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2. Bundesliga, 7. Spieltag
SC Freiburg – Arminia Bielefeld 2:2

Fussball kann warten: Freiburg-Trainer Streich hat den Angstmachern etwas Wichtiges zu sagen: «Wir alle sind irgendwann Flüchtlinge gewesen»

19.09.2015, 09:5319.09.2015, 10:54

Eigentlich hätte Christian Streich, Trainer des SC Freiburg, diese Woche an der Pressekonferenz über verletzte Spieler und seine Taktik im Spiel gegen Arminia Bielefeld reden sollen. Doch die eigentlichen Gegner stehen nicht auf dem Fussballfeld. Es sind die Leute, die Ängste schüren; die Angst vor den Flüchtlingen, die Angst vor dem Fremden. Und diesen Menschen hat der 50-Jährige ein paar wichtige Dinge zu sagen: 

Ab Minute 28:44 geht's los: 

Hier einige Auszüge von Streichs Rede: 

«Wir müssen die Flüchtlinge ankommen lassen, ihnen ein anständiges Umfeld bieten. Sie sollen die Sprache lernen, es gibt keine Alternative zur Sprache. »
«Und dann müssen wir sie arbeiten lassen.»
«Wenn du junge Leute nicht arbeiten lässt, wenn man mich mit 30 Jahren nicht arbeiten lassen hätte, wenn man mich eingesperrt hätte in ein Haus mit vielen anderen ... Ich will das gar nicht weiter ausführen, was mit mir geschehen wäre. Der Aggressionspegel wäre gestiegen, es wäre zu Auseinandersetzungen gekommen. Und ich hätte mich geschämt, weil ich meinen Kindern nicht mal einen kleinen Roller hätte besorgen können.»
«Das ist beschämend für dich als Mensch.»
«Deshalb: Arbeiten lassen, Programme entwickeln, alles dafür tun, dass man diese Menschen integrieren kann. Denn wir brauchen diese Menschen unbedingt.»
«80 bis 90 Prozent der Menschen waren vor einer, zwei oder drei Generationen Flüchtlinge, die von irgendeiner Gegend hierher gekommen sind aufgrund von Krieg, von Arbeitslosigkeit, von Not. Wenn jeder hier drin in dem Raum in den Generationen zurückgeht, hat er einen Migrationshintergrund.»
«Von irgendwoher sind die Leute gekommen. Man war nicht immer dort, wo man ist. Über das muss man die Menschen aufklären.»
«Wir alle sind irgendwann Flüchtlinge gewesen.»
«Es ist immer eine Bewegung von Menschen. Es gibt keinen Stillstand. Das, was jetzt passiert, war immer so. Das war nach dem Ersten Weltkrieg so, das war nach dem Zweiten Weltkrieg so.»
«Jetzt haben wir wenig über Fussball geredet, gell, aber es gibt wichtigere Themen.»

(rof)

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