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Anlauf holen, um ganz abzuheben: Kylian Mbappé.
Anlauf holen, um ganz abzuheben: Kylian Mbappé.Bild: ERIC GAILLARD/REUTERS

Der neue Thierry Henry? Nein, Monacos Supertalent Kylian Mbappé ist besser

Monaco verzückte gestern mit einer jungen Truppe die Fussballwelt. Insbesondere das Küken des Teams, Kylian Mbappé, ist in aller Munde. Und dies völlig zu recht. Doch wer ist der Senkrechtstarter überhaupt?
16.03.2017, 11:5516.03.2017, 18:10
Reto Fehr
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11 Tore in den letzten 11 Spielen. Muss man noch mehr sagen? Eigentlich nicht. Vielleicht dies noch: Das ist nicht die Bilanz von Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo. Es ist diejenige des 18-jährigen Kylian Mbappé, Stürmer der AS Monaco.

Gestern liess er sein Können wieder aufblitzen. Nicht gegen ein Hinterwäldlerteam aus der oft belächelten Ligue 1, nein, gegen das grosse Manchester City. Mbappé erzielte das wegweisende 1:0. Schon im Hinspiel liess er sich als Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:1 feiern.

Mbappés 1:0 für Monaco. Okay, nicht so schwierig. Aber man muss auch mal richtig stehen, das wusste schon Gerd Müller.Video: streamable

Der französische Stürmer mit kamerunischen Wurzeln stellte sich in den letzten Wochen auch den letzten Premier-League-Teams so richtig vor. Die Medien auf der Insel sind heute voll des Lobes für den Jüngling. Darum erklärte Monaco-Vize-Präsident Vadim Vasilyev nach dem Sieg deutlich: «Wir wollen ihn behalten. Er kommt aus unserer Jugend, er hat unsere DNA.» Tatsächlich kam er früh von seinem Geburtsort in Bondy im Nordosten von Paris ins Fürstentum.

Ob es klappt, Mbappé im Sommer halten zu können? Arsenal bestätigte das Interesse und auch anderen Topklubs wollen den Jungstar. Manchester City bot schon im letzten Jahr angeblich 40 Millionen Euro. Monaco lehnte ab.

Mbappé (2.v.l.) und seine jungen Kollegen verzücken Fussball-Europa.
Mbappé (2.v.l.) und seine jungen Kollegen verzücken Fussball-Europa.Bild: GUILLAUME HORCAJUELO/EPA/KEYSTONE

Mehr wurde für einen 17-Jährigen noch nie offeriert. Überhaupt knackt der Angreifer einen «jüngster»-Rekord nach dem anderen. 

  • Im Dezember 2015 war er mit 16 Jahren und 347 Tagen der jüngste Spieler, der je für Monaco eingesetzt wurde. Er löste Thierry Henry ab, der die Bestmarke 21 Jahre lang hielt.
  • Im Februar 2016 wurde Mbappé jüngster Torschütze des Klubs mit 17 Jahren und 62 Tagen. Auch hier unterbot er Henry. 
  • Im Dezember 2016 gelang ihm im Ligacup der erste Hattrick. Monaco wartete in diesem Wettbewerb seit 1997 und Sonny Anderson auf drei Tore eines Spielers.
  • Vor einer Woche wurde Mbappé mit mittlerweile 18 Jahren der jüngste Spieler seit 30 Jahren, der in der Ligue 1 zehn Tore erzielte.
  • Mit dem 2:1 gegen Manchester City im Hinspiel der CL-Achtelfinals wurde er zum zweitjüngsten Franzosen (nach Karim Benzema), der je in der Königsklasse traf.

Das weckt Begehrlichkeiten. Besonders heikel kann es werden, wenn der Vater Wilfried als Berater fungiert. So warnte dieser im Oktober: «Wenn mein Sohn zu wenig spielt, werde ich einen Wechsel im Januar-Transferfenster anstreben.» Die Reaktion von Monaco-Trainer Leonardo Jardim? Er liess Mbappé im nächsten Spiel gegen Toulouse 90 Minuten auf der Bank – und wechselte ihn auch nicht ein, als sich die 1:3-Niederlage abzeichnete.

Mbappés Tor im Hinspiel gegen Manchester City: schneller Antritt, eiskalter Abschluss.Video: streamable

Wohin der Weg führt, ist noch unklar. Dank des Vaters aus Kamerun und Mutter Fayza aus Algerien hätte er auch für diese beiden Nationen auflaufen können. Doch Mbappé entschied sich für Frankreich. Im Sommer 2016 führte er das Team mit fünf Toren zum U19-EM-Titel. Im Halbfinal schoss er Portugal nach einem 0:1-Rückstand praktisch im Alleingang ab. Die Bilanz in der U19: Elf Spiele, sieben Tore.

Ein Best-of-Video Mbappés der laufenden Saison.Video: YouTube/IbraAlliance

Ein Aufgebot für die französische A-Nationalmannschaft dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Didier Deschamps äusserte sich kürzlich in die Richtung, dass er Mbappé bald aufbieten werde. Die nächsten Spiele Frankreichs finden am 25. (Luxemburg) und 28. März (Spanien) statt.

Aufgrund des Spielstils wird Mbappé oft mit Thierry Henry verglichen, der «neue Henry» sei er: schnell, eiskalt, technisch stark, gut im Dribbling und den Riecher für das Spiel. Arsène Wenger – der Henry gross machte – erklärte kürzlich: «Er ist nicht genau wie Henry. Aber ja, sie haben ähnliche Qualitäten, das Potenzial ist ähnlich gross.»

Thierry Henry errichtete man bei Arsenal eine Statue. Wird Mbappé auch mal eine erhalten?
Thierry Henry errichtete man bei Arsenal eine Statue. Wird Mbappé auch mal eine erhalten?Bild: John Sibley/REUTERS

Und wie sieht es der legendäre Stürmer Frankreichs selbst? «Ich habe ihn getroffen, er ist ein guter Junge, hat etwas im Kopf und wirkt ziemlich zurückhaltend. Er ist zielstrebig und gibt nie auf. Aber gib ihm einen Ball und er beginnt zu plaudern und ist nicht mehr nett!», so Welt- und Europameister Henry.

Was wird aus Kylian Mbappé?

Doch Henry versucht auch Druck vom Shootingstar zu nehmen: «Es ist nicht fair, ihn mit mir zu vergleichen.» Dumm nur, dass da niemand mehr hingehört hat. Überall wird vom «neuen Henry» berichtet und verglichen. Nur eine kleine Gruppe wehrt sich dagegen. Es sind diejenigen, die den «neuen Neymar» in Mbappé erkennen.

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20 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bulwark
16.03.2017 13:10registriert April 2015
War gestern wirklich einer der besten auf dem Platz.
Wobei ich persönlich mehr gefallen am Torschützen des 3:1 gefunden habe. Habe leider keine Statistikzahlen, wie viele Zweikämpfe Bakayoko gestern gewonnen hat, jedoch hat er (zumindest in der 1. Halbzeit) gefühlt keinen einzigen Verloren.
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Hans Franz
16.03.2017 13:36registriert Januar 2016
Vater als Berater ist nie gut. «Wenn mein Sohn zu wenig spielt, werde ich einen Wechsel im Januar-Transferfenster anstreben.»

Die Reaktion von Monaco-Trainer Leonardo Jardim war aber sipitze. Er liess Mbappé im nächsten Spiel gegen Toulouse 90 Minuten auf der Bank – und wechselte ihn auch nicht ein, als sich die 1:3-Niederlage abzeichnete.

Monaco und auch Mbappé können sich beim Trainer bedanken.. der ist Top
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Matthias Studer
16.03.2017 12:56registriert Februar 2014
Man hat schon viele Talente gesehen und von vielen später nichts mehr gehört. Leider.

Henry hat viele Jahre guten Fussball gespielt. Das macht jeden großen Spieler aus. Die Frage von Gesundheit, Management wie auch der Verein ist so groß wie das Talent.
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