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Kevin Mbabu war einer der überragenden YB-Akteure der Hinrunde. Folgt nun sein Wechsel ins Ausland?

10 provokante Thesen nach der Hinrunde der Super League – und die Reaktionen der Vertreter

Die etwas andere Bilanz der ersten Saisonhälfte in der Super League – eine These zu jedem Klub und deren Reaktion darauf

Sébastian lavoyer, Markus Brütsch, Jakob Weber / ch media



BSC Young Boys

YB hat die erste Champions-League-Teilnahme mit einer Sternstunde beendet. Jetzt laufen dem Verein die wichtigsten Spieler davon.

These

«Uns läuft niemand davon. Die Spieler haben Verträge und bei einem allfälligen Wechsel haben wir ein Wort mitzureden. Aber logisch, sie haben sich interessant gemacht. Mit dem Meistertitel vergangene Saison, der dominierenden Art, wie wir jetzt wieder spielen, und auch dank der Champions League. Zudem war der Transfermarkt im Sommer durch die WM lange blockiert. Ich rechne damit, dass der Winter ein bisschen hektischer werden könnte. Es wäre blauäugig, unter diesen Voraussetzungen zu behaupten, dass alles bleibt, wie es ist. Aber etliche Leistungsträger schätzen sehr, was YB ihnen bietet. Sollte es Abgänge geben, ist das eine Chance für neue Spieler.»

Christoph Spycher, Sportchef

Das phänomenale YB-Jubeljahr 2018

FC Basel

Der FCB liegt Welten hinter YB auf Platz 2. Die Meisterschaft ist gelaufen und auch im Cup gibt's nichts zu holen. Basel fehlt es an Kraft und Qualität für einen Titel.

These

«Im Spiel gegen den FCZ hat man gesehen, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Ich bin gespannt, wie sich der FCB präsentiert, wenn mal alle gesund sind. Im Cup ist noch immer alles möglich. Wir dürfen momentan nicht von einem Angriff auf YB sprechen, aber wir sind sicher nicht so schlecht, wie wir jetzt dastehen. Es sind mehrere Faktoren, die zu dieser Situation beigetragen haben. Zum Beispiel war der Zeitpunkt des Trainerwechsels nicht ideal. Ob wir Verstärkungen brauchen, analysieren wir nach dem letzten Spiel in aller Ruhe. Sicher ist: Wir wollen unseren Weg weitergehen, in den wir nach wie vor Vertrauen haben.»

Marco Streller, Sportchef 

Basels Trainer Marcel Koller, rechts, sitzt neben Sportchef Marco Streller auf der Tribuene im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Thun und dem FC Basel, am Samstag, 10. November 2018, in der Stockhorn Arena in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Wie viel haben sich Marco Streller und Marcel Koller noch zu sagen? Bild: KEYSTONE

FC Thun

Bald ist die Vorrunde vorbei und Thun steht überraschend auf Platz 3. Der Grund dafür ist nicht die Stärke der Berner Oberländer, sondern die Schwäche der Gegner.

«Es mag sein, dass wir in einer anderen Saison mit 25 Punkten nach 17 Runden nicht auf Platz 3 stünden. Aber auch in den vergangenen Jahren wären wir mit dieser Punkteausbeute auf gutem Kurs. Logisch, YB ist vorneweg, aber dahinter ist es eng. Weil überall gut gearbeitet wird und alle einander Punkte wegnehmen. Dass wir vorne mitmischen, hat seine Logik. Thun hat eine klare Philosophie, alle sprechen vom Gleichen – Präsident, Sportchef, Trainer und Spieler. Zudem hatten wir im Sommer ausser Sandro Lauper kaum Abgänge. Wir haben uns die Punkte nicht ergaunert, wir müssten eher noch mehr auf dem Konto haben. Wir haben Luft nach oben.»

Dennis Hediger, Captain

Thuns, Dennis Hediger, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Thun und dem Grasshopper Club Zuerich, am Samstag, 15. Dezember 2018, in der Stockhorn Arena in Thun. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Dennis Hediger überwintert mit Thun auf dem 3. Rang. Bild: KEYSTONE

FC Zürich

Der FC Zürich wird das Ziel verfehlen, die Punktedifferenz zu YB der vergangenen Saison – 35 Zähler – zu verringern. Der Rückstand beträgt schon wieder 22 Punkte.

These

«Ja, es ist tatsächlich noch schlimmer geworden! Als ich das Ziel vor der Saison formulierte, erwartete ich, dass YB den einen oder anderen Spieler verlieren würde. Was in der Schweiz normalerweise immer passiert, ist in diesem Fall nicht geschehen. YB ging mit einer eingespielten Mannschaft in die Saison und hat einen guten neuen Trainer gefunden. Wir mussten dagegen sechs neue Spieler integrieren. Wir müssen anerkennen, was YB leistet – und applaudieren. Der Punkteunterschied ist zu Recht da. Ich bin aber zufrieden mit unserer Entwicklung, was die Art und Weise angeht, wie wir spielen. Unser Ziel bleibt es, hinter YB die Nummer 2 zu sein und näher heranzukommen.»

Ludovic Magnin, Trainer

FCZ-Trainer Ludovic Magnin kann auch mal austeilen:

abspielen

Video: watson/Angelina Graf

FC Luzern

Es muss für Trainer René Weiler im Sommer hart gewesen sein, als Champions-League- und Meistertrainer in die Realität der Super League zurückzukommen.

These

«Diese These ist nicht ganz falsch. Natürlich ist es so, dass die Voraussetzungen im Ausland ganz andere waren als hier in der Schweiz – insbesondere wird viel mehr Geld in den Fussball investiert. Ich musste mich daher neu adaptieren. Allerdings habe ich den Schritt zum FC Luzern auch ganz bewusst vollzogen. Das Projekt und die Vorstellungen von Sportchef Remo Meyer haben mir gefallen und mich überzeugt. Die Herausforderung, etwas aufzubauen, hat mich gereizt. Zudem war es für mich zentral, auch für meine Familie eine optimale Lösung zu finden. Daher ist für mich die ‹Realität› Super League ein Gewinn und ich freue mich, Teil dieser Liga und des FCL zu sein.»

René Weiler, Trainer

L'entraineur lucernois Rene Weiler, lors de la rencontre de football de Super League entre le FC Sion et le FC Lucerne ce samedi, 1 decembre 2018 au stade de Tourbillon a Sion. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Super League statt Champions League für René Weiler. Bild: KEYSTONE

FC St.Gallen

St.Gallen wird seit Sommer von Peter Zeidler trainiert, weil man Offensiv-Spektakel wollte. Herausgekommen ist Harakiri-Fussball.

These

«Der erste Teil der These stimmt, der zweite ist zu steil. Wir wollen natürlich erfolgreichen Fussball, aber auch einen Fussball, der dem Publikum Freude macht, der unterhält, der auch für Aufregung sorgt. Manchmal haben wir es diesbezüglich fast ein bisschen übertrieben (lacht). Offensiv-Fussball birgt ein gewisses Risiko. Ich habe jedoch den Eindruck, dass unser Mut geschätzt wird. Wir könnten noch mehr Zuschauer haben, wenn wir noch stabiler werden. Dazu müssen wir die Anzahl Gegentore vermindern. Und wir müssen Klarheit schaffen. Deshalb beschäftigen wir uns derzeit intensiv damit, welche Spieler über die Saison hinaus bei uns bleiben sollen. Bei allen haben wir eine Option – ausser bei Sierro und Ashimeru.»

Matthias Hüppi, Präsident

Torhueter David Zibung, mitte oben, und Blessing Eleke, mitte, unten, von Luzern retten vor Sierro Vincent, links, von St. Gallen beim Super League Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St.Gallen vom Sonntag, 16. Dezember 2018 in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Harakiri-Fussball beim FC St.Gallen?  Bild: KEYSTONE

FC Sion

Die Mannschaft hat sich zuletzt zwar gefangen, trotzdem wird Murat Yakin die Saison nicht als Sion-Trainer beenden.

These

«Falsch. Bevor Murat Yakin kam, waren wir Letzter. Jetzt können wir im Frühling das Podium anvisieren. YB ist zwar weg, aber alles andere ist möglich. Ohne Yakin haben wir aus 8 Spielen 6 Punkte geholt. Mit ihm aus 8 Spielen 14 Punkte. Nur YB war in der Phase besser als wir. Gegen die haben wir uns wie Kinder angestellt, in der Schlussphase den Sieg verspielt und 2:3 verloren. Unter Jacobacci waren wir nicht in der Lage, auf Rückstände zu reagieren. Unter Yakin haben wir in 3 von 8 Partien trotz Rückstand noch gepunktet. Er hat einen grösseren Einfluss auf das Team. Im Cup hatten wir mit Köniz, Lausanne und St.Gallen den schwierigsten Weg. Wir sind noch dabei, und das ist gut.»

Christian Constantin, Präsident

L'entraineur du FC Sion Murat Yakin, lors de la rencontre de football de Super League entre le FC Sion et le FC Lucerne ce samedi, 1 decembre 2018 au stade de Tourbillon a Sion. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Murat Yakin bis Saisonende entlassen? Falsch, sagt Christian Constantin. Bild: KEYSTONE

FC Lugano

Lugano hat gegen die schwächsten Teams kaum gepunktet (nur 1 Punkt gegen GC, Xamax, Sion und keinen gegen Luzern). Das Team hat ein Mentalitätsproblem.

These

«Ich würde es so sagen: Wir haben in der Schlussphase zu viele Punkte verspielt. Unabhängig davon, wo der Gegner in der Tabelle steht. YB und der FCB schiessen ihre Siegtore gegen uns kurz vor Schlusspfiff. Xamax gleicht in der Nachspielzeit aus. Das ist schade, wir hätten mehr verdient. Das liegt nicht an der Mentalität, sondern daran, dass wir zu viele individuelle Fehler gemacht haben. Technische Fehler. Diese sind oft Ausdruck einer Verunsicherung. Da spielt sicher mit rein, dass ich allein in diesem Jahr der dritte Lugano-Trainer bin. Negative Kritik ist da kontraproduktiv. Ich versuche, viel zu loben, Vertrauen zu geben und zugleich Leistung zu fordern. In jedem Training, jedem Spiel.»

Fabio Celestini, Trainer

Lugano's player Mattia Bottani, left, and Lugano's Trainer Fabio Celestini, right, during the Super League soccer match FC Lugano against FC Sion, at the Cornaredo stadium in Lugano, Sunday, December 9, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Fabio Celestini erklärt Mattia Bottani seine Vorstellung von Fussball. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Grasshoppers

In der vergangenen Saison nur Neunter und nun kurz vor der Winterpause wieder nur Vorletzter: In diesem Jahr haben die Grasshoppers nur an der Urne überzeugt.

These

«Die Stadion-Abstimmung war ein wichtiger Meilenstein für die langfristige Zukunft von GC. Nun setzen wir aber alles daran, dass am Ende der Saison 2018/2019 vor dem ‹nur› noch ein ‹nicht› steht. Aber es stimmt: Die 1. Mannschaft ist unser Flaggschiff, und mit diesem haben wir nicht das erreicht, was wir uns vorgestellt haben. Die zurückliegenden Saisons haben ihre Spuren hinterlassen. Unser Ziel ist ja nicht ein sich schnell drehendes Transferkarussell, sondern Kontinuität. Im Weiteren haben wir sehr viel Geld in den Nachwuchs investiert, um dessen Entwicklung qualitativ zu steigern. In diesem Bereich haben wir enorme Fortschritte gemacht und werden weitere machen.»

Stephan Anliker, Präsident

Neuchâtel Xamax

Xamax ist Letzter, obschon einer der besten Skorer Europas (10 Tore, 9 Assists) für den Klub spielt. Um den Abstieg zu verhindern, bräuchte man einen Nuzzolo-Klon.

These

«Nein, nein, es braucht uns alle. Wir mussten uns ans Tempo in der Super League gewöhnen, aber haben gezeigt, dass wir auch bestehen können auf dem Niveau. Dazu müssen wir in der Rückrunde einfach noch besser werden. Ich halte nicht viel von Verzweiflungstransfers im Winter. Der Weihnachtsmarkt ist schwierig. Es mag ein, zwei gute Spieler geben. Aber die meisten haben entweder nicht gespielt oder sonst Probleme gemacht. Ausserdem sollten wir unseren Klub nicht in finanzielle Schieflage bringen nur für den Ligaerhalt. Wir sind zu alt (durchschnittlich 29 Jahre) und sollten mehr auf unseren Nachwuchs bauen. Dann wäre auch ein Abstieg keine Katastrophe.»

Raphaël Nuzzolo, Captain

Le joueur neuchatelois Raphael Nuzzolo celebre le premier but lors de la rencontre de football du 1er tour 1/32 de finale de la Coupe Suisse entre Yverdon-Sport FC et Neuchatel Xamax FCS ce dimanche 19 aout 2018 au stade municipale d'Yverdon-les-Bains. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Raphaël Nuzzolo ist die Lebensversicherung von Xamax, doch nur eine Lebensversicherung scheint nicht zu reichen. Bild: KEYSTONE

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pana 17.12.2018 19:46
    Highlight Highlight Also wenn Constantin sagt, dass er den Trainer nicht entlassen wird, dann muss man ihm das auch so glauben :D
    • Mike Minder 17.12.2018 22:30
      Highlight Highlight Sonst bringt er halt wieder eine Kiste Bier auf die Redaktion. :)
    • Duscholux 17.12.2018 22:51
      Highlight Highlight Er wird ihn 3 Spiele nach Saisonstart 2019/2020 entlassen damit zum x. mal ein Trainer kurz nach der Transferphase und Vorbereitung übernehmen kann. Er wird dann in den Medien sagen "Wusste ichs doch dass er nicht richtig war! Hätte ihn schon im März feuern sollen! Die dummen Medien sind schuld!!"
  • Bläsnkufo 17.12.2018 19:04
    Highlight Highlight Fussballgott raphi nuzzolo!
  • AmongThieves 17.12.2018 18:31
    Highlight Highlight gwünne isch nid alles im läbe... 💙❤️
    • Eifach öpis 17.12.2018 20:59
      Highlight Highlight Im Läbe nid, im Fuessball scho😉
    • Calvin Whatison 17.12.2018 23:53
      Highlight Highlight Jöööööhhh härzig 😊
    • Carl Gustav 18.12.2018 06:32
      Highlight Highlight Fasnacht Club Basel
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nelson Muntz 17.12.2018 18:07
    Highlight Highlight GC auf den Abstieg anzusprechen ist also offiziell nicht mehr provokativ 😉
    • Boniek 18.12.2018 12:30
      Highlight Highlight War noch nie provokativ, weil wird niemals eintreffen. Das Absteigen wird anderen Clubs überlassen: Luzern, St. Gallen oder FCZ. Schon x Mal dabei zugeschaut.
  • maxi 17.12.2018 17:54
    Highlight Highlight Lugano hat gegen die schwächsten Teams kaum gepunktet (nur 1 Punkt gegen GC, Xamax, Sion und keinen gegen Luzern). Das Team hat ein Mentalitätsproblem.

    wieso wird sg nicht erwähnt die stehen weiter unten in der tabelle als luzern...
    • dontknow 18.12.2018 01:12
      Highlight Highlight Weil Lugano in SG unentschieden gespielt hat und daheim gar 3 Punkte geholt hat. Das Wort "kaum" suggeriert ja auch dass die Aufzählung nicht abschliessend ist und nur die Mannschaften aufgeführt sind auf welche die Aussage(kaum gepunktet) zutrifft.

      Woher stammt eigentlich dein unglaublicher Komplex gegenüber SG, liegts daran dass St. Gallen immerhin ab und an International was auf die Reihe kriegt, während ihr Jahr für Jahr an ähnlichen Kalibern in der Quali scheitert wie SG dieses Jahr ? ;)
    • maxi 18.12.2018 06:47
      Highlight Highlight es vermittelt den eindruck das sg besser sei als luzern und dies ist nicht annähernd der fall. wenn man von den schlechtesten team schreibt sollte man sich halt nicht in der oberen tabellenhälfte bedienen. zudem ist der fcl das einzige team das YB wirklich fordern konnte.

    • Trompete 18.12.2018 06:55
      Highlight Highlight Solange SG den Luzernern wieder wie vergangene Saison 12 Punkte für die EL-Quali zukommen lässt, dürften die sich vermutlich kaum beschweren. Nach der Vorrunde sind sie mit 6 Punkten aus den beiden Spielen auf jedenfall auf Kurs.

Petr Cech steht wieder zwischen die Pfosten – aber er hat die Sportart gewechselt

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