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ARCHIVBILD ZUM WECHSEL VON JONAS OMLIN ZUM FC BASEL, AM DIENSTAG, 12. JUNI 2018 - Der Luzerner Torhueter Jonas Omlin im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC St.Gallen und dem FC Luzern, im Stadion Kybunpark in St.Gallen, am Samstag, 11. Maerz 2017. (KEYSTONE/Benjamin Manser)

Nach einer Saison als Nummer 1 beim FC Luzern gehört Jonas Omlin seit Dienstag dem FC Basel an – und hat dort grosse Ziele. Bild: KEYSTONE

Omlin spricht erstmals über seinen FCB-Transfer: «Es ist ein Pokerspiel von mir»

Jonas Omlin ist neu die Nummer 2 im Tor des FC Basel. Bei einem ersten Gespräch erinnert er sich an seine erste Begegnung mit seinem jetzigen Trainer – und spricht über sein Talent im Pokern.

 Céline Feller / bz basel



Klein Jonas ist beeindruckt. Während des Cup-Spiels seines FC Sarnen steht er hinter dem Tor der Gäste des FC Aarau. «Da habe ich so einen Turm stehen sehen», rekapituliert er diesen Moment, der ihm so sehr im Gedächtnis geblieben ist. Auch fast elf Jahre später ist ihm dieses Bild noch immer präsent.

Dass dieser Turm, wie Omlin Massimo Colomba nennt, dereinst sein Chef werden würde, das hat er an diesem 15. September 2007 kaum gedacht. Seit gestern aber ist Colomba Omlins Goalie-Trainer beim FC Basel. Letzterem gehört Omlin nämlich seit Dienstag an, gestern absolvierte er sein erstes Training an neuer Wirkungsstätte.

Ein kleiner Coup

Speziell sei es gewesen, erzählt er danach. «Aber ich bin gut aufgenommen worden und gut ins Training reingekommen», erzählt die neue Nummer 2 im Tor der Basler. Seine Verpflichtung war ein kleiner Coup. Dass der FCB nach dem Abgang von Mirko Salvi zu GC einen zweiten Keeper brauchen würde, war nur logisch.

Dass man aber einen bei einem Super-League-Kontrahenten gesetzten Goalie abwerben konnte, überraschte dann doch eher. Auch, weil er mit einer Ablöse um die 1,5 Millionen eine verhältnismässig teure Investition für einen Ersatzspieler ist.

Denn als dieser ist er vorerst vorgesehen. Schliesslich hat der FCB mit Tomas Vaclik noch immer eine gestandene Nummer 1. «Wir haben mit Tomi besprochen, dass er das auch bleibt», versichert FCB-Sportchef Marco Streller.

FC Basel 1893 Torhueter Tomas Vaclik ist enttaeuscht nach dem vierten Treffer zum 4-0 im Super League Fussballspiel zwischen dem FC Zuerich und dem FC Basel 1893 am Sonntag 13. Mai 2018 in Zuerich. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Tomas Vaclik bleibt beim FCB die Nummer 1 – zumindest vorerst. Bild: KEYSTONE

Wie bei Zibung, so bei Vaclik?

Vom gesetzten Stammkeeper zum Bankdrücker, ist das kein Rückschritt, für einen talentierten Keeper wie Omlin? «Wenn man als 24-Jähriger nach einer Saison vom FC Luzern zum FC Basel wechseln kann, dann sehe ich das nicht als Rückschritt, nein», sagt Omlin selbstbewusst. Er sehe Perspektiven, habe schliesslich ein Arbeitspapier über vier Jahre unterschrieben.

«Ich freue mich extrem auf diese Zeit, werde alles geben und versuchen, mich aufzudrängen.» Er, der sich selber als Arbeitstier bezeichnet, sei nun mal überzeugt von seinen Qualitäten. Wenn er das sagt, wirkt dies alles andere als arrogant, sondern vielmehr selbstbewusst und sympathisch ehrgeizig.

Dass er das Zeug hat, einen arrivierten Keeper zu verdrängen, hat er in Luzern bewiesen. Dort lief er David Zibung den Rang ab. Angesprochen darauf, muss er lachen. «Ja, man kann sagen, dass ich es schon einmal geschafft habe, einen erfahrenen Goalie zu verdrängen. Aber beim FCB ist das noch mal etwas anderes.»

Basels Noah Okafor, MItte, scheitert mit seinem Schuss an Luzerns Torhueter Jonas Omlin, rechts, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Luzern im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Samstag, 19. Mai 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Im letzten Spiel der abgelaufenen standen sich Jonas Omlin und der FC Basel noch gegenüber. Bild: KEYSTONE

Bei Zibung sei der Schritt zurück ausserdem absehbar gewesen. Bei Vaclik ist er dies nicht. Beerben solle er diesen nächste Saison, so die Gerüchte, die kursieren. «Natürlich macht man gewisse Planungen, aber im Fussball geht alles so schnell. Da sind Planungen schnell wieder nichtig. Es ist ein Pokerspiel von mir», sagt er.

Und das, obwohl er kein begnadeter Pokerspieler sei, wie er zugeben muss. «Ich habe schon ab und zu auch mit Karten gepokert. Aber es liegt mir eher in Situationen wie dieser.» Man müsse aber auch einfach mal etwas riskieren. Und ohnehin: «Ich sehe es nicht als Risiko, sondern als Riesenchance.»

Sommers Weg als Vorbild

Eine Chance, die er nicht unbedacht genutzt hat. Omlin hat alles gut abgewogen. Gar eine Pro-Kontra-Liste erstellt, auf der mehr Punkte für als gegen einen Wechsel zum FCB gesprochen haben. Auch, weil man ihm einen spannenden Weg aufgezeigt hat. Jenen von Yann Sommer.

Die Frage ist noch nicht zu Ende formuliert, ob Omlin die Karriereschritte Sommers verfolgt habe, da nickt er schon und sagt: «Klar ist das auch ein Gedankengang gewesen und etwas, das ich mit Streller angeschaut habe.»

Fussball Super League Saison 2013 / 2014. FC Basel - FC Zuerich im St. Jakob-Park in Basel am Mittwoch, 16. April 2014. Goalie Yann Sommer (Basel). (PHOTOPRESS/Alexander Wagner)....

Yann Sommer reifte beim FC Basel zum Top-Goalie. Bild: PHOTOPRESS

Sommer wurde damals vom FCB an Vaduz und GC ausgeliehen, war dort jeweils die Nummer 1, kehrte dann zum FCB zurück, war ein Jahr hinter Franco Costanzo die Nummer 2, reifte noch weiter und übernahm schliesslich von Costanzo. Ein durchaus auch für Omlin denkbares Szenario, mit dem er auch gut leben könnte.

Colomba formt Nati-Goalies

Schliesslich entwickelte Sommer sich auf diesem Weg später zum Nati-Goalie. Ohnehin scheinen der Posten im FCB-Tor und die Zusammenarbeit mit Massimo Colomba fast schon eine Garantie dafür zu sein, dass man dereinst zum Nati-Keeper wird. Denn auch Vaclik machte diesen Schritt.

Torhueter Tomas Vaclik, links, und Torhuetertrainer Massimo Colomba, rechts, beim Training des FC Basel 1893 in den Sportanlagen St. Jakob in Basel, am Mittwoch, 16. Juli 2014. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Massimo Colomba im Training mit Tomas Vaclik. Bild: KEYSTONE

Dass sein neuer Trainer Colomba zwei Nati-Goalies formte, «habe ich gar nicht gewusst. Aber ich würde nicht Nein sagen, wenn er das auch bei mir schaffen würde.» Dann wäre nicht mehr nur Klein Jonas, sondern auch der gereifte Jonas Omlin von «Turm» Colomba beeindruckt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ling 15.06.2018 17:52
    Highlight Highlight Omlin hat Zibung nicht verdrängt, sondern man setzte konsequent auf einen jüngeren Torwart mit Talent, welcher von Zibung als Nr. 2 unterstützt wurde (dies wurde übrigens mit Zibung abgesprochen). Wie musste man am Anfang als Luzern Fan leiden, wenn Omlin mit seinen Aussetzern im Tor stand. Jona$ Omlin hat sich unumstritten zu einem überdurschnittlichen Super League Towart entwicklet, aber das ganze geschah in einem Prozess über diese 1.5 Saisons und war nicht durch sein Können zu Beginn zurückzuführen. Die Zukunft wird zeigen, obs Omlin bej Basel packen wird. Gönnen würde ich es ihm nicht!
    35 38 Melden
    • Raembe 15.06.2018 23:16
      Highlight Highlight Wieso gönnst Du es ihm nicht? Vlt ist er mal unser Nati Goalie...
      16 6 Melden

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