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Swiss Stephan Lichtsteiner walks to the substitutes bench ahead of the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between Switzerland and Denmark, at the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, Tuesday, March 26, 2019. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Stephan Lichtsteiner gehört aktuell nicht zum Nati-Kader. Bild: KEYSTONE

Lichtsteiner über Nati-Wirbel: «Das Team hätte Ruhe verdient»

Bei Augsburg arbeitet Stephan Lichtsteiner fieberhaft an seiner Rückkehr ins Nationalteam. Angesichts der diffusen SFV-Eindrücke in Dublin ist ein Comeback der Leaderfigur nicht mehr auszuschliessen.



Von den gegenwärtigen atmosphärischen Störungen rund um die SFV-Auswahl bekommt er einiges aus erster Hand mit. Lichtsteiner ist auf dieser Stufe nach wie vor sehr gut vernetzt. Er kennt die Strömungen, weiss im Detail, wie diese Mannschaft funktioniert. Ihr lange erspriessliches Betriebsklima hat er zusammen mit Valon Behrami während Jahren mitverantwortet.

Und die Equipe ist für den fünffachen EM- und WM-Endrundenteilnehmer weiterhin eine Herzensangelegenheit: «Die Mannschaft hat Qualität, das steht ausser Frage. Warum sollte alles weg sein, was vorher gut war?» Der Innerschweizer hoffte vergeblich auf einen Erfolg in Dublin (1:1), «weil das Team Ruhe verdient hätte».

Swiss head coach Vladimir Petkovic, left, reacts next to Swiss defender Stephan Lichtsteiner, right, during a training session of SwitzerlandÕs soccer national team, at the stade Olympique de la Pontaise stadium, in Lausanne, Switzerland, Thursday, March 23, 2017. Switzerland will play Latvia Saturday, 25 March, in Geneva for a 2018 Fifa World Cup group B qualification soccer match. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Das Verhältnis zwischen Petkovic und Lichsteiner ist angespannt. Bild: KEYSTONE

Lichtsteiner war bis im letzten Frühling selber einer, der bei Dissonanzen ordnend eingriff, die Struktur prägte, das manchmal komplizierte Innenleben regelte. Vladimir Petkovic verzichtete trotzdem zweimal in Folge auf den 35-Jährigen, ohne ihn aber endgültig zu verabschieden. «Ich schicke keinen in Pension», pflegt der Schweizer Selektionär zu sagen.

Die Ausladung für die letzten beiden Camps hat Lichtsteiner verdaut und akzeptiert. «Petkovic hat mich persönlich informiert. Dass ich enttäuscht war, liegt auf der Hand.» Der Verteidiger spricht von Rückschlägen, aber keinesfalls von einem Rückzug. «Für mich ändert sich nichts. Ich mache alles dafür, um wieder dabei zu sein. Ich bin topfit und bereit, auf höchstem Niveau Fussball zu spielen.»

Lichtsteiners Ziel von der EM 2020 lebt

Das letzte seiner 105 Länderspiele bestritt der Captain ausser Dienst im März beim erfolgreichen Auftakt zur EM-Ausscheidung in Georgien (2:0). Ein Comeback strebt der siebenfache Serie-A-Champion mit der ihm eigenen Vehemenz an. «Ich setze mir eigentlich nie Grenzen und verfolge grosse Ziele – eines davon ist weiterhin die EM 2020», meldet er aus Süddeutschland.

Für ein drittes EM-Turnier arbeite er «jeden Tag mit Spass, Enthusiasmus und Zielstrebigkeit», sagt Lichtsteiner zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sein Fokus sei auf jenen Bereich gerichtet, «den ich beeinflussen kann. Meine Leistung, meine Spiele, meine Energie. Alles andere liegt nicht in meiner Hand».

In seinem persönlichen Alltag ist bis zum nächsten Sommer alles geregelt. Nach über 400 Partien in Frankreich, Italien und England verlegte Lichtsteiner seinen sportlichen Lebensmittelpunkt. Dem einjährigen Arsenal-Projekt folgt Augsburg. Eine bayrische Provinz-Stadt statt die pulsierende Metropole London, Abstiegskampf statt hohe Europacup-Ambitionen.

«Das ‹Gesamt-Package› stimmt hier. Der Spassfaktor ist da, sonst hätte ich im Sommer aufgehört», hält der 35-Jährige fest. In den Reihen der Mitspieler hat er die totale Bereitschaft ausgemacht – so, wie sie Lichtsteiner noch immer vorlebt. Er spricht von einer extremen Challenge, davon, «in jeder Partie, in jedem Training das Beste abzurufen».

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Lichsteiner fliegt gegen Bremen mit Gelb-Rot vom Platz. Video: streamable

Mit der Fernplanung befasst sich der Routinier nicht. «Jahr für Jahr.» Das Zusammenspiel mit der Familie muss passen. «Entscheidend ist die 100-prozentige Freude.» Und die Gabe, die Körpersignale richtig zu interpretieren. «Es gibt ein Leben danach.» (pre/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Walser 08.09.2019 15:51
    Highlight Highlight Lichtsteiner oder Sommer wären die richtigen Captains. GX oder XS sind undenkbar. Mit ihrer Doppeladleraktion zeigten sie, das ihnen private Ex Jugoslavienpolitik über den Interessen der Schweizer Fussballnationalmannschaft steht. Die schwache Führung des SFV hat danach die Falschen In die Wüste geschickt. Nun sitzen sie in der Falle und gehen vor XS in die Knie damit er weiterspielt.
    • Freilos 08.09.2019 19:59
      Highlight Highlight Es sollen die 11 besten spielen und Captain soll sein wer im Team die volle Akzeptanz geniesst. Was die „Fans“ wollen und denken ist sekundär.

Schweiz erfüllt die Pflicht – mehr nicht: «Haben uns das Leben selbst schwer gemacht»

Die Schweizer Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation die Pflicht erfüllt. In Sitten setzte sich das Team von Vladimir Petkovic gegen den krassen Aussenseiter Gibraltar problemlos 4:0 durch. Drei Tore kurz vor der Pause sorgten für die Entscheidung.

Kurz vor Schluss durften die gut 8000 Zuschauer noch einmal jubeln, als der eingewechselte Mario Gavranovic mit seinem 7. Treffer im 22. Länderspiel mit dem 4:0 für den Schlusspunkt in einer zumindest phasenweise unterhaltsamen Partie und für ein versöhnliches Ende einer turbulenten Woche sorgte. Eine frohe Kunde traf zudem aus Tiflis ein, wo Georgien Dänemark ein torloses Remis abrang.

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