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Switzerland's Breel Embolo reacts during the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between the Republic of Ireland and Switzerland at the Aviva stadium in Dublin, Ireland, on Thursday, September 5, 2019. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Glückloser Shaqiri-Vertreter im Zentrum: Breel Embolo. Bild: KEYSTONE

«Manchmal waren wir fast überheblich» – Petkovics Ärger über späten Punktverlust

Die Schweiz hat in der EM-Qualifikation in Dublin gegen Irland in der Schlussphase den wegweisenden Auswärtssieg verspielt. Nach der Führung durch Fabian Schär (74.) glichen die Einheimischen fünf Minuten vor dem Ende durch David McGoldrick zum 1:1 aus.



Nach diesem Unentschieden bleibt es in der Gruppe D zwischen den EM-Anwärtern Schweiz, Dänemark und Irland bei der Pattsituation. Alle bisherigen drei Direktbegegnungen zwischen diesen Teams endeten unentschieden. Für die Schweiz bleibt die Situation deshalb heikel, weil sie schon im März gegen Dänemark in den letzten Minuten den Sieg aus der Hand gegeben hatte (3:3).

Die beiden Partien im Oktober in Kopenhagen gegen Dänemark und in Genf gegen Irland werden entscheiden, ob die Schweiz einen der ersten beiden Plätze erreicht, welche ohne Umweg über die Barrage zur EM-Teilnahme berechtigen.

Die Tabelle der Gruppe D

Bild

tabelle: srf

Dem Ärger über den späten Ausgleich zum Trotz kann die Schweiz mit diesem Remis in Irland leben. Sie hat es gegen einen zwar limitierten Gegner, aber eben auch in einem atmosphärisch nicht einfachen Kontext erreicht.

«Es ist nicht das erste Mal, dass wir uns selber in eine blöde Situation bringen. Es sind noch fünf Minuten zu spielen, dann darf man den Ball nicht so verlieren. Wir müssen als Mannschaft intelligent genug sein, damit so etwas nicht passiert.»

Fabian Schär, Torschütze

Dass die Prüfung in Dublin heikel war, hatte viel auch mit hausgemachtem Ungemach zu tun. Die Tage vor dem Spiel waren bei den Schweizern beherrscht von der Diskussion über die Absenz von Captain Stephan Lichtsteiner. Von der Kontroverse um den Verzicht von Xherdan Shaqiri. Es ging um neue Hierarchien und (fehlende?) Führungsspieler, um den Umbruch, der seit der WM eingeleitet, aber längst nicht abgeschlossen ist.

Vargas ersetzt Seferovic

Stürmer Haris Seferovic verlässt die Nati und fliegt nach Lissabon zu seiner hochschwangeren Ehefrau. Das Paar erwartet in Kürze die Geburt seines ersten Kinds.

Seferovic wird durch U21-Nationalspieler Ruben Vargas ersetzt. Der Offensivspieler von Augsburg erzielte in seinen ersten drei Bundesliga-Spielen drei Treffer. (ram)​

Druck und Konsequenz fehlten

Es kam das Spiel im prächtigen, aber nicht ganz ausverkauften Aviva-Stadium, und es war so, dass die Nebengeräusche tatsächlich keinen positiven Einfluss auf die Schweizer Darbietung hatten. Die SFV-Auswahl Zeit fahrig und fehlerhaft auf.

Ireland's Enda Stevens jumps for the ball and fouls Switzerland's Kevin Mbabu, right, during the Euro 2020 group D qualifying soccer match between Ireland and Switzerland at the Aviva stadium in Dublin, Thursday, Sept. 5, 2019. (AP Photo/Peter Morrison)

Mbabu muss gegen Stevens einstecken. Bild: AP

Das fing schon früh an: Manuel Akanji missrieten gleich die ersten vier Aktionen. Breel Embolo verstolperte zweimal aussichtsreiche Angriffe. Es fehlte dem Schweizer Spiel die Sicherheit und die Passgenauigkeit, welche dieses Team in den letzten Jahren ausgezeichnet hatten.

«Der Trainer sagt immer vor dem Spiel, dass wir 90, 95 Minuten konzentriert spielen müssen. Heute machten wir einen Fehler und kriegten das Gegentor. Wir müssen positiv bleiben. Es war ein schwieriges Spiel.»

Granit Xhaka, Captain

Fast 75 Minuten lang brachten die Schweizer so keinen Schuss auf das gegnerische Tor zustande. Einmal versprang Embolo der Ball nach einer Flanke von Kevin Mbabu (7.). Dann wurde ein Schuss von Haris Seferovic aus halblinker Position von einem Iren geblockt (22.), und ein Freistoss von Granit Xhaka wurde von der Mauer knapp am Tor vorbei in Corner gelenkt (28.). Es fehlte dem Angriffsspiel Druck und Konsequenz. Nie war dies offensichtlicher, als in der 62. Minute, als Embolo sieben Meter vor dem Tor am Ball vorbei schlug und ausrutschte.

Herrliche Kombination zum Führungstor

Die Minuten vergingen und man wartete noch immer auf die entscheidende Eingebung bei einem Schweizer. Shaqiri? Er fehlte. Embolo? Er enttäuschte, weil ihm offensichtlich der Rhythmus fehlte. Haris Seferovic? War ganz vorne isoliert. Der irische Riegel liess sich über die Seiten nicht knacken, weil die Flanken von Ricardo Rodriguez und Mbabu nie ans Ziel kamen.

Und so war es der Innenverteidiger Fabian Schär, der in der 74. Minute die Initiative ergriff. Er leitete den Angriff ein, lief bis in den gegnerischen Strafraum weiter, bekam den Ball nach einer Kombination über Zakaria und Embolo wieder zurück und traf aus zwölf Metern flach in die rechte Ecke.

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0:1 Schweiz: Fabian Schär (74.). Video: streamja

Dieser Angriff war fast das Einzige, das den Schweizern an diesem Abend in der Offensive gelingen wollte. Doch es schien zu genügen für den angestrebten und so wichtigen Auswärtssieg, der die Tür zur direkten EM-Qualifikation in der Gruppe D weit aufstossen würde. Schief gehen konnte jetzt kaum noch etwas. Zu harmlos waren die Iren im Sturm. Die Männer in Grün waren willig und aufsässig. Sie waren das harmlose Team, dessen Publikum schon für eine gelungene Aktion an der Mittellinie dankbar war.

«Wir müssen mit mehr Konzentration, mehr Vertrauen diese Chancen angehen. Manchmal waren wir fast überheblich.»

Vladimir Petkovic, Nationaltrainer

Irland feiert Remis wie einen Sieg

Aber sie waren auch die Iren, die nie aufgeben. Sie versuchten das Tempo zu erhöhen, sobald sie in Rückstand geraten waren. Das reichte nicht, um in der Schweizer Abwehr Panik zu säen, aber es reichte für diese eine gute Flanke und diesen einen Kopfball von Stürmer David McGoldrick, ihrem besten Offensivspieler. Yann Sommer war beim präzisen Abschluss des Angreifers von Premier-League-Aufsteiger Sheffield United ohne Chance (85.).

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1:1 Irland: David McGoldrick (85.). Video: streamja

Es war im 17. Pflichtspiel seit Anfang 2017 erst das 13. Tor der Iren. Sie feierten deshalb Tor und Unentschieden wie einen Sieg. (ram/sda)

epa07820991 Switzerland's players thank their fans after the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between Ireland and Switzerland at the Aviva stadium in Dublin, Ireland, 05 September 2019.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Die Spieler bedanken sich bei den vielen mitgereisten Schweizer Fans für deren Support. Bild: EPA

Das Telegramm

Irland - Schweiz 1:1 (0:0)
Dublin. - 40'000 Zuschauer. - SR Del Cerro Grande (ESP).
Tore: 74. Schär (Embolo) 0:1. 85. McGoldrick (McClean) 1:1.
Irland: Randolph; Coleman, Duffy, Keogh, Stevens; Whelan, Hourihane (82. Hogan); Robinson (58. Judge), Hendrick, McClean; McGoldrick (92. Browne).
Schweiz: Sommer; Elvedi, Schär, Akanji; Xhaka; Mbabu (94. Fernandes), Zakaria, Freuler (90. Mehmedi), Rodriguez; Embolo (86. Ajeti), Seferovic.
Bemerkungen: Irland ohne Doherty, Maguire und Westwood (verletzt), Schweiz ohne Drmic, Lang, Lichtsteiner, Shaqiri (nicht im Aufgebot), Klose, Sow und Zuber (verletzt). 85. Lattenschuss Whelan. Verwarnungen: 15. Stevens (Foul). 76. Mbabu (Foul). 91. Judge (Foul). 97. Schär (Unsportlichkeit). 97. Browne (Unsportlichkeit). (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • DocShi 06.09.2019 06:11
    Highlight Highlight Meine Vermutung nach all den Jahren ist das es der Nati an Siegeswillen fehlt. Mentalität ist einfach selten auszumachen.
    Ausser gegen grössere Turniermannschaften.
    Man hört und liest soviel woran es denn lag Etc. Aber eigentlich muss man immer gewinnen wollen, auf Teufel komm raus!
  • artyfrosh 06.09.2019 02:03
    Highlight Highlight Alle Jahfe wieder, ist ja nicht so das dies eine völlig neue Erkenntnis wäre...
  • Ched 06.09.2019 01:17
    Highlight Highlight "Die Iren feiern Unentschieden wie einen Sieg". So als ob sie einmal in 10 Jahren gewinnen würden, dabei sind sie auf dem ersten Tabellenplatz.
  • Dubliner 06.09.2019 00:00
    Highlight Highlight Wieso reden beim Irland-Goal eigentlich alle von Offside? Der Schütze steht definitiv nicht im Offside und der andere Ire greift nicht in die Situation ein.
    • Adrian Buergler 06.09.2019 07:04
      Highlight Highlight @Dubliner: Doch natürlich greift er in die Situation ein. Er ist auch am entscheidenden Zweikampf beteiligt.
    • Dubliner 06.09.2019 08:15
      Highlight Highlight Habs mir nochmals angesehen. Stimmt. Hab ich während des Spiels so nicht erkannt.
  • Ferd Blu 05.09.2019 23:39
    Highlight Highlight Nun. Genau diese Überheblichkeit führt dazu, das man nicht das erreicht, was man sich vornimmt. Man hört so oft wie ach so talentiert unsere 🇨🇭Nati ist, aber Fakt ist die allermeisten spielen entweder kaum eine Rolle in ihren Verein oder spielen für Vereine in Topligen die gegen den Abstieg kämpfen müssen. Nur wenige im Team spielen für bessere Vereine. Sicher ein 1:1 gegen🇮🇪 ist nicht unser Anspruch, aber man sollte mal Konsequenz und Willen zeigen gegen solche Gegner in unserer Reichweite statt Arroganz auszustrahlen.
    • Mamasita 05.09.2019 23:59
      Highlight Highlight @atorator: Der Vergleich hinkt ein wenig, da alle Schweizer Gruppengegner "kleinere Völker" als die Schweiz sind 😂 Aber falls du die teilweise zu hohen Erwartungen gegen die wirklich Grossen meintest, gebe ich dir natürlich recht.
    • Gooner1886 06.09.2019 06:15
      Highlight Highlight @atorator

      Es gibt viele Länder mit weniger Einwohner die im Sport erfolgreicher sind als die Schweiz. Kroatien, Finnland, Norwegen, Dänemark um nur ein paar zu nennen.

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