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Nati-Coach Voss-Tecklenburg nach dem WM-Aus: «Wenn ich die Enttäuschung in den Gesichtern sehe, dann tut mir das weh»

Nach dem WM-Aus gegen Gastgeber Kanada herrscht bei den Schweizerinnen Enttäuschung über verpasste Chancen, aber auch Stolz und Zuversicht nach einem guten Turnier. Das sind die Stimmen zur Partie.



>>> Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft verliert das WM-Achtelfinal gegen Gastgeber Kanada mit 0:1. Hier gibt es die entscheidenden GIFs dazu.

Bitter macht die Niederlage auch die Tatsache, dass die Schweizerinnen ebenbürtig waren, das Viertelfinale wäre bei der ersten WM-Teilnahme möglich gewesen. 

«Ich weiss nicht, ob das schlechtere Team verloren hat. Mir tun meine Spielerinnen leid. Wenn ich die Enttäuschung in den Gesichtern sehe, dann tut mir das weh», sagt Nati-Trainerin Voss-Tecklenburg unmittelbar nach der Partie gegenüber der FIFA. Die Konsequenz im Abschluss habe einfach gefehlt, die Chancen seien ja da gewesen. 

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Typisch: Der Schweiz fehlt auch bei dieser Chance von Vanessa Bernauer nach 78. Minuten der Killerinstinkt. gif. srf

Da fehlt etwas, nennen wir es Tor

Was denn schlussendlich gefehlt hat, ist bei einer 0:1-Niederlage relativ simpel zu analysieren. «Das Tor, der letzte Biss. Kanada hat ein Tor gemacht und deshalb bleiben sie hier und wir nicht. Aber die Erfahrungen werden uns helfen, es muss einfach ein Killerinstinkt kommen», so Voss-Tecklenburg.

Kanadas Trainer, John Herdman, zeigte sich nach dem Spiel erleichtert: «Wir wussten, dass es eng werden würde. Wir mussten dagegenhalten und standen als Gastgeber natürlich unter grossem Druck. Ich bin stolz auf meine Mädels, das sind Krieger, die wissen, was zu tun ist und alles reinwerfen, was sie haben.»

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Das Tor von Kanada durch Belanger sorgte für die Entscheidung. gif: srf

Grosse Enttäuschung herrscht nach dem WM-Aus verständlicherweise auch bei den Spielerinnen. «Die WM ist vorbei, das tut weh. Mit unserer Offensive müssen wir einfach noch mehr Chancen rausspielen, viele Aktionen haben wir nicht zu Ende gespielt, da wäre mehr dringelegen,» sagt Ramona Bachmann gegenüber dem SRF, die in 65 Länderspielen stolze 36 Tore erzielte.

Wenn das Herz blutet

Auch bei Verteidigerin Rachel Rinast überwiegt die Enttäuschung und das Gefühl, dass einfach mehr dringelegen hätte: «Wir können es noch nicht richtig akzeptieren, dass wir jetzt raus sind. Schade konnten wir uns heute nicht belohnen. Aber es war eine gute WM, niemand dachte, dass wir überhaupt das Achtelfinale erreichen, nun wäre sogar noch mehr dringelegen. 

«Auch wenn es weh tut, ich gönne es Kanada, es war ein sehr faires Spiel»

Schweizer Verteidigerin Rachel Rinast

Alles in allem zeigt sich Rinast mit dem Turnier dennoch zufrieden: «Ich denke, wir können ein positives Fazit ziehen.»

Jun 21, 2015; Vancouver, British Columbia, CAN; Switzerland defender Rachel Rinast (4) and Canada defender Kadeisha Buchanan (3) get tangled up as they battle for control of the ball  in the first half of a game in the round of sixteen in the FIFA 2015 women's World Cup soccer tournament at BC Place Stadium. Mandatory Credit: Anne-Marie Sorvin-USA TODAY Sports

Rachel Rinast im Zweikampf mit Kanadas Kadeisha Buchanan. Bild: X02835

Auch SFV-Generalsekretär Alex Miescher hat nach der Niederlage gegen den WM-Gastgeber gemischte Gefühle: «Das Fussballerherz blutet, wir haben gespürt, dass wir hätten gewinnen können. Jetzt sind wir natürlich alle traurig und enttäuscht.»

Insgesamt zieht Miescher jedoch eine positive Bilanz: «Wir sind in keinem Spiel untergegangen, das ist eine wichtige Botschaft, diese ganz guten Leistungen sollten Mumm geben für die Zukunft.»

Neuer Zuschauer-Rekord in Kanada 

The giant screen displays attendance of 53,855 spectators during the round of 16 match between Canada and Switzerland at the BC Place Stadium, in Vancouver, Canada, Sunday, June 21, 2015. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi) ***EDITORIAL USE ONLY; FIFA RESTRICTIONS APPLY

Rekord! So viele Zuschauer gab es bei einem Natispiel in Kanada noch nie – in allen Sportarten und auch bei den Männern nicht. Bild: KEYSTONE

Dass die Fans ein entscheidender Vorteil waren, ist sich Kanadas Trainer John Herdman sicher: «Die Fans waren wieder unglaublich. Das war schon surreal.» 

Schliesslich waren satte 53'855 Zuschauer im BC Place Stadium in Vancouver. Ein Rekord, noch nie waren in Kanada mehr Zuschauer an einem Spiel einer Nationalmannschaft – in keiner einzigen Sportart.

Dass so viele Zuschauer da waren, ist natürlich hauptsächlich auf Gastgeber Kanada zurückzuführen, doch Voss-Tecklenburg ist überzeugt: «Wir haben die Leute während des Turniers mitreissen können. Die WM war eine riesige Erfahrung.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Citation Needed 22.06.2015 17:35
    Highlight Highlight Bis auf den wuchtigen Blitzstart des Heimteams hatten die Schweizerinnen in der 1. HZ mehr vom Spiel. Dass sie nach dem Gegentor (wieder) einknickten ist schade. Die Spielerinnen wissen selbst, dass mehr drin gewesen wäre. Nur, wie abrufen? Gute Turnierteams schalten trotz Schwachstellen einen Gang höher wenns drauf ankommt und erzwingen ihr Glück. Die dazu nötige Reife und Erfahrung gibt es nicht ohne Niederlagen. Die Schweiz liegt zwar hinter der Weltspitze zurück, macht aber eine rasante Entwicklung im Moment. Darum Kopf hoch, vielleicht reichts schon bis zur EM auf die nächste Stufe?
  • amade.ch 22.06.2015 08:24
    Highlight Highlight Es war kein "wir hätten gewinnen können", sondern ein "hätten gewinnen müssen". Kanada war in diesem Spiel nur ganz selten besser, meist hatten die Schweizerinnen die Kontrolle. Dass man trotzdem raus ist, hat vor allem mit fehlender Effizienz zu tun. In vielen Szenen war man einfach nicht abgebrüht genug. Wie im Spiel gegen Kamerun gelang es nicht, entsprechend zu reagieren. Im Gegensatz zu jenem Spiel fiel man dieses Mal wenigstens nicht völlig auseinander.
    • Citation Needed 22.06.2015 18:19
      Highlight Highlight Hätten gewinnen MÜSSEN? Es geht hier ja nicht um Buchhaltung; wer mehr vermag hat nicht automatisch mehr auf dem Konto. Fussball fasziniert, weil er streng geregelt und gleichzeitig unberechenbar ist. Spieler, die ein Jahresgehalt in Millionenhöhe garnieren, hauen einen Penalty daneben oder dem Gegner den Kopf ans Brustbein. Wir finden dann "ah, das hätte nicht passieren dürfen!" - ist es aber. Die fehlende Effizienz und Konstanz hat mehr mit fehlender Routine als mit Leistungsbereitschaft zu tun. Wäre Kanada in Rückstand geraten, wer weiss, ob sie ihre Kampfkraft hätten ausspielen können?
    • amade.ch 29.06.2015 09:37
      Highlight Highlight Ja, hätten gewinnen müssen. Aber wir können natürlich wie bei den Männern nach jedem Ausscheiden finden, dass es doch ein tolles Turnier gewesen sei. Dass auch Topspieler Fehler machen, ist sonnenklar. Wenn am Ende des Spiels die schlechtere Mannschaft gewinnt, ist es aber halt einfach enttäuschend, und genau das war hier der Fall.

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