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epa07010961 Switzerland's team during a training session in Leicester, Britain, 10 September 2018. Switzerland faces England in a friendly soccer match on 11 September.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Die Nati beim Abschlusstraining im King Power Stadium in Leicester. Bild: EPA/KEYSTONE

Nati im Hoch, England im Tief – reicht's für den ersten Sieg auf englischem Boden?

Im Auswärtsduell mit dem WM-Vierten England in Leicester erhält die Nati heute ab 21 Uhr die nächste Chance zur Beruhigung der Nationalmannschafts-Lage. England dagegen muss gegen die längste Niederlagen-Serie seit 1988 ankämpfen.



Die Botschaft ist angekommen, das spektakuläre 6:0 gegen Island liess keine Wünsche offen. Besser und lustvoller spielten die Schweizer lange nicht mehr. Granit Xhaka jedenfalls, der stolze und starke Captain im Herzen des Mittelfelds, konnte sich «nicht daran erinnern, wann wir zum letzten Mal so aufgetreten sind».

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Die sechs Schweizer Tore gegen Island. Video: streamable

Vladimir Petkovic hätte angesichts der medialen Zweifel und erheblichen Unruhen wegen der monatelangen Erschütterungen inner- und ausserhalb der Verbandszentrale nichts Besseres passieren können als diese Antwort seiner offensichtlich unbekümmerten Protagonisten. Ihm ist es gelungen, unter erschwerten Bedingungen sofort wieder eine Bindung zum Teamkern aufzubauen.

«Wir werden nicht mit derselben Formation starten wie zuletzt.»

Petkovic vor dem England-Spiel

Wie lange die vielversprechende Momentaufnahme anhält, bleibt im weiteren Verlauf der Herbstserie zu klären. Noch verläuft die von Petkovic angeregte sanfte Umbauphase plangemäss, momentan halten sich alle Beteiligten an das SFV-Drehbuch. Wie wenig allerdings im Social-Media-Zeitalter zum totalen Kontrollverlust genügt, verdeutlichten die Missverständnisse, Pannen und öffentlichen Abrechnungen im Nachgang zur letzten WM.

«Wir haben mal einen Anfang gemacht – mehr nicht. Jetzt geht es darum, das Bild zu bestätigen», wirft Petkovic in die Runde. Der Schweizer Trainer verhält sich nach den jüngsten Erfahrungen vorzugsweise defensiv. Aber er weiss natürlich auch, dass in der Mannschaft extrem viel Knowhow steckt. Die ersten Elf kommen im Test in Leicester womöglich im Schnitt auf über 50 Länderspiele.

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Die Schweizer Pressekonferenz vor dem Spiel gegen England. Video: YouTube/BeanymanSports

Die gesamthaft über 600 Millionen Euro tiefer taxierte Schweizer Mannschaft hat auf dem Papier im Vergleich zur U24-Auswahl der Engländer mehr internationale Herausforderungen vorzuweisen. Und das imposante Comeback im direkten Anschluss an die Querelen lässt vermuten, dass die Schweizer im mentalen Sektor eben doch belastbarer sind, als ihnen gemeinhin zugestanden wird.

Ihre moderaten Wortmeldungen sind zumindest ein Indiz für ihren ansprechenden Umgang mit aussergewöhnlichen Momenten. Keiner kam auf die Idee, der Gala in der Nachbetrachtung einen unverhältnismässigen Stellenwert einzuräumen. Eine realistische Haltung wird auch nötig sein, um den «vehementen Versöhnungsantrag» (NZZ) zu bekräftigen. Der erste SFV-Sieg auf englischem Boden in der 113-jährigen Länderspielgeschichte würde die Rückkehr zur Normalität weiter beschleunigen.

Längste Negativ-Serie seit 1988?

Coaches sprechen oft von Entwicklungsperioden, von Abschnitten – nicht nur jene unter Druck, sondern auch die erfolgreichen. Englands Trainer Gareth Southgate, ein Mann mit Format und erstklassigen Umgangsformen, steckt mit seiner Equipe mitten in einem dynamischen Prozess. Inspiriert vom kräftigen Leistungsschub im Juniorenbereich dehnte er den britischen Aufschwung bis in den WM-Halbfinal aus und setzte dem jahrelangen Stillstand der «Three Lions» ein Ende.

Im Gegensatz zur international in der letzten Dekade stabilen Schweizer Auswahl schafften die Engländer im russischen Sommer den bemerkenswertesten Exploit seit 1990. Mit einem vergleichsweise unbekannten Ensemble von Talenten aus der bestdotierten Liga weltweit profitierte Southgates Team von guten Auftritten und einem günstigen Turnier-Tableau.

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Die englische Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Schweiz. Video: YouTube/BeanymanSports

Garantiert sind weitere Fortschritte trotz vielversprechender personeller Basis und einem inzwischen wieder ausgezeichneten Draht zum Publikum indes nicht. In einem längeren «Sky»-Interview schätzte Southgate die Lage durchaus kritisch ein: «Es fehlt noch ein Stück zur Spitze. Wir müssen immer jedes Detail richtig lösen. Das sollten wir so schnell nicht vergessen.»

Wie rasch der Schulterschluss mit der Öffentlichkeit nachlässt und die gute Atmosphäre kippen kann, verdeutlicht beispielsweise der «Guardian», der süffisant die längste Negativserie seit 1988 in das Bewusstsein seiner Leser rückte – das Out gegen Kroatien (1:2 n.V.), die 0:2-Niederlage gegen Belgien im Spiel um Platz 4, der Fehlstart zur Nations League im Wembley gegen Spanien (1:2).

Beunruhigt zeigen sich die Engländer darob nicht. Southgate gönnt seinem Besten, Captain Harry Kane, eine Erholungspause. Anstelle des Tottenham-Stürmers wird Eric Dier die «Three Lions» auf den Rasen des King Power Stadium von Leicester führen. Auch Kanes Teamkollege Dele Alli wird gegen die Schweiz nicht spielen können, er leidet an einer Muskelverletzung. (pre/sda)

Die möglichen Aufstellungen:

England: Butland (Stoke City); Maguire (Leicester City), Stones (Manchester City), Trakowski (Burnley); Alexander-Arnold (Liverpool), Delph (Manchester City), Loftus-Cheek (Chelsea), Dier (Tottenham Hotspur), Rose (Tottenham Hotspur); Welbeck (Arsenal), Gray (Leicester City).

Schweiz: Sommer (Borussia Mönchengladbach); Lichtsteiner (Arsenal), Schär (Newcastle United), Djourou (SPAL Ferrara), Rodriguez (Milan); Freuler (Atalanta Bergamo), Xhaka (Arsenal); Embolo (Schalke), Shaqiri (Liverpool), Mehmedi (Wolfsburg); Gavranovic (Dinamo Zagreb).

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    Alle Leser-Kommentare
  • miarkei 11.09.2018 11:49
    Highlight Highlight Gibt es eigentlich Infos zu Luke Shaw? Hat sich ja zimmlich schlimm gegen Spanien verletzt.
    4 1 Melden
  • Bertolf von Storch 11.09.2018 11:45
    Highlight Highlight Wir bräuchten dringend Verstärkung in der Sturmspitze. Pekowic, hau bitte Leo Lacroix vom Fc Sion als Stossstürmer in die Startformation!
    3 19 Melden
  • Luca Regnipuzz 11.09.2018 11:27
    Highlight Highlight Englands sogenannte "Negativserie" kam gegen Topteam wie Kroatien, Belgien und Spanien zu Stande. Ausserdem haben sie sich vorher bis in den Halbfinal gekämpft. Zudem ist der Wettkampfcharakter der Spiele um Platz 4 (Belgien) und des Nation League (Spanien) in Frage zu stellen. Für mich bleibt England Favorit. Wer dies anders sieht und wetten möchte, kriegt im Wettbüro 1:5 auf die Schweiz.
    19 1 Melden
  • Ehringer 11.09.2018 11:26
    Highlight Highlight Finde es toll, probiert Petkovic dennoch weiter durch. Ausser Djourou finde ich die mögliche Aufstellung sehr interessant. Mal schauen, was diese Elf bewirken können, ist ja im Vergleich zur WM doch auf einigen Positionen anders besetzt.

    Die Zukunft sehe ich aber bei der Mannschaft vom Samstag. Die Jungen haben mir dort sehr gut gefallen und insbesondere der Wechsel von Shaqiri ins Zentrum und Embolo auf den Flügel hat mir sehr gefallen. Auch Zakaria als Behrami-Ersatz war wunderbar, dem Jungen trau ich alles zu.
    7 2 Melden
  • Bulwark 11.09.2018 10:20
    Highlight Highlight Wie zur Hölle kann man Djourou immer noch aufstellen??
    48 8 Melden

«Wir verspüren keinen negativen Druck» – YB muss in Valencia punkten

Mut und Solidarität verlangt Gerardo Seoane von seinen Spielern für den Match in Valencia. Sie sollen die Zweikämpfe suchen, sich unterstützen und, wenn sich die Möglichkeit bietet, ohne Umschweife nach vorne spielen.

Die Young Boys erwarten eine andere Partie als vor zwei Wochen daheim gegen Valencia. Die Verteidigung wird mehr gefordert sein, die Phasen mit Ballbesitz kürzer. Trotzdem soll einiges so laufen wie in der zweiten Halbzeit beim 1:1 gegen Valencia. Loris Benito hofft, dass sie die Spanier erneut mit ihrem physischen Spiel bedrängen können.

Von Druck will Benito trotz der entscheidenden Bedeutung der Partie nichts wissen: «Wir verspüren keinen negativen Druck. Wir sind mit Hoffnungen hierher …

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