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epaselect epa06798889 Brazil's Neymar (R) celebrates after scoring the 2-0 lead during the International Friendly soccer match between Austria and Brazil in Vienna, Austria, 10 June 2018.  EPA/CHRISTIAN BRUNA

Jubelt Neymar auch gegen die Schweiz? Bild: EPA/EPA

Angespannte Seleção – so will Brasilien heute die Schweiz knacken

Vor dem WM-Startspiel gegen die Schweiz am Sonntag in Rostow befindet sich die brasilianische Auswahl in einem heiklen Spannungsfeld. Das Team scheint in Form, hat aber Respekt vor einem Fehltritt – und vor der Statistik?



Ein bisschen Spass musste sein in der Woche vor dem WM-Startspiel gegen die Schweiz. Brasiliens Spieler feierten den Geburtstag von Philippe Coutinho auf ihre Weise: Sie zerdrückten ein paar Eier auf dem Kopf des Barcelona-Stürmers. Kurz darauf wurde auch noch Superstar Neymar mit der gleichen Zeremonie bedacht.

Glücklich und unbeschwert wie kleine Kinder waren sie in diesem Moment. Die Stimmung scheint gut im Swissôtel Kamelia am Strand von Sotschi am Schwarzen Meer, wo die Brasilianer ihr WM-Quartier bezogen haben.

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Neymar erlaubt sich einen bösen Scherz mit Geburtstagskind Coutinho. Video: streamable

Doch der Schein trügt ein wenig. Ganz so unbeschwert blicken die Brasilianer dem Spiel vom Sonntag gegen die Schweiz nicht entgegen. «Wir haben zwar keine Angst vor dem Gegner, aber wir haben Angst davor, dass etwas im Spiel schief geht», sagte TV-Mann Bruno vom Sender «O Globo». Die brasilianische Auswahl ist noch ein zartes Pflänzchen. Ein WM-Favorit zwar bei günstigen Bedingungen, aber auch nicht davor gefeit, beim ersten Gegenwind umzuknicken.

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Zwei Jahre lang war die Verarbeitung des monumentalen Debakels im Halbfinal der Heim-WM gegen Deutschland (1:7) nicht vorangekommen. Dann engagierte der Verband den Trainer Tite und es ging aufwärts, weil dieser «direkten Zugang zu den Köpfen der Spieler fand», wie es Bruno sagte. «Er ist ein guter Taktiker und ein toller Trainer. Aber er ist vor allem ein hervorragender Psychologe.»

epa06807787 Brazil's head coach Tite (C) attends a training session in Sochi, Russia, 14 June 2018. The Brazilian team prepares for the FIFA World Cup 2018 taking place in Russia from 14 June until 15 July 2018. Brazil will face Switzerland in the FIFA World Cup 2018 Group E preliminary round soccer match on 17 June 2018. 

(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup).  EPA/Bartlomiej Zborowski POLAND OUT  EDITORIAL USE ONLY

Trainer Tite hat Brasilien wieder in die Spur gebracht. Bild: EPA/PAP

Doch auch der Trainer steht gegen die Schweiz vor der ersten grossen Belastungsprobe. Ein Fehltritt gegen den Aussenseiter aus Europa könnte in den Medien und in der Öffentlichkeit die Stimmung kippen lassen. «Die Gefahr besteht, dass alles, was Tite in zwei Jahren aufgebaut hat, mit einem Mal wieder eingerissen wird», so Bruno.

Atmosphärisch steht also die Lage der Seleção noch auf wackligen Füssen. Sportlich hingegen scheint das Team um Neymar durchaus gefestigt. In den Tagen vor dem WM-Start feilte Tite nur noch an Details. Es geht um eine Frage: Fernandinho oder Willian? Gibt Tite Fernandinho von Manchester City den Vorzug, wäre dies die vorsichtigere Variante, weil er dann im Mittelfeld mit Casemiro, Paulinho und Fernandinho auf eine kämpferische und physisch robuste Reihe setzen würde.

So trainieren die Brasilianer:

Kommt aber Willian von Chelsea zum Einsatz, spielt Brasilien mit einer offensiveren Mannschaft mit im Prinzip vier Stürmern: Willian, Coutinho, Neymar und Gabriel Jesus. Oder mit den «Fab Four», wie sie in Brasilien bereits genannt werden – vor allem seit dem überzeugenden 3:0 im Testspiel vom letzten Wochenende gegen Österreich. Weil am Sonntag in Rostow die Schweiz der Gegner ist und halt eben nicht Deutschland, Frankreich oder Spanien, dürfte sich Tite für Willian entscheiden.

Wer ist Captain?

Die Suche nach der Antwort auf die letzte taktische Frage hat im Umfeld der Brasilianer auch den Routinier Thiago Silva etwas aus dem Blickfeld genommen. Der Innenverteidiger von Paris Saint-Germain geniesst in der Heimat seit der WM 2014 nicht mehr den grössten Respekt. Damals hatte er in schwierigen Momenten das Team als Captain nicht nur nicht mitreissen können, er war sogar der erste, der jeweils von den Emotionen überwältigt worden war. Im Achtelfinal gegen Chile hatte Thiago Silva vor dem Penaltyschiessen einen Weinkrampf, und gegen Deutschland kullerten ihm die Tränen früh über die Wangen.

epa06787248 Brazil's Neymar (C-L) and Thiago Silva (C-R) attend a training session at Tottenham Hotspur's training complex in Enfield, north London, Britain, 05 June 2018. Brazil's national team prepares for the FIFA World Cup 2018 taking place in Russia from 14 June to 15 July 2018.  EPA/WILL OLIVER

Wer wird Brasiliens Captain? Neymar? Oder doch Thiago Silva? Bild: EPA/EPA

«Er ist ein toller Spieler, aber ein schwacher Captain», sagte Bruno. Das hat offenbar auch Tite erkannt. Wer gegen die Schweiz letztlich Captain sein wird, ist noch nicht klar. Es wird sich in den kommenden Wochen zeigen, ob Tite in den letzten zwei Jahren auch Zugang zur Psyche von Thiago Silva gefunden hat. Denn die Beobachter im Land des fünffachen Weltmeisters sind überzeugt: Spätestens ab der K.-o.-Phase geht es dann nicht mehr bloss um die «Fab Four», sondern auch um eine stabile Innenverteidigung.

Schweiz ist Brasilien-Spezialist

Doch erst kommt das Auftaktspiel gegen die Schweiz. Und die Seleção sollte sich hüten, die Eidgenossen zu unterschätzen. Gegen keine andere grosse Fussball-Nation kann die Schweiz eine derart gute Bilanz vorweisen wie gegen Brasilien. Von acht Duellen mit dem fünffachen Weltmeister gingen nur drei verloren.

Letztmals waren die beiden Teams Mitte August 2013 aufeinandergetroffen. Unter Trainer Ottmar Hitzfeld ging die Schweiz gegen die erst kurz vorher Confederations-Cup-Sieger gewordene Seleção als Siegerin vom Platz – dank eines Eigentors von Dani Alves kurz nach der Pause.

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Die Highlights des Duells von 2013. Video: streamable

Den zweiten Prestige-Erfolg gegen Brasilien hatte die Schweiz 24 Jahre davor gefeiert. Ebenfalls im Basler St.-Jakob-Park gewann die SFV-Auswahl am 21. Juni 1989 beim Debüt von Trainer Uli Stielike und im ersten Länderspiel-Einsatz von Stéphane Chapuisat durch einen Penaltytreffer von Kubilay Türkyilmaz 1:0.

Die drei Niederlagen gegen Brasilien resultierten in Testspielen in den Jahren 1980, 1983 und 2006. Vor 58 Jahren, beim bislang einzigen Duell in einem Turnier, hatten die Schweizer mit Coach Franco Andreoli den Brasilianern an deren Heim-WM in São Paulo im zweiten Vorrundenspiel dank zwei Treffern von Jacky Fatton ein 2:2 abgerungen. (pre/sda)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Shin Kami 17.06.2018 16:41
    Highlight Highlight Naja 7:1 wirds wohl nicht, Neymar ist ja dabei... Ein Unentschieden wäre eigentlich schon gut.
    • Rainbow Pony 17.06.2018 17:46
      Highlight Highlight Keine Chance haben sie, die Selecao! Die Schweiz gewinnt, gar keine Frage! Schalalalalaaaa :))!
    • Shin Kami 17.06.2018 21:56
      Highlight Highlight Sag ich doch, unentschieden. Insgesamt ein sehr gutes Spiel.

Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

Als sich Xherdan Shaqiri nach seinem 2:1 in der 90. Minute gegen Serbien dazu entschied, seine Hände zum Doppeladler zu formen, da wurde er innert Sekunden vom Helden zum Deppen. 

Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

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