Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
13.08.2014; Aarau; Fussball Super League - FC Aarau; Sven Luescher posiert in der Aarauer Altstadt (Andreas Meier/freshfocus

Lüscher in der Aarauer Altstadt.
Bild: Andreas Meier/freshfocus

Wenn plötzlich Schluss ist: Das neue Leben von Ex-Fussballprofi Sven Lüscher

Mit 32 Jahren müsste man die Karriere noch nicht beenden. Sven Lüscher tat es trotz laufendem Vertrag, als er beim FC Aarau kaum mehr eingesetzt wurde. Der Fussball bestimmt dennoch weiterhin Lüschers Alltag – auch als «Lehrling» von FCA-Sportchef Raimondo Ponte.

Ruedi Kuhn / aargauer zeitung



Das Leben eines Berufsfussballers gleicht einer Medaille. Einer Medaille mit einer schönen und einer hässlichen Seite. Beginnen wir bei Sven Lüscher mit der schönen Seite der Medaille: 3. Februar 2013. Nach dem Transfer vom FC Winterthur zu Aarau während der Winterpause feierte Lüscher im Brügglifeld einen Einstand nach Mass. Beim 2:0-Sieg im Cup gegen St.Gallen erzielte der frühere FCA-Junior den Führungstreffer. Ein Traumtor! Lüscher hämmerte den Ball mit einer Direktabnahme aus 20 Metern in den Winkel.

Das Erfolgserlebnis hatte für Lüscher Schubwirkung. In der Folge machte er seinem Namen als Scharfschütze und Spezialist für ruhende Bälle alle Ehre. Lüscher war im Trend. Mehr noch. Im Brügglifeld war er sogar der Publikumsliebling. Ob Corner, ob Freistoss; wenn Lüscher den Ball in Richtung gegnerischen Strafraum schlug, wurde es meistens gefährlich. Dank Rasse und Klasse brachte es Lüscher in den vergangenen dreieinhalb Jahren auf 106 Einsätze in der Meisterschaft. Dabei erzielte er 14 Tore. Bis vor gut einem Jahr lief für Lüscher alles wie am Schnürchen. Nach dem Trainerwechsel von Livio Bordoli zu Marco Schällibaum war Schluss mit lustig. In der Rückrunde der abgelaufenen Saison kam Lüscher nur zu sechs Einsätzen und zählte zweimal zur Startformation. Die hässliche Seite der Medaille kam zum Vorschein. Zwar hatte Lüscher einen Vertrag bis 2017, aber Schällibaum setzte nicht mehr auf ihn.

abspielen

Ein Abschieds-Video, welches der FC Aarau für seinen Publikumsliebling zusammengestellt hat.
YouTube/FC Aarau

Trainer Schällibaum setzt je länger, je mehr auf die Jugend

Dreieinhalb Jahre nach dem gelungenen Einstand war Lüscher das fünfte Rad am Wagen. Nach einem Gespräch mit Schällibaum Ende der vergangenen Saison spürte Lüscher, dass er nicht mehr erste Wahl ist. «Der Trainer hat es mir zwar nicht direkt ins Gesicht gesagt», erklärt er. «Aber mir war danach klar, dass ich im Kampf um einen Platz in der Startelf alles andere als gute Karten habe.» Und was sagt Schällibaum? «Sven ist ein toller Mensch und ein vorbildlicher Sportler», erklärt der Trainer. «Seine Einstellung war bis zuletzt professionell. Aber er geriet im Lauf der Rückrunde in einen Tunnel, aus dem er nicht mehr rauskam. Zudem ist bei uns der Konkurrenzkampf um die Plätze im Mittelfeld besonders gross.»

Dass ihm mit Miguel Peralta ausgerechnet ein hoffnungsvolles Talent aus dem Team Aargau den Platz an der Sonne nahm, passt zur Strategie des FC Aarau. Schällibaum setzt je länger, je mehr auf die Jugend: Gut möglich, dass am Sonntag beim Saisonauftakt gegen Chiasso mit Marco Thaler, Olivier Jäckle, Daniele Romano, Zoran Josipovic und Peralta gleich fünf Youngsters in der Startformation stehen.

06.02.2016; Aarau; Fussball Challenge League - FC Aarau - FC Biel; Miguel Peralta (Aarau) gegen Antonio Marchesano (Biel)
(Steffen Schmidt/freshfocus)

Peralta (links) stand Lüscher zuletzt vor der Sonne.
Bild: Steffen Schmidt/freshfocus

«Jammern bringt nichts»

Wie aber sieht die Zukunft von Lüscher aus? Den Vertrag aussitzen und eine Saison auf der Ersatzbank schmoren wollte er nicht. Lüscher entschloss sich schweren Herzens, seine aktive Karriere zu beenden. Logisch, dass der Frust tief sass. «Ich musste meinen Spind in der Kabine im Brügglifeld von einem Augenblick auf den anderen räumen», blickt der Mittelfeldspieler zurück. «Das tat weh. Sehr weh. Aber jammern bringt nichts. Ich wollte möglichst schnell nach vorne blicken und machte mich zusammen mit den Klubverantwortlichen auf die Suche nach Lösungsansätzen.»

Was aber tun? Schliesslich brüteten der für die erste Mannschaft verantwortliche Vizepräsident Roger Geissberger, Sportchef Raimondo Ponte und Nachwuchs-Chef Sascha Stauch in Zusammenarbeit mit dem Spieler folgenden Deal aus. Lüscher erhält einen Zweijahresvertrag mit drei Aufgabenbereichen: Er wird Assistent des Cheftrainers Mirko Pavlicevic vom Team Aargau U21 und Stürmertrainer aller Talentauswahlen vom Team Aargau. Und besonders interessant: Lüscher darf einen halben Tag pro Woche an der Seite von Raimondo Ponte verbringen. Lüscher wird also für einige Stunden zum Lehrling des Sportchefs und kann in dieser Zeit mit Sicherheit viel über Theorie und Praxis im Fussballgeschäft erfahren.

21.05.2016; Wohlen; Fussball Challenge League -  FC Wohlen - FC Aarau;  Trainer Marco Schaellibaum  und Raimondo Ponte (Aarau) (Daniela Frutiger/freshfocus)

Urgesteine des Schweizer Fussballs: Aaraus Trainer Schällibaum (links) und Sportchef Ponte.
Bild: Daniela Frutiger/freshfocus

Ponte zeigen, was «dieses Internet» ist

Vielleicht kann aber auch Ponte von Lüscher etwas lernen. Wie aus dem Umfeld des FC Aarau zu vernehmen ist, soll sich der Sportchef mit dem Bedienen von Handys, Laptops und Computern ziemlich schwertun. Wie wäre es, wenn Lüscher Ponte die technischen Feinheiten der erwähnten Geräte näher bringen würde?

Für den 32-Jährigen beginnt nach der Profikarriere ein neuer Lebensabschnitt. Nicht nur beruflich, auch privat: Nach der Heirat mit Katrin vor einem Jahr wurde Sven Lüscher vor zwei Monaten Vater eines Sohnes mit dem Namen Jaylen. Die junge Familie wohnt seit kurzer Zeit in Hirschthal. Und weil diese Familie einen Ernährer braucht, ist Lüscher auf einen Job angewiesen.

Apropos Kinder … Wenn das Einlaufkind den Fussballer hinter ihm beinahe überragt :-)

26.04.2003: Colombas Goalie-Goal lässt Razzetti alt aussehen und den FC Aarau unabsteigbar bleiben

Link zum Artikel

16.04.2009: «Jawoll, jawoll, jawoll, jawoll … YB isch im Göppfinau!»

Link zum Artikel

30.04.2011: Cabanas fordert vom Basler Schiri Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

Link zum Artikel

12.04.2004: Der grosse Robbie Williams führt den kleinen FC Wil zum Cupsieg gegen GC

Link zum Artikel

26.06.1954: Die Schweiz kassiert gegen Österreich in der «Hitzeschlacht von Lausanne» eine ihrer bittersten Niederlagen

Link zum Artikel

07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

Link zum Artikel

22.02.2004: St.Gallens Kultfigur «Zelli» muss in der Not ins Tor und kratzt den Ball in «seiner» Ecke

Link zum Artikel

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

Link zum Artikel

03.05.1994: Mit dem Sonderflug zur spontanen Aufstiegsfeier auf den Barfi

Link zum Artikel

25.9.1996: Murat Yakin sticht mit seinem Freistoss mitten ins Ajax-Herz und bringt Mama Emine zum Weinen

Link zum Artikel

30.05.1981: Der Wolf und seine «Abbruch GmbH» entfachen mit dem 2:1-Sieg gegen England eine neue Fussball-Euphorie

Link zum Artikel

07.10.1989: Der «Fall Klötzli» – vier Wettinger gehen auf den Schiri los, weil dieser Sekunden vor dem Ausgleich abpfeift

Link zum Artikel

20.11.1996: Wegen 20 fatalen Minuten landet Champions-League-Überflieger GC in Glasgow auf dem harten Boden der Realität

Link zum Artikel

29.09.1971: Statt «allzu augenfällig im Spargang» die Pflicht zu erledigen, sorgt GC für den höchsten Schweizer Europacup-Sieg aller Zeiten

Link zum Artikel

08.10.2010: Vucinic lässt der Schweiz die Hosen runter und trägt sie als Kopfschmuck

Link zum Artikel

10.09. 2008: Luxemburgerli vernaschen? Denkste! – Die Schweizer Nati kassiert die bitterste Niederlage ihrer Geschichte

Link zum Artikel

07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

Link zum Artikel

30.07.2000: Nur GC-Milchbubi Peter Jehle steht noch zwischen FCB-Legende Massimo Ceccaroni und seinem allerersten Tor

Link zum Artikel

01.09.2007: Mit dem letzten Spiel im Hardturm-Stadion gehen 78 Jahre Geschichte zu Ende

Link zum Artikel

07.09.2005: Nati-Goalie Zuberbühler kassiert auf Zypern ein Riesen-Ei und schiebt die Schuld dafür dem «Blick» in die Schuhe

Link zum Artikel

15.11.2009: Die Schweiz ist Fussball-Weltmeister! Die U17-Nati setzt ihrem Höhenflug die Krone auf

Link zum Artikel

24.04.1996: Das Ende von Nati-Trainer Artur Jorge nimmt ausgerechnet mit dem einzigen Sieg seiner kurzen Ära den Anfang 

Link zum Artikel

16.11.2005: Die Nacht der Tritte und Schläge – einer der grössten Nati-Erfolge verkommt zur «Schande von Istanbul»

Link zum Artikel

30.09.2009: Dank Tihinens Hackentrick, «abgeschaut bei einem finnischen Volkstanz», bodigt der FC Zürich das grosse Milan

Link zum Artikel

13.11.1991: Weil die Schweizer Nati in der «Hölle von Bukarest» auf 0:0 spielt, vergeigt sie die EM-Qualifikation im letzten Moment doch noch

Link zum Artikel

25.11.2009: Das beste Fussball-Musikvideo aller Zeiten erscheint auf Youtube – über den FC Aarau

Link zum Artikel

01.11.1989: Nur durch einen Witz-Penalty zwingt Diego Maradonas Napoli die tapferen Wettinger in die Knie

Link zum Artikel

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

Link zum Artikel

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

26.09.1995: Luganos Carrasco bringt mit seiner Banane Gianluca Pagliuca und das grosse Inter Mailand zum Weinen

Link zum Artikel

11.08.2010: Moreno Costanzo schiesst mit seiner ersten Ballberührung als Natispieler gleich den Siegtreffer

Link zum Artikel

05.12.2004: Paulo Diogo gewinnt mit Servette wichtige Punkte im Abstiegskampf – und verliert dabei einen Finger

Link zum Artikel

12.11.2002: Basel holt gegen Liverpool ein 3:3 und Beni Thurnheer schwärmt: «Dieses Spiel müsste man zeigen, wenn ich gestorben bin»

Link zum Artikel

01.05.1993: Marc Hottigers Knallertor versenkt Italien – und er verärgert die Azzurri danach mit einer frechen Leibchentausch-Bitte 

Link zum Artikel

09.08.2009: Basel-Goalie Costanzo wird für drei Spiele gesperrt – nach einer Attacke auf den eigenen Mitspieler

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Nach 27 Jahren kommt der Nachfolger der SMS – das musst du über RCS wissen

Link zum Artikel

Merkel beginnt bei Staatsbesuch plötzlich zu zittern – Entwarnung folgt kurz darauf

Link zum Artikel

Wetter: Nächste Woche wird's heiss

Link zum Artikel

Ohrfeige für Bundesanwalt vom Bundesstrafgericht – Lauber ist im FIFA-Fall befangen

Link zum Artikel

40 Millionen Liter Trinkwasser verschwunden? Das Rätsel von Tägerig ist gelöst

Link zum Artikel

OMG – wir haben Knoblauch unser ganzes Leben lang falsch geschält

Link zum Artikel

Warum Donald Trump 2020 wiedergewählt wird – und warum nicht

Link zum Artikel

Ein 3-jähriges Mädchen zerstört eine Fliege – das macht dann 56'000 Franken

Link zum Artikel

«Kann man sich in einen guten Freund verlieben?»

Link zum Artikel

Brasilianische Spielerin schafft neuen Rekord

Link zum Artikel

Federer vor Halle-Auftakt: «Rasen hat seine eigenen Regeln – vor allem für mich»

Link zum Artikel

We will always love you – vor 60 Jahren veröffentlichte Dolly ihre erste Single

Link zum Artikel

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

30 Gründe, warum der FC Aarau (der beste Verein der Welt) wieder in die Nati A gehört

Schon vor dem ersten Barrage-Spiel gegen Xamax ist völlig klar: Der FC Aarau gehört in die oberste Fussball-Liga. Wer könnte das besser, neutraler und emotionsloser begründen als die Aargauer watson-Fraktion vom Newsdesk?

Wer es nicht glaubt, hier gehts zum Spielbericht

Artikel lesen
Link zum Artikel