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Liverpool's Mohamed Salah celebrates after scoring his side's second goal during the Champions League quarterfinals, 2nd leg, soccer match between FC Porto and Liverpool at the Dragao stadium in Porto, Portugal, Wednesday, April 17, 2019. (AP Photo/Luis Vieira)

Beim Torjubel zeigt Mohamed Salah regelmässig, dass er Moslem ist. Bild: AP

Liverpool-Star Salah: «Der Islam muss seinen Umgang mit Frauen ändern»

Mohamed Salah gibt dem Islam in Europa ein modernes, freundliches Gesicht. Nun fordert der Ägypter im «Time Magazine» ein neues, progressiveres Frauenbild in seiner Kultur. Weshalb es eine schicksalhafte Fügung ist, dass er ausgerechnet in Liverpool gelandet ist.

Simon Häring / CH Media



Bescheiden, bodenständig, frei von Allüren – es sind Attribute, die Liverpool-Stürmer Mohamed Salah zugeschrieben werden. In Ägypten lässt er Schulen, Krankenhäuser und Fussballplätze bauen. In seiner Heimat ist der 26-Jährige so populär, dass er bei den Präsidentschaftswahlen 2018 mehr als eine Million Stimmen auf sich vereinigte, obschon er gar nicht zur Wahl stand.

Seine Tore, und von denen gibt es viele, zelebriert Salah regelmässig mit dem Sudschūd (arabisch für Niederwerfung). Dabei berühren sieben Punkte des Körpers gleichzeitig den Boden: der Kopf, beide Hände, beide Knie, beide Füsse. Als Gläubiger ist Mohamed Salah auch ein Hoffnungsträger. Er soll dem Islam ein freundlicheres und progressiveres Gesicht geben.

«Frauen haben mehr verdient»

Zuletzt wurde Salah bei einem Gastspiel Liverpools gegen Chelsea das Opfer rassistischer Schmähgesänge, die ihn als «Bombenleger» bezeichneten. Liverpool reagierte geschockt auf das Video. Es zeige «abscheuliche, diskriminierende Gesänge» und sei «gefährlich und verstörend». Anfang Jahr war Salah Opfer islamophobischer Äusserungen geworden.

Dieser Tage wurde er vom «Time Magazine» in die Top 100 der einflussreichsten Menschen der Welt gewählt. Dort fordert Salah, der von 2012 bis 2014 beim FC Basel spielte, ehe er für 20 Millionen Franken zu Chelsea wechselte, ein verändertes Frauenbild im Islam. Er sagt: «Wir müssen den Umgang mit Frauen in unserer Kultur ändern. Daran führt kein Weg vorbei.»

Welche Veränderungen er sich wünscht, führte Salah hingegen nicht konkreter aus. Er sagte nur: «Ich unterstütze Frauen mehr, als ich es zuvor getan habe. Und ich bin der Ansicht, dass Frauen mehr verdient haben, als wir ihnen derzeit geben.»

Historischer Zufall

Bei seinem Verein Liverpool und den Anhängern hat Salah hingegen bereits viel für ein besseres Bild des Islam geleistet. Sie schrieben die Zeilen des Hits «Good Enough» von Dodgy aus dem Jahr 1996 um und singen: «If he's good enough for you he's good enough for me, if he scores another few then I'll be Muslim too. If he's good enough for you he's good enough for me, he's sitting in the mosque that's where I wanna be.» Sinngemäss: «Sollte Salah noch mehr Tore erzielen, würden sie zum Islam übertreten und mit ihm zusammen in der Moschee beten.»

Die Stadt Liverpool steht im Ruf einer weltoffenen Stadt. Es ist auch die Heimat von William Quilliam, der 1887 als erster Brite zum Islam konvertierte. Zwei Jahre später gründete er dort die erste islamische Gemeinde und eröffnete die erste Moschee Englands. So gesehen ist es eine schicksalhafte Fügung, landete Salah vor zwei Jahren via Basel, Chelsea, Florenz und Rom beim FC Liverpool, der dank seiner Tore vom ersten Titel seit 1990 träumt.

Diese Woche lancierte die spanische Zeitung «As» das Gerücht, Salah habe nach einem Streit mit Trainer Jürgen Klopp um die Freigabe gebeten und wolle Liverpool in Richtung Spanien verlassen. Doch so bald wird Salah seine Zelte wohl nicht abbrechen. Sein Berater Ramy Abbas Issa reagierte mit folgendem Satz: «Ich sehe, die ‹AS› spricht wieder aus dem Hintern.»

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • naherrawan 19.04.2019 01:01
    Highlight Highlight Er hat beim Umgang mit Frauen nie den Islam erwähnt, sondern sich mit seiner Aussage kritisch gegenüber seiner KULTUR bzw Gesellschaft geäussert, was nicht mit Religion gleichzusetzen ist. Bitte also im Titel eures Artikels auch dementsprechend ändern, zumal ihr das im Artikel selber ja richtig zitiert habt, danke.
  • Bene86 18.04.2019 21:19
    Highlight Highlight Ganz schön islamophob!
    • violetta la douce 18.04.2019 23:02
      Highlight Highlight Er weiss warum.
  • Yakari 18.04.2019 20:08
    Highlight Highlight Seine Aussage ist natürlich positiv, aber eine etwas energischere Aussage hätte auch nicht geschadet. Gewisse Länder leben ja echt noch in der Steinzeit. Salah wäre eine Person die wirklich mal einen Paukenschlag raushauen könnte, aber da würde er in der islamischen Welt wohl auch sehr viele Fans verlieren. Würde extrem Mut erfordern.
  • AquaeHelveticae 18.04.2019 16:32
    Highlight Highlight Bei seiner Beliebtheit, gerade in der islamischen Welt, kann so eine Aussage vielleicht die Leute zum nachdenken anregen.
    Ich hoffe jedoch stark, dass dies nicht nur rein auf Frauen bezogen ist sondern generell das Thema Toleranz im Islam anspricht.
    Vielleicht follgt ja eine Entschuldigung für damals als er sich weigerte jüdischen Spielern die Hand zu geben?
    • Zingoo 18.04.2019 17:35
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • dääd 18.04.2019 15:19
    Highlight Highlight Findi guet, Salahs Statement zu Frauen*. Bitte auch übertragen auf katholische Kirche, orthodoxes Judentum, serbisch-/griechisch-orthodoxe Kirche, Fussballwelt, Lohnstrukturen in Unternehmungen, Sprachgebrauch. Danke (und - fast vergessen - her mit den Blitzen!).
    • Yummy 18.04.2019 16:28
      Highlight Highlight Blitz nur für den behinderten Stern. Dieser Stern bedeutet, dass es zu deinem Wort "Frauen" weiter unten noch eine Erklärung gibt im Kleingedruckten. Wo ist sie?
    • Red4 *Miss Vanjie* 18.04.2019 16:45
      Highlight Highlight * Sternchen steht für Transgender Frauen, bin mir aber nicht sicher darum fühlt frei mich zu korrigieren
    • Yummy 18.04.2019 17:16
      Highlight Highlight Oh mein Kommentar war sarkastisch gemeint ;) Genderwahn und so...
    Weitere Antworten anzeigen
  • WID 18.04.2019 15:00
    Highlight Highlight Schön. Besser wäre die öffentliche Abwendung von der Religion hin zu einem aufgeklärten humanistischem Weltbild.
    • LVeecy 18.04.2019 17:10
      Highlight Highlight Und das aufgeklärte humanistische Weltbild besitzt du und definierst es?
    • hiob 18.04.2019 18:05
      Highlight Highlight ich glaube, es geht darum, sich generell von religion abzuwenden, da religionen gift sind für alle, die das leben lieben. ob christlich, islam oder rastafari. jede religion hat ihre dunklen seiten, welche mit gottes wort verteidigt und berechtigt gemacht werden. es geht nicht darum, das beste weltbild zu kennen, sondern eher darum zu erkennen, was uns menschen voneinander dividiert und was der grund dafür ist. wäre die welt wirklich ein schlechterer ort ohne die ganzen glaubensfraktionen? wohl kaum.
    • DemonCore 19.04.2019 07:44
      Highlight Highlight Säkularismus brauchen wir. Religion ist das Problem, nicht die Lösung.
  • Jay Smith 18.04.2019 14:58
    Highlight Highlight Er redet von der Kultur nicht vom Islam. Im Islam selber steht die Frau weiter oben, als es in der Kultur der nordafrikanischen oder nahöstlichen Ländern gepflegt wird.
    • Rabbi Jussuf 18.04.2019 15:37
      Highlight Highlight Soso, tut sie das, also weiter oben stehen.
      In welchen geheimen islamischen Schriften ist denn das festgehalten?
    • Balzina 18.04.2019 19:52
      Highlight Highlight Im Koran zum Beispiel und in ganz ganz vielen Überlieferungen. Wenn man sein Wissen aber von den Medien bezieht, ist es verständlich, dass man ein falsches Bild davon hat.
    • hiob 18.04.2019 20:17
      Highlight Highlight also ich habe muslime getroffen (in der schweiz), welche mir zu verstehen gaben, dass der mann über der frau steht. einer meinte auch mal, dass tiere ausschliesslich zum verzehr für menschen existieren. christen erzählen aber auch ganz viel unsinn. umso ernster sie ihre religionen nehmen, desto versessener sind sie. die können nicht argumentieren und halten sich dann auch noch für was besseres als „die anderen“.
    Weitere Antworten anzeigen
  • salamandre 18.04.2019 14:27
    Highlight Highlight Etwas Offenheit in Religionsfragen dürfte nicht schaden, weder hüben noch drüben.
  • Suppentopf 18.04.2019 14:19
    Highlight Highlight 60% der Agypter geben zu schon einmal Frauen auf der Strasse sexuell belästigt zu haben. Die Gruppenvergewaltigungen auf dem Tahir-Platz sind noch in schrecklicher Erinnerung. Das Problem sitzt sehr tief in dieser Gesellschaft. Sehr erfreulich daher, dass jemand einflussreiches wie Salah es anspricht.
    • hirodnb 19.04.2019 07:42
      Highlight Highlight wer sagt das mit den 60%?
    • Suppentopf 19.04.2019 21:54
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