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epa06705486 Bayern Munich's Thomas Mueller reacts after the UEFA Champions League semi finals second leg match between Real Madrid and Bayern Munich at Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, 01 May 2018. Bayern lost 3-4 on aggregate.  EPA/EMILIO NARANJO

Kein Triple! Die Bayern scheitern mal wieder vor dem Final an einem spanischen Klub. Bild: EPA/EFE

Thomas Müllers bittere Erkenntnis – oder warum die Bayern in Europa immer wieder scheitern

Trauer, Leere und schonungslose Fehleranalyse. Der FC Bayern verpasst es, «das grosse Real in den Abgrund zu stossen». Trainer Jupp Heynckes verpasst zum Abschluss seiner Karriere das mögliche Triple.



Jupp Heynckes rang nach dem knapp verpassten Champions-League-Final mit feucht schimmernden Augen um Fassung. Und auch auf der Heimreise von Madrid nach München herrschte am Mittwoch weiter eine grosse Leere beim Trainer, den Spielern um Torhüter Sven Ulreich und den Verantwortlichen des FC Bayern.

«Leider sind wir nicht im Endspiel. Das bedeutet für meine Spieler und für mich eine grosse Enttäuschung», sagte Heynckes nach seinem letzten Champions-League-Spiel, das eine finale Zugabe absolut verdient gehabt hätte. «Das 2:2 bedeutet für uns eine Niederlage», urteilte Heynckes nach dem heldenhaften, aber glücklosen Rückspiel in Madrid.

Heynckes hielt noch im Santiago Bernabeu eine bewegende Kabinenansprache, wie Anwesende berichteten. Er rühmte sein «Truppe», mit der er die Zeit zurückdrehen und das Triple von 2013 wiederholen wollte. «Ich habe den FC Bayern in der Verfassung, in der Form schon viele Jahre nicht mehr gesehen», schwärmte der Trainer nach 97 Minuten «Fussball vom Feinsten, Fussball, den man selten in Europa sieht».

Beim Bankett im Hotel pries Karl-Heinz Rummenigge die Spieler in seiner Rede. «Wenn ich einen Hut auf hätte, würde ich ihn ziehen und mich vor der Mannschaft verneigen», sprach der Bayern-Chef.

Rummenigges Rede:

Zu viele individuelle Fehler

Ein Tor fehlte gegen die Königlichen, die am 26. Mai in Kiew den Champions-League-Hattrick anpeilen. Vielleicht war es aber auch nur ein Fehler zu viel, den die Bayern beim fünften Ausscheiden nacheinander gegen eine spanische Mannschaft machten. «Wir müssen uns natürlich auch die Frage stellen, was machen wir in diesen Spielen falsch?», sagte Captain Thomas Müller – und gab die Antwort gleich selbst.

«Es liegt nicht an irgendwas Grundsätzlichem, dass es nicht reicht. Das Einzige, was sich in den letzten Jahren wiederholt in den Spielen, in denen wir ausscheiden: Wir machen zu viele deutliche individuelle Fehler, ob es verschossene Elfmeter sind, ob es Rote Karten sind.»

Im Hinspiel hatte Verteidiger Rafinha Real ein Geschenk zum 1:2 gemacht. In Madrid war es Ulreich, der sich direkt nach Wiederanpfiff einen «Blackout» leistete, wie Heynckes sagte. Die Bayern konnten nach Joshua Kimmichs frühem 1:0 trotz etlicher Chancen nur noch einmal durch James Rodriguez zurückschlagen.

Auch Heynckes hadert

Mats Hummels urteilte schonungslos: «Natürlich ist es auch Unvermögen, wenn man jetzt vor allem jeweils das 1:2 für Real sieht in beiden Spielen.» Der Verteidiger berichtete vom kurzen Wortwechsel mit Nationalmannschafts-Kollege Kroos. «Toni hat nach dem Spiel zu mir gesagt, Mats, das Ding haben nicht wir gewonnen, das habt ihr euch selber zuzuschreiben, dass ihr nicht im Final seid. Und da hat er leider recht damit.»

Hinten patzten die Bayern fatal. Und vorne fehlten in beiden Spielen zu häufig «Zentimeter», wie es Hummels ausdrückte. Heynckes nannte die Chancenverwertung einen «Kritikpunkt», den er akzeptieren müsse. Den seit sechs Meisterjahren national nicht geforderten Bayern fehlt im Bundesliga-Alltag der Stressfaktor der grossen Spiele.

«Wir sind alle ein Stück traurig, weil es heute einfach möglich war, das grosse Real in den Abgrund zu stossen», sagte Rummenigge. Und doch waren die Bosse auch stolz. «Wir haben das beste Spiel in der Champions League gesehen, das ich in den letzten fünf Jahren mit Bayern München erlebt habe», sagte Rummenigge: «Ich glaube, nicht nur Bayern, sondern Deutschland und die ganze Fussballwelt wird unserer Mannschaft und unserem Cheftrainer Jupp Heynckes mit seinem Gespann höchsten Respekt und höchstes Lob zollen.» (pre/sda)

Treue Seelen, die als Profi nur für einen Klub aufliefen

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