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Basels Albian Ajeti jubelt ueber sein 5:1 im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Thun im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 29. April 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Mit sechs Toren in den letzten vier Spielen nach vorne geprescht: Albian Ajeti. Bild: KEYSTONE

Albian Ajeti, Torschützenkönig in spe – wenig Treffer, viel Ehre

In der Super League sind vor der letzten Runde schon fast alle Entscheidungen gefallen. YB ist Meister, Lausanne steigt ab. Noch offen ist Europacup-Rang fünf (St.Gallen oder Thun) – und der Titel des Torschützenkönigs. Der war so billig zu holen wie fast nie.

18.05.18, 18:24


16 Tore hat Albian Ajeti vor der letzten Meisterschaftsrunde auf seinem Konto. Dank diesen Treffern hat es der Stürmer des FC Basel, der zu Beginn der Saison noch für den FC St.Gallen spielte, ins erweiterte Schweizer WM-Kader geschafft.

Das Torschützen-Klassement:

  1. Albian Ajeti (Basel), 16 Tore
  2. Guillaume Hoarau (YB), 15 Tore
  3. Michael Frey (FCZ), Jean-Pierre Nsame, Roger Assalé (beide YB), Marvin Spielmann (Thun), je 12 Tore
YBs Guillaume Hoarau, Mitte, verwertet einen Penalty zum 1:1 Ausgleich im Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys und dem FC Luzern, am Samstag, 28. April 2018 im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Hoarau traf fünf Mal aus elf Metern, verschoss aber auch zwei Penaltys. Bild: KEYSTONE

In der letzten Runde am Samstag (alle Spiele beginnen um 19 Uhr) empfängt Basel zuhause Luzern, die Young Boys müssen nach Zürich zu GC. Noch eine Gelegenheit also für Hoarau, um Ajeti an der Spitze einzuholen oder abzufangen. Und noch eine Gelegenheit für Ajeti, um sich die Krone des Torschützenkönigs etwas würdiger zu holen. Denn mit nur gerade 16 Treffern ist sie in dieser Saison so billig wie selten zu holen.

Die billigsten Torjäger-Kronen

grafik: watson, quelle: wikipedia

Den NLA-Minusrekord stellte vor Urzeiten Grenchens Stürmer Josef Artimovics auf. Der Österreicher wurde 1938/39 mit bloss 15 Treffern Torschützenkönig – allerdings umfasste die Meisterschaft auch lediglich 22 Runden, heute sind es 36.

Dass schlappe 16 Tore reichten, kam erst einmal vor: vor fast 40 Jahren. Peter Risi vom FC Zürich wurde damals nach 32 Runden mit dieser Ausbeute zum Torschützenkönig. Mit 216 Treffern ist Risi bis heute der Spieler mit den meisten Toren in der höchsten Schweizer Liga.

Das Finale um den Schweizer Cup am 8. Juni 1981 zwischen Lausanne Sports und den FC Zuerich im Wankdorfstadion in Bern: Der FCZ Stuermer Peter Risi setzt im Strafraum der Lausanner zu einem Kopfball an, im Hintergrund verfolgt Werner Luedi die Szene. 40.000 Zuschauer sehen den 4-3 Sieg der Lausanner (nach Verlaengerung), die damit zum siebten Mal Cupsieger werden. (KEYSTONE/Str)

Risi schoss in 370 NLA-Spielen 216 Tore – Rekord. Bild: KEYSTONE

Die Torschützenkönige mit den meisten Treffern:

grafik: watson, quelle: wikipedia

Ob noch jemals ein Spieler den Rekord von Poldi Kielholz knacken wird? Der Servettien schoss die Genfer in der allerersten NLA-Saison mit 40 Toren in 30 Runden zum Titel. In der Neuzeit sticht einer seiner Nachfolger bei Servette heraus: Der mit erst 44 Jahren früh verstorbene Däne John Eriksen traf in 36 Runden auch 36 Mal ins Tor.

Leopold Poldi Kielholz

Die Brille war sein Markenzeichen: Kielholz schoss in 17 Länderspielen 12 Tore. bild: super-servette

Dass ein Torschützenkönig letztmals 30 oder mehr Treffer benötigte, liegt acht Jahre zurück (Seydou Doumbia für YB). Zuletzt häuften sich Endklassemente, deren Sieger weniger als 20 Tore für den Erfolg benötigte. 2006/07 (Mladen Petric, Basel), 2013/14 (Shkelzen Gashi, GC) und 2015/16 (Munas Dabbur, GC) reichten 19 Tore für die Torjägerkrone.

Rückblickend wird der Wert in der zweiten Spalte der Tabelle sekundär sein. Was vor allem in Erinnerung bleiben wird, ist der Titel «Torschützenkönig». Und den dürfen Albian Ajeti oder Guillaume Hoarau mit 16 Toren mit dem selben Stolz tragen, als ob sie 26 oder 36 Treffer erzielt hätten. Ein gutes Pferd springt schliesslich nur so hoch, wie es muss.

Kampf um Rang fünf

Der FC Thun hat noch die Chance, St.Gallen von Rang fünf zu verdrängen, der für die Europa-League-Qualifikation ausreicht. Dazu muss Thun zuhause Sion schlagen. Dem FCSG reicht im Heimspiel gegen Absteiger Lausanne-Sport bereits ein Punkt, um sich diesen fünften Platz zu sichern.

tabelle: srf

Die letzte Runde:

Samstag, 19.00 Uhr
Lugano – Zürich
Basel – Luzern
St.Gallen – Lausanne
GC – YB
Thun – Sion

YB greift nach Prestigerekord

Basels Rekord von 86 Punkten aus der letzten Saison kann YB auch mit einem Sieg bei GC nicht mehr attackieren. Die Berner können es bestenfalls auf 84 Punkte bringen.

Den ebenfalls vom FCB gehaltenen Punkterekord für eine Rückrunde (46 Punkte im Frühling 2010) könnten die Berner jedoch noch an sich reissen. Wenn sie bei GC siegen, kommen sie auf 47 Punkte. (ram/sda)

Die Torschützenkönige in der Schweiz seit 1990

«Hör auf mir zu sagen, dass Brot ungesund ist!»

Video: watson/Adrian Bürgler, Emily Engkent

07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

16.04.2009: «Jawoll, jawoll, jawoll, jawoll … YB isch im Göppfinau!»

30.07.2000: Nur GC-Milchbubi Peter Jehle steht noch zwischen FCB-Legende Massimo Ceccaroni und seinem allerersten Tor

11.08.2010: Moreno Costanzo schiesst mit seiner ersten Ballberührung als Natispieler gleich den Siegtreffer

30.05.1981: Der Wolf und seine «Abbruch GmbH» entfachen mit dem 2:1-Sieg gegen England eine neue Fussball-Euphorie

30.04.2011: Cabanas fordert vom Basler Schiri Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

20.11.1996: Wegen 20 fatalen Minuten landet Champions-League-Überflieger GC in Glasgow auf dem harten Boden der Realität

01.09.2007: Mit dem letzten Spiel im Hardturm-Stadion gehen 78 Jahre Geschichte zu Ende

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

12.04.2004: Der grosse Robbie Williams führt den kleinen FC Wil zum Cupsieg gegen GC

26.06.1954: Die Schweiz kassiert gegen Österreich in der «Hitzeschlacht von Lausanne» eine ihrer bittersten Niederlagen

13.11.1991: Weil die Schweizer Nati in der «Hölle von Bukarest» auf 0:0 spielt, vergeigt sie die EM-Qualifikation im letzten Moment doch noch

03.05.1994: Mit dem Sonderflug zur spontanen Aufstiegsfeier auf den Barfi

16.11.2005: Die Nacht der Tritte und Schläge – einer der grössten Nati-Erfolge verkommt zur «Schande von Istanbul»

07.09.2005: Nati-Goalie Zuberbühler kassiert auf Zypern ein Riesen-Ei und schiebt die Schuld dafür dem «Blick» in die Schuhe

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

05.12.2004: Paulo Diogo gewinnt mit Servette wichtige Punkte im Abstiegskampf – und verliert dabei einen Finger

10.09. 2008: Luxemburgerli vernaschen? Denkste! – Die Schweizer Nati kassiert die bitterste Niederlage ihrer Geschichte

22.02.2004: St.Gallens Kultfigur «Zelli» muss in der Not ins Tor und kratzt den Ball in «seiner» Ecke

25.11.2009: Das beste Fussball-Musikvideo aller Zeiten erscheint auf Youtube – über den FC Aarau

07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

30.09.2009: Dank Tihinens Hackentrick, «abgeschaut bei einem finnischen Volkstanz», bodigt der FC Zürich das grosse Milan

01.05.1993: Marc Hottigers Knallertor versenkt Italien – und er verärgert die Azzurri danach mit einer frechen Leibchentausch-Bitte 

26.04.2003: Colombas Goalie-Goal lässt Razzetti alt aussehen und den FC Aarau unabsteigbar bleiben

07.10.1989: Der «Fall Klötzli» – vier Wettinger gehen auf den Schiri los, weil dieser Sekunden vor dem Ausgleich abpfeift

09.08.2009: Basel-Goalie Costanzo wird für drei Spiele gesperrt – nach einer Attacke auf den eigenen Mitspieler

29.09.1971: Statt «allzu augenfällig im Spargang» die Pflicht zu erledigen, sorgt GC für den höchsten Schweizer Europacup-Sieg aller Zeiten

08.10.2010: Vucinic lässt der Schweiz die Hosen runter und trägt sie als Kopfschmuck

26.09.1995: Luganos Carrasco bringt mit seiner Banane Gianluca Pagliuca und das grosse Inter Mailand zum Weinen

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

01.11.1989: Nur durch einen Witz-Penalty zwingt Diego Maradonas Napoli die tapferen Wettinger in die Knie

24.04.1996: Das Ende von Nati-Trainer Artur Jorge nimmt ausgerechnet mit dem einzigen Sieg seiner kurzen Ära den Anfang 

25.9.1996: Murat Yakin sticht mit seinem Freistoss mitten ins Ajax-Herz und bringt Mama Emine zum Weinen

15.11.2009: Die Schweiz ist Fussball-Weltmeister! Die U17-Nati setzt ihrem Höhenflug die Krone auf

12.11.2002: Basel holt gegen Liverpool ein 3:3 und Beni Thurnheer schwärmt: «Dieses Spiel müsste man zeigen, wenn ich gestorben bin»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bulwark 19.05.2018 08:30
    Highlight Schon erstaunlich, dieses Thun.. Bis vor wenigen Wochen ein Abstiegskandidat, jetzt mit (theoretischen) Chancen auf die Europa League..
    3 0 Melden
  • LF1898 18.05.2018 20:35
    Highlight Man muss jedoch bedenken, dass Hoarau bis zur Winterpause nur einen Treffer verbuchen konnte, da er lange verletzt war. Ich glaube, dass er in der Zeit seine Verletzung auf jeden Fall noch Tore hätte schiessen können.
    54 15 Melden

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