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Sport
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Der SFV verteidigt Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri

epa06832171 A combo of two pictures shows the celebration for the first goal of Switzerland's midfielder Granit Xhaka, (L), and the victory goal of Switzerland's midfielder Xherdan Shaqiri, (R), both  ...
Bild: EPA/KEYSTONE

Wegen Doppeladler-Geste: FIFA leitet Verfahren gegen Xhaka und Shaqiri ein

Der Doppeladler-Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri beim 2:1-Sieg der Schweiz gegen Serbien bleibt womöglich nicht ohne juristische Folgen. Die FIFA leitet ein Verfahren gegen die beiden ein.
23.06.2018, 22:4224.06.2018, 09:31

Eruptionen, Interpretationen, Vorwürfe. Nicht die grossartige Wende der Schweizer WM-Equipe gegen Serbien (2:1) ist das zentrale Thema, sondern die Jubelform der Matchwinner mit Migrationshintergrund. Die womöglich beste WM-Halbzeit seit dem Coup gegen Spanien 2010 rückte in den Kommentarspalten in den Hintergrund.

Eine Geste bestimmte die Schweizer Sportnachrichtenlage, das Doppeladler-Symbol löste erneut eine Debatte aus – mittendrin die beiden Torschützen Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri, die im Rausch ihrer Emotionen eine kontroverse Botschaft platzierten.

Offen blieb die Deutung der Handbewegungen. Ein Teil der serbischen Vertreter hatte bereits im Vorfeld jedes kosovarische Emblem als politische Provokation aufgefasst – auch die Flagge auf den Schuhen der Spieler. Die Betroffenen selber verstanden ihr Handzeichen primär als Gruss an die geschundene Heimat ihrer Väter und Mütter. «Nicht gegen den Gegner gerichtet, sondern für die Menschen, die mich immer unterstützt haben», versicherte Xhaka. Dennoch eröffnete die FIFA nun ein Verfahren.

Shaqiri mochte nach den ersten Adrenalinschüben nicht mehr detailliert auf die Jubelszenen eingehen: «Ich will nicht darüber diskutieren. Viele wissen, um was es geht.» Der Instinkt-Fussballer spürte mutmasslich rasch einmal, in welche Richtung sich die Kontroverse verschieben könnte: Der Weltverband reagiert in der Regel sensibel auf Statements dieser Prägung.

«Ich denke nicht, dass die Schweiz ein Problem damit hat.»
Stephan Lichtsteiner

Captain Stephan Lichtsteiner stellte sich noch in der Mixed-Zone vor seine Teamkollegen und kommunizierte offensiv: «Ich denke nicht, dass die Schweiz ein Problem damit hat.» Er habe mit den Angehörigen der Doppelbürger vom Balkan gesprochen. «Sie haben mir ihre Sicht erklärt. Ich weiss, welcher Druck auf sie ausgeübt worden ist.»

Serbischer Protestbrief
Der serbische Verband hat sich mit einem Protestbrief an die FIFA über die Leistung von Schiedsrichter Felix Brych beim 1:2 gegen die Schweiz beschwert. Die FIFA bestätigte den Eingang des Schreibens. Weitere Angaben machte der Weltverband nicht.

Der künftige Arsenal-Verteidiger erwähnte die «vielen Provokationen, die wir mitbekommen haben. Das war für uns alle sehr schwierig». Es sei wichtig gewesen, «dass wir ihnen geholfen haben und sie uns danach halfen». Trotz der angespannten Atmosphäre vor weit über 20'000 serbischen Anhängern demonstrierten Xhaka und Topskorer Shaqiri auf dem sportlichen Hauptschauplatz mit ihrer massgeblichen Tor-Doublette Standfestigkeit und Klasse.

Differenzierte Sichtweise nötig

Mit ihrem Jubel schoben Xhaka und Co. zwar eine Endlos-Diskussion an, die intern weit weniger Staub aufwirbelt als extern. Aber ihnen deswegen einmal mehr das Commitment für die Schweiz abzusprechen, entbehrt jeglicher Grundlage. Xhaka und Shaqiri kommen zusammen auf mittlerweile 136 Länderspiele. Wie sehr sie bereit sind fürs SFV-Kollektiv zu leiden, zeigten sie im Schlüsselspiel gegen Serbien.

Von den Toren und genialen Aktionen der Secondos lebt das Schweizer Fussball-Projekt. «Wir brauchen sie», sagte Sommer. Für die grossen Augenblicke, für die Euphorie, für den Erfolg – Emotionen und diskutable Gesten inbegriffen. Ihr Temperament ist mehrheitlich eine unverzichtbare Qualität.

«Skandalös!»

Die Gefühlswallungen und Ausbrüche waren am Freitagabend keine exklusive Schweizer Angelegenheit. Savo Milosevic, einst ein renommierter Stürmer und über 100-facher Nationalspieler, in Russland serbischer Verbands-Vize, ärgerte sich über die FIFA: «Skandalös!» Der Schiedsrichter Felix Brych habe ihnen einen Penalty unterschlagen. «Der VAR greift scheinbar nicht für alle Teams ein. Ich frage mich, was die Herren dort genau machen», kritisierte der ehemalige EM-Torschützenkönig. «Wir sind halt nur Serbien und nicht Brasilien.»

«Ich würde ihn nach Den Haag schicken, damit man ihm den Prozess macht.»
Serbiens Trainer Mladen Krstajic über Schiedsrichter Felix Brych

Die schlimmste Entgleisung leistete sich aber Coach Mladen Krstajic. «Ich würde ihn nach Den Haag schicken, damit man ihm den Prozess macht, so wie man uns den Prozess gemacht hat», sagte der frühere Bundesligaprofi nach Angaben des nationalen Fussballverbandes (FSS) am Samstag vor serbischen Journalisten. In den sozialen Medien schrieb Krstajic weiter: «Augenscheinlich sind leider nur die Serben zu selektiver Gerechtigkeit verurteilt: Früher das verfluchte Den Haag und heute im Fussball der Videoassistent.»

Die FIFA eröffnete auch gegen den serbischen Fussballverband sowie Krstajic eine Voruntersuchung. (abu/sda)

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91 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Narzyss
23.06.2018 21:11registriert April 2015
Die Pfiffen und das Buhen bei der Hymne.
Das Verbot von Albanischen/Kosovarischen Flaggen im Stadion. Die Kriegsverbrechershirts der Serben. Die Fangesänge des Publikums "Tod den Albanern" etc.. Provokationen von Medien und Politikern vor dem Spiel.

Aber jetzt heulen wegen dem Doppelkopfadler. Echt ein erbärmliches Bild das hier abgeliefert wird von den Serben und Russen als Gastgeber.

Die FIFA soll Mal Serbien bestrafen für seine unmöglichen Fans.
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emptynetter
23.06.2018 20:10registriert April 2014
und der serbische coach vergleicht den schiedsrichter wegen dem nicht gepfiffenen penalty mit einem kriegsverbrecher, dem in den haag der prozess gemacht werden müsse, so wie man das mit den serben getan habe dannzumal. also die serben müssen sich gar nicht beklagen, wenn sie selbst solche äusserungen machen.
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Elsässer
23.06.2018 22:11registriert April 2018
Der serbische Aussenminister sagte nach dem Sieg gegen Costa Rica, das sei eine süsse Rache. Costa Rica war das erste Land das damals den Kosovo als Staat anerkannte. Ein Kommentar erübrigt sich.
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