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Foul oder nicht Foul? Der Videobeweis verschafft Klarheit – noch auf Kosten des Spielflusses. bild: screenshot fifa.tv

Der Videobeweis – zwei Szenen bei der U20-WM zeigen eindrücklich Vor- und Nachteil auf

Tor oder kein Tor? War das Penalty? Hätte man hier nicht Rot zeigen müssen? Um diese Fragen ein für allemal zu klären, testet die FIFA bei der U20-WM erneut den «Video Assistant Referee». Noch geht nicht alles reibungslos über die Bühne.



Bei der U20-WM in Südkorea testet die FIFA derzeit mal wieder den Videobeweis. Oder besser gesagt den «Video Assistant Referee» (VAR). Bei dieser Variante sitzen zwei weitere Unparteiische in einem Übertragungswagen oder neben der Seitenlinie im Stadion und prüfen via Video die Entscheide des Head-Schiedsrichters.

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Die Video-Schiedsrichter bei der Arbeit. bild: fifa.com

Bei vier Typen von Fehlentscheidungen kann eingeschritten werden:

Bei der U20-WM in Südkorea kommt der Videobeweis bereits in der zweiten Partie zum Zug. Im Duell zwischen Argentinien und England sieht Argentiniens Lautaro Martinez nach Video-Studium des Referees wegen eines Ellbogenschlags die Rote Karte. Zu Recht, wie die Wiederholung zeigt. Zwischen Foul und Platzverweis liegen allerdings geschlagene drei Minuten – die Spieler stehen schon zum Eckball bereit, stattdessen geht's mit einem Freistoss weiter. Verwirrung auf dem Platz und der Tribüne ...

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Lautaro Martinez sieht nach Video-Studium Rot. Video: streamable

Noch gewöhnungsbedürftiger: Im Gruppenspiel zwischen Italien und Uruguay läuft die Partie nach einem italienischen Foul im eigenen Strafraum mehr als 30 Sekunden weiter, bis der Schiedsrichter mitten im Spiel pfeift und dank Video-Referee auf Penalty für Uruguay entscheidet. Der Ball befindet sich da aber schon längst in der Platzhälfte der «Urus».

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Das Penalty-Foul und der späte Pfiff. Video: streamable

Der VAR-Entscheid ist wieder korrekt. Nicolas de la Cruz verschiesst den spät gepfiffenen Penalty, Uruguay gewinnt dank eines Traumfreistosses von Rodrigo Amaral aber trotzdem 1:0.

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Der 1:0-Siegtreffer von Uruguay. Video: streamable

Die beiden Szenen zeigen deutlich Vor- und Nachteil des Videobeweises: Fehlentscheide können jetzt endlich nachträglich korrigiert werden, bis es allerdings so weit ist, verstreicht noch zu viel Zeit. Man stelle sich nur mal vor, bei Italiens Konter wäre das 1:0 für die «Azzurri» gefallen.

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  • Wäh! Weg mit dieser Technik! Der Fussball ist perfekt, so wie er ist – ohne Videobeweis, Torlinientechnologie und solchen Krimskrams.6%
  • Torlinientechnologie ist okay, aber der Videobeweis geht mir zu weit.16%
  • Ich finde die Entwicklung gut – endlich wird den Schiedsrichtern geholfen!71%
  • Mir ist alles egal, solange die Spieler einen rechten Match zeigen.7%

Nichtsdestotrotz: Der Videobeweis muss und wird kommen, beim Tempo muss die FIFA aber definitiv noch nachlegen. Der Fussball-Weltverband, der unlängst beschlossen hat, dass der «Video Assistant Referee» auch an der WM 2018 in Russland zum Einsatz kommen wird, zeigte sich bislang unbeeindruckt von der Kritik. «Wir hatten bislang nur positives Feedback», sagte Präsident Gianni Infantino zuletzt am FIFA-Kongress in Bahrain.

Nach der U20-WM wird der Videobeweis auch noch am Confed Cup und an der Klub-WM getestet, bis es an der WM in Russland ernst gilt. Spätestens dann müssen alle Kinderkrankheiten ausgemerzt sein.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hashtag 23.05.2017 22:46
    Highlight Highlight Bei knappen Abseitsentscheidungen wird dann immer ausgespielt bis der Schiedsrichter mitgeteilt bekommt, dass es Abseits war?
  • Tom Garret 23.05.2017 22:39
    Highlight Highlight Weder war das eine klare Tätlichkeit noch ein klarer Penalty. Aber das geht ganz unter weil man nur über die lange dauer bis zum Entscheid spricht...
  • neutrino 23.05.2017 22:32
    Highlight Highlight Ich denke, diese Zeitverzögerung ist halt einfach der Preis. Schaut euch mal die Szene mit dem Ellbogenschlag an: damit man sich 100% festlegen kann vor dem TV braucht man Slowmotion, Szene aus verschiedenen Kameraperspektiven, etc. - das geht halt nicht in 5 Sekunden. Klar, es wird auch klare Schwarzweiss-Szenen geben (Bsp. Goal Lampard) - das dauert dann 3 Sekunden - aber ist ein kleiner Prozentsatz.

    Und ja, dass man nach einem Tor nicht jubeln kann, da 1 Minute zuvor ein Penalty auf der Gegenseite nicht gegeben wurde, ist kein Weltuntergang - aber das es einfach so egal ist, stimmt nicht.
  • elmono 23.05.2017 22:11
    Highlight Highlight Völlig korrektes Foul?😂😂😂😂😂😂
  • GhettoGünther 23.05.2017 22:10
    Highlight Highlight Ich finde den videobeweis gut.. allersings entsteht doch genau durch diese fehlentscheide teils fussball geschichte. Man denke zurück an "die hand gottes" oder der penalty im wm final 2006. Über all diese momente könnte man heute nicht mehr reden denn es währe etwas normales gewesen.
  • John Smith (2) 23.05.2017 21:43
    Highlight Highlight Nein, der Videobeweis MUSS nicht kommen. Er WIRD wahrscheinlich kommen, leider, aber er MUSS nicht. Was aber kommen SOLLTE ist der NACHTRÄGLICHE Videobeweis bezüglich unsportlichem Verhalten und darauf basierende Spielsperren, und zwar unabhängig vom Schiedsrichterentscheid. Aber DAS wird vermutlich dann wieder nicht kommen.
  • fabianhutter 23.05.2017 20:26
    Highlight Highlight An alle die sich über den Fussball aufregen und meinen, dass es in anderen Sportarten so viel besser sei. Wieso ist trotz allem Fussball die mit Abstand beliebteste Sportart?

    Viel kann nicht verkehrt sein.
    • John Smith (2) 23.05.2017 21:39
      Highlight Highlight Hunderttausend Fliegen können nicht irren.
    • Dean Hubert 23.05.2017 22:14
      Highlight Highlight gutes marketing? zigaretten sind auch schlecht und trotzdem sind sie bei den meisten beliebt
    • exeswiss 24.05.2017 02:43
      Highlight Highlight @fabianhutter ein frischer kuhfladen ist auch beliebt, hunderte fliegen können sich nicht irren.
  • Jason84 23.05.2017 19:35
    Highlight Highlight Warum sind da gelbe und gelb/rote Entscheide nicht inbegriffen? Das ist doch schon wieder unverständlich. Wie oft werden gelbe und auch gelb/rote Karten falsch vergeben, nur weil der Head-Schiedsrichter die Situation nicht gut gesehen hat.
    • Barracuda 23.05.2017 22:32
      Highlight Highlight So ein Quatsch, sie können unmöglich Fussball Fan sein! Damit macht man den fussball endgültig kaputt.
    • dillinger 23.05.2017 22:52
      Highlight Highlight Weil es besonders bei Gelben Karten oft nicht eindeutig ist bzw. viel vom ermessen des Schiris abhängt. Dieser bezieht nicht nur diese eine Aktion mit ein sondern auch das was vorher gewesen ist. Wenn ein Spieler bis anhin noch nie negativ auffällig geworden ist, lässt der Schiri die Karte oft noch etwas stecken. Dazu geht das Spiel bei nicht gegebenen Gelben oftmals weiter was einen blöden Spielunterbruch zur Folge hätte. Daraus resultierte ein Fussball der kaum noch zu schauen war.
  • Anded 23.05.2017 19:19
    Highlight Highlight Was kriegt der Schiri übers Ohr mitgeteilt? Es kann ja kaum nur ein Signal für einen Spielunterbruch sein, damit ihm der VAR dann in Ruhe alles erklären kann. Wenn zB ein Team einen Penalty zu gut hätte, aber beim VAR-Entscheid 30s später wieder im Ballbesitz vor dem gegnerischen Tor ist, weiss der Schiri, dass er Vorteil laufen lassen muss? Wenn ja, kriegt er übers Ohr ziemlich viel Infos, die er blitzschnell verarbeiten muss, während gleichzeitig das Spiel läuft.
  • pun 23.05.2017 18:44
    Highlight Highlight Wie wärs denn mit dem Mittelweg, nur gepfiffene Fehlentscheidungen rückgängig machen zu können? Tore, gepfiffene Elfmeter, gepfiffene Fouls. Eine ungeahndete Unsportlichkeit könnte ja auch nach Spielschluss noch zu einer Sperre o.ä. führen.
  • Randy Orton 23.05.2017 18:11
    Highlight Highlight Wenn Italien in der Zwischenzeit ein Tor gemacht hätte, würde es einfach nicht zählen. Die harte Konsequenz des Fouls, denn ohne Foul würde ein anschliessendes Tor zählen. Ich finde den VAR eine gute Sache.
  • dave1771 23.05.2017 17:52
    Highlight Highlight das geht GAR NICHT!!!!!! NICHT IN DIESEM TEMPO!!!!
  • Barracuda 23.05.2017 17:48
    Highlight Highlight Fehlentscheide wird es immer geben. Die Beispiele haben gezeigt, wie sehr der Videobeweis den Spielfluss stört. Im aktuellen 11Freunde gibt es einen empfehlenswerten Beitrag, der das Ganze gut beschreibt... Die ganze Spontanität und Emotion geht flöten im Fussball durch den Video-Beweis. Es kann nicht sein, dass man nach jedem zweiten Tor zuerst warten muss, bis man nach dem Videostudium des Refs losjubeln kann. "Der Moment" und die Emotionen macht man nur kaputt mit solchen Massnahmen.
    • Hoppla! 23.05.2017 18:42
      Highlight Highlight Wenn Sport nur aufgrund von Emotionen interessant ist mag dies stimmen.

      So nebenbei: Im Rugby gibt es dies schon länger. Und es funktioniert problemlos.
    • pat86 23.05.2017 19:22
      Highlight Highlight ja, fehlentscheide wird es immer geben. im unterschied zu früher mussten die zuschauer sich auf die entscheide des schiedsrichter verlassen und konnten nicht aus x-perspektiven alles in superzeitlupe nochmals anschauen. heute können wir als zuschauer das um uns ein fehlerfreies urteil zu machen, der schiedsrichter jedoch nicht. dieser unterschied ist meiner meinung nach ein grosses problem.
    • KAMPFPANZER 23.05.2017 20:09
      Highlight Highlight Es braucht ein wenig bis der Videobeweis ausgereift ist, aber dann wird es nicht meh so lange gehen. Der Spielfluss wird nicht mehr so beeinträchtigt werden und vor allem wird das Spiel fairer.
    Weitere Antworten anzeigen
  • -woe- 23.05.2017 17:33
    Highlight Highlight Beim Eishockey geht das locker. Da wid bis zum nächsten Unterbruch weitergespielt, anschliessend die strittige (Tor-)Szene angeschaut und dann evtl. die Zeit entsprechend zurückgestellt, wobei Strafen, tore etc., die in dieser Zeit fallen, nichtig sind.

    Wo ist also das Problem? Ah, ja, es ist Fussball...
    • sansibar 23.05.2017 18:29
      Highlight Highlight Wollte genau das gleiche schreiben, nur dass halt die Zeit im Fussball nie angehalten wird. Müssten die sich da halt noch etwas einfallen lassen...
    • iNDone 23.05.2017 20:57
      Highlight Highlight Beim Fussball wird die Uhr nicht unterbrochen wie beim Eishockey. Man müsste vielleicht da auch mal drüber nachdenken anstatt dieser seltsamen Nachspielzeit...
    • Barracuda 23.05.2017 22:30
      Highlight Highlight Ganz schlechter Vergleich. Das passiert einmal in paar Spielen beim Eishockey. Da wird der Spielfluss also nie unterbrochen, damit die Refs sich für eine Videoanalyse zurückziehen können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fändlimaa 23.05.2017 16:15
    Highlight Highlight Es fehlt bei beiden Szenen einfach die klare Kommunikation, warum es wie weitergeht. Der Schiedsrichter sollte wie in der NFL oder auch wie bei der Hockey WM seinen Entscheid über Lautsprecher mitteilen. So ist es für alle klar...
  • Amboss 23.05.2017 16:13
    Highlight Highlight Gemäss diesem Beitrag sind das Ziel eigentlich 10 Sekunden

    https://www.srf.ch/sport/fussball/revolution-im-fussball-der-videobeweis-soll-2018-kommen


    Hier muss offensichtlich noch viel gehen. 30 Sekunden oder mehr ist natürlich viel zu viel!

    Aber wenn es mit den 10 Sekunden gelingt, dann gibt es wirklich kein Argument mehr dagegen
    • zettie94 23.05.2017 19:20
      Highlight Highlight 10 Sekunden - super! Aber so wie oben ist das ganze komplett unbrauchbar.
      Besser noch etwas länger an unwichtigen Turnieren testen und dann in den grossen Ligen einführen, wenn es auch wirklich funktioniert.
    • Amboss 23.05.2017 22:27
      Highlight Highlight Ja, das mit den zehn Sekunden muss klappen, sonst lässt man es besser sein.
      Das muss sich noch stark verbessern und danach einspielen.
      Dafür braucht es noch viel, viel Zeit.

      Obwohl ich glühender Befürworter drs Videobeweis bin, glaube ich die WM 2018 sollte ohne Videobeweis gespielt werden. Es ist noch zu früh, die Kinderkrankheiten hat man bis dann nicht ausgemerzt

Hier stürmen Klimastreiker den Cupfinal im Stade de Suisse

Der Cupfinal zwischen Thun und Basel musste nach wenigen Sekunden bereits unterbrochen werden: Klimastreiker hatten den Platz des Stade de Suisse gestürmt. Sie trugen Transparente und Schilder mit der Aufschrift «No Cup on a dead Planet», «Es gibt keine Nachspielzeit» und «#EndspielErde».

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