Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Der Kapitän bleibt an Bord, auch wenn das Schiff untergeht: Jonas Hector. Bild: EPA

Das macht Kölns Jonas Hector zu einem aussergewöhnlichen Fussballprofi

Der 1. FC Köln steigt ab, sofern sich nicht noch ein gewaltiges Fussballwunder ereignet. Für den Nationalspieler Jonas Hector ist das kein Grund, seinen Klub zu verlassen. Angebote hätte er zwar – aber etwas anderes ist ihm wichtiger als Geld.

24.04.18, 10:54


Fussballprofi zu werden, das ist der Traum Millionen Kinder. Der kleine Jonas Hector bildete da keine Ausnahme. Der etwas grössere Jonas Hector spielte mit 18 Jahren aber noch in der Mannschaft seines Heimatdorfs, mit dem SV Auersmacher in der sechshöchsten Liga. Nicht direkt ein Hinweis darauf, noch eine grosse Karriere zu machen. Rückblickend gibt Hector zu, damals mit dem Traum vom Fussballprofi abgeschlossen zu haben: «Damit hatte ich mich abgefunden und das war auch in Ordnung so», sagte er einst dem Magazin 11 Freunde.

«Ich bin hier glücklich. Ich fühle mich in der Stadt und im Verein sehr wohl.»

Jonas Hector

Eine Karriere legte Hector etwas später dennoch hin. Als 20-Jähriger holte ihn der 1. FC Köln für seine Reservemannschaft. Zwei Jahre lang machte der Verteidiger seinen Job so gut, dass er es zu den Profis schaffte. Mit diesen stieg er 2014 in die Bundesliga auf. Er wurde besser und besser, wurde zum Nationalspieler. Zu seinen bislang 36 Länderspielen werden weitere dazu kommen, Hector gelangt an der WM in Russland mit grosser Wahrscheinlichkeit zum Einsatz. Mit bald 28 Jahren steht Jonas Hector vor einem Höhepunkt seiner Karriere.

Hector jubelt im Dress der deutschen Nationalmannschaft. Bild: EPA/dpa

«Für mich fühlte sich das nicht richtig an»

Umso bemerkenswerter ist deshalb das, was gestern bekannt wurde. Obwohl der 1. FC Köln so gut wie abgestiegen ist, wird Jonas Hector seinem Klub auch in der nächsten Saison treu bleiben. «Es wäre problemlos möglich gewesen, nach dieser Saison zu einem anderen Verein zu wechseln, aber für mich fühlte sich das nicht richtig an», so Hector nach der Unterzeichnung eines neuen Vertrags, der bis 2023 gültig ist.

Was für ein Entscheid in einer Zeit, in der andere Fussballer in den Streik treten, um einen Wechsel zu einem anderen Klub mit einem noch besser dotierten Vertrag zu ergattern! «Für mich fühlte sich das nicht richtig an», sagte also Jonas Hector. Richtig hingegen fühlte es sich für ihn an, nicht nur zu nehmen, sondern auch etwas zurück zu geben. «Der 1. FC Köln hat mir den Weg von der Regionalliga bis in die Nationalmannschaft ermöglicht. Ich bin diesem Club sehr verbunden und dankbar und fühle mich in Köln sehr wohl.»

Nach längerem Nachdenken und einigen Gesprächen sei im klar geworden: «Ich gehöre zum FC und will mit dem Team und unseren Fans im Rücken in der neuen Saison wieder voll angreifen.» Dass er bei den Anhängern der «Geissböcke» nun noch höher im Kurs ist, steht ausser Frage. 

Hector über seine Beweggründe zum Bleiben. Video: YouTube/1. FC Köln

Jonas Hector ist aufgrund seiner Spielweise («Ich versuche keine Überdinge, fokussiere mich auf das, was ich kann») und seinem Naturell keiner für die ganz grossen Schlagzeilen. Dass sie ihm nun genau deshalb gehören, findet er möglicherweise seltsam. Doch mit seinem Entscheid zum Bleiben fällt er – positiv – aus dem Rahmen. «Jonas ist ein aussergewöhnlicher Spieler und ein besonderer Mensch, wie es sie im heutigen Profifussball selten gibt», lobte ihn Kölns Geschäftsführer Armin Veh.

Trotz enttäuschender Saison: Das Kölner Stadion ist fast immer proppenvoll. Bild: EPA

Dem Vernehmen nach lässt sich Veh die Treue des Führungsspielers auch etwas kosten. Hectors Gehalt soll gemäss der Bild auf 3 Millionen Euro jährlich angehoben worden sein – trotz dem drohenden Abstieg. In Köln hoffen sie möglicherweise darauf, dass Hectors Verbleib eine Signalwirkung auf andere Stammspieler hat und dass vielleicht auch sie mithelfen, nächste Saison wieder in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Der nächste, der ebenfalls beim «Effzee» bleiben könnte, ist Torhüter Timo Horn. Der sicherlich auch andernorts begehrte Schlussmann kündigte an, sich schon bald mit Veh auszutauschen.

Noch drei Runden bleiben:

tabelle: srf

Jonas Hector gehört dazu: Fussballer, die als Profi nur für einen Klub aufliefen

Wie wurde der geliebte Hund eigentlich zum Haustier?

Video: srf

Wolfgang Wolf wird Trainer der Wölfe in Wolfsburg – hihihi!

04.05.2002: Der Beweis dafür, dass Leverkusen keinen Titel holen kann – und es kam noch viel schlimmer

23.04.1994: Helmers Phantomtor, der berühmteste Nichttreffer der Bundesliga

19.11.1994: Nach einer kuriosen Rote Karte und dem Last-Second-Ausgleich des KSC flippt Lothar Matthäus im Interview komplett aus

06.04.2002: Bundesliga-Goalie Piplica fällt der Ball von einem Kirchturm auf den Kopf und von dort fliegt er ins Tor

Kultfigur Walter Frosch spielt mit einem Zigarettenpäckchen im Stutzen

17.04.2004: Goalie Butt jubelt nach seinem verwandelten Penalty noch, als es in seinem Kasten klingelt

07.05.1991: «Mach et, Otze!» Kölns Ordenewitz will sich in den Pokalfinal tricksen – aber der DFB findet den Ordene-Witz nicht komisch

20.05.2000: «Ihr werdet nie deutscher Meister» – Ballacks Eigentor in Unterhaching macht Bayer endgültig zu «Vizekusen»

20.10.2000: Christoph Daums freiwillige Haarprobe ergibt, dass er doch kein absolut reines Gewissen haben darf

13.04.1995: Andy Möller kreiert mit der Schutzschwalbe eine neue Tierart

16.05.1992: Eintracht Frankfurt verspielt den Meistertitel im letzten Moment, doch «Stepi» bleibt cool: «Lebbe geht weider»

18.08.1995: St.Paulis Tier im Tor «geht einer ab», wenn er in der 1. Liga Bälle halten kann

02.04.1974: Ob den Dortmundern bei der Einweihung schon bewusst ist, dass sie einmal das geilste Fussballstadion der Welt haben werden?

10.03.1998: Trap hat fertig – diese dreieinhalb Minuten Kauderwelsch bleiben für die Ewigkeit

29.03.1970: «Decken, decken, nicht Tischdecken, Mann decken» – so kommentiert der Moderator des «Aktuellen Sportstudio» einen Beitrag über Frauenfussball 

31.08.1993: Jay-Jay Okocha demütigt Oliver Kahn und drei KSC-Verteidiger mit einem Wahnsinnstanz in 11 Sekunden für die Ewigkeit

19.08.1989: Klaus «Auge» Augenthalers Weitschusstreffer wird Tor des Jahrzehnts

19.5.2001: Vier Minuten feiert Schalke den Titel, dann trifft Andersson in Hamburg mitten ins königsblaue Herz

10.12.1995: Ciri Sforza sieht im TV, wie er ohne sein Wissen transferiert wird und wie seine Mitspieler bitterböse über ihn schimpfen

18.09.1999: Kuffour knockt Kahn aus und als Ersatzkeeper Dreher sich das Knie verdreht, werden «Tanne» Tarnat und der Kahn-Killer zu den grossen Matchwinnern

03.01.2006: Der Bergdoktor ist da – Hanspeter Latour soll den 1. FC Köln vor dem Abstieg retten

03.04.1999: Titan Kahn tickt komplett aus – erst knabbert er Herrlich an, dann fliegt er in Kung-Fu-Manier auf Chapuisat zu

09.05.1998: Die grösste Bundesliga-Sensation ist perfekt: Aufsteiger Kaiserslautern darf die Meisterschale in die Höhe stemmen

04.04.2009: Nie wurden die Bayern schöner gedemütigt als durch die Hacke von Grafite

23.09.1994: Mario Basler kommt auf die absurde Idee, eine Ecke direkt zu verwandeln und hat damit auch noch Erfolg

08.11.1975: Weil er betrunken ist und sich so gut fühlt, pfeift Schiedsrichter Ahlenfelder schon nach 32 Minuten zur Halbzeit 

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
21
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jekyll & Hyde 25.04.2018 10:33
    Highlight Zuerst dachte Ich, geschickt gemacht vom FC.
    Nun kostet er mehr bei einem Wechsel als die festgeschriebene Ablöse, aber Mittlerweile denke Ich doch das er das wirklich ernst meint...trotzdem würde es mich nicht wundern wenn er noch wechseln würde.
    0 0 Melden
  • Nick Tamer 24.04.2018 14:12
    Highlight Schöner Artikel.
    Aber warum ist in der Slideshow am Ende Massimo Ceccaroni nicht drin?
    3 3 Melden
    • Ralf Meile 24.04.2018 16:24
      Highlight Weil es sich um jetzt aktuelle Fussballer handelt, nur der Aufmacher (Totti) ist zurückgetreten.
      4 0 Melden
  • dave1771 24.04.2018 14:09
    Highlight Ja das gleiche bei Wölfli... loyal oder ambitionslos... wie mans nennen will! Will er seinen Nationalmannschaft-Platz auf die Probe stellen?
    1 42 Melden
    • demian 24.04.2018 14:20
      Highlight Ambitionen hat er doch. Direkter Wiederaufstieg mit Köln.
      37 0 Melden
  • Willy Tanner 24.04.2018 14:09
    Highlight Danke Jonas!!
    15 0 Melden
  • Devante 24.04.2018 13:42
    Highlight Grosses Tennis, 3Mio sind sicherlich einiges an Schmerzensgeld, aber er hätte bestimmt noch viel mehr absahnen können....
    Erinnert mich ein wenig an Spieler wie Buff, Nef etc beim Abstieg vom FCZ vor nicht all zu langer Zeit.
    16 2 Melden
    • estelle_pink 24.04.2018 15:21
      Highlight Nef? Naja, was für alternativen hätte er noch gehabt?
      5 4 Melden
    • Devante 24.04.2018 15:47
      Highlight Für die 2. BuLi oder SuperLeague CH hätte es bestimmt noch gereicht für 1-2 Saisons
      7 2 Melden
  • Avalanche89 24.04.2018 13:37
    Highlight Ich hoffe und glaube dass er nächste Saison wirklich für Köln aufläuft. Perfekt Jonas!
    10 0 Melden
  • BigMic 24.04.2018 12:19
    Highlight Ich ziehe meinen Hut! Von solchen tollen Menschen müsste es mehr geben im Fussballgeschäft.
    44 0 Melden
  • Duscholux 24.04.2018 11:59
    Highlight 3 Millionen im Jahr sind aber auch viel Geld!
    43 1 Melden
    • Pana 24.04.2018 17:54
      Highlight Besonders für die 2. Liga.. Damit verdient er mehr, als bei gewissen Gegnern die gesamte Startelf.

      Die Frage sei erlaubt, ob er auch bei Köln geblieben wäre, zu einem durchschnittlichen 2. Liga Lohn.
      0 7 Melden
  • Barracuda 24.04.2018 11:37
    Highlight Ein Kommentar der Aargauer Zeitung hat den treffenden Titel zu dieser Story gefunden: "Tausche elf Aubameyangs gegen einen Hector"
    204 1 Melden
  • Mänu Renfer 24.04.2018 11:28
    Highlight der hero von uns bekennenden
    sportromantikern!
    55 1 Melden
  • grotesk 24.04.2018 11:27
    Highlight Erinnert mich gerade an Juve, als Del Piero, Buffon und Co. blieben, wobei der sofortige Wiederaufstieg wahrscheinlicher war. Auf alle Fälle: Bravo Jonas Hector!
    69 2 Melden
    • maxi 24.04.2018 11:42
      Highlight nur das juve ein skandalverein ist, und die spieler sicherlich was von diesen manipulationen wussten.
      24 21 Melden
    • exeswiss 24.04.2018 17:13
      Highlight @maxi quelle? "Dude, trust me."
      0 1 Melden
  • Amboss 24.04.2018 11:24
    Highlight In der Tat aussergewöhnlich, aber ich denke, manchmal wäre es genau das richtige, zu bleiben und halt auch mal einen Abstieg mitzumachen, gerade wenn man bei einem Verein ist, der definitiv das Potenzial hat, schnell wieder aufzusteigen.

    Ich denke da zB an Mehmedi oder Drmic, die bei Freiburg oder Nürnberg ihre Beste Zeit hatten.
    64 1 Melden
  • TanookiStormtrooper 24.04.2018 11:23
    Highlight Guter Mann! Es gibt nicht schlimmeres als Fussballer, die immer gross rumblöken wie sehr sie einen Verein lieben und Regelmässig das Clublogo küssen und sich dann beim ersten Anzeichen von Abstieg aus dem Staub machen.
    131 1 Melden
  • virus.exe 24.04.2018 11:00
    Highlight Bravo Jonas Hector. Solche Profis braucht der Fussball.
    168 2 Melden

Papa Valon tröstet Baby Neymar – und 6 weitere unheimliche Begegnungen 

Neymar hat in der Nacht nach dem Spiel gegen die Schweiz wohl noch von Valon Behrami geträumt: So intensiv wurde er vom Tessiner während des Matchs betreut.

Als Erinnerung bleiben ihnen die Schmerzen – und uns dieses ikonische Bild:

Dabei hätte alles so anders kommen können, wären die beiden nur in anderen Situationen aufeinander getroffen. (Wobei: So richtig angenehm wäre auch das für den Brasilianer nicht geworden.)

Wir haben da mal was gebastelt: 

Artikel lesen