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FIFA President Sepp Blatter announces Russia as the host nation for the FIFA World Cup 2018, in Zurich in this December 2, 2010 file picture. Swiss authorities have opened criminal proceedings against individuals on suspicion of mismanagement and money laundering related to the allocation of the 2018 and 2022 FIFA soccer World Cups in Russia and Qatar.   REUTERS/Christian Hartmann/Files

Auch WM-2018-Veranstalter Russland kann sich noch nicht sicher sein, ob die Weltmeisterschaft wirklich bei ihnen stattfindet. Bild: CHRISTIAN HARTMANN/REUTERS

Fussball-Turniere 2018 und 2022: FIFA schliesst Neuvergabe der WM nicht mehr aus

Russland und Katar – müssen sie doch um die Ausrichtung der WM bangen? FIFA-Übergangschef Scala hat zumindest einen Kurswechsel angedeutet. Die WM-Vergabe 2010 kommt weiter ins Gerede.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Ist das ein Umdenken? FIFA-Interimsboss Domenico Scala schliesst eine Neuvergabe der WM-Turnier 2018 und 2022 zumindest nicht kategorisch aus. «Sollten Beweise dafür vorliegen, dass die Vergabe nach Katar und Russland nur dank gekaufter Stimmen zustande kam, dann könnte die Vergabe nichtig sein», sagt Scala der Schweizer «Sonntagszeitung».

Scala, der gemeinsam mit dem scheidenden FIFA-Präsidenten Joseph Blatter derzeit die Amtsgeschäfte in Zürich leitet, schränkte allerdings ein: Derzeit sei dieser Beweis noch nicht erbracht.

epa04780695 Domenico Scala, FIFA Chairman of the audit and compliance committee, speaks during a press conference at the FIFA headquarters in Zurich, Switzerland, 02 June 2015. FIFA president Joseph S. Blatter at the same event said he is resigning and has called for an extraordinary congress to elect his successor. 'I will organise an extraordinary congress for a replacement for me as president,' Blatter said at the hastily convened press conference in Zurich.  EPA/ENNIO LEANZA

Domenico Scala will bei Beweisen handeln. Bild: EPA/KEYSTONE

Russland geht nach wie vor von der Ausrichtung der WM 2018 aus. «Wer überlegt denn, die WM abzusagen?», sagte Sportminister Witali Mutko der britischen Wochenzeitung «Observer»: «Alles läuft nach Plan, Russland bereitet sich systematisch auf das Turnier vor. Es gibt keine organisatorischen Mängel, und ich sehe überhaupt kein Risiko, warum Russland die WM nicht ausrichten sollte.»

Im Zuge des Korruptionsskandals im Weltverband ermittelt die Schweizer Bundesanwaltschaft wegen «Unregelmässigkeiten» bei den WM-Vergaben an Russland und Katar. Angeblich hat auch die US-Bundesbehörde FBI ihre Untersuchung auf die kommenden beiden Endrunden ausgeweitet.

Marokko um WM-Vergabe betrogen?

Auch die WM-Vergabe 2010 an Südafrika ist weiter im Gerede. Laut des ehemaligen Exekutivkomitee-Mitglieds Ismail Bhamjee (von 1998 bis 2006) hätte die WM-Endrunde 2010 nicht in Südafrika, sondern in Marokko stattfinden müssen. Bei der Abstimmung über die Vergabe sei angeblich Marokko der Sieger gewesen.

Die Aussagen des Funktionärs aus Botswana hat die britische Zeitung «Sunday Times» auf Band. «Nachdem ich mit allen darüber gesprochen habe, wo die Stimmen hingegangen sind, und es waren alle, haben wir herausgefunden, dass Marokko mit zwei Stimmen gewonnen hat», sagte Bhamjee demnach. Seine Kollegen könnten aber auch gelogen haben.

Die Vergabe wird von schweren Korruptionsvorwürfen begleitet. Im Zuge der US-Ermittlungen wurde bekannt, dass offensichtlich sowohl Marokko als auch Südafrika versucht haben, die Exko-Mitglieder zu bestechen. Südafrika holte sich die WM bei Abstimmung im Mai 2004 mit 14:10 Stimmen.

Neue Dokumente belasten Warner

Derweil liegen der britischen BBC neue Belege vor, die den früheren FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner belasten. Demnach hat sich Warner eindeutig auch persönlich bereichert.

Former FIFA vice-president Jack Warner, who is a parliamentary representative for Chaguanas West, addresses fellow members of parliament during a session in Port-of-Spain, June 5, 2015. Warner, a central figure in world soccer's deepening scandal, on Wednesday vowed to tell investigators all he knows about corruption within the sport's governing body. REUTERS/Andrea de Silva

Jack Warner droht Ungemach. Bild: ANDREA DE SILVA/REUTERS

Die US-Justiz hat seine Auslieferung aus Trinidad und Tobago beantragt. Die amerikanischen Ermittler beschuldigen ihn der Korruption, Verschwörung sowie des organisierten Verbrechens.

Diese Vorwürfe erhärten nach BBC-Informationen Dokumente rund um Überweisungen in Höhe von 8.91 Millionen EuroSüdafrika habe das Geld stellvertretend überwiesen. Südafrika war Ausrichter der Fussball-Weltmeisterschaft 2010.

Das Geld sei eigentlich für Fussball-Entwicklungsprogramme in der Karibik bestimmt gewesen. «Aber Dokumente legen nahe, dass Warner die Zahlung für Barabhebungen, persönliche Darlehen sowie zur Geldwäsche genutzt hat», schrieb die BBC. (aha/sid/syl)

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