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Football - Juventus v Lazio - Italian Cup Final - Stadio Olimpico, Rome - 20/5/15
Juventus coach Massimiliano Allegri and Paul Pogba celebrate with the trophy after winning the Italian Cup Final
Reuters / Giampiero Sposito

Trainer Massimiliano Allegri mit Paul Pogba und dem Cup. Folgt bald der nächste Titel? Bild: Giampiero Sposito/REUTERS

Juventus hat Italien erobert, jetzt wartet Europa – 8 Jahre nach dem Nichts träumt die «Alte Dame» vom Triple

Juventus Turin hat nach der Meisterschaft gestern auch den italienischen Pokal geholt – ausgerechnet in Rom unterstrich die alte Dame damit ihre Vorherrschaft in Italien. Nun kann Juve eine ausgezeichnete Saison mit dem Triple krönen und damit in einen elitären Club aufsteigen.



Wir schreiben den 22. Mai 2010: Javier Zanetti stemmt den Champions-League-Pokal in den den Madrider Nachthimmel. In eben diesem Himmel ist Inter Mailand gerade angekommen, es ist nach Meisterschaft und Pokal der dritte Titel für die «Nerazzurri» innert 17 Tagen. Das Triple ist perfekt. 

Inter Milan coach Jose Mourinho holds up the trophy surrounded by his team after winning the Champions League final soccer match between Bayern Munich and Inter Milan at the Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Saturday May 22, 2010. (AP Photo/Matthias Schrader)

Der 22. Mai 2010: Inter Mailand holt sich unter José Mourinho nach Meisterschaft und Pokal auch noch die Champions League. Bild: AP

Zur gleichen Zeit in Turin: Der einst so stolze Rekordmeister Juventus hat soeben die Meisterschaft hinter Teams wie Palermo und Sampdoria auf dem 7. Platz beendet. Man ist sich einig, dass sich der Verein so schnell nicht mehr vom «Calciopoli» und dem Zwangsabstieg 2006 erholen wird. Die Welt der «Bianconeri» ist deutlich mehr «Nero» als «Bianco».

Ein Umbruch wie im Bilderbuch

Jetzt, fünf Jahre später, greift Juventus zum totalen Triumph, während Inter Mailand in den Niederungen der Serie A angekommen ist. Die Mailänder haben 2011 mit dem Pokalsieg ihren letzten Titel gewonnen.

Juventus Boniperti

Das Juve-Motto von Legende Boniperti: Gewinnen ist nicht wichtig, es ist das Einzige, das zählt. 

Juventus hingegen schafft im Sommer 2011, nach einer Saison mit dem erneuten, enttäuschenden siebten Platz der Serie A, den kompletten Umbruch. Die neue Heimstädte, das Schmuckstück «Juventus Stadium», wird eingeweiht und mit Antonio Conte kommt der ehemalige Captain als Trainer zurück nach Turin. Spieler wie Vidal, Pirlo, Barzagli oder Stephan Lichtsteiner wechseln ins Piemont.

In der Ära Conte kommt Juventus nicht mehr aus dem Feiern raus. Gleich in seiner ersten Saison holt Juventus den Meistertitel – ohne eine einzige Niederlage. Es folgen 2013 und 2014 (mit neuem Punkterekord) zwei weitere Titel in der heimischen Meisterschaft.

Während der vergangenen Jahre gelingen Juventus unter Sportdirektor Giuseppe Marotta ausserdem immer wieder sensationelle Transfers wie Paul Pogba (ablösefrei) oder Carlos Tevez (9 Millionen Euro), ohne das Budget überzustrapazieren.  

Juventus' Paul Pogba (L) celebrates with his teammates Carlos Tevez and Andrea Pirlo (R) after scoring against Trabzonspor during their Europa League round of 16 first leg soccer match at Juventus Stadium in Turin February 20, 2014. REUTERS/Giorgio Perottino (ITALY - Tags: SPORT SOCCER TPX IMAGES OF THE DAY)

Für dieses unglaubliche Trio (Pogba, Tevez und Pirlo) hat Juventus total neun Millionen Euro an Ablöse bezahlt. Bild: GIORGIO PEROTTINO/REUTERS

Das Ende der Ära Conte

«Wenn man nur 10 Euro im Portemonnaie hat, kann man nicht in einem Restaurant essen, in dem das Menu 100 Euro kostet»

Antonio Conte im Sommer 2014

Im Sommer 2014 kommt dann komplett überraschend der Riesenknall: Antonio Conte verlässt seine alte Dame. Der Grund: Meinungsverschiedenheiten bezüglich Investitionen in neue Spieler mit der Führungsetage.

«Wenn man nur 10 Euro im Portemonnaie hat, kann man nicht in einem Restaurant essen, in dem das Menu 100 Euro kostet», so Conte damals in Bezug auf sein Spielermaterial und die Ansprüche der Führung auf internationaler Ebene. 

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Pure Emotionen: Contes Highlights als Juve-Trainer. YouTube/colosimo99

Der neue Coach, Massimilliano Allegri, von 2010 bis 2014 bei Milan, sorgt im Juve-Fanlager für Unmut. Der Neutrainer verspricht, mit Resultaten die Herzen der Tifosi zu erobern. 

Mit dem 4-3-1-2 zu neuer Flexibilität

Was dann kommt, übertrifft die kühnsten Träume der Juve-Fans. Die Hinrunde verläuft noch etwas harzig. Immerhin geht Juventus als Tabellenführer in die Winterpause, in der Coppa Italia und der Champions League ist man noch vertreten. 

Zudem schafft es Allegri, immer mehr von Contes 3-5-2 weg zum eigenen 4-3-1-2 zu wechseln und die Systeme gar während des Spiels umzustellen. Mit der neuen Flexibilität läuft Juve zur Topform auf, gerade in Pokalwettbewerben ist die neue Formation erfolgreicher, da sie weniger leicht auszurechnen ist als das 3-5-2. 

Allegri hat dem enormen Erfolgsdruck nicht bloss standgehalten, er hat die Mannschaft sogar auf eine neue Ebene gebracht. In der Rückrunde hängt Juventus seine Gegner in der Serie A schnell ab und kann sich auf die Pokalwettbewerbe konzentrieren. In der Coppa Italia endet Juves Lauf mit dem ersten Cupsieg seit zwanzig Jahren. 

So feiert Lichtsteiner mit Juventus den Gewinn der Coppa Italia

Der elitäre Kreis der Triple-Gewinner

In der Champions League eliminiert Juve der Reihe nach Borussia Dortmund, die AS Monaco und Real Madrid – als einziges Team kommt Juventus dabei ohne Niederlage durch die K.o.-Phase und zieht ins Finale ein.

Umfrage

Wer gewinnt den Champions-League-Final?

163 Votes zu: Wer gewinnt den Champions-League-Final?

  • 22%FC Barcelona
  • 77%Juventus Turin

Der ganz grosse Coup soll nun am 6. Juni in Berlin folgen. Juve träumt vom Triple, einem Unterfangen, welches seit Einführung der Champions League erst vier Mannschaft gelang:

Manchester United 1998/99: Als erstes Team seit Einführung der Champions League schafft Manchester United das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Königsklasse. Das spektakuläre Ende des CL-Finals bleibt unvergessen:

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Die Final-Highlights mit deutschem Kommentar – einfach unglaublich. YouTube/Adam Smith

FC Barcelona 2008/09: Das wohl stärkste Barcelona unter Pep Guardiola gewann 2009 den Champions-League-Final mit 2:0 gegen Manchester United. Auch die Copa del Rey und die Primera Division holten sich die Katalanen in dieser Saison.

Inter Mailand 2009/10: Mit dem überragenden Diego Milito holt Inter unter Startrainer José Mourinho überraschend das Triple. 

Inter Mailand CL

Milito entscheidet mit seinen Toren Pokal, Meisterschaft und CL-Final zugunsten von Inter. screenshot: wikipedia

FC Bayern München 2012/13: Die Bayern holen unter Jupp Heynckes das Triple dank einem CL-Finalsieg gegen Borussia Dortmund. Damit hat auch die vierte Topliga ihren Triple-Gewinner.

Holt Barcelona gar sein zweites Triple?

Respektvoller Umgang von Juve mit Barca ...

Im diesjährigen Final der Champions League wartet der FC Barcelona auf Juventus, welcher ebenfalls noch gute Chancen auf das Triple hat. Die Spanier haben die Meisterschaft am letzten Wochenende gewonnen und gehen am 30. Mai als haushoher Favorit ins Pokalfinale gegen Athletic Bilbao.

... und umgekehrt.

Auch in der Champions League ist die Rollenverteilung klar: Juventus ist Aussenseiter – und zwar deutlich. Der FC Barcelona mit dem Supersturm Neymar, Messi und Suarez ist auf dem Papier mindestens eine Nummer zu gross für die «Bianconeri». Auf dem Papier eine Nummer zu gross war aber auch Real mit Ronaldo, Bale und Benzema – doch die Juve hat alle eines besseren belehrt.

Alle Champions-League-Sieger seit 1993

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Merengue 21.05.2015 16:40
    Highlight Highlight Euphorie kennt keine Grenzen! Und der liebe Zappi ist der lebende Beweis dafür😄
    7 0 Melden
    • Gobinha_ 22.05.2015 21:27
      Highlight Highlight bei Zappi kommts eben von Herzen, darum ist es so genial.. :)
      1 0 Melden
  • HSalamanca 21.05.2015 16:18
    Highlight Highlight Den Champions League Final 2009 gewann Barcelona gegen Manchester United mit 2:0 und nicht gegen Chelsea! Ansonsten hätte nämlich Chelsea den Titel geholt, weil Messi immer noch nie gegen die Blues getroffen hat und Herr Ovebrö nicht noch einmal diese Partie hätte leiten dürfen;-)
    0 3 Melden

«Wir verspüren keinen negativen Druck» – YB muss in Valencia punkten

Mut und Solidarität verlangt Gerardo Seoane von seinen Spielern für den Match in Valencia. Sie sollen die Zweikämpfe suchen, sich unterstützen und, wenn sich die Möglichkeit bietet, ohne Umschweife nach vorne spielen.

Die Young Boys erwarten eine andere Partie als vor zwei Wochen daheim gegen Valencia. Die Verteidigung wird mehr gefordert sein, die Phasen mit Ballbesitz kürzer. Trotzdem soll einiges so laufen wie in der zweiten Halbzeit beim 1:1 gegen Valencia. Loris Benito hofft, dass sie die Spanier erneut mit ihrem physischen Spiel bedrängen können.

Von Druck will Benito trotz der entscheidenden Bedeutung der Partie nichts wissen: «Wir verspüren keinen negativen Druck. Wir sind mit Hoffnungen hierher …

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