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Affäre um WM-Vergabe 2006: Schweizer Netzwerk involviert

Franz Beckenbauer zusammen mit Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter bei der WM-Eröffnungszeremonie 2006.
Franz Beckenbauer zusammen mit Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter bei der WM-Eröffnungszeremonie 2006.
Bild: EPA/DPA

Affäre um WM-Vergabe 2006: Schweizer Netzwerk verhalf Beckenbauer zu Millionenzahlung

Gute Freunde kann niemand trennen: Bei der Millionenzahlung an den Fifa-Funktionär Bin Hammam setzte Franz Beckenbauer auf einen Bekannten aus dem Schweizer Ort Sarnen.
05.03.2016, 08:4505.03.2016, 09:09
jürgen dahlkamp / Spiegel online
Ein Artikel von
Spiegel Online

Der Anwalt Othmar Gabriel, über den Franz Beckenbauer und sein früherer Manager Robert Schwan nach Erkenntnissen der Kanzlei Freshfields von Ende Mai 2002 an sechs Millionen Franken an den früheren Fifa-Funktionär Mohamed Bin Hammam überweisen ließen, gehört nach SPIEGEL-Informationen zu einem alten Geschäfts-Netzwerk Beckenbauers im Städtchen Sarnen.

Affäre um WM-Vergabe 2006: Beckenbauer griff auf Schweizer Hilfe zurück. 
Affäre um WM-Vergabe 2006: Beckenbauer griff auf Schweizer Hilfe zurück. 
Bild: MARKUS SCHREIBER/AP/KEYSTONE

In den Achtzigerjahren hatte Gabriel in der Kanzlei des früheren Beckenbauer-Beraters Hans Hess gearbeitet, erst als Praktikant, dann als Anwalt, und sich danach selbstständig gemacht. Der Jurist aus dem Kanton Obwalden stand um die Jahrtausendwende neben Beckenbauers Manager Schwan im Handelsregister der Vermarktungsfirma SKK-Rofa. Gabriel war auch der Liquidator, als diese Firma im Jahr 2010 aufgelöst wurde.

Über eine Million hinterzogen

Franz Beckenbauer hatte seinen Wohnsitz 1977 aus steuerlichen Gründen nach Sarnen im Kanton Obwalden verlegt. Dort soll er trotz seiner damaligen Millioneneinnahmen pro Jahr weniger als 20.000 Franken Steuern gezahlt haben. Möglich gemacht hatte dies der Anwalt Hans Hess aus Sarnen, der gleichzeitig einer der Spitzenpolitiker des Kantons war, ab 1981 sogar Justizdirektor.

Hess kümmerte sich für Beckenbauer um die gemeinsame Firma Heka GmbH, in der Werbeeinnahmen Beckenbauers aus den Jahren 1970 bis 1975 eingelaufen waren. Als Hess die Firma Heka liquidierte, versuchte er, wie die Richter später feststellen, gut 1,2 Millionen Franken an der Steuer vorbeizuschleusen. Hess kassierte eine Verurteilung wegen «eventualvorsätzlicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung», Beckenbauer musste Steuern nachzahlen.

Update: Am Samtag Morgen ist die Website des Anwaltsbüros von Othmar Gabriel (Gabriel & Müller Advokatur und Notariat) offline.

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