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Football Soccer - Barcelona v Paris St Germain - UEFA Champions League Round of 16 Second Leg - The Nou Camp, Barcelona, Spain - 8/3/17 Barcelona's Sergi Roberto celebrates scoring their sixth goal with team mates  Reuters / Albert Gea Livepic

Totale Ekstase nach dem Siegtor: In Barcelona bebte deswegen gar die Erde. Bild: Albert Gea/REUTERS

Barças 6:1-Wunder und seine Folgen

Barcelona! 6:1! Auch zwei Tage danach zieht das grosse Fussball-Wunder vom Camp Nou die Fussball-Fans noch in seinen Bann. Und längst sind noch nicht alle Geschichten darüber erzählt.



Die Erde bebte

95. Minute im Camp Nou. Der eingewechselte Sergi Roberto macht mit seinem Treffer zum 6:1 das Unmögliche doch noch möglich und schiesst den FC Barcelona in letzter Sekunde in den Champions-League-Viertelfinal. Totale Ekstase! In der ausverkauften Arena gibt's kein Halten mehr. Alles liegt sich in den Armen, schreit die unbändige Freude in den Nachthimmel hinaus. Die Geräusch-Kulisse ist ohrenbetäubend. Die Mauern des altehrwürdigen Camp Nou wackeln. Es scheint, als würde die Erde beben.

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Nach dem 6:1 von Sergi Roberto explodiert das Camp Nou. Video: streamable

Wiese scheint? Die Erde bebt tatsächlich. Nur 500 Meter neben dem Stadion befindet sich das Jaume Almera Institute of Earth Sciences, das tatsächlich eine Erschütterung der Erde registrierte. Schon das 2:0 und das 3:0 waren deutlich zu spüren. Beim 6:1 wurde dann sogar ein Erdbeben der Stärke 1 gemessen.

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In Barcelona bebte die Erde. bild: Jaume Almera Institute of Earth Sciences

«Das hat es bei einem Fussballspiel zuvor noch nie gegeben», stellte der Wissenschaftler Jordi Díaz gegenüber der «Marca» erstaunt fest. Ein Beben der Stärke 1 auf der Richterskala ist jedoch nicht allzu stark und wird als Mikro-Erdbeben bezeichnet. Von Menschen auf der Erde ist es kaum zu spüren.

Wird Aytekin degradiert?

Die Rivalität zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid ist schier grenzenlos. So verwunderte es auch nicht, dass in Madrid das späte Barça-Wunder noch missgünstiger betrachtet wurde als in Paris. Der Schuldige war schnell gefunden: Schiedsrichter Deniz Aytekin. Kein Wunder, schliesslich hatte der Unparteiische gleich in mehreren strittigen Szenen für Barcelona entschieden.

Die Real nahe stehende Zeitung «AS» ging deshalb hart mit dem Schiedsrichter ins Gericht. «Aytekin war heute Messi», ärgerte sich Kommentator Tomás Roncero. «Wenn er selbst einen Eckball ins Tor hätte verlängern müssen, hätte er das getan.» Und selbst die wildesten Verschwörungstheorien sind für ihn nicht abwegig. Als «in Stuttgart geborener Türke» könnte Aytekin gewisse Verbindungen zu Turkish Airlines haben, einem Barça-Sponsor.

Football Soccer - Barcelona v Paris St Germain - UEFA Champions League Round of 16 Second Leg - The Nou Camp, Barcelona, Spain - 8/3/17 Paris Saint-Germain's Marco Verratti gestures to referee Deniz Aytekin after he awarded a penalty to Barcelona Reuters / Sergio Perez Livepic

Schiedsrichter Aytekin hat kein Gehör für Verrattis Flehen. Bild: Sergio Perez/REUTERS

Kritik an Aytekin gab es aber auch von offizieller Stelle. Wie die «Marca» aus dem Umfeld der UEFA erfahren haben will, könnte das Spiel Konsequenzen für den deutschen Schiri haben. Europas Schiedsrichter-Boss Pierluigi Collina sei gar nicht angetan gewesen von der Leistung des 38-Jährigen und erwäge, ihn in der Champions League vorerst nicht für weitere Spiele zu nominieren.

Infantino wirbt für Videobeweis

FIFA-Präsidient Gianni Infantino nutzt Aytekins fragwürdige Schiedsrichter-Leistung für seine Zwecke und wirbt für den Videobeweis. «Ob diese strittige Szene, die zum Elfmeter führte, ein Foul war oder nicht, müssen wir dem Urteil des Schiedsrichters überlassen. Ich habe auf jeden Fall ein unglaubliches Fussballspiel gesehen. Egal wie es am Ende ausgegangen ist», erzählte der Walliser gegenüber Eurosport nach einem Treffen der FIFA-Exekutive in London.

Britain Football Soccer - FIFA Executive Football Summit Press Conference - Hilton Hotel, Heathrow Airport, London, England - 9/3/17 FIFA president Gianni Infantino during the press conference Action Images via Reuters / Matthew Childs Livepic EDITORIAL USE ONLY.

Für Gianni Infantino führt kein Weg am Videobeweis vorbei. Bild: Matthew Childs/REUTERS

Danach führte Infantino aus: «In Zukunft werden wir hoffentlich einen Video-Assistenten haben, der klare Fehler eines Schiedsrichters korrigiert. Das wird verhindern, dass ein solch wichtiges Spiel wegen eines Schiedsrichter-Fehlers entschieden wird.» Die Einführung des Videobeweises steht seit seinem Amtsantritt weit oben auf Infantinos Prioritäten-Liste. Spätestens an der WM 2018 soll die technologische Schiedsrichter-Hilfe definitiv zum Einsatz kommen.

Vor einem Jahr wurde eine zweijährige Testphase für den sogenannten Video Assistant Referee (VAR) beschlossen. Dieser gibt dem Schiedsrichter die Möglichkeit, wichtige Entscheidungen noch einmal in einer Wiederholung anzuschauen und zu überprüfen. Erste Tests in Europa, Nord- und Südamerika sind bislang positiv verlaufen.

Neymar tritt nach

Eigentlich hat Neymar ja schon im Spiel nachgetreten. In der 65. Minute hätte der spätere Barça-Torschütze zum 4:1 und 5:1 in der 65. Minute nach einem üblen Tritt gegen Marquinhos Rot sehen müssen. Doch der Brasilianer hatte Glück und sah nur Gelb.

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Neymar tritt gegen Marquinhos nach. Video: streamable

Nachgetreten hat Neymar dann später noch einmal. Nach Spielschluss, via Social Media. In einer Instagram-Story machte sich der 25-Jährige über die PSG-Spieler Adrien Rabiot und Laywin Kurzawa lustig. Rabiot hatte nach dem Hinspiel auf Instagram ein Foto veröffentlicht, auf dem er während der Doping-Probe in Anlehnung an den 4:0-Sieg der Pariser vier Finger in die Höhe streckt. Im Hintergrund zeigt Kurzawa das Peace-Zeichen.

Neymar untertitelte das Bild mit: «4+2=6.» Gepaart mit zahlreichen lachenden Smilies erinnerte Barças Angreifer damit an die 6:1-Packung, die zum Aus der Franzosen führte. Ziemlich unnötig!

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bild: snapchat/neymarjr

Denn Neymar hätte das ja gar nicht nötig gehabt, er hatte zuvor die Antwort auf Rabiots Provokation schon auf dem Platz gegeben. Mit zwei Toren und dem Assist zum Siegtor hatte er gar den sonst alles überstrahlenden Lionel Messi in den Schatten gestellt.

Schwierige Nachfolge

Die Trauer in Barcelona hielt sich in Grenzen, als Luis Enrique zwei Wochen nach dem 0:4 in der Champions League gegen den PSG seinen Rücktritt erklärte. In der Königsklasse so gut wie draussen, im Meisterrennen gegenüber Erzrivale Real im Nachteil, immer wieder uninspirierte Leistungen – frischer Wind würde da guttun, war man sich in Barcelona einig.

Football Soccer - Barcelona v Paris St Germain - UEFA Champions League Round of 16 Second Leg - The Nou Camp, Barcelona, Spain - 8/3/17 Barcelona coach Luis Enrique and Sergi Roberto celebrate after the game  Reuters / Albert Gea Livepic

Luis Enrique hat alles richtig gemacht: Der eingewechselte Sergi Roberto erzielte den Siegtreffer. Bild: Albert Gea/REUTERS

Nach dem 6:1-Erfolg ist nun plötzlich wieder alles anders. Klubpräsident Josep Maria Bartomeu wird ständig gefragt, ob er den Architekten des Barça-Wunders nicht vielleicht doch zum Rücktritt vom Rücktritt überreden könne. Doch so weit wird es nicht kommen, Enriques Entschluss ist endgültig. Und mit dem Gewinn der Champions League und des Meistertitels könnte er sich in Barcelona endgültig unsterblich machen.

Des einen Freud, des anderen Leid: Für den Nachfolger Enriques wird die Aufgabe durch das Weiterkommen der Katalanen deutlich schwieriger. Eine erfolgreiche Mannschaft zu übernehmen, ist viel komplizierter als eine, die unter den hohen Erwartungen geblieben ist. Wer immer in Luis Enriques Fussstapfen tritt – Ernesto Valverde, Jorge Sampaoli und Eusebio Sacristán sind die heissesten Kandidaten. Es wird schwierig sein, aus dem grossen Schatten des Vorgängers zu treten.

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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Boixos1234 12.03.2017 14:37
    Highlight Highlight Turkish Airlines ist schon etwa 2 oder 3 Jahre kein Sponsor mehr. Dafür Qatar Airways noch bis Ende dieser Saison.

    Und dass ihr Tomas Roncero zitiert ist wohl das traurigste was ich bei Watson überhaupt gelesen habe. Einen lächerlicheren Sportjournalisten gibt es in Spanien defintin nicht.
  • Tom Garret 10.03.2017 16:25
    Highlight Highlight Übrigens mal ein anderer Ansatz. Eines der grössten Probleme ist doch, das ein Schiri immer Penalty pfeiffen muss wenn im Strafraum was passiert. Warum kann er bei "einfachen" Vergehen nicht einfach ein Indirekten Freistoss im Strafraum pfeiffen? Dachte mal sogar das wäre Regel technisch konform. So kann er zB bei einem Hands im Strafraum an der Grundlinie eine Verhältnissmässigeres Urteil fällen... Oder wenn er unsicher ist, ist die Chance auf ein Tor immer noch kleiner bei einem Indirekten Freistoss aus 15 Meter mit Mauer als bei einem Elfmeter...
    • Yakari 10.03.2017 17:30
      Highlight Highlight Das hätte ja mal Diskussionen zur Folge...
  • Tom Garret 10.03.2017 16:21
    Highlight Highlight Haha und immer all jene die das Gefühl haben dass es bei Videobeweisen weniger Diskussionen gäbe :-)
    Wie oft haben sie im TV schon von einer klaren Schwalbe gesprochen weil der Verteidiger den Stürmer nicht wirklich gehalten habe und haben übersehen dass er ihn weiter unten zum straucheln brachte. Und das alles soll dann ein TV Schiri in Sekunden ohne Unterbruch sehen können... Es wäre besser man würde endlich wieder akzeptieren dass Fehler wie Ungerechtigkeit zum Sport (und zum Leben) gehören. Denn diese wird es auch mit Videobeweis geben. Aber träumt nur davon dass dann endlich alles gut ist
    • Tom Garret 10.03.2017 16:46
      Highlight Highlight Das geht an alle die denken mit Videobeweis ist alles besser
      Play Icon
  • Amboss 10.03.2017 14:50
    Highlight Highlight Der Videobeweis muss zwingend eingeführt werden. Aber das ist ja eigentlich nichts neues.

    Zumindest auf Stufe CL und Länderspiele (in den nationalen Ligen sollten es die nationalen Verbände festlegen.) Man hat es mit diesen Hampelmännern genannt Torrichter versucht, aber dies ist ja kläglich gescheitert.
    • wischimoppi 10.03.2017 15:49
      Highlight Highlight aber gerade beim elfmeter zum 5:1 gab es doch auch nach dem anschauen der videobilder noch keine klare auflösung. manche sagen in diesem tempo reicht eine kleine berührung aus, ander sagen es sei eine klare schwalbe
    • Amboss 10.03.2017 16:52
      Highlight Highlight Klar, wenn du es einem katalanischen Mitglied eines FC Barcelona Fanclubs, der auch noch Hobby-Schiedsrichter ist, zeigen würdest, der würde sagen "in diesem tempo reicht eine kleine berührung aus"

      Für alle anderen ist der Fall klar.
      Schwalbe und gelb-rote Karte
    • Stachanowist 10.03.2017 16:54
      Highlight Highlight Auf jeden Fall war es schwalbig, wie sich Suarez an den Hals griff, als würde er gerade von Darth Vader gewürgt ;)
      Benutzer Bild
  • Stachanowist 10.03.2017 14:42
    Highlight Highlight 3 Videobeweise pro Team > Kein Videobeweis > Jede Szene mit Videobeweis
    • Tom Garret 10.03.2017 16:22
      Highlight Highlight Und immer ein Spielunterbruch. Gute Taktische Methode das Spiel zu verzögern!
    • Stachanowist 10.03.2017 16:27
      Highlight Highlight @ Garret

      Spielunterbrüche gibt es auch durch die nervigen Reklamationsorgien, die sich die Spieler bei umstrittenen Entscheiden leisten. Ausserdem könnte man das einfach nachspielen lassen, z.B. 30 Sekunden pro Videoentscheid. Dann wird die Nachspielzeit halt etwas länger, im Schnitt 5-7 statt 2-4min. Davon geht die Welt nicht unter :)
    • Tom Garret 10.03.2017 16:45
      Highlight Highlight Es geht mir darum, wann willst du denn die Szene anschauen lassen wenn das Spiel weitergeht? Anders gesagt willst du weiterspielen lassen bis es einen Spielunterbruch gibt? Was passiert denn mit all dem was in dieser Zeit geschieht? Zudem dauert es je nachdem weit über eine Minute wie man ja vom hockey her kennt bis ein Entscheid gefällt wird. Das ist ja nicht mit reklamieren zu vergleichen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ketchum 10.03.2017 14:42
    Highlight Highlight Barca wird die CL nicht gewinnen, es hat auch im Rückspiel nicht wirklich stark gespielt - Messi etwa setzte kaum Akzente. Letztlich sind die Katalanen nur dank einer lächerlichen PSG-Defense und ein bisschen dank des Refs weitergekommen.
  • maxi 10.03.2017 12:28
    Highlight Highlight punkt eins wäre noch interessant bei bvb vs. malaga. 500m neben dem westfalenstadion wäre wohl ähnliches gemessen worden.
    • FCZBVB180 10.03.2017 13:19
      Highlight Highlight ich behaupte mal, man hätte das doppelte gemessen :P
    • Ratchet 10.03.2017 13:53
      Highlight Highlight Das Skandalspiel, welches mit einem dreifachen Offside-Tor entschieden wurde!
      Man hätte nachträglich Malaga weiterkommen lassen können/müssen. Einfach lächerlich wie plötzlich die Fussballregel nicht mehr gelten.
    • JonSerious 10.03.2017 13:54
      Highlight Highlight in England erhalten sie solche Werte beim Anpfiff!
      ..oder wenn Xhaka zur Grätsche ansetzt..
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