.05.2018 16:30
    Highlight Das ganze Jahr Fasnacht für Dumpfbacken.
    11 2 Melden
  • Ravel 28.05.2018 15:57
    Highlight "Nach Erkenntnissen der Brandenburger Sicherheitsbehörden gelten mehr als 200 gewaltbereite Fans von Energie als gewaltbereit."

    Hat mich jetzt doch überrascht, dass Gewaltbereite als gewaltbereit gelten :D
    27 1 Melden
  • niklausb 28.05.2018 15:55
    Highlight Gewaltbereite Fans sind also gewaltbereit? Das scheint mir irgendwie logisch.
    16 0 Melden
  • Gar Manarnar 28.05.2018 15:41
    Highlight WTF?
    45 9 Melden
  • rescue me 28.05.2018 15:35
    Highlight Nazis sind in Ostdeutschen Kurven leider keine Seltenheit.

    Leider bietet eine Fussballkurve eine Plattform, in der es einfach ist in der Masse unterzutauchen...

    66 11 Melden
    • Dynamischer-Muzzi 29.05.2018 07:51
      Highlight Nicht bloß in Ostdeutschen Kurven. Geh mal zur Hertha, dem BVB oder zu den Bayern in die Kurve. Oder zu etlichen Vereinen der Regionalliga Süd-west.
      Hauptsache der Osten von Deutschland wird wieder mal schlecht gemacht.
      1 2 Melden
    • rescue me 29.05.2018 12:29
      Highlight Habe auch nie gesagt dass es nur in Ostdeutschen Kurven so ist. Sorry falls das so rüber kam ;)

      Im Osten sind es leider deutlich mehr als der Schnitt...
      0 0 Melden

Nati-Debütant Mvogo «musste leiden, aber es war für mich ein Supermatch»

Die Schweiz ist zum Siegen zurückgekehrt. Nach zuletzt zwei Niederlagen gewann die Nati in Reykjavik nach einer hektischen Schlussphase das dritte Spiel der Nations League gegen Island 2:1.

In den Schlussminuten mussten die Schweizer doch noch zittern. Alfred Finnbogason hatte in der 81. Minute mit einem herrlichen Weitschuss den starken Debütanten Yvon Mvogo bezwungen, womit die Isländer plötzlich wieder an sich glaubten.

Und nachdem die Schweizer defensiv lange überzeugt hatten, brachen sie plötzlich in Hektik aus. Fabian Schär klärte im letzten Moment auf der Linie (87.), Mvogo parierte den Schuss von Gylfi Sigurdsson glänzend (89.) und der Ex-Basler Birkir Bjarnason …

Artikel lesen