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epa05692891 Chelsea celebrate after scoring their second goal during the English Premier League soccer match between Chelsea and Stoke City at the Stamford Bridge Stadium in London, Britain, 31 December 2016.  EPA/HANNAH MCKAY EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 75 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications

Ein Bild, an das man sich gewöhnt hat: Chelsea jubelt. Bild: HANNAH MCKAY/EPA/KEYSTONE

Das blaue Wunder: Chelsea jagt Arsenals Rekord von 14 Siegen in Serie

Der FC Chelsea ist die überragende Mannschaft der Premier League, am Abend wollen die Blues den Ligarekord einstellen. Trainer Antonio Conte hat aus lustlosen Spielern ein vor Wucht berstendes Team gemacht.

Peter Ahrens



Ein Artikel von

Spiegel Online

Vermutlich gehört es zum Wesen echter Champions, dass sie aus Niederlagen das meiste lernen. Am 24. September lag der FC Chelsea schon zur Pause 0:3 beim Stadtrivalen FC Arsenal zurück. Es war eine Lehrstunde für die Blues, eine Demütigung, die Mannschaft wurde schwindelig gespielt, es war ein Klassenunterschied. Gegen die Leichtigkeit, mit der Arsenal seine Spielzüge zelebrierte, wirkten die Chelsea-Spieler tumb, langsam, schwerfällig.

Das Team des Italieners Antonio Conte lag danach auf Tabellenplatz acht, mit bereits acht Punkten Rückstand auf Rang 1. Und die Anhänger der Blues fingen an, auch diese Spielzeit nach der vollkommen verkorksten Vorsaison wieder abzuhaken.

Alle Spieler mit mehr als 100 Toren in der Premier League

Danach hat der FC Chelsea kein Spiel mehr verloren, noch besser, er hat 13 Partien nacheinander gewonnen, bei Manchester City gesiegt und Manchester United pulverisiert. Wenn die Blues diese Serie am Abend bei Tottenham Hotspur fortsetzen sollten, hätten sie den Premier-League-Rekord von Arsenal aus der Saison 2001/2002 eingestellt.

Systemwechsel nach der Arsenal-Pleite

Nach diesem sechsten Spieltag hatte Conte das Spielsystem der Mannschaft umgestellt. Er war auf die Dreierkette gewechselt, das System, das er schon in der italienischen Nationalmannschaft hat spielen lassen. Er hat den Nigerianer Victor Moses in die Stammformation eingebaut, er hat den oft unbeherrschten Stürmer Diego Costa diszipliniert, er hat den unter Vorgänger José Mourinho lustlosen Eden Hazard zu neuen Höchstleistungen motiviert.

Conte hat ein Team gebaut, bei dem derzeit alles zu stimmen scheint, jeder ist an seinem Platze. Im Kader stehen acht Spieler, die mindestens 18 der 19 Ligaspiele absolviert haben. Wenn man sein Team gefunden hat, braucht es keine Rotation.

epa05692930 Chelsea's Antonio Conte (R) celebrates after the English Premier League soccer match between Chelsea and Stoke City at the Stamford Bridge Stadium in London, Britain, 31 December 2016.  EPA/HANNAH MCKAY EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 75 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications

Conte feiert mit Knipser Diego Costa. Bild: HANNAH MCKAY/EPA/KEYSTONE

Wenig verändert im Sommer

Der FC Chelsea, dieser Verein, dem in England immer noch das Etikett des Neureichen anhängt, obwohl mittlerweile alle Spitzenvereine mit Ferseh- und Investoren-Geld bis kurz vor dem Platzen aufgepumpt sind, hat mit italienischem Personal gute Erfahrungen gemacht. Gianfranco Zola und Gianluca Vialli spielten schon an der Stamford Bridge, als es noch ungewöhnlich war, dass Spieler aus dem Land der Azzurri ins Ausland gingen. Mit Carlo Ancelotti wurde Chelsea Meister, mit dem Italo-Schweizer Roberto di Matteo gar Champions-League-Sieger. Aber wahrscheinlich hat keiner von ihnen die Mannschaft so geprägt und weitergebracht, wie Conte es jetzt schon nach sechs Monaten im Amt vollzogen hat.

Der Verein hat im Unterschied zu anderen im Sommer personell nicht geklotzt, sondern sehr gezielt aufgestockt. Aus Florenz kam lediglich der spanische Defensivspezialist Marcos Alonso, vom Ligakonkurrenten Leicester City wurde Contes Wunschspieler, der Franzose N'golo Kanté, losgeeist. Dass auch noch Brasiliens Nationalverteidiger David Luiz in einer Rückholaktion von Paris Saint-Germain verpflichtet wurde, wurde eher belächelt. Luiz, dieser Pannen-Verteidiger, der zwar eine imposante Haarpracht sein Eigen nennt, aber ansonsten regelmässig für haarsträubende Fehler bekannt war.

Weniger Verschleiss ohne Europacup

Dazu die Schönwetterspieler Hazard oder der Brasilianer Willian, die im Vorjahr so enttäuscht hatten, hoch veranlagte Profis, denen aber der Ruf anhängt, keinen Biss, kein Punch zu haben. Wie sollte das denn gut gehen? Conte hat sie alle hinbekommen, hat sie angesteckt mit seiner Mischung aus Besessenheit und taktischer Finesse. Er hatte diese Kombination schon als Spieler und Kapitän bei Juventus Turin, er hat sie verfeinert, als er Juve als Trainer drei Mal zum Meister machte, als er mit den Azzurri bei der EM die Spanier entzauberte und Deutschland im Viertelfinale an den Rand der Niederlage brachte.

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Chelsea hat in dieser Spielzeit die Gunst, sich voll und ganz auf die Liga konzentrieren zu können. Es war im Nachhinein das grösste Verdienst von Vorgänger Mourinho, dass er die Mannschaft so heruntergewirtschaftet hatte, dass sie sich als Zehnter am Ende nicht einmal für den Europacup qualifizieren konnte. Jetzt gibt es weniger Verschleiss als bei der Konkurrenz, Conte hat genau wie sein Liverpooler Kollege Jürgen Klopp zwischen den Spielen Zeit, an seinem Team zu feilen. Aber diese Zeit muss man auch erst einmal nutzen.

Chelsea's Eden Hazard, center, celebrates with teammates after scoring during the English Premier League soccer match between Chelsea and Bournemouth at Stamford Bridge stadium in London, Monday, Dec. 26, 2016.(AP Photo/Frank Augstein)

Eden Hazard glänzt wieder: Neun Tore in 18 Spielen. Bild: Frank Augstein/AP/KEYSTONE

Es wartet der 14. Sieg in Folge

Nicht José Mourinho, nicht Josep Guardiola, die beiden berühmten Manchester-Coaches, nein, Klopp und Conte sind die beiden aktuellen Trainerstars der Premier League. Die «Süddeutsche Zeitung» hat in einem hübschen Stück über den Italiener darauf hingewiesen, dass beide Coaches auch die Gemeinsamkeit aufweisen, ihrer Haarfülle auf künstliche Weise nachgeholfen zu haben und Vergleiche mit der Kraft des biblischen Samson gezogen.

Das ist ein interessantes Erklärungsmuster, aber Contes Fähigkeiten gehen zweifellos darüber hinaus. Der Trainer wurde schon als Nationalcoach als einer der klügsten, taktisch versiertesten, aber auch kommunikativ geschicktesten Vertreter seiner Branche gerühmt. All dies hat er in London in kürzester Zeit eingebracht. Es wartet der 14. Sieg in Folge.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hallo22 04.01.2017 15:15
    Highlight Highlight Conte ist ein sehr guter Coach. Er versteht es aus seinen Spielern das maximum zu holen. Ausserdem hat er ein Gefühl dafür in welchen oft mals unterschätzten Spielern ein Potential schlummert. Bestes Beispiel dafür ist Marcos Alonso.
  • IDon'tHaveAName 04.01.2017 13:55
    Highlight Highlight Conte hat tatsächlich neues Leben eingehaucht, und wie! Der Bärenabteil für diese Serie geht sicherlich an Conte.

    Das einzige, was ich an diesem Artikel zu bemängeln habe ist, dass Willian als Schönwetterspieler bezeichnet wird und vorgeworfen wird keinen Biss zu haben und letzte Saison enttäuscht hat. Es ist doch unschwer zu erkennen, dass Willian letzte Saison bei Weitem der beste Spieler von CFC war und fast schon der einzige war, der in jedem Spiel alles gegeben hat. Ohne seine Leistungen hätte Chelsea wohl nich schlechter abgeschnitten. Dieser Artikel tut ihm unrecht.
    • Ratchet 04.01.2017 14:44
      Highlight Highlight Genau das gleiche wollte ich auch sagen. Willian war letzte Saison genau der beste Chelsea Spieler.
  • Ty€uro$ign 04.01.2017 13:28
    Highlight Highlight #CFC (L) !!
  • buehler11 04.01.2017 12:17
    Highlight Highlight #COYS !!

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