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13.09.2016;  Basel; Fussball Champions League - FC Basel - PFC Ludogorets Razgrad; Birkir Bjarnason (O, Basel) gegen Natanael (am Boden, Rasgard) (Marc Schumacher/freshfocus)

Birkir Bjarnason (oben) liess gegen Ludogorets zwar auch seinen gewohnten Kampfgeist durchblicken, spielte aber sonst oft uncharakteristisch. Bild: freshfocus

FCB-Chrampfer Bjarnason ganz schwach – können isländische Fussballer tatsächlich überheblich sein?

Der FC Basel kann im ersten Champions-League-Auftritt der neuen Saison nicht überzeugen. Beim 1:1 im Heimspiel gegen Ludogorets Razgrad bezieht besonders der isländische Mittelfeldmotor Birkir Bjarnason einen schwachen und uncharakteristischen Tag.

Donat Roduner
Donat Roduner



Birkir Bjarnason hat sich als rastloser Vorkämpfer in das Fussballer-Gedächtnis eingebrannt. Diese Qualität zeigte er vergangene Saison beim FC Basel und fast noch etwas ausgeprägter beim famosen EM-Abenteuer Islands diesen Sommer. Der 1,82 m grosse Blondschopf scheut keinen Zweikampf und gilt gemeinhin als unzerstörbar.

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Abgesehen von einem Mittelhandbruch hatte Bjarnason in seiner Karriere mal eine Erkältung. Tier. bild. screenshot transfermarkt.ch

Gegen Ludogorets aber sehen wir einen anderen Bjarnason. Einen eigensinnigen Bjarnason der zaubern will, dabei aber kläglich scheitert. Insbesondere in der zweiten Halbzeit verliert der Isländer praktisch jeden Ball – teils bedrängt, teils völlig unbedrängt.

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Symptomatische Aktion in der zweiten Halbzeit: Nach einem gelungenen Zweikampf schenkt Bjarnason den Ball mit einem kläglichen Aussenristpass wieder her. Video: streamable

Transfergerüchte und lange EM

Bjarnason beendet das Spiel mit einer katastrophalen Passquote von 62 Prozent und steht auch am Ursprung des Gegentors: In der 45. Minute wird der 28-Jährige von einem perfekten Delgado-Steilpass lanciert und will es dann gleich mit drei Ludogorets-Verteidigern aufnehmen, wobei dieses Vorhaben schon an der schwachen Ballannahme scheitert.

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Bjarnason verliert den Ball im gegnerischen Strafraum, zehn Sekunden später liegt dieser im Basler Tor. Video: streamable

Allgemein traut sich der Kämpfer aus Akureyri im Norden Islands viel zu und geht dafür in den defensiven Zweikämpfen nicht mit derselben Konsequent zu Werke, wie auch schon. Beides erstaunt für einen isländischen Fussballer, Bjarnason im Speziellen.

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Bjarnasons Höchstgeschwindigkeit gegen Razgrad ist ziemlich beeindruckend – die Passgenauigkeit weniger. bild: screenshot uefa.com

Hat sich beim «Bebbi-Wikinger» eine gewisse Überheblichkeit eingeschlichen? Möglich. Die Spekulationen über einen (England-)Transfer im Sommer liefen heiss. Auch ein Faktor könnte sein, dass Bjarnason wegen der überraschend langen EM erst verspätet in die Vorbereitung eingestiegen ist. Verpasst hat er aber nur das Eröffnungsspiel gegen Sion, seither hat er mit zwei Toren und einem Assist in sechs Meisterschafts-Einsätzen ansprechende Leistungen gezeigt.

Vermutlich (hoffentlich) ist Bjarnason keine plötzlich aufgetretene Charakterschwäche zur Last zu legen. Wahrscheinlich ist die Leistung durch die Affiche zu erklären, denn gestern machten auch andere Basler keinen sonderlich inspirierten Eindruck. Erwähnt sei da insbesondere das inkonsequente Herauslaufen von Renato Steffen, das dem 0:1 zugrunde liegt (klar machte auch Marek Suchy im Zweikampf gegen Torschütze Cafu keine gute Figur) oder Luca Zuffi, der praktisch nie zur Geltung kam.

... oder diese Flanke von Michael Lang

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Wen wollte er da anspielen. Einen imaginären Mitspieler an der Eckfahne? Video: streamable

Bjarnason hat beim misslungenen Champions-League-Auftakt aber nicht nur schlecht gespielt, zwei Sachen sind klar zu seinen Gunsten auszulegen:

a)

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Video: streamable

Der Flügelspieler hatte trotz allem seine guten Aktionen und hätte den FCB nach einem Zuckerpass von Matias Delgado bereits in der 2. Minute in Führung bringen können – wäre das gelungen, hätte das Spiel höchstwahrscheinlich einen deutlich anderen Verlauf genommen. 

Und b) lief trotz der Schwächephase des Isländers sowohl in der ersten wie auch in der zweiten Halbzeit praktisch jeder Angriff der Basler über die rechte Seite.

Es bleibt also zu hoffen, dass Bjarnason im Auswärtsspiel gegen Arsenal wieder den «wahren» Isländer raushängen lässt. Huh!

Football Soccer - Ukraine v Iceland - World Cup 2018 Qualifiers - NSC Olimpiyskiy Stadium, Kiev, Ukraine - 5/9/16 - Iceland's Birkir Bjarnason in action against Ukraine's Viktor Kovalenko.  REUTERS/Gleb Garanich

Birkir Bjarnason zeigt Biss im WM-Qualifikations-Spiel gegen die Ukraine. Bild: GLEB GARANICH/REUTERS

Die Noten der Basler beim Champions-League-Auftakt gegen Ludogorets (ich hätte Bjarnason anders benotet ...)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gabbo 15.09.2016 10:23
    Highlight Highlight Ein ellenlanger Bericht über EINE schwache Partie eines Einzelnen, wo doch Basel als Mannschaft total versagt hat. Sorry, aber ich melde mich freiwillig als Fussballautor bei Euch..:)

    Da schwirren mir Themen im Kopf, die für die Allgemeinheit viel interessanter sein könnten:

    - Entwicklung der BMG in den letzten Jahren
    - Der Zerfall von ehemaligen Fussballhelden alla Beckenbauer
    - die totale Ignoranz/Arroganz eines einst geliebten Peles
    - die Situation in den ehemaligen Fussballstadt Mailand

    und und und..

    Aber nein, ein Isländer, der mal einen schwachen Tag erwischte......

    Nun dann :)

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