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SALZBURG, AUSTRIA - JULY 11:  Dimitri Oberlin of Salzburg celebrates after scoring his team's first goal during the pre-season match for the 3rd place between FC Red Bull Salzburg and Southampton FC as part of the Audi Quattro Cup 2015 at Red Bull Arena on July 11, 2015 in Salzburg, Austria.  (Photo by Johannes Simon/Getty Images)

Dimitri Oberlin bejubelt seinen ersten Saisontreffer für Red Bull Salzburg. Bild: Getty Images Europe

Kaum da, schiesst der 17-jährige Dimitri Oberlin in Salzburg bereits sein erstes Saisontor – und verspricht: «Ich will für die Schweizer Nati spielen»

Der Exodus beim FC Zürich hält an und Spieler wie der 17-jährige Dimitri Oberlin werden bereits schmerzlichst vermisst. Doch der junge Schweizer bereut seinen Wechsel nach Salzburg bestimmt nicht, nach drei Pflichtspielen schnuppert er bereits an einem Stammplatz. 

04.08.15, 15:16 05.08.15, 13:33


So einen Saisonstart hatten ihm nur wenige zugetraut: Am 29. Juli 2015 steht Dimitri Oberlin in der Champions-League-Qualifikation gegen Malmö zum ersten Mal in der Startformation von Red Bull Salzburg. 2:0 gewinnen die Österreicher gegen die Südschweden, Oberlin wird in der 63. Minute ausgewechselt.

Oberlins Darbietung scheint seinem Coach gefallen zu haben: Vergangenes Wochenende kommt der Schweizer auch in der Liga zum Einsatz. Trainer Peter Zeidler wechselt den 17-Jährigen zur Halbzeit ein. Rund 20 Minuten später markiert er prompt sein erstes Pflichtspieltor.

«Der Anschlusstreffer ist gelungen! Ulmer mit einem Stanglpass zur Mitte und dort steht Oberlin genau richtig und trifft zum 1:2», heisst es im Liveticker von Red Bull. Und wenn du dich jetzt fragst, was denn bitte sehr ein «Stanglpass» ist, hier das Video von Oberlins Tor gegen Rapid Wien. 

Oberlin mit seinem ersten Pflichtspieltor für Salzburg. YouTube/Alexis Footballer

Für Dimitri Oberlin sind diese Erfahrungen, welche er in der obersten österreichischen Liga macht neu: Bei seinem vorherigen Arbeitgeber, dem FC Zürich, durfte er vergangene Saison nämlich keine einzige Minute Super-League-Luft schnuppern. Spieler wie Yassine Chikhaoui, Mario Gavranovic oder Amine Chermiti standen dem Talent vor der Sonne. Hätte man ihnen einen Teenager vor die Nase gesetzt, sie hätten die Welt nicht mehr verstanden. Als dann diesen Sommer Red Bull Salzburg anklopfte, konnte der in Kamerun geborene Stürmer der Versuchung nicht widerstehen und wagte den Sprung ins Ausland.  

Doch spätestens jetzt wäre man im Letzigrund um die Dienste des Oberlins noch so froh: Nach den Abgängen von Chikhaoui, Franck Etoundi, Avi Rikan und mehreren verletzungsbedingten Ausfällen ist die Personaldecke bei den Zürchern ziemlich dünn. Leandro Di Gregorio, Aldin Turkes, Marvin Graf, Anto Grgic, Kevin Bua und Maxime Dominguez: Auf der Zürcher Ersatzbank tummelten sich beim Derby von vergangenem Sonntag lauter Nobodys. 

*** ARCHIV *** 20.06.2015; Volketswil; Fussball Super League Testspiel - FC Zuerich - FC Aarau;
Dimitri Oberlin (Zuerich) jubelt nach seinem Tor zum 3:0
(Nick Soland/EQ Images)

Oberlin kam beim FCZ nur in Testspielen zum Einsatz. Bild: EQ Images

Dereinst ein Fall für Petkovic?

Doch ein Talent mit dem Format eines Oberlins ohne Pflichtspieleinsätze bei Stange zu halten, ist nicht ganz einfach. Vereine wie Red Bull Salzburg sind nicht nur hoch professionell organisiert, sie haben auch die notwendigen finanziellen Mittel, um unzufriedene Talente zu ködern. Rund zwei Millionen Euro soll die Ablösesumme betragen haben. Der Lohn des Youngsters dürfte bei den Österreichern ungleich höher sein als beim FCZ. 

«Die Infrastruktur und die Mechanismen hier sind enorm – mit Zürich ist das nicht vergleichbar», sagte Oberlin kürzlich gegenüber redbull.com. Das Umfeld stimmt. Hier kann sich der junge Spieler ausgezeichnet weiterentwickeln. Dass Red Bull Salzburg nach zwei Spieltagen noch null Punkte hat, trübt die Aussichten nur wenig. 

SALZBURG,AUSTRIA,30.JUN.15 - SOCCER - tipico Bundesliga, Red Bull Salzburg, training. Image shows Dimitri Oberlin (RBS). Photo: GEPA pictures/ Felix Roittner (Gepa/EQ Images) SWITZERLAND ONLY

Noch wartet viel harte Arbeit auf ihn: Dimitri Oberlin. Bild: GEPA

Für den FCZ-Fan mag sich dies anfühlen wie ein Stich ins Herz. Für die Fussball-Schweiz könnte sich Oberlins Transfer in die Mozart-Stadt jedoch als Glücksfall erweisen. Kommt er bei Salzburg tatsächlich regelmässig zum Einsatz und kann sich festbeissen, dürfte er langfristig auch für die Schweizer Nati ein Thema werden. Oberlin ist zwar schweiz-kamerunischer Doppelbürger, spricht sich aber klar für die Schweiz aus: «Falls ich mich entscheiden müsste, ist der Fall klar: Ich würde für die Schweizer Nati auflaufen.»

Seit Oberlin 14 Jahre alt ist, trägt er in den Junioren-Nationalteams das Schweizer Kreuz auf der Brust. In 21 Spielen hat er bereits elf Tore erzielt. Es lohnt sich also in den kommenden Wochen und Monaten ausnahmsweise das Augenmerk auf den österreichischen Fussball und Red Bull Salzburg zu legen. (cma)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Siro (1) 04.08.2015 18:47
    Highlight Gut hin oder her. Jegliche Spieler, die bei einem Dosenclub unter Vertrag sind oder auch waren, sollten in der Nati nichts zu suchen haben. Sie zerstören die Tradition und Ligen des Fussballs!
    4 17 Melden
    • Schreiberling 04.08.2015 20:55
      Highlight Bei allen anderen Clubs könnte man Ihnen recht geben. Aber Red Bull kommt aus Salzburg und deshalb passt das. Und mal eine Frage, damit ich das als nicht so fanatischer Fussballfan auch kapiere? Wieso hassen alle Red Bull als Geldgeber, aber niemand motzt (zumindest in ähnlichem Ausmass) über all die Scheichs, Investoren oder andere Grosskonzerne, die Clubs übernehmen?
      6 1 Melden
    • F4Fred 05.08.2015 08:50
      Highlight @Schreiberling: RB gibt nicht nur Geld sondern ändert den Namen, die Clubfarben, das Logo der Clubs. Und oft sind es kleine Clubs ohne Fans die dann Traditionsvereinen den Platz wegnehmen. Das gefällt vielen Fussballfans nicht.
      2 0 Melden
  • Andy Steinemann (1) 04.08.2015 15:56
    Highlight Frank Etoundi ist nicht gewechselt, der Deal mit SC Brest ist geplatzt. Aber wie es mit ihm weitergeht ist noch nicht klar.
    8 2 Melden
    • Nosgar 04.08.2015 17:45
      Highlight Der Deal mit Bastia, nicht mit Brest.
      9 0 Melden
  • Jerry98 04.08.2015 15:27
    Highlight Ja war anscheinend echt sinnvoll den schon jetzt abzugeben vielen Dank Herr Canepa.
    11 4 Melden

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